WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

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Sepp9550
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von Sepp9550 » Mo 31. Mär 2014, 00:04

Also ich bin mir eigentlich ziemlich sicher dass bei einer Messung das Bett doch ziemlich eingelaufen wäre, alles andere würde mich bei so einer alten Maschine wundern. Aber bevor ich da am Bett rumschleifen würde, mit einer Methode bei der ich mir nicht sicher bin ob es überhaupt besser wird, würde ich es so versuchen wie es ist.

ich habe beruflich schon an mehreren verschlissenen Drehbänken gearbeitet, aber ich konnte noch nie Probleme mit der Genauigkeit feststellen, Selbst wenn der Bettschlitten zum Futter hin etwas abfallen sollte, so wirkt sich das auf den Durchmesser sicher kaum aus.

Bevor ich an deiner stelle irgendetwas Schleifen oder einschaben würde, würde ich erstmal den ist-zustand ermitteln und wenn die Maschine mal einsatzbereit ist Probedrehen.
Wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist wäre es doch unsinnig eine zweifelhafte Aufarbeitungsaktion zu riskieren


Ich wünsche dir viel glück bei der Rettungsaktion
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

diggi
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 31. Mär 2014, 21:11

Oliver M hat geschrieben: Bilder der Spindelstockinnereien wären interssant.
Gruß Oliver
Zweiter Versuch:
IMAG1816 (Medium).jpg
IMAG1811 (Medium).jpg
IMAG1962 (Medium).jpg
IMAG1959 (Medium).jpg
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 31. Mär 2014, 21:41

Moin Jungs,

vielen Dank für die rege Beteiligung - ich versuche mal, die Antworten zusammenzufassen:

Eine wilde Zerlegeaktion wird es vor der Prüfung natürlich nicht geben - da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken ;-) Wenn sie jedoch zu retten ist, werde ich wohl auch das Getriebe zerlegen müssen, weil ja das Bremsband gerissen ist und ich glaube nicht, dass das ohne Ausbau zumindest der letzten Zwischenwelle erreichbar ist...
IMAG1827 (Medium).jpg
Das Bremsband hängt an dem federbelasteten Teil und ist unten um die Welle herum zum "Kupplungsgestänge" geführt
Dann zur Spindellagerung: Ich war so verbohrt :wall: Klar, wenn irgendwo ein KuLa zu sehen ist, müssen natürlich überall welche sein :steinigung:
Also nochmal zum mitschreiben für mich:
- Die Spindel hat Gleitlager, aller Voraussicht nach innen zylindrische geschlitzte, außen konisch zwecks Radialspieleinstellung (das dürfte soe wie hier im Forenbeitrag aussehen
- am Futterende ist nur Radialkraftaufnahme und Axialspiel für die Axiallagereinstellung am anderen Ende
- Antriebsseitig lässt sich das Lager nur von aussen mittels Muttern nach aussen ziehen - innen ist ja nur das Axiallager
- Mit der Nutmutter ganz am Ende der Spindel wird über das Distanzstück das Axialspiel eingestellt

Ist das soweit korrekt? Ich glaube, ich habe jetzt ein ziemlich klares Bild vom Aufbau im Kopf.

Mit dem Stichwort Spindelgleitlager wurde mir dann fast schlagartig klar, dass das Radialspiel (maxiamles Ziehen eines 2"-Rohr im Futter mit Messuhr am Futterflansch) von 6/100 vermutlich die serienmäßige Lagerluft ist. Als ich es testete, hatte ich die Spindel ja nur ein paar mal per Hand gedreht - da dürfte nach meherern Jahren Standzeit wohl nicht mehr viel Öl drin gewesen sein. Heisst also auf jeden Fall, das Spiel erstmal kristisch im warmen Zustand unter Betriebsbedingungen messen :2up:

