meine "neue" Torsa Drehmaschine

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astoba
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von astoba » Sa 14. Jul 2018, 20:23

Hallo Harald

immer wieder schön deine Auspannungen zu sehen und das es dann auch klappt. Eine Frage, hast du keinen Konus in der Spindel um Werkzeuge aufzunehmen? Ein kleiner Ausbohrkopf oder Bohrstange würden sich bei dir lohnen.

Gruß Mike

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 15. Jul 2018, 08:39

Guten Morgen
astoba hat geschrieben:
Sa 14. Jul 2018, 20:23
immer wieder schön deine Auspannungen zu sehen und das es dann auch klappt.
:-) Das ist auch immer wieder eine Herausforderung, die allerdings auch sehr viel Zeit kostet.
Ich habe meinen Bericht ja deutlich abgekürzt: tatsächlich hatte ich zunächst vor, die Bohrung
mit dem Puppitaster zu zentrieren, was sich als kaum durchführbar erwies.
So musste ich also mein "Horizontalbohrwerk" wieder in eine Drehbank umbauen, um dieses
zur Zentrierung verwendete Alu-Teil herzustellen. :wall:
astoba hat geschrieben:
Sa 14. Jul 2018, 20:23
Eine Frage, hast du keinen Konus in der Spindel um Werkzeuge aufzunehmen? Ein kleiner Ausbohrkopf oder Bohrstange würden sich bei dir lohnen.
Ich hab ja den Wohlhaupter UPA 5. Um den passend zu machen, müsste ich aber den MK3 meiner Emco "leicht" auf MK 5 aufreiben :nixweiss:
Mittelfristig werde ich hoffentlich meine Thiel wieder in Betrieb nehmen können. Dann hat sich das Problem erledigt.

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 21. Jul 2018, 13:02

Guten Tag,

der Oberschlitten ist bis auf die noch ausstehende Neulackierung fertig :freu:

Statt vieler Worte einfach ein paar Bilder, die die Lagerung mit dem doppelreihigen Schrägkugellager zeigen.

Hier das Schneiden der M3-Gewinde für den "Deckel", der das Lager in der ausgespindelten Bohrung klemmt. Die im Futter eingespannte Spitze ist federbelastet.
tapping_DSC00257.JPG
Und so sitzt das Lager auf der Spindel:
compound_spindle_bearing_DSC00258.JPG
Die Ringe haben Schiebesitz und passen ohne fühlbares Spiel auf der Spindel und im Lager.

Hier der aufgeschraubte "Deckel", den ich übrigens aus dem Original-Teil gefertigt habe:
compound_spindle_bearing_DSC00259.JPG
Die Schrauben sind leider nur verzinkte Billigheimer aus dem Baumarkt - sieht aber hinterher keiner :pfeif:

Schließlich habe ich das Seitenspiel mit der 1/1000 mm Uhr geprüft und auf beiden Seiten etwa 3 - 4 µm gemessen, wobei der Schlitten auf der gesamten Länge seidenweich läuft. Damit kann ich gut leben.

Viele Grüße

Harald
Dateianhänge
compound_slide_checking_DSC00260.JPG

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FP91
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von FP91 » Sa 21. Jul 2018, 13:40

Ich freu mich immer wieder über deine kreativen Aufspannungen, Harald. Da merkt man erst, wie viel mit einer einfachen kleinen Drehe so möglich ist.

Was mich aber umtreibt: Wie hast du die viertelkreis Teilung für die Schrauben gemacht?

Grüße

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 21. Jul 2018, 14:03

Hallo
FP91 hat geschrieben:
Sa 21. Jul 2018, 13:40
Was mich aber umtreibt: Wie hast du die viertelkreis Teilung für die Schrauben gemacht?
ich habe einfach den Ring in's Vierbackenfutter gespannt und zentriert. Den Kreis habe ich mit einer in den Stahlhalter eingespannten Reissnadel angekratzt.
Für die Vierer-Teilung habe ich einen Messuhrhalter mit einer eingeklemmten Spitze verwendet, an der ich nacheinander die Backen des Futters ausgerichtet habe. Das Ankratzen der vier Markierungen erfolgte dann an einer quer über das Bett gelegten Parallelunterlage.

Ist das verständlich? Sonst stelle ich das noch mal nach und mache ein Foto.

Nach dem Ankörnen habe ich den Abstand der Löcher vorsichtshalber noch mal mit einem Zirkel kontrolliert.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 27. Jul 2018, 12:19

Hallo

heute habe ich das Oberteil des Querschlittens in Angriff genommen.
Statt vieler Worte einfach einige Bilder der Schabe-Aktion:

"Rohzustand"
cross_slide_top_raw_DSC00266.JPG
Einmal über Kreuz geschabt:
cross_slide_top_scraped_1_DSC00273.JPG
Nach fünf Durchgängen:
cross_slide_top_scraped_5_DSC00277.JPG
und etwa zwei Stunden später nach ca 20-25 Durchgängen
cross_slide_top_scraped_20_DSC00284.JPG
Die Farbe war noch ziemlich dick. Man sieht aber schon, daß das wird.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 27. Jul 2018, 18:35

Guten Abend,


den oberen Teil des Querschlittens habe ich noch ein wenig verfeinert und dann erst mal für "gut" befunden.

