Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

fridolein
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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Fr 25. Jan 2019, 23:42

Hallo Martin,

Ja, sie hat definitiv (mindestens) eine ölpumpe. Diese ist auf der Rückseite vom Spindelstock. Ob sie im inneren noch weitere verbaut hat, weiss ich leider nicht. Ich habe auch gedanklich im moment noch einen heidenrespekt davor, den spindelstock aufzuschrauben ( umsetzen könnte ich es aus zeitgründen sowieso erst in den nächsten monaten), weil so eine drehbank schon (zumindest für meine begriffe) eine äusserst komplexe Maschine ist und ich echt bammel hätte, sie nicht wieder richtig und präzise zusammen zu kriegen oder im schlimmsten falle schon beim aufschrauben irgendwas zu beschädigen. Aber schätze, irgendwann werd ichs wohl müssen, evtl ja sogar schon für einen ölwechsel (graus!)

Lg Friedrich

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Oliver M
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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von Oliver M » Sa 26. Jan 2019, 21:35

Ich habe auch gedanklich im moment noch einen heidenrespekt davor, den spindelstock aufzuschrauben
Das ist echt keine große Sache, der Spindelstock hat einen aufgesetzten Deckel, der sollte mit 4 oder 6 Schrauben auf der Oberseite befestigt sein.
Da gibt es auch nichts was du dadurch verstellen könntest.
Nur Mut :-)
Wichtig beim Betrieb ist lediglich das an den Schaugläsern an den Lagern öl ankommt (da sollte sich was tun sobald die Ölpumpe läuft)
Und viellleicht gibt es ja nochmal ein gutes Foto vom Bettschlitten ob da Ölstellen sind die versorgt werden wollen.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

fridolein
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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » So 27. Jan 2019, 12:10

Hallo Martin,
hier ist schonmal ein Foto was ich gerade da habe
20190125_131321.jpg
Dann werd ich beizeiten mal reingucken in das zahnradgewirr :)
Dank Vitali habe ich inzwischen auch die original Betriebsanleitung. Ölwechsel wird tatsächlich meine erste Schandtat sein bevor ich anfange mich umfassend in die Materie einzufuchsen. Sobald ich genug Wissen darüber hab um mich sicher zu fühlen mach ich das.

Ich habe jedoch noch ein weiteres Thema was mich in Bezug auf die Drehbank beschäftigt, und zwar die Elektrik: es scheint ja, wie hier schon gesagt wurde, ein Motor mit Dahlanderschaltung verbaut zu sein. Der Vorbesitzer sagte mir jedoch, er habe den drehzahlbereich 1000-2000 abgeklemmt, "weil braucht man sowieso nie". Soweit ok. Er hat jedoch auch empfohlen, die Drehbank langfristig auf Frequenzumrichter umzurüsten, was mir auch sinnvoll erscheint. Insbesondere, da die Elektrik mir bei einem blick hinter die entsprechende Klappe sowieso etwas dubios vorkommt. Dazu habe ich jetzt mal ein paar Fragen:

1. Mir ist bekannt, dass Dahlandermotoren nur bedingt FU tauglich sind. Wie genau finde ich heraus ob es Sinn macht oder nicht?

2. Ich möchte mit dem FU nicht mehr Leistung oder Drehzahl aus dem Motor kitzeln als bisher, sondern nur den ohnehin vorgesehenen Drehzahlbereich der Drehbank von 16-2000 u/min komfortabel und ohne umgeschalte regeln können, ist das mit einem dahlandermotor möglich (da man sich ja beim anschluss an den FU entweder für die "langsame" oder die "schnelle" wicklung entscheiden muss...würde ich zb die langsame nehmen, mit der der motor die letzten jahre scheinbar ausschließlich lief, könnte ich durch den FU die Frequenz der "langsamen" wicklung dermaßen hochjagen, dass ich meine 2000 u/min der spindel erreiche ohne den motor zu beschädigen?) oder empfiehlt es sich eher, einen komplett neuen Motor mit nur einer normalen wicklung zu verbauen?

3. Bei Nutzung eines FU fällt doch, wenn ich das richtig verstanden habe, ein Grossteil der Verkabelung der Drehbank weg, oder? Also alles was den Antrieb des Hauptmotors angeht, übernimmt der FU? D.h. das einzige was weiterhin bestehen bliebe, wäre die eh immer konstante Stromversorgung der Ölpumpe und der Kühlmittelpumpe (die scheinbar nie benutzt wurde, was sich bei mir wohl auch nicht ändern wird)
Das würde bedeuten dass sich die Undurchsichtige , uralte Verkabelung mit teilweise brüchiger Isolierung, unbeschrifteten Anschlüssen usw stark vereinfacht und durchschaubar wird?

