meine "neue" Torsa Drehmaschine

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Mo 5. Dez 2016, 18:08

Hops hat geschrieben:Weis nicht, wie die Schere aufgebaut ist, denke aber, die Verzahnung ist profilverschoben
Hier handelt es sich um die Wechselräder.
Ich kann mir kaum vorstellen, daß da eine Profilverschiebung notwendig ist.
Entweder ist der Rohling von diesem Zahnrad schon bei der Fertigung zu groß geraten und tiefer gefräst worden, oder er gehört einfach nicht zum ursprünglichen Satz, oder ist ein Kuckucksei, wie ich schon erwähnt habe.
Gruß
Max

C-Bär
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von C-Bär » Mo 5. Dez 2016, 18:27

Wenn die Schere so aufgebaut ist wie z.B. bei einer V10...
Durch Herausziehen des mittleren großen Rades kommt das kleinere hintenliegende Rad auf selbiger Welle in Eingriff mit dem linken großen Rad und dem breiten rechten Rad, das große mittlere Rad hat keinerlei Eingriff mehr.
Kann also durchaus Verschiebung möglich sein.
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Schere.jpg

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 5. Dez 2016, 20:34

Guten Abend,

und ein großes :thx: an Euch für all die Kommentare und das Mitdenken!

Ich bin also grad noch mal in die Garage spaziert und habe das 80er Rad in Ruhe ausgemessen: je nachdem, wo ich den Durchmesser abgreife komme ich auf 129.9 mm bis 123.1 mm, was also doch sehr gut zu einem "normalen" 1.5er Modul passt. (82 * 1.5 mm = 123 mm

Tut mir leid, daß ich gestern mit meiner schlampigen Messung Verwirrung gestiftet habe :popoklatsch:

Immerhin erschließt sich mir jetzt der Sinn von Profilverschiebungen. Ich habe bisher nie verstanden, warum so etwas tun sollte, aber nach Peters Hinweis auf das Schiebegetriebe fiel es mir wie Späne aus den Haaren ;-)

Da die Maschine momentan demontiert ist, kann ich die Zusammenhänge des "Räderwerkes" momentan nicht zeigen. Das werde ich aber bei Gelegenheit noch nachholen und dann auch die genaue Funktionsweise "reverse-engineeren". Ein Stapel Wechselräder ist bei der Maschine dabei. Dieser Satz plus Norton-Getriebe müsste eigentlich eine riesige Anzahl möglicher Gewindesteigungen erlauben.

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 5. Dez 2016, 21:52

Nochmals Guten Abend,

komme grad aus dem Keller, wo ich den Motor kurz getestet habe.
Da (noch) keine drei Phasen im Keller liegen, habe ich den
Motor kurzerhand nach Dreieck umgeklemmt und mit
3 parallelen 50 µF Kondensatoren eine Steinmetz'sche
Hilfsphase erzeugt. Damit lief der Motor problemlos, allerdings
"gefühlt" etwas rauh und "brummig".
Die Kapazität müsste nach der Faustregel 70 µF / KW für den
2.2 KW Motor in etwa stimmen.

Ich werde also demnächst noch mal per Verlängerungskabel
die beiden fehlenden Phasen aus den anderen Etagen des
Hauses holen und dann mal mit "echtem Drehstrom" testen.
(So hab ich das damals auch mit den Motoren der Thiel gemacht.)

Lagergeräusche sind das übrigens nicht, denn das Brummen ist
nach Abschalten der Spannungsversorgung weg - auch wenn
der Motor noch ausläuft.

Da die Maschine leider kein Schaltgetriebe hat und das Umlegen
der Riemen etwas lästig ist, wäre natürlich ein FU reizvoll.
Dagegen spricht, daß der natürlich bei so einem alten Mädchen
total unauthentisch ist.
Schwerer wiegt allerdings, daß der Motor nur Isolationsklasse B
hat und den FU-Betrieb daher wahrscheinlich nicht lange überleben
würde.

Nenndrehzahl ist übrigens 1410 /min .




