Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

roger86
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von roger86 » Mo 21. Jan 2019, 13:37

Danke für die Inputs.

Der Fall ist demfall klar, 275 Euro plus Versandkostenanteil zuviel bezahlt, hätte lieber von Anfang an selber was aufbauen sollen, währ günstiger und besser gekommen.

Ich poste hier dann mal die Bilder, sobald ich dazugekommen bin das ganze zu verstärken.

- Fundament Giessen für Plane Auflagefläche
- Verstrebungen hinten
- Tischplatte, Material muss ich noch gucken.

Aber Siebdruck währ einfach, sonst ne Metallplatte, daran schweiss ich dann ein paar Winkel für die Aufnahme einer Querleiste welche hinten an den Kasten kommen.
Der Verzug der beiden Kästen kann ich dann immernoch mit Epoxy ausnivelieren, wenn notwendig :muahaha:

Khan
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Khan » Mo 21. Jan 2019, 15:12

sepp hat geschrieben:
Mo 21. Jan 2019, 11:30
Nun, das Maschinchen hat knapp 200kg, es ist also nicht zu erwarten, dass sich da groß was tut was die Präzision beeinflusst wenn die halbwegs gerade hingestellt wird.
[...]
Maschine ausrichten im herkömmlichen Sinn wie das gemacht wird wenn man stabile Maschinenfüße dran hat, das kannst du mit den Blechkisten aber nicht machen- die Struktur der Kiste ist einfach nicht stabil genug um das Bett gerade zu ziehen.
Die Masse sagt wenig über die statische Steifigkeit aus. Entscheidend ist hauptsächlich der Querschnitt, die Länge und die Materialstärke des Bettes.
Leichte Drehmaschinenbetten sind zwar leichter, aber dafür auch weniger steif - und umgekehrt.
Drehmaschinenbetten sind aufgrund der offenen/durchbrochenen Form sowieso sehr flexibel gegenüber Torsion. Das E-Modul von Grauguss (GG25) ist auch nur ~halb so groß wie von Stahl.

Wären Drehmaschinenbetten so eigensteif, könnte man sie nicht so einfach mit Stellfüßen ausrichten (das gilt übrigens selbst für leichte Tischdrehmaschinen).
Die Steifigkeit gegen Torsion kommt also vornehmlich vom Untergestell.

Wie genau man seine Drehmaschine haben möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wenn einem die ungenaue Aufstellung auf Paletten und einer Maurerwasserwaage ausreicht, ist das sein gutes Recht. Hauptsache, man ist mit der Genauigkeit der produzierten Werkstücke nachher zufrieden.

Gruß,
Martin
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Joemann
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Joemann » Mi 23. Jan 2019, 00:03

Ich habe dieses Wochenende ebenfalls meine PM2700 bekommen und auf einem selbstgeschweißten Gestell, mit einer untergelegten Platte montiert. Auf dem Foto fehlen noch 3 Streben auf der Oberseite, je eine Strebe für die Befestigungsbohrungen der Maschine, und eine Strebe mittig.
Das ganze hat in Summe 6 Maschinenfüße.
Ich habe gestern ein Stück 25er Rundstahl über 140mm überdreht und festgestellt, dass ich am Futter 0,08mm dicker war als am Ende.
Nach mehrmaligen verstellen der Füße bin ich auf 0,02-0,03mm Differenz runtergekommen.
Dazusagen muss ich sagen, dass ich die Maschine noch mit keiner Wasserwaage kontrolliert habe. Was haltet Ihr von meinem Vorgehen?

Ich halte das herstellen eines geraden Fundaments für so eine Maschine für ein wenig übertrieben, meint Ihr nicht das ein Gestellt mit Maschinenfüßen den selben Zweck erfüllt?
Dateianhänge
Unbenannt.JPG
20190115_192946.jpg

roger86
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von roger86 » Mi 23. Jan 2019, 09:46

Wenn Du Sie von Paulimot direkt bezogen hast, hast Du ein Prüfbericht mitbekommen wo die Abweichungen stehen.
Bei meiner ist 0.02mm bereits "mit eingebaut", ich denke bei Deiner ähnlich und somit ausreichend.

