Laservermessung meiner Drehmaschine

Doc Alex
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von Doc Alex » Sa 18. Jun 2016, 19:20

Metaller hat geschrieben:
Doc Alex hat geschrieben:...
Mir reicht es, wenn ich die Abweichung minimieren kann. Wie groß die dann ist, ist mir egal.
...
Hallo Alex.

Was heisst denn für dich minimieren? Von eiert viel zu eiert weniger? Wo liegt der Sinn deiner Lasershow, bzw. was willst du da 'vermessen'?

Würde mich interessieren.

Lieben Gruß,
Udo
Mein Ausgangspunkt war die Frage: Wie gerade ist das Maschinenbett bzw. wie genau passt das Zentrum des Reitstocks zur Drehachse am Ende des Maschinenbetts.
Es könnte ja sein, dass das Bett einen Buckel hat, oder dass das Getriebe schief im Raum steht.

Das kann ich nicht messen zumindest nicht mit meinen Mitteln. Der Laser kann es. Mit der Zylindermethode kann ich sogar kleine Abweichungen sehen.

Durch diese Messungen ist mir aufgefallen, dass die Pinolenachse nicht stimmt. hält man an den Lasekreis nun ein Lineal, so kann man den Fehler sogar in mm Messen.

Genauere Messungen in der Nähe des Backenfutters hab ich ja mit dem Zentrikator gemacht. Siehe http://forum.zerspanungsbude.net/viewto ... 28&t=22568.

Ich hoffe die Idee der "Lasershow ist nun klarer?

Viele Grüße

Doc ALex
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emcoalex
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von emcoalex » Sa 18. Jun 2016, 20:08

pliester hat geschrieben:Wenn etwas gemessen wird, läßt sich das in Werten festhalten, wie Meter, Millimeter, Gramm usw..

Mit einem Laserpointer für dem Bürobedarf läßt sich vielleicht etwas auf die schnelle grob überprüfen, allerdings kann keine Aussage über die Größe der Abweichung getroffen werden.

gruß
pliester
Messen kann man auch relativ. Wenn man einen Faktor haben will, kann er auch mit etwas Rechnen exakt sagen, um wieviel die Drehbank jetzt genauer ist.
Das vergleichende Messen (Vergleich mit einem Normal) wird hier aber nichts bringen. Er will ja damit Werkstücke produzieren (die alle andere Abmessungen haben)
und keine Werte in Tabellen eintragen.

Das Prinzip ist schon sehr alt, früher hat man halt einen Schatten (zB. den eines Zeigers) genommen, heute ist halt der Zeiger "aus Licht". :-D

Übrigens hat man schon vor der Verwendung von (Ver)Messuhren Neutronen gezählt.

Man könnte auch eine neue Messmethode daraus entwicklen, um billigst Drehbänke einschätzen zu können. :-D :-D :-D

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Niskie
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von Niskie » Sa 18. Jun 2016, 20:19

Wenn die Pinole nicht allzuviel Spiel in der Reitstockbohrung hat, dann kann man auch mal die Passfeder rausnehmen und die Pinole drehen. Mit Prüfwelle (oder einem Präzi-Stahl in der Spannzange) und Uhr oder Taster kann man dann ganz einfach messen, wie zentrisch und axial ausgerichtet der MK eingebracht wurde.

Mit viel Spiel in der Reitstockbohrung funktioniert das auch, wird halt ungenauer. Das spielt dann aber keine Rolle (mehr).

Gruß Peter
Einfache Antworten sind immer falsch. Komplizierte meistens auch.

pliester
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von pliester » Sa 18. Jun 2016, 20:39

Doc Alex hat geschrieben:
Metaller hat geschrieben:
Doc Alex hat geschrieben:...
Mir reicht es, wenn ich die Abweichung minimieren kann. Wie groß die dann ist, ist mir egal.
...
Hallo Alex.

Was heisst denn für dich minimieren? Von eiert viel zu eiert weniger? Wo liegt der Sinn deiner Lasershow, bzw. was willst du da 'vermessen'?

Würde mich interessieren.

Lieben Gruß,
Udo
Mein Ausgangspunkt war die Frage: Wie gerade ist das Maschinenbett bzw. wie genau passt das Zentrum des Reitstocks zur Drehachse am Ende des Maschinenbetts.
Es könnte ja sein, dass das Bett einen Buckel hat, oder dass das Getriebe schief im Raum steht.

Das kann ich nicht messen zumindest nicht mit meinen Mitteln. Der Laser kann es. Mit der Zylindermethode kann ich sogar kleine Abweichungen sehen.

Durch diese Messungen ist mir aufgefallen, dass die Pinolenachse nicht stimmt. hält man an den Lasekreis nun ein Lineal, so kann man den Fehler sogar in mm Messen.

Genauere Messungen in der Nähe des Backenfutters hab ich ja mit dem Zentrikator gemacht. Siehe http://forum.zerspanungsbude.net/viewto ... 28&t=22568.

Ich hoffe die Idee der "Lasershow ist nun klarer?

Viele Grüße

Doc ALex

Vergess die Lasergeschichte.

Du hast doch eigendlich alles, was zum Vermessen nötig ist, was fehlt (bitte jetzt nicht als Angriff verstehen), ist vielleicht die Vorstellung es mit den vorhandenen Mitteln umzusetzten.

