Leinen LZ 43 Grundüberholung

leowuli
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Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von leowuli » Do 6. Dez 2018, 16:20

Hallo Beisammen
Habe vor ca 2 Wochen meine Neuerwerbung in meine Werkstatt gekarrt. Es handelt sich um eine Leinen LZ 43. Der Zustand ist nicht so berauchend, dafür war's billig.
-Direktantrieb Spindel geht nicht rein.
-> Schrauben waren locker, erübrigt sich bei der anstehenden Komplettzerlegung
-Das Vorschubgetriebe hakt manchmal, bzw. setzt sich fest
-Keine Wechselräder mit dabei -> 140Eur Ebay
-Motor läuft nicht -> Oh 2 Phasen abgefallen, wird so eh nicht betrieben, da Kraftstrom ohne Abdeckungf=47&mode=post&sid=9b2c2d1f9cc9153500276fb90caae181#
-Den einigen Tropfen Öl habe ich mit einem sehr langen Schraubenzieher im Kupplungsgetriebe gefunden...

Ich möchte hier die Überholung ein wenig dokumentieren (mir hat die Zerspanungsbude auch schon viel geholfen) und n paar Fragen stellen.
Zu mir: Ich bin gelernter Fluggerätmechaniker und neuerdings Student. Habe schon die ein oder andere Maschine überholt, so vor 2 Jahren eine Wemas AT 280. Die ist ja an sich nicht schlecht, aber ihre Chinesischen Wurzeln schlagen schon durch, und Gewindeschneiden geht auch nicht. Daher kommt jetzt deutsche Wertarbeit ins Haus, ich mag eh altes Zeugs. Okay im Moment sind's 500kg Alteisen.

Jetzt hier mal n Paar Bilder (Leider hab ich von der Maschine wie sie gekommen ist keines gemacht):
20181128_194832.jpg
Spindelstock voller Batz. Ölpunkte und Wendeherz alle Trocken, nur das blöde Fett im Vorgelege.
Ich würde im Vorgelege und am Wendeherz gerne Öl verwenden. Geht das oder wird das überall hin geschleudert wo's nicht hingehört?
20181203_232349.jpg
Runter mit dem Spindelstock, raus mit dem Innenleben, putzen, Lack ab. Bei Interesse gibts beim Einbau genaue Erklärungen wie was zam gehört.
20181128_194838.jpg
Die Lager sind aus Bronze.
20181201_203625.jpg
20181203_232408.jpg
Da sitzt das Lager drin.
20181201_203632.jpg
Das ist der Docht der das Öl ins Lager befördern soll. Kann mir jmd sagen ob das so komplett ist, oder ob der Filz mal kompett um das Lager herumgegangen ist?
So würde es wahrscheinlich funktionieren, der Docht würde Öl aufsaugen das sich in der Kuhle befindet. Doch wie habe ich Kontrolle über den Ölstand??? Bis zum Schmierpunkt oben voll machen geht leider nicht, da dann das Öl durch die Schlitze laufen wird.
Gibt es Empfehlungen für einen neuen Docht?

Bin grad an den Vorbereitungen den Spindelstock zu lackieren, Fortsetzung folgt.

R2S5V0
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von R2S5V0 » Do 6. Dez 2018, 17:05

Im Normalfall reicht das aufgsaugte öl im Filz aus um einen ausreichenden Schmierfilm zu erzeugen. Das geht natürlich am besten wenn die lagerbuchse noch nicht zu weit verschlissen ist. Der Ölstand stellt also sicher das Öl bereit gestellt ist. Ich würde vor jedem benutzen ein wenig Öl an den Filz geben. Hier im Forum wird sich sicherlich noch jemand melden der mer Erfahrungen mit dieser Lagerung und der Maschine hat.

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Oliver M
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von Oliver M » Do 6. Dez 2018, 17:18

Direkt an den Filz kommt man ja nicht.
Ein paar tropfen vor Benutzung oben ins Lager sollten ausreichen.
Das überschüssige Öl läuft einfach ab.
Sollte übrigens ISO Vg10 sein.

Und bevor du viel Arbeit in die Maschine steckst würde ich den Zustand der Spindellager prüfen.
Nachdem da schon ein Vollpfosten fett ins Vorgelegen geschmiert hat.

Du hast die Anleitung?

Gruß Martin
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A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

elmech
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von elmech » Do 6. Dez 2018, 17:33

Hallo , ich hatte eine Leinen Jg 1974 , Die hatte Kegelrollenlager und überall separate Ölbäder! Die Zahnräder mit einem guten Kettenspray schmieren und das, dann auch etwas abtrocknen lassen. Das Hauptlager mit neuem Filtz mit etwas Überlänge versehen. damit die Abnützung lange genug, ausgeglichen wird! Das Öl kommt von oben und sammelt sich dann unter dem Lager wo es durch die Kapillarwirkung durch den Filz in die Lagerung gebracht wird. Vorteil ist: Der Schmierstoff wird nach Drehzahl verbraucht ! Die Myford Super 7 hatte das System auch und einen kleinen Runddocht mit Feder von unten an die Spindel gedrückt. Das System hat sich bewährt! Bei Deiner Maschine ist das Hauptlager sehr stark verbraucht und wenn Du es nachschaben würdest ( was nötig wäre da es schlecht trägt! ) wird es hinten anstehen und die Einstellmutter vorne hat Zuwenig Gewindegänge um ihre Funktion zu erfüllen! Diese Drehbank ist ziemlich verbraucht und pass einfach auf, dass Du da nicht, Zuviel Arbeit und Geld, in den Sand setzt! Zuerst mal alles sichten und dann endscheiden! Nicht Anfangen und nicht mehr einen Schlusstrich ziehen können! Freundliche Grüsse Andi ( Der mal eine verbrauchte 1953 FP1 "revidiert" hat)

