Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

fridolein
Beiträge: 11
Registriert: Do 24. Jan 2019, 16:24
Wohnort: Eckernförde
Germany

Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Do 24. Jan 2019, 17:54

Hallo liebe Leute,

seit ein paar Tagen bin ich stolzer Besitzer einer Drehbank, einer russischen IZH 250-P (wird glaube ich "Ishmash" ausgesprochen?) Baujahr lt. meiner Info zwischen 1960 und 1964, Gewicht wohl knapp 1,5 t.
20190123_195246.jpg
20190123_195259.jpg
20190123_195250.jpg
20190124_092136.jpg
20190124_092130.jpg
20190123_195254.jpg
Zwar habe ich vom Vorbesitzer netterweise eine kleine Einweisung bekommen und auf einer russischen Website per Google-translator auch ein paar Randdaten zu der Maschine gefunden, jedoch leider kein Benutzerhandbuch oder Wartungsanleitung o.ä.
Die Maschine ist m.E. recht gut in Schuss und funktioniert tadellos. Allerdings habe ich keinen Schimmer was zb. Kontrolle des Ölstandes, Ölwechseln, oder sonstige Wartungen angeht und leider auch bisher kaum eigene Erfahrung mit Drehbänken aus der ich mir so etwas ableiten könnte. Erschwerend kommt hinzu dass die alte Lady halt aus Russland stammt und dementsprechend auch ausschließlich über Kyrillische/Russische Typenschilder, Gewindetabellen etc bestückt ist. Die Funktion weiss ich grob dank des netten Vorbesitzers, aber für ein weiteres langes, gepflegtes Leben in meinem Besitz und im besten Fall sogar ein wenig Restauration hätte ich doch zu gern so etwas wie ein Wartungshandbuch, wo man zur Not mal etwas nachschlagen kann. Selbst wenn das (erwartungsgemäß) auf russisch wäre,...jemanden zum blossen übersetzen findet man zur Not immer.

Meine Hoffnung liegt nun erstmal bei der Kollektivintelligenz hier im Forum: gibt es hier vielleicht einen Experten, der sich mit dieser Drehbank auskennt oder einen Hinweis liefern kann wie man evtl in den Besitz einer Wartungsanleitung kommen kann?

Ich bin für jeden Beitrag dankbar und bereit dazuzulernen. :)

Das Internet habe ich bereits stundenlang durchforstet, konnte leider bis auf o.g. Website nichts nützliches finden :/ .

Ich bedanke mich schonmal vielmals im Voraus.

Lg Friedrich

elmech
Beiträge: 2150
Registriert: So 13. Aug 2017, 17:14
Wohnort: Mitteland Aarau/Olten
Switzerland

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von elmech » Do 24. Jan 2019, 18:30

Hallo Friederich, Deiner Beleuchtung, sei Dank! Nur so von aussen erahnt, die Russen haben für gute und langlebige Präzision,auch Wissen und Können! somit gibt es da viele , echt präzise langlebige Drehmaschinen, für kleines Geld! Vorausgesetzt man hat die für diese Gewichte, dann auch die erforderlichen Transportmittel und Standorte? Freundliche Grüsse Andi

R2S5V0
Beiträge: 1213
Registriert: So 9. Feb 2014, 08:24

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von R2S5V0 » Do 24. Jan 2019, 18:32

Am besten die Schilder fotografieren und hier einstellen. Natürlich in top end Qualität. Hier sind einige die russisch in der schule hatten. vieleicht meldet sich vitali. Der dürfte das beherrschen. Den Rest macht die schwarminteligenz.
Und zum Schluss.
Schniekes Mascheng.

fridolein
Beiträge: 11
Registriert: Do 24. Jan 2019, 16:24
Wohnort: Eckernförde
Germany

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Do 24. Jan 2019, 18:59

elmech hat geschrieben:
Do 24. Jan 2019, 18:30
Hallo Friederich, Deiner Beleuchtung, sei Dank! Nur so von aussen erahnt, die Russen haben für gute und langlebige Präzision,auch Wissen und Können! somit gibt es da viele , echt präzise langlebige Drehmaschinen, für kleines Geld! Vorausgesetzt man hat die für diese Gewichte, dann auch die erforderlichen Transportmittel und Standorte? Freundliche Grüsse Andi
Hallo elmech,

die Drehbank steht bereits bei mir im Schuppen,
war tatsächlich ein schwieriges Unterfangen; aufgeladen beim Vorbesitzer mittels Gurten und Hebebühne, dann Transport auf 2t- Autoanhänger, bei mir vom örtlichen Abschlepper mit LKW-Kran für vergleichsweise teures Geld vom Anhänger auf Rollbretter gestellt, dann mittels Rollbrettern, Metallrohren und Hubwagen durch die schmale Schuppentür in die Werkstatt und aufs Fundament gewoltert. Hat insgesamt 7 Stunden und viele graue Haare gekostet, aber hat geklappt und sich gelohnt. :)