0.02mm über 140mm scheinen mir ok, kommt halt immer drauf an was Du machen willst.

Paulimot sagt dazu:

Generell ist es ratsam, beim Festziehen der Maschine auf dem Untergell, „Drehversuche“ zu machen. D.h. Sie überdrehen eine Welle und messen diese. Diesen Vorgang wiederholen Sie 1 – 2 mal beim finalen festziehen der Befestigungsschrauben und schauen wie sich das Drehbild verändert. Je nach Ergebnis, müssen die Schrauben einseitig etwas gelockert, bzw. fester angezogen werden.

Anstatt Präzesionswasserwage kannst Du auch eine möglichst plane Platte nehmen und ein kleinen Galgen machen für ein Senklot. Damit kann man gut sehen wie es um den Twist steht. Damit alles Parallel bleibt beim drehen ist es nicht so sehr wichtig das die Maschine im Wasser steht, sondern das sie überall gleich steht


Das Problem bei der PM2700 ist allerdings, sie hat wirklich nur zwei Schrauben, nicht vier. Das heisst ja man kann nur mit unterlegen Arbeiten. Also ein paar Chinesium Fühlerlehren kaufen, und damit unterlegen….

Joemann
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Joemann » Mi 23. Jan 2019, 11:13

Ich habe einen Prüfbericht von Paulimot erhalten, dass Problem ist nur, dass der Ausfüllende so "schön" geschrieben hat, dass ich auch nach mehreren Minuten anstarren, nicht schlau aus den Hiroglyphen geworden bin :pfeif:

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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Rainer4x4 » Mi 23. Jan 2019, 13:36

Khan hat geschrieben:
Mo 21. Jan 2019, 15:12
Wären Drehmaschinenbetten so eigensteif, könnte man sie nicht so einfach mit Stellfüßen ausrichten (das gilt übrigens selbst für leichte Tischdrehmaschinen).
Die Steifigkeit gegen Torsion kommt also vornehmlich vom Untergestell.
Selbst die großen professionellen Maschinen stehen auf einzelnen Untergestellen auf zwei Maschinenfüsse. Die Untergestelle müssen dabei nicht einmal fest mitenander verbunden sein. Hier eine Voest DA180

http://www.mw-werkzeugmaschinen.de/Dreh ... _DA180.htm

Maschinenfüsse sind im Prinzip nix anderes als mit einer Metallkappe verstärkte Gummifüsse:
[ externes Bild ] [ externes Bild ]

Daraus resultieren zu wollen, das dieser Unterbau die Torsionssteifigkeit beeinflussen soll, erschliesst sich mir nicht wirklich.
Gruß Rainer

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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Limbo » Mi 23. Jan 2019, 14:03

Rainer4x4 hat geschrieben:
Mi 23. Jan 2019, 13:36
Selbst die großen professionellen Maschinen stehen auf einzelnen Untergestellen auf zwei Maschinenfüsse. Die Untergestelle müssen dabei nicht einmal fest mitenander verbunden sein. Hier eine Voest DA180
http://www.mw-werkzeugmaschinen.de/Dreh ... _DA180.htm
Daraus resultieren zu wollen, das dieser Unterbau die Torsionssteifigkeit beeinflussen soll, erschliesst sich mir nicht wirklich.
Bei dem Bild gehe ich davon aus, dass die Maschine nur abgestellt wurde.
Zur betriebsbereiten Aufstellung bekommt sie mindestens 6 wenn nicht 8 Füße.
Die beiden Untergestelle sehen auch nicht wie die Paulimot-Briefkästen aus. :schlaumeier:

Meine Maschinenfüße bestehen aus Gewindestange mit angeschraubter und gepunkteter 40mm Fußplatte. Unten ist eine Sohle aus mittelweichen POM abgeklebt. Die Sohle hat aber nur eine dämpfende Wirkung und dient dazu, dass das Metall keine Rostflecken auf dem Boden machen kann.

