WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

motor64.1
Beiträge: 2582
Registriert: Fr 17. Feb 2012, 22:28
Wohnort: Ö-Ost + Versandadresse in D
Austria

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von motor64.1 » Sa 19. Apr 2014, 12:34

Hallo Dirk,

bevor jetzt noch tausende mögliche Fehlerquellen im Bodensatz der Tasse vom Mittagskaffee´s erkannt werden: :|


Du hast im Zunderbereich eines unbekannten Materials einer meterlangen dünnen Welle teilweise abgedreht und da soll ein nachvollziehbares Ergebnis herauskommen? :o


Grüße
Franz
Grüße
Franz

parodius4
Beiträge: 564
Registriert: Di 9. Jul 2013, 09:26

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von parodius4 » Sa 19. Apr 2014, 15:26

Sepp9550 hat geschrieben:...ich weiß nur das ich eine Bettbrücke für total sinnlos halte, man sieht ja bei dir das man damit eigentlich höchstens Scherereien hat, aber keinen nutzen, aber dagegen kann man nichts machen.
Sepp, eine Bettbrücke kann man rausnehmen und dann futternah Teile größer als der angegebene max. Drehdurchmesser bearbeiten 8-) Das ist der Nutzen...

Benutzeravatar
Sepp9550
Beiträge: 3418
Registriert: Fr 24. Mai 2013, 15:31
Wohnort: Teisendorf (Oberbayern)
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Sepp9550 » Sa 19. Apr 2014, 20:56

Ich Weiß wofür eine Bettbrücke theoretisch gedacht ist, aber ich wüsste nicht wofür ich die ausbauen sollte.

Dafür geht die aber auf die Genauigkeit wenn sie nicht richtig eingebaut ist bzw. passt, und bei den Maschinen die ich kenne können die Späne nicht nach unten in die Wanne fallen.
Hat man einen Langspanenden Werkstoff, dann schiebt es das zeug unter den Bettschlitten und verheddern sich mit dehnen über den Bettschlitten, und nach kurzer Zeit muss man mit einen Seitenschneider den Verhau entfernen.

Im Gegensatz dazu ist mir noch nicht ein Fall untergekommen wo mir die normale Spitzenhöhe nicht gereicht hätte.

ich für mich würde eine Maschine ohne bevorzugen wenn ich die Wahl hätte.
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

diggi
Beiträge: 600
Registriert: So 7. Nov 2010, 23:16
Wohnort: bei Greifswald
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Sa 19. Apr 2014, 21:45

Mojn Jungs,

vielen Dank für die rege Anteilnahme ;-)

Ich habe heute leider kein Foto für euch :muahaha: - heute musste wegen des schönen Wetters erstmal der garten dran glauben.

Aaaaaalso - als ich seinerzeit bei euch anfrug, ob ich mir das Teil auf den Leib reissen sollte, gab es Stimmen wie "ziemlich runtergerockt, Totalschaden" und "ohne Probedrehen schlecht einzuschätzen". Naja...und weil ich eure Einschätzung ernst nehme, test ich im Rahmen meiner Möglichkeiten - auch wenn es stümperhaft aussieht ;-)

Erstmal Folgendes: NATÜRLICH IST DIE MASCHINE ZUGEDECKT MIT ZWEI LAGEN PLANE :popoklatsch: Was denkt ihr denn von mir ;-) ??? Deswegen kann ich ja auch immer nur witterungsabh. was machen ;-)

Dann: Das Probestück ist ein Stahlrohr - ex Zaunpfosten - Ø63x5, verzinkt. Dass sich das biegt, da gehe ich mit. Deswegen auch nur Minizustellungen. Ich bin auch bei euch bzgl. des Buckels - dann kann nicht am Bettverschleiß liegen - da gehe ich noch auf Ursachenforschung. Ich wundere mich eben nur, dass es keine gleichmäßige elipsoide Verformung ist - die sollte ja in der Mitte am stärksten sein - sondern eben ein Buckel nache am Futter. (Nr. 2+3 bezog sich übrigens auf die Messstellen).

Der Rest der Drehung gefällt mir sehr gut. Saubere Oberfläche und Ø-Toleranz sollte für meine Zwecke ausreichen. Ein bisschen Teste ich noch und dann kommt sie in die Werkstatt - versprochen :-) Ich musste mir auch erstmal vor Augen führen, dass es auch hier keine Raketenwissenschaft ist sondern mein Gemurkse.

Ich halte euch auf dem Laufenden...

