WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

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drehbank24
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von drehbank24 » Sa 5. Apr 2014, 23:55

Hey diggi!

Gratulation! Vergiss bitte nicht, alles zu bebildern :super:

Viele Grüße

Maik
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DerRestaurator
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von DerRestaurator » So 6. Apr 2014, 09:31

diggi hat geschrieben:
Es gibt auch Schatten: Der Motorschutzschalter - DDR-Produkt - löst aus, wenn ich die Kupplung bei Maximaldrehzahl einrücke. Er fühlt sich auch verschlissen an. Da weder Motor noch sonstwas warm werden und sich nichts gequält anhört, sollte das doch am ehesten am Schalter liegen, oder? Es sind zwei verbaut, wobei einer wohl mal für die KSMA gedacht war - den werde ich morgen mal anklemmen...

Hach...ich bin erstmal happy! Ich glaub, das wird was mit uns. Hoffe, ich kann morgen nochmal etwas messen. Geb dann die Ergebnisse durch. Bis denn erstmal...

Ob es am Schalter liegt kann (fast) nur der Griff zum Zangenamperemeter unter Beachtung der Typenschildangaben sagen! Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Ansonsten: :bilder: :bilder: :bilder:

:hi: Philipp
Wissen schützt vor Dummheit nicht...

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » So 6. Apr 2014, 22:05

Hi Freunde,

schön, das euch der Fortgang interessiert. :super:

Heute Teil II - wieder nur n kurzes Intermezzo, weil anfing zu regnen :wall:

Der Motorschutzschalter war auf 2 Ampere gestellt - war irgendwie klar das das nicht reicht. Habs auf 8A lt. Typenschild vom Motor eingestellt - nun läuft sie durch. Ich hba sie dann ca. 10min linksrum bei max. Drehzahl laufen lassen - da wurde das Lager dann doch fühlbar warm - wohlfühwärme sozusagen. Dann schnell Messuhr aus, 1m-Rohr ins Futter und wieder - wie schon beim alten Besitzer - wieder ca. 5/100 in horizontaler und vertikelaer Richtung. Das deckt sich ja mit den Angaben aus dem Ariston-Gleitlager-Fred!?

Das lass erstmal so. Übernächste Woche habe ich Urlaub, da gibts dann die Drehprobe. Das Futter ausschleifen klemm ich mir erstmal und nehm stattdessen den Rollkörner zu Hilfe. Zur Bewertung der Achsparallelität müsste das doch ausreichen oder?

Fotos gibts heute keine, weil es ja nix neues zu sehen gibt :nixweiss:

Schönen Restsonntag euch...
Gruß
Dirk

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Do 10. Apr 2014, 22:23

Hi Leute,

wenn das Wetter passt, will ich am WE nun endlich die Probedrehung machen. Mein Plan sah vor, die Pinole zu entrosten und Hoffen, dass der Kegel trägt, mitl. Spitze rein und ein schönes Rohr Ø83x4x900 einmal längs abdrehen. Das Futterschleifen wollte ich mir sparen, da mMn durch die mitl. Spitze ja eine Zentrierung erfolgt und die "Radiusbacken" nur die Klemmung übernehmen müssen.

Im Beitrag von Minitec-Herbert las ich nun aber, dass man die Probedrehung lieber fliegend machen soll. Was sagt ihr - wie soll ich vorgehen? Fakt ist, dass ich ohne Futterschleifen keine Spitze im Futter drehen/spannen kann, um die Ausrichtung des Reitstocks zu prüfen...

Nur nochmal, damit ichs richtig verstanden hab: Das Ziel sollte ein Rohr mit über die ganze Länge gleichbleibendem Ø sein, oder? Das lässt dann darauf schließen, dass Geometrie und Bettverschleiß soweit im Rahmen sind, dass man damit arbeiten kann, oder? Und die Oberflächenqualität lässt wiederum Rückschlüsse auf die Spindellagerung zu!?
Gruß
Dirk

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Do 10. Apr 2014, 22:31

noch 2 weitere Fragen:

kan mir jemand sagen, wie dieser Stahlhalter hier funktionieren? An meiner Chinamaschine gibts nur eine Spannschrauben. Die Funktion der Nutmutter erschließt sich mir nicht ganz... (sorry für das Foto, hab heute abend nix besseres zur Hand)
4FSTH.jpg
Dann ist mir aufgefallen, dass es offenbar keine Schlitzschraubendreherbits in 25x3mm für 1/2" Stecknüsse (mehr) gibt. :o Die bräuchte ich aber für die vielen Schrauben an der Maschine. Einen Einsatz fräsen & härten wie Markus (Merlin) kann ich leider nicht. Hab ihr ne Idee? Mein jetziger Plan B sieht das Zurechtschleifen eines entsprechend großen Winkelinbusschlüssels vor... :nixweiss:
Gruß
Dirk

jürgen54
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von jürgen54 » Do 10. Apr 2014, 22:51

Warum benötigst du unbedingt ein 1/2 zoll bit ?
Nimm doch einen Schraubendeher mit 6Kant am Griff.
Dort kannst du ja dann einen Ratschen-Ringschlüssel draufsetzen.
Gruß Jürgen

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » So 13. Apr 2014, 21:20

Hi Jürgen,

sorry, hab deinen Eintrag erst eben gesehen :steinigung: ... Naja, das ist die Auswahl doch auch nicht besser. Bei Wera gehts zB nur bis 14mm. Ausserdem meine ich, mit einem Bit mehr Kraft einbringen zu können!? Egal, ich bastel mir was aus einem Schraubenkopf und einem alten Stemmeisen - das sollte auch gehen und kost nix ;-)

@alle

Hab noch schnell n paar Gute-Nacht-Späne vorm dunkel werden gemacht...