Hans
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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Workshop Tom » Mi 23. Jan 2019, 14:26

hat geschrieben: Selbst die großen professionellen Maschinen stehen auf einzelnen Untergestellen auf zwei Maschinenfüsse.
Die Untergestelle müssen dabei nicht einmal fest mitenander verbunden sein. Hier eine Voest DA180
... aber nur im Verkaufsraum von dem angeführten Händler.
Zudem handelt es sich bei diesen Unterteilen nicht um "Büchsenblech", sondern meistens um massive Gussteile oder Schweißteile.

Ich kenne das ganze Desaster von dem original Unterbau (ebenfalls aus Büchsenblech) meiner EMCO MAXIMAT SUPER 11.
Dieser wurde relativ früh schon durch etwas "gewichtiges" ersetzt.

Grüße aus der Pfalz
Tom

PS: ..... Hans war schneller :runningdog: ..... und annähernd das gleich geschrieben :handshake:
Jede neue Maschine wird auf einer "Gebrauchten" hergestellt.

"Niemals hätte ich mir träumen lassen, ....

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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Rainer4x4 » Mi 23. Jan 2019, 15:26

Workshop Tom hat geschrieben:
Mi 23. Jan 2019, 14:26
... aber nur im Verkaufsraum von dem angeführten Händler.
Das ist nicht richtig, bei uns in der Halle standen letztendlich nahezu alle Maschinen etwa bis zu der Größenordnung auf diesen Füßen. Die Maschinen wurden oft umgestellt, jedesmal wenn in die Reihe eine neue Maschine kam. Die Firmenleitung hatte es satt immer wieder die Fussböden aufwendig sanieren zu müssen.
Was die Unterschränke angeht, früher waren sie aus Guss, die moderenern Maschinen kommen idR auf Blechschränken. Sicher werden die stabiler sein als die von Paulimot. Aber schliesslich sind die Maschinen auch deutlich größer und deutlich teurer. So eine kleine Tischmaschine am besten auf ein gegossenes Fundament zu stellen halte ich für hoffnungslos überzogen. Aber jeder wie er es mag.
Gruß Rainer

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Re: Ausrichten und Justierprobleme bei der PM2700 von Paulimot

Beitrag von Limbo » Mi 23. Jan 2019, 16:25

Rainer4x4 hat geschrieben:
Mi 23. Jan 2019, 15:26
1.) Das ist nicht richtig, bei uns in der Halle standen letztendlich nahezu alle Maschinen etwa bis zu der Größenordnung auf diesen Füßen.

2.)So eine kleine Tischmaschine am besten auf ein gegossenes Fundament zu stellen halte ich für hoffnungslos überzogen. Aber jeder wie er es mag.
1.) Man muss sich ja nicht nach dem schlechtesten Beispiel richten. :hi:
Wenn der Fußboden OK ist, dann hinterlässt eine 3T Drehmaschine nur ein paar Dübellöcher im Boden.
Die gezeigte Voest verändert garantiert ihre Geometrie wenn ein Werkstück von 40 KG eingespannt wird.

2. Schau Dir mal am Anfang in den ersten Beiträgen den vorhandenen Fußboden des TE an.
Willst Du wirklich auf dem Gebirge eine Werkzeugmaschine auf solchen Briefkästen mit Blechboden aufstellen?
Jetzt steht seine Maschine nur auf den Gewindebolzen und die Blechböden der Briefkästen sind instabil.
Es war von meiner Seite auch nicht von einem tiefen Maschinenfundament die Rede, sondern von einer ebenen Ausgleichsschicht.
Meine 300KG-Maschinen stehen auch nur auf jeweils 4 Füßen auf ebenen Kellerfußboden.

Hans
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