Benutzeravatar
Oliver M
Beiträge: 2141
Registriert: Do 13. Feb 2014, 09:34
Germany

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von Oliver M » Do 24. Jan 2019, 19:28

Hallo

Mein tipp währe mal bei chipmaker.ru zu suchen.
Ansonsten ein paar grundsächtliche tipps, alles rund um den Bettschlitten ölt man mit einem 68er Gleitbahnöl, entweder gibt es da kugelöler oder Schmiernippel.
Beim Spindelstock und Getriebe währe eine Anleitung hilfreich.
Zwar passt auch hier meistens HLP 46 oder 32 als Öl aber die Russen haben auch ein paar Exotische Konstruktionen gebaut die wegen schnellaufenden Gleitlagern ein sehr dünnflüssiges
Spindelöl benötigen oder die Lager fressen.
In alles Schaugläsern sollte ein ölstand sichtbar sein (nicht nur die Dreckspur oder ein Schatten davon) :-D

Ausrichten mit einer Maschinenwasserwaage schadet auch nie.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

elmech
Beiträge: 2150
Registriert: So 13. Aug 2017, 17:14
Wohnort: Mitteland Aarau/Olten
Switzerland

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von elmech » Do 24. Jan 2019, 19:48

Hallo, Du Schwerarbeiter! In etwa, weiss ich, was Du da geleistet hast! Hauptsache ohne Körperlichen und Materiellen Schaden! Die Maschinen sind aber schon auch den Aufwand wert, Ist meine Weiler mit 135X650 mm mal gegen850 Kg schwer, erreicht eine Schaublin 135X650mm schon gute 1250 Kg und ein Russe ,ohne rot zu werden bei 1000mm SPW schon schnell mal gegen 2Tonnen( Die Produktion wurde ja im Jahresplan auch im Gewicht vorgegeben) die Genossen haben diese Ziele auch erfüllt, nicht nach Emco Standard aber eben, Vibrationen sind da eher selten... Dazu alles in DIN Normen! Eigentlich gute Fundamente für den Freizeitgebrauch! Freundliche Grüsse Andi

fridolein
Beiträge: 11
Registriert: Do 24. Jan 2019, 16:24
Wohnort: Eckernförde
Germany

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Do 24. Jan 2019, 22:12

quote=R2S5V0 post_id=451021 time=1548351132 user_id=6410]
Am besten die Schilder fotografieren und hier einstellen. Natürlich in top end Qualität. Hier sind einige die russisch in der schule hatten. vieleicht meldet sich vitali. Der dürfte das beherrschen. Den Rest macht die schwarminteligenz.
Und zum Schluss.
Schniekes Mascheng.
[/quote]

Schonmal danke für den Tipp, hänge die schilder hier gleich nochmal dran bzw. stelle morgen nochmal präzisere Fotos rein....Aaaaber: mein Hauptthema sind halt garnicht so sehr die Aufschriften der Schilder zu übersetzen, (das meiste davon konnte mir wie gesagt der Vorbesitzer erklären und dank seiner Geduld hab ich einiges dvon sogar verstanden :D) sondern eher rauszukriegen wie ich das mit dem Ölwechsel mache (über die ganze höhe des Spindelstocks sind (ich glaube) 4 Ölschaugläser verteilt, da wüsste ich zb gern welches schauglas wofür ist, desweiteren habe ich nur eine Ölablassschraube gefunden bisher, finde ich die anderen nicht oder gibt es nur eine (aber wofür dann 4 schaugläser?)? Wieviel öl muss rein und welches genau? Gibt es filter die zu wechseln sind und wenn ja wo? Woher bekomme ich passende Ersatzteile?
Am Kasten vom Mutternschloss ist auch noch ein Schauglas, da ist nur wenig Öl drin (soll wohl aber so sein wurde mir gesagt, bei mehr würde es nur rauspanschen) aber auch hier die frage wo man es ablässt usw. Das sind alles so dinge, die, wie ich vermute, in einem wartungshandbuch stünden und die man langfristig schon wissen sollte :) aber mit hilfe des forums wird sich das schon irgendwie alles aufdröseln lassen, da bin ich optimistisch. Morgen mach ich erstmal noch mehr fotos und hau die hier rein und denn mal schauen wer was weiss und sich meldet.
20190124_092207.jpg
20190123_195246.jpg
20190124_092130.jpg
20190123_195259.jpg
20190123_195254.jpg
20190123_195259.jpg
20190123_195246.jpg
20190124_092020.jpg
20190124_092020.jpg
20190123_195244.jpg
20190124_092120.jpg
20190123_195244.jpg
20190124_092024.jpg
20190123_195246.jpg
20190124_092253.jpg
20190124_092228.jpg
20190123_195250.jpg
20190124_092300.jpg
20190124_092136.jpg
20190123_195250.jpg
20190124_092130.jpg
20190123_195246.jpg
20190124_092207.jpg

So long, schon mal vielen dank und euch einen schönen abend,
Viele Grüsse
Friedrich