Achja...die Bettbrücke finde ich an sich eigentlich cool, weil ich mehrer Anwendungen für große Ø habe. Ich denke, wenn alles ordentlich sauber und ausgerichtet ist, wird das schon funktionieren. *Optimistenmodus EIN* In der Größenklasse haben meinen Recherchen zufolge die meisten Maschinen eine Bettbrücke - sollte also beherrschbar sein.
Gruß
Dirk

diggi
Beiträge: 600
Registriert: So 7. Nov 2010, 23:16
Wohnort: bei Greifswald
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 21. Apr 2014, 22:49

Hi Jungs,

so, heute habe ich die letzten Tests abgeschlossen und auch ziemlich sicher ergründet, warum dieser Buckel beim Drehen entstand. Normalerweise liegt - nach meinem Dafürhalten - der Bettschlitten nur auf den beiden Seiten des Prismas auf (rot)und ist dadurch in der Lage definiert. Durch den Verschleiß von Prisma und auch vom Schlitten liegt nun aber der Schlitten auch auf der Reitstockführung auf (blau). Wann da auch nur ein Spänchen zwischen kommt, hebt es den Schlitten vom Prisma ab und durch die Winkelverhältnisse kann dieser dann ganz ordentlich zum Bediener hin ausweichen. Also auf jeden Fall etwas zu Behebendes. :2up: Ich denke, wenn ich das Ganze zerlegt hab, kann ich ja auf der Wotanette den Freistich etwas vergrößern, dann sollte das wieder passen. Hier noch ein Foto dazu - ist leider schlecht aufzunehmen:
IMAG2066 (Large).jpg
Dan habe ich nochmal die hintere Untergriffleiste abgebaut - wie vermutet, keine Einstellmöglichkeit! Es ist also tatsächlich so, dass der Schlitten nur durch Eigengewicht bzw. Schnittdruck auf das Bett gedrückt wird!?!?!? Dann wäre das doch aber ein Nachteil ggü. den kleinen Drehen, wenn man Überkopf und links drehen will? Das wäre ja der blanke Hoden, wenn das nicht ginge :o
IMAG2089 (Medium).jpg
Dann hab ich unter der Dreckschicht noch eine Skala für den Winkel des Oberschlittens gefunden und siehe da - selbiger ist drehbar :freu:. Bei vielen VDF´s die ich im WWW sah, war der fix.

Tjaaa Leute, sieht also so aus, als ob die Pseudo-VDF in die beschützende Werkstätte einzieht :2up: :2up: Ich hoffe, dass ich das im Sommer über die Bühne kriege. Derweil suche ich schonmal einen Rollkörner MK4, Meißel in 20x20 und besonders ein Dreibackenfutter Ø250 - die sind ziemlich rar muss ich sagen. Vielleicht geht auch 200, mal sehen.

Was ich auf jeden Fall noch machen muss, ist das Getriebe zerlegen, und die Innenlackierung erneuern. Durch die lange Standzeit hat die sich sicherlich versprödet oder unterrostet und schwimmt nun munter im Öl mit :wall:

Ich halte euch auf dem Laufenden... Bis denn erstmal...
Gruß
Dirk

42crmo
Beiträge: 569
Registriert: Sa 1. Feb 2014, 07:37

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von 42crmo » Mo 21. Apr 2014, 23:33

Dan habe ich nochmal die hintere Untergriffleiste abgebaut - wie vermutet, keine Einstellmöglichkeit! Es ist also tatsächlich so, dass der Schlitten nur durch Eigengewicht bzw. Schnittdruck auf das Bett gedrückt wird!?!
Wegen dem Kräfteverlauf am Drehstahl wird der Bettschlitten tatsächlich auf die Bettführung gedrückt.
Die Untergriffleiste ist lediglich gegen ein unbeabsichtigtes Abheben gedacht.

Wenn der Bettschlitten schon teilweise nicht mehr auf der Prismenführung liegt, müsste der Verschleiss aber schon Gewaltig sein.Kann ich mir kaum Vorstellen.Eine solche Beule würde man schon mit bloßem Auge deutlich Sehen. Ebenso wäre die Stelle an der Reitstockführung
dadurch verkratzt.Ebenso würde ein kleines Spänchen da nix bewirken.

Michael

Benutzeravatar
Sepp9550
Beiträge: 3418
Registriert: Fr 24. Mai 2013, 15:31
Wohnort: Teisendorf (Oberbayern)
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Sepp9550 » Di 22. Apr 2014, 21:51

Naja, ich könnte mir schon vorstellen dass es da einen kleinen Span darunter drückt, bei den Drehbänken die ich kenne ich da mehr Platz, aber ob da ein kleines Spänchen reicht um den Bettschlitten anzuheben, das wage ich zu bezweifeln.

Mein Favorit wäre die komische Bettbrücke, vielleicht liegt da der Bettschlitten nicht sauber auf, aber bei so großen Maschinen merkt man das glaube ich nicht wenn er kippeln sollte.



ich glaube das einstellen der unteren Leiste wäre sowieso nicht möglich, da der Schlitten dann vorne immer noch zu viel Spiel hätte, und hinten schon klemmen würde.

