meine "neue" Torsa Drehmaschine

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Harald F.
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meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Di 4. Okt 2016, 18:42

Hallo

nun ist mir durch Zufall eine "richtige" Drehbank zugelaufen, eine alte Torsa.
Ich habe vorhin noch einige Fotos am derzeitigen Standort gemacht und schon mal geprüft, ob man das Bett von den Füßen trennen kann, was zum Glück der Fall ist.

Hier also die ersten Übersichtsbilder:
DSC08131-as.JPG
DSC08139-as.JPG
Sie läuft wie ein Nähmaschinchen - vielleicht liegt das daran, daß sie in einem Textilmuseum steht :nixweiss: ;-)

Ich werde die Maschine nach und nach restaurieren und (bei Interesse) gern darüber berichten.

Viele Grüße

Harald

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astoba
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von astoba » Di 4. Okt 2016, 18:47

Hallo Harald

nur nicht berichten, das wird dann nur wieder so ein Bericht wie bei deiner Fräse :ironie:

Dann mal alles Gute zu dem Glücksfall!

Hast du Infos dazu Tony (lathes.co.uk) scheint sie ja nichtmal unter suche Unterlagen zu kennen also schon recht selten.

Gruß Mike

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Di 4. Okt 2016, 18:56

astoba hat geschrieben:
Hast du Infos dazu Tony (lathes.co.uk) scheint sie ja nichtmal unter suche Unterlagen zu kennen also schon recht selten.
ja, die Torsa steht nicht mal in seiner Herstellerliste.

Bin noch am gurgeln - am ergiebigsten war bisher die Zerspanungsbude viewtopic.php?f=47&t=22840

Viele Grüße

Harald

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titanic-jb
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von titanic-jb » Di 4. Okt 2016, 19:20

Hallo Harald,

meinen Glückwunsch zu dem schönen Maschinchen.

Ich bin auf Deine Berichte schon sehr gespannt.
Harald F. hat geschrieben:Bin noch am gurgeln - am ergiebigsten war bisher die Zerspanungsbude viewtopic.php?f=47&t=22840
genau das war auch mein erster Gedanke. Da sind sehr viele Details, die mich an die Fischer-Bänke erinnern.

Könntest Du so lieb sein, in der von Dir gewohnten Qualität noch mal Bilder vom Bettschlitten usw. zu machen. Z. B. das Detail zum Einschalten der Leitspindel, die dann automatisch das Einschalten des Plan- oder Längsvorschubes verhindert, usw.

Bis dann

Jan

R2S5V0
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von R2S5V0 » Di 4. Okt 2016, 19:24

Glückwunsch zur alten Dame. Vorschubgeriebe, Schlosskasten mit Oberschlitten und Reitstock sehen sehr ver- FISCHERT aus. Vielleicht das Bett auch. Ist schlecht zu erkennen. Allerzeit viel Spaß damit.

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FP91
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von FP91 » Di 4. Okt 2016, 19:26

War die nicht bei Kleinanzeigen drinn? Da sah die eigentlich recht fertig aus - aber vielleicht auch einfach schlechte Bilder. Die sind aj hübsch :-)

Auf jeden Fall Glückwunsch!

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Di 4. Okt 2016, 19:46

Ui, Harald,

Gratulation zum Eisenhaufen, sieht gediegen aus, viel Freude damit!.

Ich würde behaupten, da hat "FISCHER" etwas mitgemischt:
http://www.lathes.co.uk/fischer/
so ähnlich wie hier bei diesem "britischen" Modell:
http://www.lathes.co.uk/ace/page2.html
Gruß
Max

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Di 4. Okt 2016, 19:58

Guten Abend,

ordentliche Bilder folgen natürlich noch! Heute waren nur schnelle Freihandschüsse bei schlechtem Licht möglich.

