Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

schmiro
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Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von schmiro » Mi 27. Mai 2020, 09:32

Hallo Kollegen,

mir ist ja vor kurzem eine Alfred Eriksen Drehbank zugelaufen (viewtopic.php?f=47&t=46060), die ich jetzt Schritt-für-Schritt in betrieb nehmen will (Alter und Modell ist noch nicht 100% geklärt).
download/file.php?mode=view&id=252384
download/file.php?mode=view&id=252385&s ... 37487b0a2c

Nach einigem Lesen hier im Forum zu alten Drehmaschinen habe ich verstanden, dass die Schmierung ein wichtiges Thema ist und man dabei einiges falsch/kaputt machen kann (z.b. Fett oder Öl, etc.).
u.a. viewtopic.php?t=28514

Da ich kein ausgebildeter Metaller/ Dreher bin frage ich lieber vorher einmal zu viel nach bevor ich einen Fehler mache. Zum Teil fehlen mir ein paar Basics. Ich lese zwar auch alte Fachkunde-Bücher zu Metall, aber ...
Ich hoffe ich nerve euch nicht allzu sehr ! ;-)

1. Sehe ich das richtige dass meine Drehbank einen sogenannten offenen Spindelstock hat ?
download/file.php?mode=view&id=252386&s ... 37487b0a2c

2. Auf dem Spindelstock sind vorne und hinten 2 kleine Öffnungen mit Stopfen. Dort kommt das Spindelöl rein. Durch die Öffnungen läuft das Öl direkt in das Spindellager. Korrekt ?
download/file.php?mode=view&id=252387&s ... 37487b0a2c
download/file.php?mode=view&id=252389&s ... 37487b0a2c

3. Sollte ich dort besser jeweils einen Tropföler oder Behälter mit Docht (Name ?) einbauen ?

4. Bei einer anderen alten Drehbank habe ich 2 Behälter mit einem Schaumstoff drinnen gefunden. Kann ich auch diese nehmen ?
download/file.php?mode=view&id=252390&s ... 37487b0a2c

5. Das Öl läuft dann durch die Spindellager (also nicht sofort, sonst wären die Lager defekt ;-) ) und kommt unter dem Spindelstock wieder raus und sammelt sich in der grossen Wanne. Dort vermischt es sich mit den Spänen und ggf. mit dem benutzen Schneidöl/ Kühlflüssigjkeit fürs Drehen. Verlustschmierung. Korrekt ?

6. Könnte mnan das Spindelöl nicht unter dem Spindelstock sammeln (Kleiner flacher Behälter) und wiederverwenden ?

7. Als Spindel-Öl habe ich Hydrauliköl HLP 68, ggf. HLP 46 identifiziert (Bestellt und kommt demnächst). Passt das ?


Ich danke euch schon einmal ganz herzlich für eure Hilfe !

Gruss
Ralf
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von FP91 » Mi 27. Mai 2020, 09:49

Hallo Ralf,
erstmal herzlich Willkommen und Glückwunsch zum Neuerwerb. Die sieht für mich, gemessen am Alter, nach einem sehr guten Zustand aus.
Schön, dass du dir schon selbst Gedanken gemacht hast. Fast alle deiner selbst gegebenen Antworten sind richtig, nur bei drei Sachen hake ich mal ein:

1. Wie das Öl in die Lager kommt ist egal. Ich habe an meine Gleitlagermaschine "damals" Tropföler montiert, weil man da die Funktion sehen konnte. Dichtschmierung geht aber auch. Was ganz wichtig ist: Versuche nicht den Docht irgendwo rein zu quetschen. Er muss ganz fluffig in die Bohrung gehen damit genug Raum für Öl ist.
2. 68er Öl ist viel zu dick. Probier mal 22er. Wenn das nur durch läuft steigert du dich auf 32 oder 46. Wenn das Öl zu dick ist kommt es nicht an. Ist es zu dünn bleibt es nicht da. Das muss man testen. Gern auch Mal die Temperatur fühlen. Handwarm ist gut.
3. Du solltest das Öl nicht mehrfach verwenden. Die Mengen sind gering und das Öl trägt den Schmutz weg. Wenn du dir den Schmutz in die Lager spülst sind die bald hinüber.

Gruß
Florian

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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von schmiro » Mi 27. Mai 2020, 10:22

Hallo Florian,

herzlichen Dank für die schnelle Antwort.
2. 68er Öl ist viel zu dick. Probier mal 22er. Wenn das nur durch läuft steigert du dich auf 32 oder 46. Wenn das Öl zu dick ist kommt es nicht an. Ist es zu dünn bleibt es nicht da. Das muss man testen. Gern auch Mal die Temperatur fühlen. Handwarm ist gut.
Dann besorge ich mir erst mal noch ein 22er und 32er Hydraulik-Öl.


