kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

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Andreas1o
Beiträge: 2
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kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von Andreas1o » So 9. Jul 2017, 14:29

Hallo alle zusammen!
Zunächst einmal einen GROßEN DANK an dieses Forum! Sehr interessant und ideengebend!
Seit langem aber nur mitlesend, habe ich mich nun doch entschlossen, auch etwas bezutragen.
Wenn es nach meinem Ausweis geht, heiße ich Andreas, muß wohl auch stimmen, jedenfalls nennen mich alle so. Vom Alter her 55, und in der Nähe von Halberstadt lebend....
Es geht um die Hobby-China-Drehe PM3600 bzw. das baugleiche Modell von HBM, die CJM250 (sozusagen das Selbe in Blau und bei mir wohnend). Einige hier im Forum haben wohl auch eine dieser Maschinen oder ähnliche Modelle mit diesem unsäglichen Vorschubumschalthebel für Plan-und Längstvorschub, bei dem man unglaublich aufpassen muß, daß man nicht versehentlich beim Ausschalten in die jeweils andere Vorschubrichtung schaltet. Also mußte Abhilfe geschaffen werden in Form einer Überschaltsicherung, sozusagen.
Hier mal ein paar Fotos, um was es geht:

Zunächst der Blick in den offenen Schloßkasten in jeweils Nullstellung, Plan- und Längstvorschub.
DSC03202.JPG
Schloßkasten in Nullstellung
DSC03203.JPG
Planvorschub eingeschaltet
DSC03204.JPG
Längstvorschub eingeschaltet
Der dazugehörige Schalthebel
DSC03206.JPG
Der Schalthebel für den Vorschub
Das man den Hebel nach rechts herausziehen muß, um nicht versehentlich einen Vorschub einzuschalten, ist ja richtig und sinnvoll. Nur die Art, wie dieser von selbst wieder nach links beim Ausschalten in die Nullstellung einrasten soll, ist meiner Meinung nach sehr gefährlich. Nicht, daß es zumindest an meiner Maschine nicht funktioniert. Nein, das Problem ist die Geschwindigkeit mit der man zurückschaltet. Ist man dabei zu schnell, kann es sehr leicht passieren, das man über die Nullstellung hinausschaltet und "Zack" ist der andere Vorschub drin. Und ich dachte immer, ach, das kann dir ja eigentlich nicht passieren, du bist ja immer vorsichtig. Vonwegen, Hektik... neulich erst, und wenn sich der Drehmeißel nicht zufällig in einem Freistich befunden hätte, nicht vorzustellen!
Also habe ich mal ein paar Kleinteile gefertigt:
DSC03213.JPG
alle Einzelteile
ein, oder besser gesagt, zwei Löcher in den Schloßkasten gebohrt
DSC03210.JPG
Die Löcher für die Schaltwelle bohren
dazu noch die kleinen Vertiefungen für die Rastkügelchen
DSC03211.JPG
Rastmulden anbringen
und alles montiert. Hier in der Vorwahlstellung "Plan".
DSC03216.JPG
Planvorschub möglich aber nicht eingeschaltet
So sieht es dann aus, wenn der Planvorschub auch eingeschaltet ist
DSC03217.JPG
Planvorschub möglich und eingeschaltet
Das Ganze mit dem Längstvorschub
DSC03215.JPG
Längstvorschub möglich
gleich mal eingeschaltet
DSC03218.JPG
Längstvorschub möglich und eingeschaltet
Von außen betrachtet, sieht es dann so aus:

die waagerechte Stellung des neuen kleinen Hebels bedeutet sinnfälligerweise, das der Längstvorschub erlaubt ist
DSC03219.JPG
Längstvorschub möglich
und hier auch eingeschaltet ist
DSC03220.JPG
Längstvorschub möglich und eingeschaltet, von vorn betrachtet
die senkrechte Stellung demgemäß, daß der Planvorschub eingeschaltet werden kann
DSC03214.JPG
Planvorschub möglich
und in diesem Bild auch ist
DSC03221.JPG
Planvorschub möglich und eingeschaltet, von vorn betrachtet
Das kleine neue Hebelchen rastet in den beiden Stellungen ein, kann sich also nicht selbst verstellen. Einen Vorschub einzuschalten geht auch nur, wenn sich das Hebelchen in einer der beiden Endstellungen befindet. Ist ein Vorschub eingeschaltet, kann man das Hebelchen nicht umschalten. Es ist also alles gegeneinander verriegelt, also sicher. Ein Überschalten des Nullpunktes ist nicht mehr möglich. Das war das Ziel und so soll es sein.

bastler0815
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Re: kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von bastler0815 » So 9. Jul 2017, 15:09

Hallo Andreas,

ein herzliches Willkommen im Forum!
Sehr schön dokumentiert, aus meiner Sicht, eine sehr pfiffige Lösung, einen Konstruktionsmangel zu beseitigen.

