Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Keilwinkel
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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Keilwinkel » So 11. Nov 2018, 13:20

Hallo Marcus,



Erstmal Glückwunsch zu der Maschine - und schön zu sehen, dass Spindel läppen und Lager schaben mehr zur gängingen Praxis wird :-D

FP91 hat geschrieben:
Fr 9. Nov 2018, 15:54
Die Gefahr beim Läppen ist, dass die Zentrizität zu Spindelkonus und Futterzentrierten flöten gehen.
Das ist etwas, was ich absolut in Kauf nehmen würde. Der Runlauf des Innenkonus ist aus meiner Sicht bedeutend wichtiger, als der Rundlauf außen an der Spindel. Und den Konus kann man ja nachschleifen, ohne dass dann andere Anpassungsarbeiten nötig sind.

FP91 hat geschrieben:
Fr 9. Nov 2018, 15:54
Diese rundherum axial verlaufenden Nuten um das Lager könnten auf ein mehrflächen Gleitlager hinweisen.

Mehrflächengleitlager (kurz MGF-Lager) ist das keines. Was ein klassisches MGF-Lager auszeichnet: Die Buchse hat meist keinen Trennschnitt, sondern ist geschlossen, was die Nachstellbarkeit natürlich sehr einschränkt. MGF-Lager haben außen üblicherweise 3 (manche vielleicht auch 4) Stege, an welchen die Lagerbuchse in der konischen Bohrung aufliegt. Die Lagerbohrung selbst ist auch innen zwischen diesen Stegen leicht freigestellt, so dass die Spindel an 3 Lienien aufliegt. Auch beim Nachstellen des Lagers bleiben diese 3 bzw. 4 Auflagelienien erhalten. Einsatzgebiet sind üblicherweise Flachschleifmaschinen und Feinstbearbeitungsmaschinen und die Lager sind meist Hydrodynamisch und selbst ansaugend, oder hydrostatisch (also mit Ölpumpe). Umlaufschmierung, zwecks Wärmeabfuhr ist bei geringem Schmierspalten und hohen Drehzahln sehr wichtig.



Das Spindellager dieser Drehbank darf aus meiner Sicht ruhig vollflächig tragend sein. Informationen zum Lagerschaben sind ja leider recht rar im Internet. Wenn es jemanden gibt, der darüber etwas wissen muss dann ist das Richard King. Ich habe auch auf Practical Machinist mal eine Stelle gefunden, wo er ein paar Worte darüber geschrieben hat. Leider finde ich das nicht mehr. Aber die Kernaussage war, dass er immer zuerst auf ein Drei-Lienien-Tragbild schabt, und sich von diesem ausgehend dem vollflächigem Tragbild nähert. Sinn und Zweck dieser Vorgehensweise ist, dass man es vermeidet eine ovale Bohrung zu schaben. Bei nächsen Lagern, welche ich schaben werde, werde auch ich mich an diese Vorgehensweise halten.



Marcus_clp hat geschrieben:
Sa 10. Nov 2018, 14:00
hast du eine geschickte Idee, wie ich die Lager der beiden Drehachsen zueinander messen kann ?

Du meinst wohl beide Lager, der einen Drehachse ;-)

Möglichkeiten gibt es viele. Wie sehen denn die Bearbeitungsspuren an der Oberkante des Spindelstockes aus? - wenn das so aussieht, als ob es präzise und parallel zur unteren Auflagefläche des Spindelstockes geschliffen, oder gehobelt wurde, dann kann man diese Fläche durchaus als Referenz benutzen. D.h. Brücke drüberlegen, und nach unten auf die Spindel messen (dabei eventuelle Unrundheit und Durchmesserabweichungen an der Spindel berücksichtigen)

Andere Variante: Vorne an die Spindel einen Prüfdorn konzentrisch zur Spindelachse machen. Am besten so dick, lange und schwer, als dass der Schwerpunkt von Spindel+Prüfdorn genau im Bereich des vorderen Lagers liegt. Am Prüfdorn kannst du dann die Parallelität zum Bett messen (eventuell die Reitstockführung nutzen, falls die Bettschlittenführung zu sehr verschlissen erscheint - oder besser beides ausprobieren). Dadurch dass der Schwerpunkt im vorderen Lager liegt, kannst du dann sehr genau feststellen, welchen Einfluss es hat, wenn das hintere Lager ein- oder ausgebaut ist - Theoretisch dürfte sich an der Ausrichtung des Prüfdornes nicht viel ändern.



Wie ist denn deine Vorgehensweise beim Tuschieren?




Gruß
David

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Di 13. Nov 2018, 05:57

Hallo David,

ich tuschiere mit einen Andrückroller vom Tapezieren, die um den harten innenkern eine halbweiche PU Deckschicht besitzt.
Die Tuschierfarbe ist die Diamant blau und die verteile ich mit dieser Rolle flächig auf einem kleinen Bereich meiner Granitplatte. Dann ist der Farbauftrag der Walze gleichmäßig genug und ich kann die Hauptwelle der Drehbank damit tuschieren. Bei Bedarf benutze ich dann die Granitplatte um etwas mehr Farbe auf den Roller zu bekommen.

gruß
Marcus

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Keilwinkel » Do 15. Nov 2018, 11:59

Hallo Markus,

Ich meinte nicht den Farbauftrag auf die Spindel, sondern wie du das Lager tuschierst?

Hinteres Wälzlager als Führung für die Spindel? Spindel in den Spindelstock schieben, Lager enger stellen, Spindel rumdrehen, Lager lockern, Spindel ziehen,..... so, oder so ähnlich?



Gruß
David

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Do 15. Nov 2018, 12:47

Hallo David,

oh sorry.
die Vorgehensweise ist so ähnlich wie von Dir beschrieben.

1. Einbau des Bronzelagers
2. Spindel einsetzen + gedrehte Buchse aufschieben (siehe unten )
3. vorsichtig das Lagerspiel enger stellen mit der dafür vorgesehenen Nutmutter ( auf der Zeichnung die Pos. 'O' )
4. Spindel im und gegen den Urzeigersinn 3-4 mal drehen
5. Lagerspiel durch Nutmutter lösen
6. Spindel ziehen.

Als Führung der hinteren Lagerung dient eine kleine gedrehte Buchse mit einer strammen Lospassung , da der Innenring von dem Tonnenlager mir zu stramm auf der Welle sitzt. Ich kann Ihn leider nicht sitzen lassen, da ich sonst die Spindel nicht ziehen kann. ( das Zahnradpaket 'e' aus der Zeichung ist von der Bohrung nicht groß genug.

Gruß
Marcus

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