Bettschlitten: dessen Verschleiss ist nach Lektüre von zig ZB-Beiträgen irgendwie immer ein Vorsicht- wenn nicht sogar Ausschlusskriterium, wenns es um eine Kaufentscheidung geht. Die beiden aktuelle Beiträge von Mario und Maik zeigen jedoch genau das Gegenteil - nämlich dass der Verschleiss in der Regel eher geringe Probleme nach sich zieht.
Vielleicht sollte man sich auch vor Augen führen, dass die Maschine diese Gebrauchsspuren ja eben im Produktionsbetrieb
bekommen hat. Da können die produzierten Teiel ja wohl kaum Ausschuss gewesen sein ;-) Die Aussage von Sepp bekräftigt diese These ja auch.
Ich seh die Sache jetzt ganz entspannt. Ich hatte bei der Schleif-Frage dieses Video im Hinterkopf: [YouTube]http://www.youtube.com/watch?v=7NGEQFJdmo4[/YouTube] Es machte einen plausiblen Eindruck, aber vielleicht sind die Kommentare ja nicht ohne Grund deaktiviert ;-)

soooo...nun nur noch Zeit besorgen und los gehts :muahaha:

Hier noch ein paar Bilder: Am Wochende mach ich mit der guten Kamera noch ein paar aussagekräftigere - die hier waren nur so auf die Schnelle...
IMAG1975 (Medium).jpg
IMAG1971 (Medium).jpg
IMAG1969 (Medium).jpg
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von DerRestaurator » Mo 31. Mär 2014, 22:10

diggi hat geschrieben:Also nochmal zum mitschreiben für mich:
- Die Spindel hat Gleitlager, aller Voraussicht nach innen zylindrische geschlitzte, außen konisch zwecks Radialspieleinstellung (das dürfte soe wie aussehen
- am Futterende ist nur Radialkraftaufnahme und Axialspiel für die Axiallagereinstellung am anderen Ende
- Antriebsseitig lässt sich das Lager nur von aussen mittels Muttern nach aussen ziehen - innen ist ja nur das Axiallager
- Mit der Nutmutter ganz am Ende der Spindel wird über das Distanzstück das Axialspiel eingestellt

Ist das soweit korrekt? Ich glaube, ich habe jetzt ein ziemlich klares Bild vom Aufbau im Kopf.
etwa so wie bei Meuser:
Meuser MO_Hauptspindel.jpg
:hi: Philipp
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Mo 31. Mär 2014, 23:09

Hi Philipp,

das kommt hin denke ich. Sind die mit A bezeichneten Teile Druck- oder Fixierstifte? Wäre es unhöflich, nach der Zusendung der ganzen Seite aus dem Handbuch zu fragen? Ich hab leider gar nichts zum Thema Spindelgleitlager gefunden.

Hab mir dein Thema zu der meuser nochmal rausgesucht und entdecke da irgendwie Parallelen;-) das Drehbankstillebenfoto ist cool!!

Hattest du denn eigentlich die spindel ausgebaut? Und hat letzten Endes tatsächlich der wedi zum klemmen geführt? Und hast du das radialspiel selbst eingestellt?

Ach was freu ich mich auf die ersten späne, die hoffentlich vom stahl und nicht aus dem Getriebe kommen;-)
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von motor64.1 » Di 1. Apr 2014, 09:32


Dann zur Spindellagerung: Ich war so verbohrt :wall: Klar, wenn irgendwo ein KuLa zu sehen ist, müssen natürlich überall welche sein :steinigung:
Das gibt es auch gemischt - vorne Gleitlager, hinten Rollenlager + Axialkugellager ;-)

Eine Spindel mit dieser Lagerkombination liegt gerade zerlegt auf meiner Werkbank :-(

Grüße
Franz
Grüße
Franz

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von DerRestaurator » Di 1. Apr 2014, 17:48

diggi hat geschrieben:Hi Philipp,

das kommt hin denke ich. Sind die mit A bezeichneten Teile Druck- oder Fixierstifte? Wäre es unhöflich, nach der Zusendung der ganzen Seite aus dem Handbuch zu fragen? Ich hab leider gar nichts zum Thema Spindelgleitlager gefunden.
Mit den Stiften kann ich dir auch nicht sagen! Meine Maschine weicht von Anleitung ab.


diggi hat geschrieben:Hab mir dein Thema zu der meuser nochmal rausgesucht und entdecke da irgendwie Parallelen;-) das Drehbankstillebenfoto ist cool!!

Hattest du denn eigentlich die spindel ausgebaut? Und hat letzten Endes tatsächlich der wedi zum klemmen geführt? Und hast du das radialspiel selbst eingestellt?