Gruß
Raik

Jürgen2911
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Re: kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von Jürgen2911 » So 9. Jul 2017, 21:20

Hallo Andreas

Herzlich willkommen im Forum

Toll gemacht :super:

Ich besitze auch eine PM 3600, hatte allerdings noch nie Probleme mit der Umschaltung.
Rastet relativ gut in Mittelstellung.
Auch kann ich den Hebel nicht rausziehen, sondern nur nach oben oder unten bewegen.

Gibt es wohl doch Unterschiede an den Maschinen.
Oder wurde mal geändert.

Was mich an deiner Maschine interessiert, ist der rechts angebrachte Start-Stop Hebel !
Ist das Original oder hast du das Angebaut ?

Zeige bitte mal ein Gesamtbild deiner Maschine.

Gruß Jürgen

Paulimot PM 3600
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Baumi
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Re: kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von Baumi » So 9. Jul 2017, 22:02

Ich hab zwar eine andere Maschine aber die selbe Sorge. Bisher ist es mir noch nicht passiert aber das ist nur eine Frage der Zeit fürchte ich. Bei meinem Hebel "kuppelt" man nur den jeweiligen Vorschub aus und in Mittelstellung rastet nix.
Diese Lösung werde ich mir merken, danke fürs zeigen.

Lg
Chris
LG
Chris


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Andreas1o
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Re: kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von Andreas1o » Mo 10. Jul 2017, 14:16

Hallo und vieln Dank für das Interesse!

Wie gewünscht hier ein Gesamtbild der Maschine.
DSC03223.JPG
Da steht sie vor sich hin....
und ein paar schnelle Nahaufnahmen
DSC03224.JPG
etwas näher von rechts gesehen
DSC03225.JPG
Hebel nach oben zum einschalten des Vorwärtsganges
DSC03226.JPG
Hebel nach unten zum einschalten des Rückwärtsganges
DSC03227.JPG
nochmal von rechts in Nullstellung
DSC03228.JPG
in Vorwärtsstellung
Ja, die Schaltwelle und die Hebel dazu habe ich selber gebaut.
Einschalten läßt sich die Maschine nur mit dem Hebel rechts am Support und auch nur dann, wenn der schwarze Ring gezogen wird. Man denke es sich so, als wollte man im Auto den Rückwärtsgang einlegen (jedenfalls bei den meisten mit Schaltegetriebe). Zum Ausschalten genügt es, den Hebel wieder in die Mittelstellung zu drücken. Allerdings rastet die Sperre im Gegensatz zum Vorschubhebel absolut zuverlässig ein.
DSC03229.JPG
zum Einschalten muß der Ring gezogen werden, so wie bei vielen Autos die Rückwärtsgang-Sicherung
Hier nochmal der linke Hebel, welcher nicht wie der rechte mitfährt und auch nur das Ausschalten zuläßt. Eingeschaltet kann mit ihm nicht.
DSC03230.JPG
dieser Hebel ist fix und dient nur zum Ausschalten
So sieht es am rechten Ende der 13-er 6-kant-Welle aus: Die kleine Box, in der sich der Drehschalter befindet und auch gleichzeitig die rechte Lagerung darstellt.
DSC03231.JPG
Die kleine Box worin sich der Drehschalter befindet.
die Art des verwendeten Schalters seht ihr hier. DDR-Technik, sehr rubust und zufällig seit Jahrzehnten herumliegend. Nun hat einer von ihnen eine Aufgabe,
DSC03232.JPG
solch ein alter DDR-Drehschalter wird dazu benutzt, allerdings nur mit einer Schaltebene
Ich hatte die Maschine als 230V-Version gekauft und eben auch ganz bewußt eine Getriebemaschine. Der Motor hat auch richtig Kraft für seine Verhältnisse und durch das Getriebe gibt es ja sehr viel Drehmoment untenherum.
ABER: da gab es zwei Punkte, die meiner Meinung nach bedenklich waren. Zum einen die Tatsache, das der Motor beim Einschalten mal so richtig losgeknallt ist. Mir hat jedesmal das Getriebe Leid getan, gerade in höheren Gängen. Nicht schön für die Lebensdauer und auch nicht ganz ungefährlich. Dazu kam zweitens noch die Sache mit dem Schaltkasten, oben, hinten über dem Spindelkasten. Man steht ja eher rechts neben dem Support, muß also jedesmal den linken Arm ausstrecken, um ein- oder auszuschalten. Das fand ich kriminell.
Also mußte eine Änderung her: Ein Drehstrommotor gleicher Größe, angesteuert mit einem FU. Jaja, ich höre schon die FU-Gegner. Ist ja gut. Der FU wird nur im 50Hz-Betrieb verwendet. Der Motor bekommt also nur das, was er am normalen Drehstrom auch nur bekommen hätte. Was ich ihm allerdings angesagt habe ist ein sanfter Start von 3 sec und mit Hilfe eines Bremswiderstandes ein Stopp innerhalb 0,3 sec. Und natürlich die Vorwärts-/Rückwärtssteuerung mit der Schaltwelle am Support.
Damit sind praktisch alles Probleme beseitigt, ich brauche nicht mehr über das sich drehende Futter und herumwirbelnden Spänen drüberfassen zum Ausschalten, kann sehr behutsam anlaufen lassen und beim Ausschalten steht alles in sehr kurzer Zeit und trotzdem schonend.

