meine "neue" Torsa Drehmaschine

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Stahlfussel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » Fr 8. Nov 2019, 16:30

gerhard_56 hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 16:04
Hallo Jochen,
das hatte Harald schon auf S. 51 beschrieben. Bei einer Auslenkung von 2-3/10 mm und einer Hysterese von 3/100 mm bei 300 mm Länge des Rundstahls war seine Folgerung, dass das Futter i.O. sein müsste. Ich habe daraus eher geschlossen, dass das Futter einen Hau weg hat.
Ups, das hat er tatsächlich und ich hab's nicht gesehen...

Dieser Effekt
Harald F. hat geschrieben:
Di 29. Okt 2019, 21:14
Messung Futterkörper gegen Welle bei 200 mm Auslenkung max 0.1 mm
plus der hier
Harald F. hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 12:34
[...] eingespannten Rundstahl ziehe, bewegt sich das Futter immerhin um 0.1 mm
machen zusammen dann schon 2 Zehntel.

Wobei: den zweiten Effekt, die Elastizität der Spindel, beobachte ich bei meinen Maschinen auch. Wenn man eine Prüfwelle in die Spindelnase einsetzt und daran zieht, würde es bestimmt genauso aussehen (nur, wer macht das schon). Und: bei der Verwendung von Spannzangen ist dann trotzdem alles okay.

Ich tippe auf das Futter als den bösen Buben: Spiel in den Backenführungen und verschlissene Spannflächen der Backen.

Diese beiden - denke ich - kommen durch das Spiel der Planspirale im Futterkörper:
Harald F. hat geschrieben:
Di 29. Okt 2019, 21:14
Messung Futterkörper gegen Welle unmittelbar am reitstockseitigen Ende der Backe : unter 0.01 mm
Messung Futterkörper gegen reitstockseitiges Ende der Backe (radial): unter 0.01 mm
Gruß,
Jochen

R2S5V0
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von R2S5V0 » Fr 8. Nov 2019, 18:55

Am Futter wird es bestimmt auch liegen. Aber wenn ein Rundmaterial eingespannt und fest gezogen ist, ist jedes Spiel innerhalb des Futters weg. Ich tippe auf einen zu dünnen Flansch. 3mm ist zwar nicht viel Spahn. Könnte aber genügen um das Futter aufschwingen zu lassen.

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gerhard_56
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von gerhard_56 » Fr 8. Nov 2019, 18:58

Und warum misst er dann gegen das Futter an der Backe 0,01 mm und 200 mm weiter 0,1 mm?
Da ist der Flansch doch gar nicht mehr im Spiel.
Viele Grüße, Gerhard

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 8. Nov 2019, 19:20

Guten Abend,

also, ich weiss echt nicht, wie ich Euch für die tollen Diskussionsbeiträge und Anregungen danken soll :2up:

Was ich in den nächsten Tagen versuchen werde:

* anderes Futter probieren (wie gesagt, ich habe noch eins von einem größeren Teilapparat)
* anderen Futterflansch testen: ich habe noch einen Zweiten, der allerdings auch dieses Radialspiel am Spindelsitz aufweist.

Theoretisch könnte ich versuchen, ein in das Futter eingespanntes Stück Rundstahl definiert zu belasten und die resultierende Auslenkung an verschiedenen Punkten zu vermessen, um evenuell Rückschlüsse auf die Schwachstelle des Systems ziehen zu können.

Ich habe auch mal grob abgeschätzt, ob der Überhang eine Rolle spielen könnte. Bei Verwendung der Spannzange beträgt der Abstand zwischen dem Sitz des Flansches auf der Spindel ca 120 mm, bei Verwendung des Dreibackenfutters ca 180 mm. Die Flexibilität der Spindel könnte sich also durchaus unterschiedlich auswirken, aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß der Unterschied so dramatisch ist.
Wie gesagt: mit dem Dreibackenfutter rattert es bei 1.5 mm Zustellung (radial) während ich bei Verwendung der Spannzange problemlos 6 mm zustellen konnte. (Mehr habe ich nicht getestet.)