Also wird es wohl auf's Strippenziehen hinauslaufen :andiearbeit:

Alternativ:
Ich habe noch einen "moderneren" ca 1KW Motor mit
Nenndrehzahl ~ 700 /min hier liegen, der sich wahrscheinlich besser
für FU Betrieb eignen würde. (Genaue Daten hab ich grad nicht parat.)


Viele Grüße

Harald

P.S. im vorherigen Post muss es natürlich statt
Harald F. hat geschrieben: komme ich auf 129.9 mm bis 123.1 mm
komme ich auf 122.9 mm bis 123.1 mm
heissen

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 16. Dez 2016, 15:09

Guten Tag,

so, nun geht es endlich los!

Vorhin habe ich den Spindelstock zwecks Demontage und Inspektion aus der Garage in den Werkstattkeller gewuchtet. Ich konnte das Ding mittels Tragegurt noch halbwegs heben und tragen.

Hier ein paar Bilder.
torsa-headstock-DSC08178.jpg
torsa-headstock-DSC08180.jpg
torsa-headstock-DSC08182.jpg
Die erste etwas genauere Inspektion hat ergeben, daß neben dem Ritzel des Vorgeleges (engl. "backgear", also eigentlich "Hintergelege") auch eines der kleinen Zahnräder des Wendegetriebes unter Zahnausfall leidet.

Modulfräser Modul 2 habe ich mir von einem ebay-Händler aus der Ukraine bestellt. Wenn das gut klappt, werde ich mir auch noch Modul 1.5 für die Räder des Vorschubgetriebes dort bestellen. (Oder "warmduschermässig" fertige Zahnräder kaufen.)

Viele Grüße

Harald

scippy
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von scippy » Fr 16. Dez 2016, 16:22

Hallo Harald
Schön, daß es jetzt los geht!
Ich bin mal gespannt, wie die Lagerung der Riemenscheiben auf der Spindel gestaltet ist.
Bei der Spindellagerung selber tippe ich immer noch auf Wälzlager ;-)
Gutes Gelingen :-)

Gruß
Chris

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Stahlfussel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » Fr 16. Dez 2016, 17:29

Hallo Harald,
es freut auch mich, daß Du wieder ein Restaurationsprojekt beginnst.
Was den fehlenden Zahn anlangt: ich frage mich, ob denn auf diesen Zähnen - bei bestimmungsmäßigem Gebrauch - jeweils sehr viel Last liegt. Falls nicht, könntest Du Messing aufschmelzen. Bei Keith Fenner habe ich das mal, ich glaube, für ein bull gear gesehen: My Pinion to Racks!. Das würde natürlich eine Autogenausrüstung voraussetzen.

Gruß,
Jochen

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spansau
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Fr 16. Dez 2016, 20:37

Das freut mich auch, Harald, :ironie:
daß nicht alles so richtig in Ordnung ist.
Sonst gäbe es ja keinen guten Beitrag 8-)
Gruß
Max

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 17. Dez 2016, 09:43

Guten Morgen,

gestern war ich noch fleissig und konnte es nicht lassen, den Spindelstock noch (fast) komplett zu demontieren.

Ich startete mit der Demontage der beiden (kleineren) Ringmuttern auf der linken Seite. Diese Muttern bestimmen das axiale Spindelspiel. Danach konnte ich die beiden größeren Ringmuttern demontieren. Diese kamen als Ganzes zusammen mit einem Rohrstummel heraus.
torsa-headstock-DSC08186.jpg
In dem Teil befindet sich ein Axial-Kugellager, das offenbar die auf die Spindel wirkenden Druckkräfte aufnimmt. Die (ja in der Regel geringeren) Zugkräfte werden von einem Gleitlager aufgenommen. Man erkennt schön die Schmiernuten.
Hier ist auch mein erstes Problem: ich bekomme die beiden Ringmuttern bisher nicht auf. (Versuche mit Wärme und Kriechöl stehen noch aus.)