Die Maschine war nicht in den Kleinanzeigen - nein.
Ich habe schon seit einigen Jahren Kontakt zu den Mitarbeitern des "Tuchwerk" Aachen, einem wunderbaren in ehrenamtlicher Arbeit aufgebautenTextilmuseum.
http://www.textilmuseum-tuchwerk-aachen.de/

Das "Tuchwerk" war damals dank der größzügigen Hilfe der "Tuchwerker" auch temporäre Heimat meiner Thiel Fräse.
Die Drehmaschine stand dort für einige Jahre in der inzwischen zu klein gewordenen Werkstatt und wird wohl nur selten benutzt. Daher darf ich sie übernehmen - ich habe versprochen, daß ich bei der Anfertigung von Dreh- oder Frästeilen aushelfe :-)
Heute durfte ich übrigens bei der Restaurierung einer alten Walkmaschine helfen.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Di 8. Nov 2016, 18:35

Guten Abend,

hier ein kurzes Update. Heute habe ich ein wenig an der Maschine herumgeschaubt und sie näher begutachtet.

Ein Blick auf das Typenschild des Motors ergab, daß dieser immerhin 2.2 KW hat.

Das Bett ist offenbar auf den beiden Sockeln mit vier dicken Schrauben (Schlüsselweite 24mm) befestigt, die ich recht problemlos lockern konnte. Auf der Reitstockseite konnte ich das Bett leicht anheben, was knackende Geräusche zur Folge hatte - der reichlich aufgetragene Lack, der das Bett mit der Spänewanne verklebte, war gerissen - das war schon mal gut.

Weniger erfolgreich war mein Versuch, das Dreibackenfutter von der Platte zu lösen. Drei Inbus-Schrauben waren schnell gelockert, aber das Futter saß immer noch fest auf der Platte. Ich habe rückseitig eine Gewindebohrung gefunden, durch die man eine Abdrückschraube eindrehen könnte. Das sieht aber nach einem "komischen" Gewinde aus - vielleicht M16 Feingewinde.

Interessant (weil für mich neu) fand ich beim Blick in den Spindelkasten die Funktionsweise des Vorgeleges für den "Schneckengang".
DSC08137-s.jpg
Im "Normalbetrieb" ist das größe Zahnrad rechts von den Riemenscheiben mittels eines von rechts eingesteckten Stiftes mit der Spindel gekoppelt. Will man das Vorgelege nutzen, so muß man diesen Stift ziehen. Dadurch entkoppelt man die Spindel von den Riemenscheiben. Nachdem man einen weiteren Arretierstift gezogen hat, legt man den hinten links liegenden Hebel um wodurch die auf der hinteren Welle liegenden Zahnräder in die Zahnräder auf der Welle eingreifen. Der Kraftfluss erfolgt also nun von den Riemenscheiben auf das linke Ritzel zu einem größeren Zahnrad auf der hinteren Welle über ein Ritzel auf das große Zahnrad auf der Welle.

Das neben der Maschine liegende Vierbackenfutter scheint übrigens von einer anderen Drehbank zu stammen, da es hinten camlock Arretierungen aufweist, die bestimmt nicht zu meinem alten Mädchen passen.

Bei der Gelegenheit noch eine Frage: wie wurden bei solchen Maschinen üblicherweise die Platten zur Montage des Futters an der Spindel befestigt? Das sieht mir nach einer Schraubverbindung, also einem Gewinde auf der Spindel aus. Klingt das plausibel?

Danke für Euer Interesse!

Das war's auch schon für heute.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von R2S5V0 » Di 8. Nov 2016, 18:45

Ist DIN 800. Also Rechtsgewinde. Zum lösen des Futters spann ich ein hartholz ca 50x50 in die backen nach außen. Drehe das im Leerlauf zur hinterseite des Bettes. Danach vorgelege oder kleiner Gang. Mit dem Schlüssel im 4 Kant des Futters das Holz auf die hinterseite des Bettes aufschlagen lassen. Die Trägheit der Spindel mit Getriebe erledigt bei mir den Rest. Ich brauch da keinen Strom.

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