meine "neue" Torsa Drehmaschine

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 19. Dez 2016, 17:05

Guten Abend,

nach einigen Stunden Elektrolyse sah die Spindel schon deutlich besser aus:
torsa-headstock-mk5-DSC08244.jpg
torsa-headstock-mk5-DSC08245.jpg
Ich werde es dabei belassen und den Rest mit Fliess auspolieren.
So sah übrigens die Opferanode aus:
anode-DSC08248.jpg
Dann habe ich das Gehäuse der Axial-Lager demontiert. Im Lieblingswerkzeugladen meines Vertrauens erstand ich zwei Hakenschlüssel. (KSA - sehr nette Leute dort!) Da der Schraubstock wegen der noch laufenden Elektrolyse "besetzt" war, musste ich die Demontage "frei fliegend" vornehmen. Eine Schraubzwinge vom Flohmarkt wirkte Wunder:
torsa-headstock-bearing-DSC08236.jpg
torsa-headstock-bearing-DSC08237.jpg
Das Axiallager werde ich mit der Flex ein wenig glätten :-D
torsa-headstock-bearing-DSC08241.jpg
Im Ernst: als ich heute morgen die Hakenschlüssel kaufte, meinte der Händler schon "Brauchen Sie wieder Lager?" , und ich ahnte schon, daß ich ihn in diesem Jahr noch mal wiedersehen würde :-)

Etwas unbefriedigend gestalteten sich meine Versuche, das defekte Ritzel und die Riemenscheiben zu trennen:
torsa-headstock-pulley-DSC0846.jpg
Versuche mit einem Auszieher plus Hitze aus dem Dachpappenbrenner verliefen erfolglos.

(Foto nachgestellt)
torsa-headstock-pulley-DSC0847.jpg
Eventuell versuche ich mal innen Eiswasser und aussen Hitze. Leider habe ich keine Hydraulikpresse.

Fortsetzung folgt.

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 19. Dez 2016, 18:46

... und noch ein kurzes Update:

den MK5 habe ich mit Stahlwolle gesäubert und dann "tuschiert", indem ich Preußischblau-Künstlerölfarbe auf einen der Werkzeughalter geschmiert und damit den Spindelkegel "abgefärbt" habe.
Der Kegel trägt auf einer Seite zu etwa 70%, und zwar etwa in der oberen Hälfte und im unteren Viertel. Das ist ja schon mal nicht sooo schlecht.
Auf der gegenüberliegenden Seite trägt der Kegel allerdings nur an einer einzigen Stelle. Die "Tuschierfarbe" bildet einen "Klecks" von ca 5 mm Durchmesser. Auf dem Werkzeughalter wird die Tuschierfarbe in diesem Bereich komplett "weggescheuert" und der Kegel wird absolut blank. Für mich sieht das so aus, als hätte da mal jemand von außen auf die Spindel geballert und eine "Delle" nach innen gedrückt.
Da ich keinerlei Schabewerkzeug zur Verfügung habe, habe ich zunächst versucht, mit einem rundgeschliffenen HM Drehstahl im Bereich der "blauen Delle" zu schaben und danach kurz mit 1000er Schmirgel zu entgraten. "Gefühlt" würde ich sagen, daß die Situation sich dadurch leicht verbessert hat, denn der Kegel beginnt nun auch im unteren Bereich zu tragen.
Ich denke mal, daß ich mir gelegentlich ein besseres Schabe-Werkzeug basteln werde.

Viele Grüße

Harald

P.S. sorry, keine Fotos. Diese Tuschierbilder sind schwierig zu beleuchten.
Zuletzt geändert von Harald F. am Mo 19. Dez 2016, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Mo 19. Dez 2016, 19:05

Die Lager sind tatsächlich wie bei unserer ARISTON aufgebaut, Harald,

wenn Du jetzt alles zerlegt hast, solltes Du daran denken, alles auszuwuchten.
Seite 2 in unserem Bericht:
viewtopic.php?f=47&t=5628&start=10
Gruß
Max

scippy
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von scippy » Mo 19. Dez 2016, 19:13

Hallo Harald
Wieder ein klasse Bericht :2up:
Das mit der Elektrolyse scheint ja gut zu klappen.
Wenn du das Ritzel nicht abbekommst, schau mal wieder vorbei.
Ich habe doch eine Hydraulikpressen ;-)

Gruß
Chris

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 19. Dez 2016, 19:21

Guten Abend
spansau hat geschrieben:Die Lager sind tatsächlich wie bei unserer ARISTON aufgebaut, Harald,
ja, das sieht wirklich alles sehr ähnlich aus
spansau hat geschrieben: wenn Du jetzt alles zerlegt hast, solltes Du daran denken, alles auszuwuchten.
Seite 2 in unserem Bericht:
viewtopic.php?f=47&t=5628&start=10
Ah! Danke für den Hinweis und Deinen tollen Bericht! Lager habe ich noch genug herumliegen.
Damit ist so ein Bock schnell gebaut.