Nach dem Lösen der linksseitigen Einstellmutter kommt dann das linksseitige Gleitlager zum Vorschein. Ich bin momentan noch unsicher, ob ich wegen der Gleitlager glücklich oder traurig sein soll.
torsa-headstock-DSC08189.jpg
Nach Lockern aller Einstellmuttern konnte ich dann die Spindel erstaunlich leicht mit minimalem Einsatz des Schonhammers herausziehen.
Hier die resultierende "Explosionszeichnung":
torsa-headstock-DSC08195.jpg
Die Lager sehen gar nicht so schlecht aus:
torsa-headstock-DSC08212.jpg
torsa-headstock-DSC08200.jpg
torsa-headstock-DSC08203.jpg
torsa-headstock-DSC08208.jpg
Offenbar sind die Lagerbuchsen außen leicht kegelig und passen in entsprechende Stahlbuchsen, die im Gußteil des Spindelstocks sitzen. Letztere habe ich nicht demontiert, da ich nicht das Risiko eingehen wollte, daß sich da etwas verzieht und die Lager später nicht mehr fluchten.
Das Lagerspiel wird also offenbar durch Anziehen der Einstellmuttern auf den beiden Seiten der Lager vorgenommen, indem die Lagerbuchse mehr oder weniger weit in den Kegelsitz geschoben und damit geschlossen wird.
Bisher habe ich noch nichts tuschiert, aber das kommt noch.

Die Demontage des "backgear" war dann ein Kinderspiel:
torsa-headstock-DSC08215.jpg
Hier der Exzenter, mit dem die Welle des "Hintergeleges" ein- und aus-gerückt wird:
torsa-headstock-DSC08214.jpg
Auch die Demontage des Wendeherzens gestaltete sich erfreulich unproblematisch. Man erkennt hier auch das kariöse Zahnrad:
torsa-headstock-DSC08224.jpg
Bei der Demontage der Platte, in die der Hebel zum Umschalten der Drehrichtung (Wendeherz) einrastet, ist mir dann eine Ecke des Gußteils abgebrochen.
torsa-headstock-DSC08227.jpg
Eine genauere Inspektion des Schadens ergab, daß ich daran "eigentlich" unschuldig war, denn der Riß war auf einer Seite schon mit grüner Farbe "geklebt" worden:
torsa-headstock-DSC08225.jpg
Funktional ist das völlig unproblematisch, zumal die Platte neben den beiden Schrauben auch noch mit zwei Stiften positioniert wird. Ich überlege noch, ob ich das einfach mit Uhu endfest 300 flicken oder hartlöten soll.

Da liegt er also, der Torsa-Spindelstock-Bausatz.
torsa-headstock-DSC08230.jpg
Ich werde das Gehäuse von innen gründlich reinigen, aber versuchen den Lack zu erhalten.
Das fiese Chromoxydgrün aussen kann ich teilweise mit den Fingernägeln abschaben. Darunter kommt die einzig wahre Maschinenfarbe - grau - zum Vorschein, in der ich das Gerät auch wieder lackieren werde.

Zum Schluß möchte ich noch von einer freudigen Überraschung berichten.
meine Thiel MK5 Kurzkegel passen perfekt in die Aufnahme der Spindel:
torsa-headstock-DSC08231.jpg
@spansau: der Bericht wird Dir nicht erspart bleiben ;-)

@Jochen: danke für den Hinweis. Das Video ist wirklich gut. Leider habe ich keinen Autogenbrenner. Ich könnte mal versuchen, ob der Dachdecker-Propanbrenner reicht, aber das wird wahrscheinlich knapp. Kleinere Teile habe ich durchaus schon mit dem Campingbrenner hart gelötet.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von eXact Modellbau » Sa 17. Dez 2016, 09:58

Hallo Harald

Dein abgerochenes Ohr ist zwar ärgerlich, aber anscheined hat es ja nichts zu halten. Und die Bruchstelle ist wohl schon 30 Jahre alt. Ich würde das einfach zusammen kleben. Man könnte auch gleich noch eine Unterlegscheibe mit aufkleben oder sogar eine Kragenhülse einkleben.
Die Klebung steht und fällt mit der Oberfläche. Das eingsogene Öl ist das Problem.
Gruß
Larry

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