Boxford AUD

Drechsler
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Re: Boxford AUD

Beitrag von Drechsler » Do 20. Dez 2018, 19:02

Hallo Wim ,
bei mir da ist nur die T -Nut , ich habe die Bank auch im Orginalzustand ohne neue Stahlhalter usw. . Das einzige Drehbankzubehör , das ich Anfang der 80er Jahre von der deutschen Vertretung zugekauft habe , war der Zollgewinde - Zahnradsatz ( mit dem 127er Zahnrad ) , da meine deutschen Holzdrehbänke Zollgewinde :o haben .
Grüße
Andreas

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wim
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Re: Boxford AUD

Beitrag von wim » Do 20. Dez 2018, 20:49

Danke Andreas,
ich hab nun ein Bild vom Originalbolzen.
boxford.jpg
boxford.jpg (3.62 KiB) 280 mal betrachtet
Aus Deinen Informationen und dem, was ich vom Bild ableiten kann, wird da wohl Dreck drin sein und die Stahlplatte in der Schlitzführung blockieren.
Ich möchte da ja nicht drauf rumkloppen. Ich denke ich setz mal einen Zweiarmabzieher an.
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Re: Boxford AUD

Beitrag von meot2013 » Do 20. Dez 2018, 22:13

Es ist nur eine normale T-Nut im Oberschlitten.
Bei mir gibt es keine "zentrale" Bohrung wie du vermutest.
Mach den Oberschlitten ab, leg ihn auf die Seite und klopfe sachte gegen die Bolzen.
Vielleicht ist er durch Rosten etwas "gewachsen".
Gruß

Otto

Drechsler
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Re: Boxford AUD

Beitrag von Drechsler » Fr 21. Dez 2018, 10:21

Hallo Wim ,
lockere den T-Nutbolzen nur ganz vorsichtig im Oberschlitten , einen Abzieher würde ich nicht ansetzen . Wie auch von Otto beschrieben : den Oberschlitten ordentlich "einweichen" und dann seitlich mit Holzzulagen vorsichtig auf dem T-Nuteinsatz "rumklopfen" .
Deine Bank bedarf augenscheinlich einiger Pflege , die Boxfort AUD war nach meinen Unterlagen eine "Präzisions-Leichtdrehbank" - also nix fürs Grobe , sie hat ja auch nur einen schwachen Antrieb . Der aus Ledersegmenten aufgebaute Keilriemen ist bei mir auch so eine Art "Sicherheitsrutschkupplung" , der Riemen rutscht schon einmal wenn ich beim Schruppen nicht das Zahnradvorgelege drin habe .
Das Meßprotokoll in meinen Unterlagen hat auch 1000stel mm ausgewiesen . Meine Bank ist auch noch sehr präzise , sie hat noch nicht so viel erlebt - ich setze sie zur Herstellung von Futterflanschen , Spanzangenfuttern usw. in meiner Drechslerei ein .
Die Frage ist natürlich was deiner Bank angetan wurde - aber Dreck kann ja auch konservieren :P
Grüße
Andreas

JCM
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Re: Boxford AUD

Beitrag von JCM » Fr 21. Dez 2018, 15:15

Hallo Wim,

erstmal Glückwunsch zur Boxford. Boxfords sind ja eigentlich 'nur' Kopien der originalen South Bends. Auch gibts da noch zahlreiche weitere Variationen, so wie die Viceroys, welche wiederum Kopien (mit kleinen Änderungen) der Boxfords sind. Die in Europa gefertigten Kopien (primär Boxford und Blomquist) sollen übrigens genau so gut wie die Originale sein! Es gab aber wohl auch weitere Kopien aus Asien, Australien und Südamerika... http://www.lathes.co.uk/southbend9-inch/page3.html

Wenn ich recht informiert bin, ist die AUD eine ziemlich genaue Kopie der South Bend 10K - genau so eine habe ich hier. Sie ist auch nach 50 Jahren Industrie (wohl so 80% Herstellung von Rändelschrauben aus Messing) noch der absolute Traum... Die Spinel läuft auf 1/100, das Röhm Futter auf 3/100 wiederholgenau. Natürlich ist das Bett (nicht gehärtet) schon 'ordentlich eingefahren' und auch die Supportspindeln und Muttern dürfte ich wohl mal tauschen :pfeif:
Anyways, hier ein paar Tipps für dich (mit Bildern meiner Maschiene).

a) Drehen des Oberschlittens: Wie andere schon geschrieben haben, der Schlitten ist mit zwei Schrauben geklemmt, welche Messing(?)keile in eine Nut drücken. Man muss die spannschrauben nur sehr wenig anziehen, um den Schlitten zu klemmen. Oft werden sie zu fest gespannt. Da hilft dann nur schrauben raus, WD40 o.ä. rein und den schlitten mit dem Gummihammer 'drehen', bis sich die Keile lösen. Die Schrauben sind zöllige Inubusschrauben. Ein 5mm Inbus passt genau nicht (hat schon jemand hier erwähnt). Bei mir passt aber genau ein Torx; ich meine es müsste T25 oder sogar T27 sein. Hier ein Bild.

