WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 16. Mär 2015, 21:52

Hi nochmal,

dann gings heute weiter mit der Herstellung eines Tuschierlinieals. Das dafür bei WilmsMetall georderte Stück AW7075 kam dann doch schon nach einer guten Woche :popoklatsch: ...egal.

Für die Herstellung der 45°-Schräge habe ich mal die Stoß- bzw. Hobelmaschiene notdürftig einsatzbereit gemacht. Mit der ganzen Thematik habe ich bislang noch keinerlei praktischer Erfahrung. Aber: Hobeln ist ja geil!!! Diese Art des Zerspanens gefällt mir außerordentlich gut! Zuerst mit Wassorumliegtstahl getestet - irre, mit welcher Leichtigkeit und Erhabenheit da die Späne weggeschält werden. :2up: :2up: :2up:

Dann gleich mal testweise das AW aufgespannt - das geht für mein Empfinden auch sehr gut. Die Späne klimpern richtig schön bein Auftreffen auf den Boden. Morgen werde ich das Teil erstmal richtig ausrichten und dann gehts ab...

Folgende Fragen:
- Bzgl. Schneidengeometrie habe ich mich an diesem "shear bit" orientiert - das schien mir für Alu sinnvoll :nixweiss: Ist die Geometrie des Kopfes so korrekt eingestellt dafür (--> Foto)?
- Der Würfel hat ja vorn diese Abstützung auf den Maschinenfuß. Arbeitet man so, dass man erst den Würfel auf Höhe bringt und dann die Stütze festsetzt oder erst die Stütze anziehen und den Würfel runterkurbeln? Ich habe gemerkt, dass man damit die Tischneigung ein wenig beeinflussen kann...
- Der Hub (550mm) reicht leider nicht für die Bearbeitung der gesamten Länge in einem Zug. Ist es schädlich, wenn der Schnitt kurz vor dem Ende stoppt? Ich habe das jetzt mal einfach so gemacht und konnte nichts Negatives feststellen, aber wie gesagt: keine Erfahrung :nixweiss: Mein Plan ist es, immer eine Zustellung runterzuhobeln und dann die Ramme das um fehlende Stück nach vorn kurbeln und ohne Zustellung in X das fehlende Stück genauso runterholzen.
- Sollte ich schmieren (Öl/Spiritus)?

Was ich noch festgestellt habe:
- Offenbar kann man den Vorschub am Kopf nicht einstellen, aber der scheint für Schlichtarbeiten ausgelegt.
- Diese Vorschubverstellung für X für den Würfel per Langloch/Schlitz an der "Kurbelwelle" ist Rätselraten weil wegen keine Skala. Hier muss vielleicht auch erstmal geübt werden.
- Die Maschine hat ja so ein Böhringer-Sturm-Variogetriebe. Praktische Sache, nur leider hat man keinen Handantrieb, d.h. auch Messarbeiten müssen mit Maschinenkraft vorgenommen werden. Das geht zwar super feinfühling, macht mir als Einsteiger aber n bisschen Hühnerhaut :o
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Gruß
Dirk

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kramer
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von kramer » Di 17. Mär 2015, 01:00

Ziemlich lang, das Ding. Hat sich bestimmt etwas weggebogen. Muttu halt viel schaben ;-)

Servus

Peter

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Johan Dietrich » Di 17. Mär 2015, 12:54

Moin,
ich bin zwar auch noch kein Hobelexperte aber habe schon ein paar Erfahrungen mit meinem Klopp 550 sammeln können.
Ist die Geometrie des Kopfes so korrekt eingestellt dafür (--> Foto)?
Wenn ich eine Schräge hobel neige ich die Klapperbox immer entgegen der Kopfneigung.
Ich arbeite immer mit Meißelanhebung im Rückhub.
So wie es jetzt engestellt ist wird das Werkzeug beim Rückhub nur parallel zur bearbeiteten Oberfläche bewegt. Aber nicht angehoben.