Benutzeravatar
wim
Beiträge: 349
Registriert: Sa 27. Nov 2010, 17:06
Wohnort: Bremen

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von wim » Fr 25. Jan 2019, 19:07

Moin aus dem Norden in den hohen Norden,
schöne Maschine. Die bisher geposteten Schilder sind eigentlich selbst erklärend - zumindest, was die Geschwindigkeiten der Hauptspindel angeht und die Vorschubgeschwindigkeiten.
Offenbar hast Du einen Dahlander-Motor, der in zwei Geschwindigkeiten laufen kann. Den Rest erledigt das Getriebe. Die Abbildungen der Getriebeschalthebel sind so deutlich unterschiedlich dargestellt, das auch hier eine Zuordnung relativ einfach erfolgen können dürfte - mal die abgebildete Form mit den tatsächlichen Hebelformen vergleichen..
Die Kleineren Zahlen hinter den Vorschübnen sind dann die Vorschübe des Planzuges.
Spannend wir die Frage: Gibt es auch eine Tabelle für metrische Gewinde? Bei russischen Maschinen müsste die aber irgendwo sein. Die waren und sind metrisch drauf.
Martins Hinweis mit dem 68iger Öl würde ich auch erst mal zugrunde legen. Bitte benutze kein normales Motorenöl! Das würde den Dreck in der Schwebe halten und evtl. Buchsen angreifen - falls vorhanden - bei russischen Maschinen bestimmt vorhanden - Buchsen.
Dann könntest Du den Spindelstockdeckel mal abnehmen und schauen, ob Du erkennst, was da für Hauptspindellager drin sind. Müsste zu sehen sein, was drin ist, das nach Wälzlager aussieht. Evtl. Bilder vom Innenleben des Spindelstocks posten.
Im Übriegen!!! Wahnsinniges Drehzahlspektrum. Das schreit nach Planscheibe!!!!
Wenn Du gar nicht klar kommst, nehme ich die Maschine sofort - so sie metrische Gewinde kann.
Weniger Ist Mehr
mit den besten Grüssen von Petterson

fridolein
Beiträge: 11
Registriert: Do 24. Jan 2019, 16:24
Wohnort: Eckernförde
Germany

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von fridolein » Fr 25. Jan 2019, 21:13

Nochmals vielen dank für die wertvollen Tipps :thx: und ja, metrische gewinde kann sie 8-) wie gesagt, das meiste was auf den schildern steht kann ich zuordnen, nur die ein oder andere "genaue begrifflichkeit" halt noch nicht, aber sinngemäss versteh ich das. Das mit dem öl werde ich definitiv berücksichtigen, und werde auch weiterhin nach nem service-manual suchen.
Danke für dein Interesse, aber freu mich grad dass ich das monster heil im schuppen hab, so schnell verkauf ich die nicht wieder :-D

Benutzeravatar
Oliver M
Beiträge: 2141
Registriert: Do 13. Feb 2014, 09:34
Germany

Re: Wer kann helfen: meine "Neue Alte" Drehbank IZH 250 P

Beitrag von Oliver M » Fr 25. Jan 2019, 22:40

wim hat geschrieben:
Fr 25. Jan 2019, 19:07
Bitte benutze kein normales Motorenöl! Das würde den Dreck in der Schwebe halten und evtl. Buchsen angreifen - falls vorhanden - bei russischen Maschinen bestimmt vorhanden - Buchsen.
Dann könntest Du den Spindelstockdeckel mal abnehmen und schauen, ob Du erkennst, was da für Hauptspindellager drin sind. Müsste zu sehen sein, was drin ist, das nach Wälzlager aussieht. Evtl. Bilder vom Innenleben des Spindelstocks posten.
Motoröl greift keine Buntmetalle an, das tun manche GL5 Getriebeöle, aber die sind sowieso alle viel zu dickflüssig für Spindelstöcke, das mit dem Dreck stimmt.
Der soll sich auf dem Boden absetzen da es meist keine Filter gibt, sieht man hier sehr schön, zuerst kommt der Bodensatz, dann fast sauberes Öl: https://youtu.be/XKRwVMvJWSA?t=136
Das mit dem Bild mit offenen Deckel ist aber eine gute Idee.

Die 4 Ölschaugläser, da würde ich fast wetten, die beiden obersten sind entweder Durchflussanzeiger oder zeigen einen Ölstand, jedenfalls sieht das aus wie wenn es eine Pumpe gibt, entweder im Spindelstock oder im Fuß der Maschine.
Die anderen beiden sind vermutlich für das Getriebe im Fuß und das Vorschubgetriebe.
Falls am Bettschlitten keine Ölnippel verbaut sind hat der eventuell eine eingebaute Pumpe die die innereien und die Führungen versorgt, in jedem Fall passt dann ein CGLP68 öl.
Wegen dem Spindelstock, da müsste man wissen welche Lager verbaut sind.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

Antworten