Vorhin habe ich noch mit einem Mit-Forenten telefoniert, und wir hatten den Gedanken, daß Futter oder Flansch möglicherweise irgendwo einen Riss haben könnten :nixweiss:

Übrigens habe ich mal ein Video hochgeladen, das den Unterschied zwischen Zerspanung mit Dreibackenfutter und Spannzange zeigt:
https://www.youtube.com/watch?v=jwXTkWMtMxY

Viele Grüße
Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von gerhard_56 » Fr 8. Nov 2019, 20:09

Hallo Harald,
hattest Du bei dem Futter schon die Backen ausgeschliffen?
Für mich hört sich das an, als ob das Werkstück im Futter anfängt zu schwingen und das kann passieren, wenn die Backen nicht auf der ganzen Länge sondern nur punktförmig tragen
Viele Grüße, Gerhard

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 8. Nov 2019, 20:20

Guten Abend
gerhard_56 hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 20:09
hattest Du bei dem Futter schon die Backen ausgeschliffen?
Für mich hört sich das an, als ob das Werkstück im Futter anfängt zu schwingen und das kann passieren, wenn die Backen nicht auf der ganzen Länge sondern nur punktförmig tragen
bisher habe ich die Backen nicht ausgeschliffen, nein.

Allerdings habe ich mal mit den nach außen gestuften Backen getestet und das selbe Verhalten beobachtet.
Außerdem habe ich mal testweise weiche Kupferbleche zwischengelegt. Kein Unterschied.

Ich geh grad nochmal 'runter und teste was ...

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von gerhard_56 » Fr 8. Nov 2019, 20:33

Ist das Werkstück in der Spannzange genau so lang wie im Futter?
Falls nein, würde ich einmal ein kurzes Rundstück von ca. 4 cm im Futter spannen, so das das nur vorne (1,5 - 2 cm) von den Backen gespannt wird, aber Futter gut fest spannen. Wenn das dann nicht rattert, dann liegt es an den Backen, die nicht mehr auf der ganzen Länge tragen.
Viele Grüße, Gerhard

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 8. Nov 2019, 20:45

Guten Abend,

das Werkstück steckte mit voller Länge sowohl in der Zange als auch im Futter.


Und noch ein Test:
chuck-play-DSC09890.JPG
mit meiner allerbesten Müh-Uhr unmittelbar an den Enden der Backen getastet und mit aller verfügbaren Kraft am Werkstück gerissen - also, wenn ich jetzt behauptete, daß das ein halbes µ gewackelt hat, wäre das übertrieben.
Ich habe auch mal weiter innen, also zum Spindellager hin getestet: keine Bewegung feststellbar.

:nixweiss: :nixweiss: :nixweiss:

Viele Grüße
Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von gerhard_56 » Fr 8. Nov 2019, 21:01

Versuche es doch trotzdem einmal ein kurz gespanntes Stück zu drehen, die Schwingungen die ich gehört habe, bekommst Du mit diesen Messungen nicht simuliert, wenn die Backen nur vorne packen und meine Vermutung stimmt, sollten sich dabei keine Schwingungen zeigen.
Viele Grüße, Gerhard

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 8. Nov 2019, 22:02

N'abend
gerhard_56 hat geschrieben:
Fr 8. Nov 2019, 21:01
Versuche es doch trotzdem einmal ein kurz gespanntes Stück zu drehen.
werd ich morgen versuchen.

Sorry, ich bin Dir auch noch eine Antwort schuldig: den Flansch hatte ich nur auf die Schnelle mit der Uhr abgetastet. Der Zeiger zitterte im Bereich von 1/100 mm. Den Radialschlag habe ich nicht geprüft, weil durch das Abdrehen sowieso ein kleines Radialspiel entstanden ist und ich das Futter (wenn es denn irgendwann funktioniert) zentrisch hinklopfen muss.


Bis morgen
Harald

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