Ach ja, wegen des Herausziehens des Vorschubhebels. Also am kleinen Schildchen ist ja extra auch der dicke rote Pfeil angebracht, der darauf hinweist, daß man den Hebel herausziehen muß. Sollte das bei Euren Maschinen nicht so sein? Zur Verdeutlichung hier noch zwei Bildchen dazu.
DSC03233.JPG
Vorschubhebel eingerastet in Nullstellung
DSC03234.JPG
Vorschubhebel herausgezogen und nur jetzt wäre ein Schalten nach oben oder unten möglich
Danke nochmals und mit freundlichen Grüßen, Andreas.

gsg
Beiträge: 1
Registriert: Di 12. Feb 2019, 15:56
Germany

Re: kleine Verbesserung an PM3600 / HBM CJM250

Beitrag von gsg » Di 12. Feb 2019, 16:33

Hallo zusammen,
ich bin heute auf das Forum gstossen und möchte mich vorstellen. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich nur noch den Hobbys frönen kann und habe einen kleinen Maschinenpark aufgebaut bestehend aus Drehmaschine CJM250 /400V mit 3-Achs-Digitalanzeige, Fräsmaschine FM45A mit 4-Achs_Digitalanzeige und Absaugung mit Seitenkanalgebläse und einerDrehzahl von 3600 Upm.
Auch ich hatte das Problem mit dieser Umschaltung. Das Problem lag in der schlampigen Montage des Schlosskastengetriebes, wo die Bohrungen beim Lachieren nicht abgedeckt wurden. Damit haben die Lackstreifen in den Bohrungen die leichtgängigkeit der Hebel behindert. Ich habe das Getriebe zerlegt und alle Bohrungen und Wellen von Lackrückständen beseitigt. Dabei habe ich dann auch noch ein Ölfenster für den Ölsumpf eingebaut, da bei meiner Maschine keinerlei Öl verfüllt war. Zuvor hatte ich eine Veriegelung aussen angebaut, welche ich mit längeren Schrauben in den vorhandenen Bohrungen befestigen konnte.
CJM250-Riegel-mini.dwg.pdf
(24.44 KiB) 7-mal heruntergeladen
Seit der Reinigung bin ich mit dieser Maschine glücklich, habe meine Vreriegelung wieder abgebaut und vermisse die vorher betriebene Bernardo 550WQ in keiner Weise, im Gegenteil, das nervige Zahnradwechseln bei Vorschubänderungen entfällt wegen des vorhandenen Vorschubgetriebes mit 15 Gängen. Auch das Drehmoment ist gegenüber der Bernardo gewaltig. Hier merkt man deutlich den Unterschied zwischen sufenloser Regelung von Gleichstrommotoren und einem Getriebe. Die Digitalanzeige habe ich selbst mittels einer Sino SDS6 und magnetischen Maßstäben von Klüber aufgebaut, da diese um einiges kleiner sind als Glasmaßstäbe.

LG
Günter :hi:

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