Vielleicht is das ohne Meißelanhebung egal.
Ich meine sogar, wenn die Klapperbox zusätzulich in Richtung der Kopfneigung geneigt wird, steht der Meißel beim Rückzug im Material.
- Offenbar kann man den Vorschub am Kopf nicht einstellen, aber der scheint für Schlichtarbeiten ausgelegt.
Bei meinem Klopp ist gibt es ähnliche Bauteile wie die markierten die für die Zustellung am Kopf zuständig sind.
Hobel.jpg
Ein Nocken (gelber Pfeil) gleitet in der hinteren Endlage der Ramme über eine Schiene ähnlich der mit dem roten Pfeil.
Dadruch wird der Nocken auf seiner Achse verdreht und über den Verdrehwinkel wird die Zustellmechanik betätigt.

Dreh mal bei Stillstand an dem Nocken und guck ob sich am Handrad für die Zustellung was tut.


Die anderen Fragen interessierem mich auch sehr, besonders die zur Tischabstützung, also bitte schnell beantworten :-)

MfG
JD

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Europa » Di 17. Mär 2015, 18:48

diggi hat geschrieben:Tuschierlinieal AW7075
Ich bin zwar kein Schaber, aber ist Alu nicht das falsche Material für ein Tuschierlineal (zu weich, leicht verkratzt?) :nixweiss:
Nicht das du dir umsonst die Mühe machst....

diggi hat geschrieben:Der Hub (550mm) reicht leider nicht für die Bearbeitung der gesamten Länge in einem Zug. Ist es schädlich, wenn der Schnitt kurz vor dem Ende stoppt?
Der Meißel braucht normal schon beidseitig etwas Überlauf, bei deiner Situation müsstest du einen Freistich kurz vor Ende das Hub´s machen. Bei kleinen Zustellungen mag das wohl gehen, die Gefahr das sich Späne klemmen und dein Stück Alu am Boden liegt seh ich aber als groß an.

diggi hat geschrieben:- Sollte ich schmieren (Öl/Spiritus)?
Schadet nicht. Ich hab am Gack die Erfahrung gemacht das etwas Öl für einen Tick bessere Oberflächen sorgt. Allerdings hab ich noch kaum Alu gestoßen.



Gruß

Florian

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Khan » Di 17. Mär 2015, 20:15

kramer hat geschrieben:Ziemlich lang, das Ding. Hat sich bestimmt etwas weggebogen. Muttu halt viel schaben ;-)
Man kann auch erstmal versuchen zu Richten um sich unnötige Arbeit zu sparen. Mit etwas Geduld kriegt man das locker auf <0,05mm hin. Erst dann würde ich beginnen zu schaben.

Aber was anderes - neben der unüblichen Materialwahl finde ich die Leiste für viieeeellll zu dünn. Das Lineal sollte genug Eigensteifigkeit haben, um zB nicht durchzuhängen. Die dünne Aluleiste ist nicht steif genug und deshalb nicht wirklich brauchbar.

Gruß,
Martin
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von kramer » Di 17. Mär 2015, 21:30

Ich hab das anders gemeint Martin: Mit zunehmender Entfernung vom Schraubstock wird sich das Werkstück unter dem Schneiddruck immer weiter (hoffentlich noch elastisch) wegbiegen. Ergebnis ist ein Bogen, zumindest in der Richtung vom Werkstück weg.
(Die andere Seite, da wo der Meißel eintritt, ist schwieriger vorherzusagen, da das Werkstück auf Knicken / Beulen beansprucht ist ;-) ).

In beiden Fällen würde nachheriges Zurechtbiegen unnötige zusätzliche Spannungszustände im Material aufbauen.

Grüße vom

Peter, der auch noch kein Lineal aus Alu gebaut hat.

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 13. Apr 2015, 21:55

Hi Leute,

bin n bisschen stinkig, weil der Frühling zu früh dran ist und der Garten ruft und zuviel noch unerledigt ist :wall: :wall: :wall:

Aber der Reihe nach: Tjaaaa...mit dem Lineal ist das so ne Sache. Ich brauche als Mindestabmessung 550x80x30. Ich habe NIRGENDS ein passendes Graugussstück gefunden. Und weil Kollege Zellix sich auch ein Lineal aus Alu geschabt hat, dachte ich, ich lass es auf den versuch ankommen... Wenn nicht gibt das schönes Bastelmaterial 8-)