Selbermacher
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von Selbermacher » Do 6. Dez 2018, 17:36

Bei meiner Lorch B sieht das genau gleich aus.
Lediglich ein Filz, dass durch das Langloch im Bronzelager direkt auf der Spindel aufliegt.
In irgend einer alten Lorch-Anleitung habe ich gelesen dass überschüssiges Öl aus dem Lager austreten würde.
Auch für meine Lorch wird VG10 empfohlen (und es tut)
Bei meiner Lorch ist ein relativ großes Reservoir unter dem Lager, das fülle ich nach Gefühl gelegentlich auf.
Auch gelegentlich mal reichlich so dass etwas Öl wieder austritt.

Schöne Maschine, auch wenn sie offenbar gelitten hat.
Würde auch auf jeden Fall zuerst die Lager Prüfen.
Wenn sie arg verschlissen sind und es nicht genug Luft zum Nacharbeiten gibt, dann wird es "schwierig".
Herzliche Grüße
Harald

leowuli
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von leowuli » Fr 7. Dez 2018, 00:04

Danke für die Antworten.
Anleitung habe ich ca. 5 Seiten aus einem anderen Chat. Falls es da noch mehr gibt, freue ich mich immer...
Ich habe natürlich als allererstes das Radialspiel in der Spindel gemessen. Waren mit ordentlich Drücken so 2-3Hundertstel. Kann man aber evtl. noch strenger einstellen. Rundlauf habe ich auch für gut befunden. Danach habe ich die Spindel gezogen und die Lager angeschaut. Das hintere lager ist kein Problem, da war ja auch der Filz noch recht ölig. Im Hauptlager siehts nicht ganz so gut aus, man erkennt eine Mangelschmierung. Doch auch wenn das Lager nicht mehr so gut trägt werde ich es vorerst genau so wieder einbauen, ist ja auch gleich wieder draußen. Schaben will erst mal gelernt sein, und die Präzision meiner Chinadrehe kriege ich allemal hin.

Hier noch n paar Bilder wie der Rest gerade ausschaut:
20181206_223333.jpg
20181206_223344.jpg
20181206_223357.jpg
Habe heute wenigstens noch den Spindelstock lackiert.
Ich weiß durchaus, dass Resedagrün nicht die Originalfarbe ist, habe mich aber nach langer Überlegung doch dazu entschieden, dass sie grün wird.
20181206_221257.jpg

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FP91
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von FP91 » Fr 7. Dez 2018, 08:47

Ich find's immer sehr schade, wenn ohne vernünftige technische Überholung neu gelackt wird. Das Erscheinungsbild verliert seinen authentischen Eindruck und technischer Zustand und Optik liegen surreal weit auseinander.
Wenn mir sowas bei eBay über den Weg läuft Klick ichs ohne genaueres hinsehen weg.

Zur Technik: 2-3/100 sind grenzwertig aber erträglich. Wichtiger wäre der Zustand des Bettes. Wenn das verschlissen ist lohnt sich die Arbeit nicht, Spiel im Bettschlitten machen die Maschine praktisch nicht nutzbar.

Grüße

Flo

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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von leowuli » Fr 7. Dez 2018, 12:22

Was wird hier nicht vernünftig überholt? Es bringt doch nix, wenn ich jetzt das Schaben anfange (angenommen ich könnte es), wenn ich nicht vorher mal getestet habe. Die Maschine war nicht in der Lage einen Span zu produzieren, der Support ist auch komplett verdreckt und verstellt (Quer und Oberschlitten gehen sehr streng), da brauche ich nicht mit der Messuhr kommen. Bett sieht gut aus, vermessen wird wenn sie wieder beisammen ist.
Und wenn ich schon zerlege dann kommt auch gleich neue Farbe drauf. Der zuletzt draufgeschmierte Lack fällt eh schon ab.
Man muss auch wissen was man damit vorhat, und den Aufwand und die Kosten dementsprechend anpassen.

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Oliver M
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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von Oliver M » Fr 7. Dez 2018, 14:01

Ich würde im Vorgelege und am Wendeherz gerne Öl verwenden. Geht das oder wird das überall hin geschleudert wo's nicht hingehört?
Was sagt denn der Schmierplan ?
Ich denke öl.

Gruß Martin

PS: Jedenfalls sieht die Lackierung recht ordentlich aus :-)
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

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Re: Leinen LZ 43 Grundüberholung

Beitrag von leowuli » Fr 7. Dez 2018, 14:19

Danke, habe mir auch Mühe gegeben.

Der Schmierplan den ich gefunden habe sagt Ölbad. Der Spindelstock hat keine Schaugläser oder Ablassschrauben. Ich werde es auf alle Fälle mit einem Ölbad versuchen, fürchte allerdings ein bisschen dass das Öl bei hohen Drehzahlen nicht da bleibt wo es sein soll. Man wird sehen.

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