Mit der Messwelle kann überprüft werden (in Verbindung mit einer Messuhr+Ständer):

Spindelstock: Höhen/Seitenlage zum Maschinenbett (wenn die Welle in den Konus der Arbeitsspindel gesetzt wird).
Reitstock: Pinole Höhen/Seitenlage zum Maschinenbett, Höhen/Seitenlage zur Arbeitsspindel.
Maschinenbett: Höhen/Seitenlage über den Arbeitsweg zwischen Arbeitsspindel und Reitstock (zwischen den Spitzen oder frei fliegend).

Um Gesamtmessungen durchzuführen müssen erst die einzelnen Komponenten auf Richtigkeit überprüft werden.

Also die richte Reihenfolge der Messungen und deren Korrektur einhalten.

Übersicht was wie gemessen wird: https://www.wabeco-remscheid.de/media/c ... 0%20CA.pdf


gruß
pliester

alexg.
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von alexg. » So 19. Jun 2016, 23:13

pliester hat geschrieben: Reitstock: Pinole Höhen/Seitenlage zum Maschinenbett, Höhen/Seitenlage zur Arbeitsspindel
gemessen an der Pinole selbst oder am eingesteckten Dorn? Es ist nämlich nicht zu vernachlässigen dass die MK-Bohrung der Pinole schief sein kann, wie es bei der Chinesin der Fall ist. Dann weiß ich zwar das die eingefahrene Pinole stimmt, aber wie sieht es aus wenn die Pinole schief ausfährt oder angenommen eine 200mm lange Bohrfutter+Bohrer Kombination dann um 0,3 aus der Mitte steht...

mfg

pliester
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von pliester » Mo 20. Jun 2016, 15:15

alexg. hat geschrieben:
pliester hat geschrieben: Reitstock: Pinole Höhen/Seitenlage zum Maschinenbett, Höhen/Seitenlage zur Arbeitsspindel
gemessen an der Pinole selbst oder am eingesteckten Dorn? Es ist nämlich nicht zu vernachlässigen dass die MK-Bohrung der Pinole schief sein kann, wie es bei der Chinesin der Fall ist. Dann weiß ich zwar das die eingefahrene Pinole stimmt, aber wie sieht es aus wenn die Pinole schief ausfährt oder angenommen eine 200mm lange Bohrfutter+Bohrer Kombination dann um 0,3 aus der Mitte steht...

mfg
An Beidem.
Erst die ausgefahrene Pinole, geklemmt.
Dann Pinole eingefahren, geklemmt mit Messdorn. Gleiche Messposition, gleicher Messweg.
Gleiche Werte, alles ist gut.

gruß
pliester

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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von cnc-steinbeisser » Sa 25. Jun 2016, 19:35

Hi,
sehr interessant. Meine Maschinen habe ich noch nicht lange (1 Jahr) und bis jetzt auch nur an der Drehe Spitzenversatz im Hauptarbeitsbereich und Werkstücke gemessen. Da die große konventienelle bald auf CNC umgebaut wird und die kleine CNC Portalfräse in Betrieb geht suche ich hierfür Informationen wie man die Maschine messen kann (Stichwort/Fachbegriff Arbeitsunsicherheit).
Gibts die Anleitung von WABECO auch für Fräsen oder von anderen?

Kennt wer dieses Buch (50€!)

https://www.amazon.de/Charakterisierung ... 3954256185

Zu deinem Laser und dass der abgebildete Ring so dick ist (3mm). Laserstrahlen sind paralell, drehe dem Laserpointer doch eine Kappe mit einem ganz kleinen Loch, als Ronde dann müsste der projizierte Ring oder das Oval ganz dünn/fein werden.
Frei nach Herbert Einstein

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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von pliester » Sa 25. Jun 2016, 22:18

Prüfprotokoll für eine Fräsmaschine:

https://www.wabeco-remscheid.de/media/c ... -F1210.pdf

gruß
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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von mikromeister » Mi 9. Jan 2019, 11:48

Wir benutzen beim groben Ausrichten von Teleskopen ganz ähnliche Verfahren.
Bei einem einfachen Setup wird ein Becher mit genauer Aussenkontur gedreht und ein Laasermodul da von hinten reingesteckt.
Radial ist es mit 2x3 Madenschrauben festgeklemmt.
Vorne am Becherboden gibt es genau zentrisch ein exaktes (geschwärztes) ca. 1mm Loch oder auch kleiner.
Gerne mit scharfer Kante. Das Loch darf wegen Reflexionen nur sehr kurz sein. Also Ausbohren, Anschrägen oder sowas.

Der ursprünglich ca.3mm große unrunde Strahl tritt also abgeblendet genau mittig, klein und rund aus.
Die Verkippung kann man mit den Madenschrauben und Rotation einjustieren.
Hier Vorsicht. Viele Lasermodule haben sehr windige Aussenwände und lassen sich mit den Madenschrauben kaputtdrücken.

Im Ergebnis hat man das was der Threadersteller benutzt hat, nur in besserer Qualität.
Zusätzlich lässt es sich als einfacher Autokollimator zur Winkelprüfung verwenden, wenn man eine reflektierende Oberfläche anschießt.
Bei nicht genau 90° Auftreffwinkel kann man nämlich am Becherboden den Rückreflex sehen, der nicht mehr in die Austrittsöffnung zurückfindet.
Sogar eine Winkelmessung über Triangulation ist machbar.

Im Gesamtergebnis ist die Genauigkeit bei großen Abständen nicht so schlecht und die HAndhabeung ist leicher als mit einem echten Autokollimator.
Vom Preis mal ganz abgesehen.

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Re: Laservermessung meiner Drehmaschine

Beitrag von Doc Alex » Mi 9. Jan 2019, 21:01

Interessant.

Haste mal ein Foto?
Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl!

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