Nachdem das Lineal also fertig gehobelt war, musste die Granitplatte erstmal vorbereitet werden. Und bevor ich sie auf wackelige Böcke stelle, hab ich dann schnell so einen Tisch dafür gebaut - wieder mal alles aus Resten und es ziiiieeehhhhtttt sich. Erst wollte ich die Platte randseitig auflagern - daher der dicke Winkelstahl. Beim Umdrehen habe ich aber gesehen, dass rückseitig die besselschen Punkte angezeichnet waren und deswegen mussten noch schnell entsprechende Aufnahmen ergänzt werden. Dann kriegte ich schiss, dass die Fuhre wegen der bündig angebrachten Lenkrollen kippt - also noch schnell die Rollen weiter nach außen verlegt (bei mir wird offenbar Planung durch Versuch und Irrtum ersetzt :steinigung: ). Der Wagen kriegt noch Schubladen, damit mein ganzes Messzeug endlich mal ordentlich und zentral verstaut ist. So siehts momentan aus:
IMAG4367.jpg
IMAG4380.jpg
In diesem Zusammenhang konnte ich meine neu erworbenen Maschinen-Gewinde-Durchgangslochbohrer in Betrieb nehmen. WARUM HAT DENN KEINER GESAGT, DASS DIE SOOOOOO VIEL BESSER ALS DIESE 3erSÄTZE FUNKTIONIEREN!!! :popoklatsch: :-D Die sind von Format und lt. meinem örtlichen Werkzeugdealer kauft Format bei Markenherstellern ein. Dürfte also von Gühring o.ä. sein... Ich will jedenfalls nix anderes mehr!!! :freu:
IMAG4368.jpg
Und dann die ersten Schabeversuche. Das macht ja Spaß!!! 8-) Musste dann aber wegen anderer Projekte, zu denen nachher noch n Thema folgt, erstmal unterbrechen...
IMAG4381.jpg
IMAG4382.jpg
Das Tuschierbild vom Planschlitten nicht ernst nehmen - dat war zuviel Farbe im Spiel und ich hatte den Grat noch nicht abgetragen.

Ich denke, ich entferne erstmal die Grate und die sonstigen Beläge und stecke das mal zusammen. Der Schlitten hatte ja jeweils in Richtung Endlagen etwas geklemmt und mir kam die Idee, dass die verschlissene Spindel ggf. die Ursache sein könnte. Das checke ich als Nächstes...
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Oliver M » Di 14. Apr 2015, 00:43

IMAG4382.jpg
Nur so als Vorschlag...

Gruß Oliver
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von kramer » Di 14. Apr 2015, 00:48

Der Tisch für die Platte ist schön.

Zur Drei-Punkt-Auflage: Die Platte ist zwar jetzt statisch bestimmt gelagert - nächstens wirst du aber feststellen, daß das noch nicht kippsicher ist :-)

Die Plattenauflagen haben deshalb oft gerne noch zwei zusätzliche Schrauben dran, die nur lose angelegt, eben diesem Zwecke dienen.

Grüße

Peter

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Di 14. Apr 2015, 19:17

Hi zusammen,

@Oliver: gute Idee, ist vorgemerkt! die vorhandene Lösung sieht tatsächlich sehr halbherzig aus, zumal auch das Öl-Reservoir unter der jeweiligen Einfüllschraube minimal ist.

@ Peter: Die Stützschrauben gibt es, wo an den vier Ecken die Löcher zu sehen sind. Hab im Foto nur noch keine Schrauben drin. Die dreipuniktauflage ist wirklich seeeehr kippelig. Ob wohl mal jemand nachgemessen hat, ob sich die Platte bei Randauflagerung tatsächlich biegen würde? Hier zieht wohl wieder das Prinzip, dass die Fliege die Bahnschiene verbiegt...

Ich hatte gar nicht auf die vorherigen älteren Post geantwortet :steinigung: Dank an alle für die Tipps! Gehobelt/gestoßen habe ich inzwischen auch wieder etwas...
Rein optisch ist die -auf die Messplatte gehaltene - gehobelte Fläche plan. Ich sag dann mal, wie es geworden ist.
Gruß
Dirk

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