Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

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Basti95
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Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von Basti95 » Do 15. Nov 2018, 19:17

Hallo,

habe nun mit dem Verkäufer Kontakt aufgenommen - Verhandlungen über den Preis laufen noch :-D
Es handelt sich um eine:

Hersetller: Grazioli
Type: 150 Fortuna

Auf was muss ich beim Kauf / anschauen achten?
Was für werte sind beim Rundlauf noch akzeptabel? Sind 8Mü Schlag direkt auf der Spindel-Welle noch i.o?
Auf was muss bei dem Getriebe geachtet werden?

Aktuell habe ich nur eine Mechaniker Drehbank (Weiler MDU 260) ohne automatischen Vorschub. Diese Maschine ist mir leider auf dauer zu klein.
Habe daher aber mit Getriebe und Vorschub keine Erfahrungen bzgl. Verschleiß, da die Weiler die Spindel über nen Riemen angetrieben hat.

Vielen Dank für eure hilfe

Gruß Sebastian

Sarge
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Re: Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von Sarge » Do 15. Nov 2018, 21:02

8 an der Spindel ist Krieg.

Meine VDF ROK 21 von 1953 hat weniger als 1 an der Spindel.


Ansonsten kann ich dir nur raten nimm keine Made in Italy Maschine.

Alt ,Schwer und Grün muss es sein.
1954 Heidenreich&Harbeck ROK21 inkl. Maschinenstabilität
1970 Heckert FUW 315
1979 Alzmetall AB4SV

Ausgestattet mit Verachtung

Machines to make machines fabricating the end of all living things.

elmech
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Re: Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von elmech » Do 15. Nov 2018, 23:46

Grazioli, war keine billig Maschine und nicht Jeder hat Platz, für gross und schwer! Dazu braucht ja auch manchmalEiner kleinere Masse ? Beim Kauf auf das übliche Achten: Spindelspiel der Querachse, Führungszustand, Pinolenkonus sauber ohne Fresser, Getriebe in allen Gängen sauber zu schalten und ohne schlimme Geräusche? Ersatzteile wohl eher keine mehr? Für mich deshalb auch immer wichtig, der Zubehör? Lünetten, Planscheiben? Gibt es die Flansche für die Spindelnase,ab Lager noch? Aufpassen, Langkegel hatten nicht immer die Normsteigungen für die Zuggewinde! Freundliche Grüsse Andi

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FP91
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Re: Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von FP91 » Do 15. Nov 2018, 23:52

Schlesinger gibt 0,01 mm Schlag für Maschinen bis 400 mm Spitzenhöhe an. 1927!

Bedenke, dass sich das bei montiertem Futter durch den langen Hebel summiert. Ist das ein Kurzkegel? Generell sehen die ja sehr wertig aus. 1120 Kg für 150 x 800 empfinde ich auch als passend. Ist es vllt. auch Lagerspiel?

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Ruhla Fanboy
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Re: Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von Ruhla Fanboy » Fr 16. Nov 2018, 08:35

"Onkel Tom" hat seiner Zeit mal ein reichlich extensives Video zu dieser Thematik erstellt.
https://www.youtube.com/watch?v=bP-rh6LfteU
Fräsmaschine: Ruhla VRB 2243
Drehmaschine: Paulimot PM 2700
Sägemaschine: Paulimot BS-712GR

Tommel
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Re: Neue Drehmaschine - auf was beim Kauf achten

Beitrag von Tommel » Fr 16. Nov 2018, 11:05

Moin,

dieser Knödel hat laut Bilder bei Goggel allem Anschein nach Gleitlager und da misst man doch das Lagerspiel erst wenn die Maschine warm ist oder nicht? Bin nicht der Kenner aber 8µm in kaltem oder lauwarmen Zustand finde ich schon sehr wenig und demzufolge vielleicht zu eng bei Betriebstemperatur?
Das Getriebe wird im Rückwärtslauf bestimmt laut sein. Ist halt so bei den alten Gurken (frag mich woher ich das kenne lol).
Was mir bei meiner schier endlos langen Suche aufgefallen ist:
Die meisten Besitzer betreiben ihre Maschinen mit viel zu wenig Öl.
Das habe ich nach einigen Besuchen zuerst kontrolliert. Ohne das die Maschine eingeschaltet war habe ich mal den Plan und Längsvorschub ganz durchgekurbelt. Meistens wird es zum jeweiligen Ende hin schwergängig (nicht gut).
Bei vielen ist die Schlossmutter zum gewindeschneiden verschlissen oder, wenn du Glück hast, nur lose. Mit einer Taschenlampe kann man manchmal hinschauen ob diese lose ist. Wenn es die Leitspindel anhebt beim Schlossmutter einrasten (bei Stillstand machen, man muss nur den Schlitten per Hand ein wenig vor- und zurückdrehen) dann ist oft was faul. Der Planvorschub ist beim drehen per Hand oft hakelig und das ist meist auf nicht eingestellte Keilleiste bzw Dreck zurückzuführen.
Die Riemen werden fertig sein (Ersatz ist kein Thema) und das Bett wird definitiv Verschleiß aufweisen. Fragt sich nur wieviel? Könner und vermutlich der Besitzer der Maschine juckt das oft wenig weil dies es trotzdem hinbekommen genauestens arbeiten zu können.

Wenn ich dann noch Interesse hatte habe ich den Besitzer gebeten die Maschine einzuschalten und alle Funktionen mir zu zeigen; Alle Gänge, Drehzahlen, Funktion Bremse, Gewinde, Vorschübe und wenn das Ding 20min gerannt ist habe ich erst den Rundlauf gemessen und den Spindelstock angefasst ob dieser warm wird (wenn heiß sofort umdrehen und gehen).
Wenn probedrehen möglich ist, soll es bitte der Besitzer und Kenner der Maschine demonstrieren (nimm also ein Stück nicht zu kurzes gut zerspanbares Rundmaterial mit damit es keine Ausreden gibt). Er soll dir zeigen ob die Kiste geräuschlos schruppen und schlichten kann und zwar auf ein Maß das du ihm vorgibst. Er sollte es ja können. Kurzes Rundmaterial genau abzudrehen ist nie ein Thema, langes Material schon. Aber wenn die Maschine/Reitstock nicht ausniviliert/eingestellt sind, ist das oft ein fast hoffnungsloses Unterfangen. Was ich sagen will: Ich würde Material mit max 3x Länge des Durchmessers mitnehmen so das du 2x Länge des Durchmessers abdrehen lassen kannst.
Danach würde ich mir das Zubehör anschauen.

Wenn Stromanschluß fehlen oder Stecker abgeschnitten oder keine Drehmeißel verfügbar sind bin ich persönlich mißtrauisch geworden und mein Angebot fiel schlagartig. Aber meist war ich gar nicht mehr interessiert und das solltest du vor Besuch abklären. Kommt natürlich auf den VHB an, logo.
Eine Grazioli ist keine Graziano aber erst seit heute kenne ich nur einen der eine vorsichtige Meinung von italienischen Maschinen besitzt.

Viel Glück
Tommel

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