Übrigens habe ich heute MiPa grau gekauft ;-)


Viele Grüße

Harald

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Mo 19. Dez 2016, 19:49

Harald F. hat geschrieben:Übrigens habe ich heute MiPa grau gekauft ;-)
Klebt den Guß bestimmt besser als das schnöde Grün :P
Harald F. hat geschrieben:Lager habe ich noch genug herumliegen.
Damit ist so ein Bock schnell gebaut.
Meinen Bock habe ich für die Motorrad-Räder gebaut, mit fester Breite.
Meine Empfehlung: mach die Schiene teleskopartig verstellbar, dann wird der Bock in der Breite universeller!
Gruß
Max

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Di 20. Dez 2016, 20:30

Guten Abend,

heute minimaler Fortschritt:

nach etwas "Schaberei" mit einem selbstgebastelten HSS Drehling ist aus dem 5 mm "Tuscheklecks" ein Fleck von der Größe einer Zwei-Euro-Münze geworden. Das ist sicher nicht perfekt, aber ich hoffe, daß ich damit erst mal arbeiten kann.

Auf der Ritzel-aus-den-Riemenscheiben-Austreib-Baustelle bin ich nicht weiter gekommen. Ich habe die Teile in der bewährten Öl-Aceton-Mischung gebadet. Trotzdem sitzen sie nach wie vor wie verschweisst zusammen. Nach dem Motto "vor der Gewaltanwendung noch mal Gehirn einschalten" habe ich mir auch noch mal diese Gewindebohrung in der kleinen Riemenscheibe angesehen. Hätte ja sein können,daß dort noch ein Stift sitzt, der die Teile zusammenhält. War aber nicht.

Viele Grüße

Harald

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Di 20. Dez 2016, 22:22

Wen ich mich richtig erinnere, Harald, wollte ich ursprünglich auch das Ritzel zum Auswuchten der Scheiben herausnehmen, hatte aber eigentlich keinerlei Anlaß dazu.
Deshalb habe ich es bleibenlassen, vielleicht auch, weil es mir ging wie Dir. Irgendwo muß eine Verstiftung o. Ä. sein.
Ich glaube nicht, daß es nur geschrumpft ist, und Loctite gab es meines Wissens damals noch nicht.

Bevor die Gewaltanwendung den Gußkörper der Scheiben kaputtmacht, würde ich entweder das Zahnrad soweit abdrehen, bis sich ein neuer Zahnkranz gut aufschrumpfen bzw. -kleben läßt,
oder ich würde das Zahnrad vorsichtig bis zu den Trennflächen ausdrehen, und ein neues einsetzen. Vielleicht ist dann das Geheimnis der Fixage gelüftet.
Gruß
Max

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » Di 20. Dez 2016, 22:33

Hallo Harald,
bei der Myford ML7 gibt es auch solch ein Bauteil:
[ externes Bild ]
(Quelle: http://www.myford.co.uk)

Früher waren die beiden Teile verpresst, heute sind sie geklebt.


Hinsichtlich heiß machen ist Guß auf Stahl nach meinen Recherchen ungünstig, da sich Stahl geringfügig mehr ausdehnt als Guß. Durch die große Kontaktfläche der beiden Teile ist auch ein schneller Wärmeeintrag von der Riemenscheibe auf die Welle zu erwarten, so daß schnell-sein wahrscheinlich nicht reicht. Du könntest die Kombo mit dem Zahnrad nach unten aufstellen und die hohle Riemenscheibe mit Kriechöl anfüllen, gerade soviel, daß der Spalt zwischen den Teilen bedeckt ist. Dann mehrmals von außen vorsichtig erwärmen und abkühlen lassen. Vielleicht wird dadurch Öl in den Spalt gezogen.

Maxens Idee ist als Plan B auch nicht schlecht.

Gruß,
Jochen

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mi 21. Dez 2016, 07:44

Hallo

Max, Jochen: gute Vorschläge. Dann weiss ich ja, was ich heute zu Tun haben werde :andiearbeit:

Viele Grüße

Harald

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