Gruss
Ralf

PS: Leider finde ich keine Button meinen Beitrag zu Editieren. Ich vergass noch folgende Frage zu stellen:

7. Wozu sind die beiden Schmierstellen am Spindelstock ? Öl oder Fett ?
- oben, rechts neben der Schmieröffnung für das hintere Spindellager
download/file.php?mode=view&id=252392

- links, unterhalb des hinteren Lagers
download/file.php?mode=view&id=252391
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von schmiro » Do 28. Mai 2020, 23:11

Hallo,

ich habe heute mal mit HLP 22 probiert. Habs mit der Ölpresse ins vordere und hintere Spindellager gespritzt. Mehrfach hintereinander, dann gewartet und lamgsam von Hand die Spindel gedreht.

Aber ich denke das ist zu dünn.
Am vorderen Spindel-Lager kam es sofort wieder raus. Anfangs noch richtig orange/ gelb-farbig, später dann richtig klar.
Am hinteren Lager ist es erst mit Verzögerung rausgekommen. Aber auch nach mehren Versuchen immer noch dunkel gefärbt. Siehe Bilder.

download/file.php?mode=view&id=252635&s ... a361a2d81f

download/file.php?mode=view&id=252636&s ... a361a2d81f

download/file.php?mode=view&id=252634&s ... a361a2d81f

Ich besorg mir jetzt dann 32er und 46er.
Mal sehen.

Gruss
Ralf
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von FP91 » Do 28. Mai 2020, 23:17

Hast du das Spindelspiel gemessen?

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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von schmiro » Fr 29. Mai 2020, 12:03

Hallo Florian,
Hast du das Spindelspiel gemessen?
nein, noch nicht.

Wie mache ich das am besten ?

Dreh-Futter ist schon demotiert. Messsuhr mit Magnet-Halter ist vorhanden.

Messe ich an der Spindel aussen oder Innen ? Mit frisch Öl eingefüllt oder ohne ?


Gruss
Ralf
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von FP91 » Fr 29. Mai 2020, 12:11

Möglichst trocken.

Kantholz unter die Spindel, Messetaster von oben auf den Zentrierbund. Dann hebeln, darf ruhig etwas Kraft dabei sein.

Dann das ganze nochmal in der horizontalen. Die Lager werden gern zum Ei. Dann läuft das Öl durch und die Drehergebnisse werden misst. Nachstellen geht dann nicht mehr.

Aber auf den ersten Blick würde ich da nicht von aus gehen.
Mehr als 2....4/100 sollten da nicht raus kommen.

Gruß

Kobold
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von Kobold » Fr 29. Mai 2020, 12:17

Hallo Ralf,

Du willst ja nicht den Rundlauf prüfen (das muss innen und außen geschehen), sondern das Spindelspiel messen. Dafür muss man an der Spindel wackeln!

Quick and dirty macht man das so: Futter wieder drauf, um das Gewinde zu schützen. Bettschlitten nach vorne kurbeln und ein Kantholz unter dem Futter ansetzen. Messuhr oben aufs Futter, und dann mit dem Kantholz (und Gefühl) nach oben drücken. Gefühl deshalb, weil man das Lagerspiel messen möchte und nicht die Durchbiegung der Spindel...

Gruß Reinhard
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von schmiro » Di 2. Jun 2020, 19:58

Hallo,

also heute hat es endlich geklappt das Spindelspiel zu messen:

Jeweils für Vertikal und Horizontal: Kantholz unter die Spindel, Messetaster von oben auf den Zentrierbund. Dann hebeln, darf ruhig etwas Kraft dabei sein (Wie von Florian vorgeschlagen).
Messtaster jeweils vorher auf 0 gestellt.

Vertikal: download/file.php?mode=view&id=253253
Horizontal: download/file.php?mode=view&id=253254

Aus meiner laienhaften Sicht sind das Vertikal und Horizontal ~ 0,02-0,03 mm.
Bitte korrigiert mich, falls ich die Messuhr falsch interpretiere. ;-)

Das wäre noch ok. Korrekt ?
Was meint ihr dazu ?

Gruss
Ralf
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Re: Alfred Eriksen Drehbank: Schmierung Spindel ?

Beitrag von Kobold » Di 2. Jun 2020, 21:58

Damit kann man leben, da würde ich gar nichts machen.
Wie FP91 schon geschrieben hat, nutzen sich die Lager nicht gleichmäßig ab, sondern werden unrund. Wenn man jetzt nachstellt, sind sie immer noch unrund, aber stellenweise zu eng. Die Spindel wird warm und dehnt sich aus, bis sie festgeht. Da kann man eher mit ein wenig Spiel leben.

Übrigens: Der Zentrierbund ist am Ende des Gewindes und nicht dort, wo Du die Messuhr angesetzt hast.

Gruß Reinhard
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