Postitiv:
- Eisenschweindrehmaschinen sind Neuland für mich. Ihr werdet meine großen Augen ob des spielerischen Abdrehens von millimeterdicken Spänen sicher nachvollziehen können :freu: Hammer!!!
- Vorschübe einschl. aller Schlosskastenfunktionen sind iO.
- Keine Änderung des Laufgeräusches unter Last - getriebeseitig sollte also alles iO sein, vor allem die Kupplung packt zu
- Die Oberfläche beim Plandrehen ist trotz zu hohem Vorschub und dilletantisch geschliffenem Meissel super. Ich hatte leider nur einen linken Stahl in mE 20x20 aus einer Fehllieferung (den wollte ich für die HQ mal abfräsen). Der 4fachhalter ist aber für 25er Stähle ausgelegt...

Negativ:
- Die Oberfläche beim Längsdrehen ist noch nicht toll. Die Ursache wird vermutlich das merkbare Axialspiel sein. Das werde ich die Tage mal nachstellen und dann nochmal drehen.
- Der Längsschlitten hat keinen Skalenring. Kleinere Verfahrwege gehen ja mit dem Oberschlitten aber längere Stücke??? Ist das bei Industriemaschinen üblich? Arbeitet man da mit Anschlägen? Mal sehen, ob ich da ne sinnvolle Teilung herausbekomme - dann baue ich vielleicht selbst einen Skalenring.

Hier noch ein paar Fotos, aber vorher nochmal die Frage: sollte ich die lange Probewelle mit oder ohne Reitstockunterstützung drehen, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen?
IMAG2009 (Medium).jpg
IMAG2012 (Medium).jpg
IMAG2016 (Medium).jpg
Dateianhänge
IMAG2017 (Medium).jpg
Gruß
Dirk

Frittn
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Frittn » So 13. Apr 2014, 22:11

Grüße,

die WMW von mir hat auch keinen Skalenring am Längsschlitten. (BJ=61)
Ich glaube die Leute haben früher mittels Endmaßen und Anschlägen gearbeitet, so hat man es mir
mal erzählt.
Denkst du nicht über ein Wegmesssystem an deiner Maschine nach, damit kannst du dir die Arbeit vom Eigenbau Skalenring sparen.
Zum Überprüfen ob die Maschine noch Zylinder zaubert immer "fliegend" drehen!
Ca. 100mm?
Nimm aber ein etwas dickeres Material (40; 50mm) und schärf die Meißel korrekt an.
WmW hat sich ein echt schickes Einstellsystem zum Justieren der Parallelität ausgedacht, davon war ich echt begeistert. (Zumindestens an meiner Drehmaschine).
Die Anleitung von Jürgen Schwelm zum Ausrichten ist hierbei echt sehr gut.


Gruß Vincent

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von drehbank24 » So 13. Apr 2014, 22:19

Yeah geil!

Siehste, ich habs dir doch gesagt: die geht noch! Und wie die geht!

Viele Grüße

Maik
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » So 13. Apr 2014, 22:54

Frittn hat geschrieben: Denkst du nicht über ein Wegmesssystem an deiner Maschine nach, damit kannst du dir die Arbeit vom Eigenbau Skalenring sparen.
Hi Vincent,

yup, nachgedacht ja, aber in der Länge (ca. 1300mm) kostet das richtig Asche :o Alternativ könnte ich mei zB einen 600er Anbaumessschieber vorstellen, der dann verschiebbar ausgeführt und im zu messenden Bereich geklemmt wird... Erstmal die "basics"
Frittn hat geschrieben: Zum Überprüfen ob die Maschine noch Zylinder zaubert immer "fliegend" drehen! Ca. 100mm? Nimm aber ein etwas dickeres Material (40; 50mm) und schärf die Meißel korrekt an.
Meinst 100mm reichen? Meine Vorstellung war, eine Welle zu nehmen, die sozusagen die ganze Bettlänge abbildet. Der Test mit der kurzen Welle liesse ja Rückschlüsse auf die Ausrichtung des Spindelstocks zu. So wie ich jedoch Michael (42crmo) verstanden haben, sollte zunächst die Geometrie auf der gesamten Bettlänge hins. Verschleiss geprüft werden und daraus dann Rückschlüsse auf die Weiterverwendbarkeit der Maschine gezogen werden.

Aber mal unter uns Pastorentöchtern: So wie sich das bis jetzt anfühlt hab ich gar keine Bedenken, dass die total ausgelutscht ist. Mein Kumpels Kumpel hat wohl lange auf so einer ähnlichen Maschine gearbeitet und auch gelernt und der mein, dass das bisschen Verschleiss am Bett keine Auswirkungen haben dürfte...

Fakt ist, will ich fliegend drehen, muss ich das Futter schleifen...
Dazu muss ich erst zerlegen und begutachten und reinigen und schmieren...
Dazu muss ich einen Halter für die Bohrmaschine bauen...

Arbeit zieht Arbeit nach sich, aber ich werds wohl machen :pfeif:

@Maik: Yo, so siehts wohl aus :freu: :freu: Ich glaub auch fast nicht mehr, dass ich sie in den Schrott schmeisse ;-) Das ist so ein Quantensprung gegen den Chinakracher - kein Vibrieren, kein stehenbleibender Motor, und dabei ist noch nicht mal alles sauber und eingestellt :o Hach... :-D
Gruß
Dirk

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