Danach habe ich mir die Führungsbahnen des unteren Teils vorgenommen und vermessen, indem ich beide mit der Messuhr abgefahren habe:
measurement_setup_DSC00286.JPG
Heraus kamen Messpunkte, die im Idealfall auf einer Geraden liegen würden, was sie aber wegen des Verschleisses nicht taten. Da ich den Schlitten nicht parallel zur Messplatte ausgerichtet hatte, habe ich eine Regressionsgerade durch die Messpunkte gelegt und von den Messpunkten subtrahiert. Die resultierenden Differenzen zeigen die Abweichungen zwischen den Messpunkten und der idealen Geraden.
way_a.png
way_b.png
Die "Durchbiegung" von 6 bzw. 3 Hundertsteln sollte sich herausschaben lassen.

Etwas blöd ist, daß mein Tuschierlineal nicht zwischen die "Klötzchen" mit den T-Nuten und den Schwalbenschwanz (vorne im Bild Führung "A") passt.

Viele Grüße

Harald

banana_joe
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von banana_joe » Fr 27. Jul 2018, 20:34

Hallo Harald,

sehr schön gemacht :super:

Ich lese deine Beiträge immer gerne.


grüße

manni

Keilwinkel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Keilwinkel » Sa 28. Jul 2018, 08:00

Hallo Harald,


Schön, dass hier auch wieder wieter geht!
Harald F. hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 18:35
Etwas blöd ist, daß mein Tuschierlineal nicht zwischen die "Klötzchen" mit den T-Nuten und den Schwalbenschwanz passt.
Das is natürlich bitter! Möglich wäre es die Teile ganz brutal abzusägen. Besonders schlau is das aber auch nicht, denn es gibt nichts besseres um eine mitfahrende Lünette, oder andere Vorrichtungen zu montieren. Ich persönlich vermisse solche T-Nuten an meiner Drehbank.


Zum tuschieren kannst du schon den Planschlitten verwenden (vorher penibel einschaben). Da der Planschlitten aber deutlich kürzer ist, würde die Planschlittenführung zwangsläufig konkav werden. Daher braucht es noch ein zweites Teil zur Gegenkontrolle. Ein entsprechend langes Haarlineal, oder irgend ein anderes Maschinenbauteil - evtl. die schmale Seite der Schließleiste des Bettschlittens penibel abrichten, um selbige zur Kontrolle zu benutzen?


Ansonsten frage ich mich nur, ob es nicht besser ist, zuerst den Bettschlitten kippelfrei aufs Bett einzuschaben, und dann zu kontorllieren, ob die Planfläche der Schwalbenschwanzführung in Bettlängsrichtung parallel liegt. Wenn du dann noch die Winkeligkeit überprüfst, kannst du einem etwaigen Winkelfehler entgegensteuern, indem du von der Planfläche der Schwalbenschwanzführung entweder vorne, oder hinten mehr Material runterschabst ;-)



Gruß
David

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 28. Jul 2018, 09:02

Guten Morgen
Keilwinkel hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 08:00
Schön, dass hier auch wieder wieter geht!
ja, wurde auch Zeit :-) und ich freue mich, daß Du wieterhin hier mitliest und mitdenkst :super:
Keilwinkel hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 08:00
Harald F. hat geschrieben:
Fr 27. Jul 2018, 18:35
Etwas blöd ist, daß mein Tuschierlineal nicht zwischen die "Klötzchen" mit den T-Nuten und den Schwalbenschwanz passt.
Das is natürlich bitter! Möglich wäre es die Teile ganz brutal abzusägen. Besonders schlau is das aber auch nicht, denn es gibt nichts besseres um eine mitfahrende Lünette, oder andere Vorrichtungen zu montieren. Ich persönlich vermisse solche T-Nuten an meiner Drehbank.
das bringe ich nicht über's Herz - denn, wie Du sagt: solche T-Nuten finde ich sehr nützlich.
Keilwinkel hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 08:00
Zum tuschieren kannst du schon den Planschlitten verwenden (vorher penibel einschaben). Da der Planschlitten aber deutlich kürzer ist, würde die Planschlittenführung zwangsläufig konkav werden. Daher braucht es noch ein zweites Teil zur Gegenkontrolle. Ein entsprechend langes Haarlineal, oder irgend ein anderes Maschinenbauteil - evtl. die schmale Seite der Schließleiste des Bettschlittens penibel abrichten, um selbige zur Kontrolle zu benutzen?
Meine Idee ist, daß ich die B-Führung, also die hintere auf dem Foto, mit Hilfe des Lineals einschabe und dann die A-Führung mittels Planschlitten als Referenz bearbeite.
Zwischendurch werde ich die Führungen immer wieder mit der Uhr abfahren und dabei auch die Parallelität im Auge behalten. (Diesen Punkt habe ich in meinen gestrigen Messungen zunächst ignoriert.)

Die Idee mit der Schließleiste ist geniel - schaue ich mir an!
Keilwinkel hat geschrieben:
Sa 28. Jul 2018, 08:00
Ansonsten frage ich mich nur, ob es nicht besser ist, zuerst den Bettschlitten kippelfrei aufs Bett einzuschaben, und dann zu kontorllieren, ob die Planfläche der Schwalbenschwanzführung in Bettlängsrichtung parallel liegt. Wenn du dann noch die Winkeligkeit überprüfst, kannst du einem etwaigen Winkelfehler entgegensteuern, indem du von der Planfläche der Schwalbenschwanzführung entweder vorne, oder hinten mehr Material runterschabst ;-)
das Einschaben des Bettschlittens wollte ich eigentlich erst ganz zum Schluss machen. Die Winkeligkeit kann man ja auch zu diesem Zeitpunkt noch korrigieren. Keith Rucker hat das mal gezeigt. ("Monarch Lathe Restoration" - leider finde ich das Video grad nicht.)

Viele Grüße

Harald

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