Überkopf und Linksdrehen würde also vermutlich sowieso nicht gehen. Ich hab das bis jetzt noch nie gemacht, und ich denke man kommt auch ohne ganz gut aus. Mir fehlt es jedenfalls nicht.
Ich wüsste nicht warum ich die guten Führungen, die immer aufliegen, gegen etwas anderes tauschen sollte
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

diggi
Beiträge: 600
Registriert: So 7. Nov 2010, 23:16
Wohnort: bei Greifswald
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mi 23. Apr 2014, 21:27

Hallo Michael und Sepp,

Danke füe eure Gedanken dazu. Klingt immer irgendwie alles logisch. Lasst mich den Krempel mal zerlegen, dann sehen wir weiter. Bin schon gespannt!

Ich will euch aber nicht vorenthalten, was ich heute erlebt habe: Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich immer an einer DDR-"Baracke" vorbei mit dem Firmenschild "Schleiferei". naja, hatte gerade die Misser im Abricht-DICKEN-Hobel :muahaha: getauscht und denke, kannst ja mal gucken, ob der die schleifen will. Also auf den etwas versteckt gelegen Hof rauf. Nanu? Gruße Stapel Ronden, Abschnitte Rundmaterial, Hydraulikkolben-schlicht alles, was das Bastlerherz zu einem saftigen Steak sich weiten lässt :2up:.

Rein in den laden, ein Herr älteren Semesters, Berliner!: Det kaak machn, fuffzn euro, zu wann brauchstn dette? Freitag! Iss jut.
Ähhhmmm..."Ich frag einfach mal: Sind Sie fit, was drehen angeht? Hier liegt soviel Zeug rum..." Er so: "Klar, hab seinazeit bei WMW Maschinenbau jemacht damals" :o :o :o Ich ihm das Foto von der WMW-Eisenkuh gezeigt. Er wieder: "Klar, det iss ne frühe DLZ, dadruff haak früa NC-Maschieeehn jebaut"

Das gibts doch nicht!!! Die Halle neben dem Laden proppevoll mit Werkzeugmaschinen, an denen auch gearbeitet wird: Drehbänke, Hobel, Fräsen, Schleifmaschinen...Wahnsinn!!! Hätte ja nichtmal gedacht, dass es noch Werkstätten mit konv. Technik gibt und dann auch noch n Fachmann vor der Haustür. :freu: :freu: :freu:

Wir sind so verbleiben, dass wenn ich die Hobelmesser hole, wir mal durch das Lager gehen und für mich brauchbaren Zeug raussuchen. Er hatte zum Beispiel Scheibenfräser für die Wotanette gezeigt. Nagelneu von werkö/niles. Will er loswerden. Na, da hatter ja den richtigen gefunden!!! Dann wollen wir auch nochmal über die Drehe schnacken. Nur soviel: prinzipiell bestätigte er bereits eure Aussagen. Unverwüstlicher Antrieb, superpräzise war die auch neu nicht - es kommt eben auf den Bediener an!!! Eingelaufenes Bett sollte nix ausmachen, er ist sich fast sicher, dass auch das Hauptlager futterseitig ein Kegelrollenlager ist und mein Testrohr war doof wegen zu labil :steinigung:

Na, ich freu mich schon auf Freitag :2up:. Findet ihr bestimmt albern, aber ich freu mich sehr, auch mal einen Fachmann persönlich zu treffen...
Gruß
Dirk

Benutzeravatar
drehbank24
Beiträge: 1140
Registriert: Mo 13. Aug 2012, 13:42
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von drehbank24 » Mi 23. Apr 2014, 21:38

Hey Dirk!

Kann ick jut verstehn, dass de dir daruff freust ;)

Da fühlt man sich gleich wie Alice im Wunderland :willauch:

Ehrlich gesagt, hab ich von Anfang an gedacht, dass das futterseitige Lager ein Kegelrollenlager oder sowas ähnliches ist. Da ich aber nicht soviel Ahnung hab, wollte ich nix sagen...

Kannst ja mal ein Video bei Youtube hochladen oder so ;)

Viele Grüße

Maik
Drehbänke: Liebert & Gürtler 360x1000, 1,5kW
Pittler lathes 140x140, 0,4 kW
Standbohrmaschinen: C. F. Wischeropp 2,2 kW, 200mm Hub, MK-3
FLOTT SB 23 1,1kW, 150mm Hub, MK-3

jürgen54
Beiträge: 965
Registriert: Do 26. Dez 2013, 22:36
Wohnort: Nähe Wiesenburg 14827
Germany

Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von jürgen54 » Mi 23. Apr 2014, 21:39

So ein Erlebniß ist geiler als ein Lottogewinn. :super:
Glückwunsch :2up:
Gruß Jürgen

Antworten