Soweit erstmal. Korrigiert mich sehr gerne wenn ich (was vermutlich der fall sein wird :D ) Blödsinn erzähle oder was nicht hinhaut wie ichs mir denke.
Wie man vielleicht erahnt, habe ich von Elektrik nur rudimentär ne Ahnung. Ich möchte auch mit dem ganzen Projekt nicht "rennen, bevor ich gehen gelernt habe",....es sind eher so langfristige Gedanken/Planungen, die ich im Kopf durchspiele.

Liebe Grüße

Friedrich

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FP91
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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von FP91 » So 27. Jan 2019, 12:15

Ich habe eine Maschine die vom Vorbesitzer von Dahlander auf 2poligen Motor und FU umgerüstet wurde. Ich würde es nicht machen. Du hast ein anfälliges teures Teil mehr, brauchst Schaltschrank und Verkabelung. Die Nutzung des 1Phasen Netzes kann mMn kein Argument bei einer Werkzeugmaschine sein - ist doch kein Toaster.

Hat dich der Verkäufer vllt. nicht ganz für voll genommen und die zweite Stufe funktioniert nicht? Die Nutzung von Dahlandermotoren (gerade älteren) mit FU scheint schwierig. Du müsstest auf einen neuen Motor mit ggf. anderem Wellendurchmesser/Bauform wechseln.

Die Maschinen sind so durchdacht - wenn das ursprüngliche Konzept technisch OK ist würde ich nichts ändern sondern nur ggf. die Elektrik erneuern.

Grüße

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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von wim » Mo 28. Jan 2019, 15:37

Moin Friedrich,
ich schliesse mich meinem Vorredner an.
Die Verkabelung besteht, wie Du schon erkannt hast, hauptsächlich aus den Strippen zu zwei oder drei Motoren (Antrieb, Kühlung,Öl).
Dann aber noch aus allen Dingen, die mit Sicherheit zu tun haben (Notaus, Sicherheitsschaltungen zu Deinem Schutz und zum Schutz der Maschine).
Das alles dürfte also weitestgehend vorhanden sein, nur evtl. in einem trostlosen Zustand.
Mit der Umrüstung auf einen Umformer ( den braucht man wohl in Deinem Fall zumindest nicht, um aus einer Phase drei zu machen) hast Du eigentlich nichts wesentliches gewonnen. Du sparst im Grunde nur den Phasenwender (und der dürfte bei einer russischen Maschine eine halbe Ewigkeit halten).
Bei den bei Deiner Maschine mechanisch schaltbaren Geschwindigkeiten macht es m.M.n. auch keinen Sinn da irgendetwas elektronisches einzubauen. Das ist alles schon traumhaft und dürfte sich eh ratz-fatz von Hand schalten lassen.
Ich würde die Aussagen des Vorbesitzers vergessen und mir einen Elektriker suchen, der den Motor durchmist. Der wird Dir dann sagen können, ob der Motor in Ordnung ist. Bestenfalls - und das kommt oft genug vor - hatte mal jemand keine Ahnung vom Anklemmen eines Dahlanders oder gerade das falsche Kabel da oder sonst irgend einen Grund, das es nicht ging.
Es wird sich auf jeden Fall lohnen den Motor messen zu lassen und dann weiter zu schauen.
Evtl. hast Du in der Anleitung ja auch einen Schaltplan. Oder Vitali kann Dir einen besorgen. Selbst wenn keiner da ist, ist die Schaltung nicht sehr kompliziert.
Weniger Ist Mehr
mit den besten Grüssen von Petterson

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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von Stolle1989 » Mo 28. Jan 2019, 16:15

Wenn der Motor und die Schaltung funktioniert Klemme ich dich nicht einen Drehzahlbereich ab weil man ihn nicht braucht.
Ich mache mir nur die Mühe weil etwas im Argen ist.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Kart EMU 250 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Macmon M100C + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115

fridolein
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Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Mo 28. Jan 2019, 20:07

Erstmal nochmal danke für die Beiträge :thx:

Aufgrund der von euch beschriebenen Einwände werd ich mir das gründlich überlegen. Bedenkzeit hab ich berufsbedingt sowieso die nächsten Monate erstmal bevor überhaupt irgendwas passiert 😅
Das mit dem FU war mir nur bislang sinnvoll vorgekommen, weil a) stufenlose drehzahlregelung komfortabel über nur 1 poti
b) der lärm vom vorgetriebe wegfällt
c) ich 75 % von der maroden elektrik auf einen schlag wegrationalisiert hätte.

Grundsätzlich mach ich sowieso niemals irgendwas was nicht vollständig rückrüstbar ist.
Ich denk also ich werd mich dann langfristig eher damit befassen, einen ordentlichen Originalzustand wiederherzustellen und vllt einen Elektromenschen zu finden, der mir das ding fürn schmalen taler vernünftig und durchschaubar neu verdrahtet.

Sollte mich dennoch der wunsch packen mich mit FU zu befassen (faszinierend find ichs halt irgendwie dennoch), werd ich das erstmal an der standbohrmaschine erproben. Wenn ich den motor in die luft jage ist das nicht son drama wie bei der wertvollen Drehe :steinigung: ....

Lg Friedrich

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