Ach was freu ich mich auf die ersten späne, die hoffentlich vom stahl und nicht aus dem Getriebe kommen;-)
Ja die Spindel hatte ich raus, nicht aber die Lagerschalen. Mit dem Wedi lass' mich bitte in Ruhe :aufsmaul: Er meutert gerade mal nicht, die Maschine läuft und ich lass da jetzt die Finger von, bis etwas meutert ;-)

Imposanter wäre ein Stilllebenfoto mit der Aufspannscheibe und den MB711-Trommeln gewesen :o

Viel Erfolg

Philipp
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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Di 1. Apr 2014, 22:00

motor64.1 hat geschrieben: Das gibt es auch gemischt - vorne Gleitlager, hinten Rollenlager + Axialkugellager ;-)

Eine Spindel mit dieser Lagerkombination liegt gerade zerlegt auf meiner Werkbank :-(

Grüße
Franz
Hallo Franz,

hättest du davon vielleicht ein Foto, auch gern von den Lagerbuchsen? Danke schonmal!
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Di 1. Apr 2014, 22:03

DerRestaurator hat geschrieben: Ja die Spindel hatte ich raus, nicht aber die Lagerschalen. Mit dem Wedi lass' mich bitte in Ruhe :aufsmaul: Er meutert gerade mal nicht, die Maschine läuft und ich lass da jetzt die Finger von, bis etwas meutert ;-)

Imposanter wäre ein Stilllebenfoto mit der Aufspannscheibe und den MB711-Trommeln gewesen :o
Philipp
Hi Philipp,

sorry, wollte nicht in ein Wespennest piecken ;-) Fotos hast nicht zufällig vom "Innenleben", oder? Wäre sicher interessant...

Und die Trommelaufspannung hattest doch hier präsentiert, nur eben nicht so romantisch ausgeleuchtet hihihihi
Gruß
Dirk

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Re: WMW-Eisenschweindrehmaschine - Prüfung & Aufarbeitung

Beitrag von diggi » Sa 5. Apr 2014, 22:58

So Leute,

heute hab ich dann mal schnell das desolate Kabel gegen ein brauchbares getauscht und was soll ich sagen - sie läuft!!! Hab nix beanstandungswürdiges gefunden, ausser dass sie leiser ist als ich dachte. ;-) Alle Funktionen getestet und nichts defekt oder sonstwie auffällig. Ich muss mich erstmal mit den unheimlich vielen Kombinationen für Leit- und Zugspindel, Plan- und Längsschlitten, Schlossmutter und Fallschnecke usw. auseinandersetzen - ist nicht ganz leicht ohne Handbuch :o :cry:

Was mir besonders imponiert:
- dass der Motor immer läuft und man Spindel und L+Z per Kupplung sanft zuschaltet - das hört sich an, als ob ne Bahn anfährt :freu:
- dass die Rücklaufgeschwindigkeit sinnvollerweise ca. doppelt so hoch ist wie hin
- das dieser Haufen Eisen zu so geschmeidigen Bewegungen fähig ist

Radialspiel nach dem Lauf konnte ich nicht mehr messen wegen Dunkel. Die Spindellager wurde nach 10min Maximaldrehzahl nicht warm - höchstens etwas wärmer als ganz kalt :?
Was mir jedoch auffiel ist Axialspiel - spür- aber nicht sichtbar. Das sollte ja über die Muttrn am linken Spindelende einstellbar sein. Wie schädlich ist Axialspiel für das Drehergebnis?

Es gibt auch Schatten: Der Motorschutzschalter - DDR-Produkt - löst aus, wenn ich die Kupplung bei Maximaldrehzahl einrücke. Er fühlt sich auch verschlissen an. Da weder Motor noch sonstwas warm werden und sich nichts gequält anhört, sollte das doch am ehesten am Schalter liegen, oder? Es sind zwei verbaut, wobei einer wohl mal für die KSMA gedacht war - den werde ich morgen mal anklemmen...

Hach...ich bin erstmal happy! Ich glaub, das wird was mit uns. Hoffe, ich kann morgen nochmal etwas messen. Geb dann die Ergebnisse durch. Bis denn erstmal...
Gruß
Dirk

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