Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Erpi
Beiträge: 99
Registriert: Do 25. Aug 2011, 10:05
Wohnort: Wien

Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Erpi » Fr 5. Feb 2016, 08:53

Ich habe eine BERNARDO 550 WV Drehmaschine mit Drehfutter Ø 125 mm.
Exakt zentrische Bohrungen lassen sich damit nicht durchführen. Die Bohrungen sind immer außerhalb des Mittelpunktes. Wenn ein Werkstück aus dem Drehfutter genommen wird und nachher wieder eingespannt, ist kaum Wiederholgenauigkeit gegeben.
Kann diese Fehler ein besseres Drehfutter beheben?

Wenn ja, welches Drehfutter wäre geeignet? Es gibt Ausführungen aus Guss oder Stahl; sowie mit einteiligen oder geteilten Backen. Worauf soll ich achten?

Danke für Hinweise,
Erwin

Benutzeravatar
eXact Modellbau
Beiträge: 6711
Registriert: Mi 17. Aug 2011, 08:04
Wohnort: Bad Doberan (Mecklenburg)
Kontaktdaten:
Germany

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von eXact Modellbau » Fr 5. Feb 2016, 09:04

Hallo Erwin
Es kann Dir passieren, dass es mit einem neuen Futter noch schlechter wird.

Ein 3BF muss nicht zentrisch spannen, dafür ist es nicht gedacht, aber es ist natürlich schön, wenn es das tut.

Wenn man etwas zentrisch spannen möchte, gibt es mindestens 4 Möglichkeiten:
1. Spannzangen
2. 3BF mit weichen Backen, die passend zum Werkstück ausgedreht werden
3. unabhängiges 4BF, aber das Werkstück muß mit Messuhr ausgerichtet werden
4. Man dreht den Bund auf dem Futterflansch etwas kleiner, so dass man das 3BF verschieben kann. Mit Messuhr kann man dann das Werkstück zentrisch hinklopfen.
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

http://www.die-minilok.de/

Benutzeravatar
Burki
Moderator
Moderator
Beiträge: 2770
Registriert: So 26. Feb 2012, 21:59
Wohnort: Oberboihingen
Germany

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Burki » Fr 5. Feb 2016, 09:07

Bevor du jetzt ein neues Futter kaufst, erstmal prüfen, ob die Backen im richtigen Schacht sitzen bzw. in der richtigen Reihenfolge ins Futter eingesetzt wurden.
Des weiteren solltest du prüfen, ob dein Reitstock richtig ausgerichtet ist.
Von wieviel Rundlauffehler reden wir denn, wenn das Werkstück aus- und wieder eingespannt wurde?
Gruß
Burki
_______________________________________________
Wollen ist wie machen - nur fauler ;-)

Helix
Beiträge: 860
Registriert: Mi 12. Mär 2014, 10:19

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Helix » Fr 5. Feb 2016, 09:42

Wegen Guss oder Stahl:

Alle “günstigen“ Futter, wie auch dein werksseitig montiertes, sind Guss Futter. Gießen ist nun mal deutlich billiger als gesenkschmieden, wobei ich mir gar nicht sicher bin ob die Chinesen geschmiedete Futter überhaupt anbieten.

Gussfutter haben idR eine maximale Drehzahl von 3000 Umdrehungen pro Minute, die geschmiedeten können ein gutes Stück höher drehen bevor es sie wegen der wirkenden Kräfte zerreißt. Ist aber für konventionelle Maschinen unerheblich, so hoch dreht ohnehin kaum eine Drehbank.

Weiterer Vorteil der Stahlfutter ist die Verschleißfestigkeit, aber auch das ist beim Hobbyeinsatz zu vernachlässigen, du spannst ja nicht ein paar Tausend Teile im Jahr ein und aus.

Bei den Gussfuttern sind wie bei Motorblöcken aus Guss die Vibrationen geringer, daher werden sie beim Fräsen bevorzugt, ob's real nen Unterschied macht kann ich nicht beurteilen.

Benutzeravatar
Andreas
Beiträge: 368
Registriert: Sa 6. Nov 2010, 20:19

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Andreas » Fr 5. Feb 2016, 09:49

hier mal die Rundlaufgenauigkeit DIN Normen für Drehbankfutter
Dateianhänge
Zentra_Rundlauf_1085.jpg
Gruß
Andreas

Erpi
Beiträge: 99
Registriert: Do 25. Aug 2011, 10:05
Wohnort: Wien

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Erpi » Fr 5. Feb 2016, 10:02

Ein 3BF muss nicht zentrisch spannen….
Bison bewirbt mit dieser Eigenschaft seine Drehfutter. Daher dachte ich, das soll so sein.
…..ob die Backen im richtigen Schacht sitzen
Die Backen sitzen richtig.
Von wieviel Rundlauffehler reden wir denn, wenn das Werkstück aus- und wieder eingespannt wurde?
Ich habe z.B. eine Halterung für eine Diamantschleifscheibe gedreht. Die Scheibe „eiert“ dahin. Oder eine 2 mm Bohrung in ein 3 mm Rundmaterial – man kann die exzentrische Bohrung frei mit dem Auge erkennen.
...hier mal die Rundlaufgenauigkeit DIN Normen für Drehbankfutter
Wenn ich die Werte für DIN8386 I erreiche, wäre ich froh.
Herzlichen Gruß
Erwin

Benutzeravatar
eXact Modellbau
Beiträge: 6711
Registriert: Mi 17. Aug 2011, 08:04
Wohnort: Bad Doberan (Mecklenburg)
Kontaktdaten:
Germany

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von eXact Modellbau » Fr 5. Feb 2016, 10:05

Erpi hat geschrieben:...Ich habe z.B. eine Halterung für eine Diamantschleifscheibe gedreht. Die Scheibe „eiert“ dahin....
Dreherregel Nr.1: Teile die 100%ig rund laufen sollen, werden zischen Spitzen oder in einer Aufspannung gedreht!
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

http://www.die-minilok.de/

Erpi
Beiträge: 99
Registriert: Do 25. Aug 2011, 10:05
Wohnort: Wien

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von Erpi » Fr 5. Feb 2016, 10:29

....werden zischen Spitzen oder in einer Aufspannung gedreht!
Es handelte sich um eine Buchse, um den Durchmesser einer Achse zu verstärken. Da fiel mir keine bessere Lösung ein.
Herzlichen Gruß
Erwin

Benutzeravatar
eXact Modellbau
Beiträge: 6711
Registriert: Mi 17. Aug 2011, 08:04
Wohnort: Bad Doberan (Mecklenburg)
Kontaktdaten:
Germany

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von eXact Modellbau » Fr 5. Feb 2016, 12:32

Na ja, so geht es jedenfalls nicht. Auch mit einem anderen Futter nicht.
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

http://www.die-minilok.de/

Benutzeravatar
HansD
Beiträge: 16364
Registriert: Sa 6. Nov 2010, 18:19
Wohnort: 86641

Re: Fragen zum Kauf eines Dreibacken-Drehfutters

Beitrag von HansD » Fr 5. Feb 2016, 14:45

Erpi hat geschrieben:
....werden zischen Spitzen oder in einer Aufspannung gedreht!
Es handelte sich um eine Buchse, um den Durchmesser einer Achse zu verstärken. