meine "neue" Torsa Drehmaschine

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Sa 17. Dez 2016, 10:06

Morgen Harald,

Deine ist ja auch voller Überraschungen. ;-)
Der Aufbau der Spindellagerung ist nahezu identisch mit dem unserer ARISTON.
Als innenkegel habe ich bei unserer MK 4 1/2 gemessen, der Winkel entspricht übrigens dem von MK 5.
Bei der geringen Einstecktiefe dürfte Deiner sogar gleich sein. Den THIEL-Konus habe ich noch garnicht probiert, ein normaler stößt in der Spindelbohrung an.
Was hast Du für ein Spindelgewinde? (ARISTON = M 52 x 5 , -ist Regelgewinde)

Ansonsten frohes Schaffen und viel Erfolg.
Gruß
Max

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 17. Dez 2016, 11:35

Hallo

@Larry: das mit dem Ohr ist keine große Sache. Das Öl kann man notfalls ausbrennen. Eventuell versuche ich erst zu löten und, wenn das nicht funktioniert, ist es zum Kleben fertig ausgebrannt ;-)

@Max: ich hab grad mal nachgemessen:

Aussendurchmesser des Spindelgewindes ist 59.7 mm - könnte also Nennmass 60 mm sein.
Steigung ist 5.5 mm - das klingt nach M60
(Zur Sicherheit habe ich mal ähnliche Zollmasse probiert, die alle nicht passen.)
Der Futtersitz hat 61.985 mm (digitale Mikrometerschraube).
Das passt auch gut zu den Angaben von Röhm zu DIN 800 hier:
http://www.union-werkzeuge.de/download/ ... ch_din.pdf

Der Innenkegel hat am vorderen Ende 43.8 mm (mit dem Messschieber gemessen, also nicht hochpräzise)
und in ca 100 mm Tiefe 39.7 mm (Teleskoplehre + Messschieber).
Die Steigung beträgt damit ca 1.2°, was ganz gut zu den Angaben aus https://de.wikipedia.org/wiki/Morsekegel für MK5 passt.


Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 17. Dez 2016, 12:47

Mahlzeit,

was mir grad noch aufgefallen ist:
die Riemenscheiben und das kleine Ritzel (mit dem Zahnausfall) sind momentan noch "aus einem Guß", d.h. ich habe die Teile noch nicht getrennt. Wenn ich mir die Sache ansehen, erkenne ich eine Paßfeder, die scheinbar das Drehmoment zwischen Riemenscheiben und einer Hohlwelle, die vermutlich mit dem Zahnrad ein Teil bildet, überträgt.
Die Bohrung mit dem kleinen Gewinde in einer der Riemenscheiben "geht durch", d.h. daß das keine Klemmschraube ist. Ich vermute, daß die Schraube, die dort eigentlich hätte sitzen sollen, das Öl zur Schmierung der Riemenscheiben auf der Spindel im Innern halten soll. Die Riemen sollten ja möglichst nicht geschmiert werden.
Hämmern mit dem Schonhammer hat keinerlei Wirkung gezeigt. Da muß ich waohl auch mal mit dem Brenner 'ran.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von eXact Modellbau » Sa 17. Dez 2016, 14:35

Harald F. hat geschrieben:...Eventuell versuche ich erst zu löten und, wenn das nicht funktioniert, ist es zum Kleben fertig ausgebrannt ;-)...
Spaltlöten wie bei Buntmetallen kannst Du vergessen. Löten kann man das nur haltbar, wenn man die Naht richtig tief einkerbt. Wenn das aber passiert ist, wird das mit dem Kleben nichts mehr. Da musst Du Dich leider vorher entscheiden.
Gruß
Larry

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 17. Dez 2016, 14:44

eXact Modellbau hat geschrieben: Spaltlöten wie bei Buntmetallen kannst Du vergessen..
Stimmt! Daran hatte ich nicht gedacht. Danke für den Hinweis.
Also doch schnöde kleben :pfeif:

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 18. Dez 2016, 13:30

Guten Tag,

ich schon wieder :pfeif:

Wie würdet Ihr diesen Morsekegel der Spindel reinigen, der innen etwas Rost aufweist. Das sieht nicht nach Kraterlandschaft sondern eher nach oberflächlichem Rost aus.
torsa-spindle-mk5-DSC08245.jpg
Meine erste Idee war, sehr feines Schmirgelpapier (feiner 1000) auf den Kegel einer passenden Werkzeugaufnahme zu kleben und den Innenkegel mit dieser "Kegelreibahle" sanft zu massieren. Eventuell mit etwas Öl als "Schmierung"?
Gute oder schlechte Idee?

Da wir andernthreads 'grad das Thema "Fotografie" haben, hier noch der Aufbau für obige Aufnahme.
(Kamera, Zwischenringe, Telekonverter für größeren Abstand Objektiv-Motiv, Vergrößerungsobjektiv in Retrostellung)
setup-DSC08249.jpg
Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » So 18. Dez 2016, 14:38

Hallo Harald,
das würde ich elektrolytisch entrosten. Um das Feld dahin zu bekommen, wo Du es brauchst, müsstest Du die Anode in Form eines Rundstahls berührungsfrei durch die Spindel hindurch führen. Unbedingt vorher noch entfetten. Nach einem Tag ausspülen und ausbürsten und fertig. Falls nicht, wiederholen. Dann tuschieren und gegebenenfalls, wenn Du die passende Handreibahle hast, ganz sachte mit viel Öl nachreiben.
Bei Schleifmitteln hätte ich Angst, den Konus ausser Form zu bringen.

Gruß,
Jochen

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 18. Dez 2016, 19:22

Guten Abend,

auf die Schnelle habe ich mal Jochens Vorschlag umgesetzt.

Die Spindel habe ich am unteren Ende mit Silikon und einem Plastikdeckel aus einer Silikonkartusche abgedichtet,
innen mit Aceton entfettet und außen mit Vaseline vor überlaufender Flüssigkeit geschützt.
In die Spindel kam eine Waschpulver-Lösung.
Als Anode dient ein Reststück, das ich mit einem Stroop-Becher (so eine Art Apfel-Birnen-Kraut aus Belgien - sehr empfehlenswert!) isoliert aufgehängt habe.
Zunächst habe ich vorsichtig 1 A Konstantstrom eingestellt. Mal abwarten...
electrolysis-DSC08250.jpg
electrolysis-DSC08256.jpg
Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » So 18. Dez 2016, 19:42

Hallo Harald,
wow! Super Umsetzung!
Was den Strom anlangt: pro cm² rostiger Fläche komme ich mit 1mA Strom aus, es soll nicht zu sichtbarer Gasentwicklung kommen (Blubbern), es könnte sonst knallen!
Lüfte gut! Schließlich möchte ich ja noch die fertige Torsa sehen!

Gruß,
Jochen

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 18. Dez 2016, 19:50

Jochen,

:thx:

die Regel mit dem Strom pro Fläche kannte ich noch nicht.

Überschlagsmässig habe ich 5 cm Durchmesser bei 10 cm Länge, also ca 150 cm^2.
Dann werd ich den Strom mal reduzieren.
Großartiges Knallgas-Geblubber habe ich aber bisher nicht gesehen.

Schönen Abend noch

Harald

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