2018-08-12-2389 - Kopie.jpg


b) Bolzen im Obersupport. Auch ich hatte Anfangs das Problem, dass ich den Support nicht drehen konnte. Er sass sehr fest (da festgegammelt) und war wohl viele, viele Jahre zuvor noch in 90 grad Stellung verbolzt worden.
2018-09-29-2658 - Kopie.jpg
Ich bin unsicher, ob es das Gewinde und evt. sogar den Bolzen so von Werk aus gab - aber wer weiss. Nachdem ich den Bolzen nicht lösen konnte, hab ich ihn ausgebohrt (ging am besten von oben und dann von unten, wenn ich mich recht erinnere). Hat gut geklappt. Gewinde ist noch intakt.
2018-10-03-2698.jpg


c) Demontage Support. Um dies machen zu können musste ich natürlich erstmal den Support abmontieren. Da hab ich auch erstmal rätseln dürfen, wie das geht... Um es kurz zu machen: Beide Spindeln sind mit einer Führung mit normalem Rechtsgewinde eingeschraubt. Die Führungen sind dann noch jeweils mit einer Madenschraube gesichert. Hier zwei Bilder.
2018-08-12-2389 - Kopie (2).jpg
Man muss also zuerst die Maden rausnehemen und dann die Führungen ausschrauben (siehe grosser Pfeil). Dann lässt sich der Support einfach ausbauen. Das nächste Bild zeigt die zweite Madenschraube eine Etage tiefer (Führung schon ausgebaut)...
2018-10-03-2697 - Kopie.jpg
Werkzeughalter. Zu deinem Wekrzeughalter kann ich dir im Moment leider nicht helfen.... meine 10K war mit einem Tripan ausgerüstet, welcher wie der Werkzeughalter oben, einfach abzuschrauben war.
Stell doch dazu mal ein Bild ein, vielleicht können wir dir dann besser helfen (bevor was kaputt geht).

Und zuletzt noch eine Frage aus Interesse: Ist deine Maschine metrisch oder zöllig? Alle haben übrigens zöllige schrauben...

LG aus Wien
JAkob
Gruss aus Wien
Jakob
---
Bohr- und Fräsmaschienen: Metabo 7523; Saupe BFW300; Wörner TiBo 6, Arboga E100 mit Fehlmann KST und oldschool Heidenhain 1D-DRO
Drehmaschienen: Wolf & Jahn 70mm WW ~1930; South Bend 10K, 1960.

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Re: Boxford AUD

Beitrag von wim » Sa 22. Dez 2018, 20:51

So, nach all den Tips.
Ersteinmal Bilder der Maschine:
Hier sind die Späne schon abgekratzt und ich bin auch schon ein Mal mit dem Heizöllappen über alles rüber.
Linke Seite.jpg
R.jpg
Ach ja, und ein Satz zöllige Inbusschlüssel ist auch da.
Inbus.jpg
Ihr seht: ich habe die Schrauben gefunden mit denen der Oberschlitten gelöst werden kann.
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Re: Boxford AUD

Beitrag von wim » Sa 22. Dez 2018, 21:06

Moin Jakob und alle anderen, die mir zum Thema "Bolzen raus" geschrieben haben.

hier kommt erst mal ein Bild von meiner Maschine (alles vorher war ja Beispielbild, was offensichtlich für Irritationen gesorgt hat), das Ganze sieht dann so aus:
Halter1.jpg
"B" ist der Bolzen.
"A" ist die in den Schlitz geschobene Platte.

Ich habe nun auf Anraten das Ganze mit Rostlöser geflutet und nach 24 Stunden den abmontierten Schlitten ( war ganz einfach nachdem ich die Inbusschrauben gefunden hatte und: es sind tatsächlich Messing-Druckstücke da) in einen Schraubstock gespannt und hin und her gepickert. Spiel immer noch 0,5 mm.
Dann unter die Presse. Die Platte macht einen Weg von 0,5mm und dann ist Schluss.
Mein Gedanke: Der Bolzen "B" geht durch den Schlitten durch und die 0,5mm sind das Spiel des Bolzens im Schlitten.
Jetzt muss ich nur den Schlitten zerlegen. Das kommt als nächstes.
Wünsche einen gesegneten Sonntag
#747
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Re: Boxford AUD

Beitrag von meot2013 » Sa 22. Dez 2018, 22:21

Man kann im Oberschlitten 4 kleine Löcher sehen,
die sehr nahe an der T-Nut liegen.
Hat der Vorbesitzer ggf. da Schrauben zum Klemmen
rein gedreht.
So etwas hat meine Maschine und die Maschinen bei Tony auf den Bildern nicht.

Ggf. dort mal suchen, ob da was rauszudrehen ist.

Der Planschlitten sieht aber schon recht angefressen aus,
da wurde bestimmt öfter ins Futter gefahren.
Gruß

Otto

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Re: Boxford AUD

Beitrag von wim » Sa 22. Dez 2018, 22:41

Jepp Otto, das mit den vier Löchern kam mir auch schon in den Sinn. Da sind tatsächlich Gewinde drinn aber keine Schrauben. Ich vermute mal hier konnte ein Fräsaufsatz montiert werden.
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Re: Boxford AUD

Beitrag von meot2013 » So 23. Dez 2018, 08:49

Wenn ich mir das erste Bild des oberen Schlittens ansehe,
dann glaube ich, dass das Ding festgerottet ist.

Hast Du einen großen Schraubstock oder eine Presse,
dann würde ich mal versuchen den Bolzen vorsichtig rauszudrücken.
Gruß

Otto

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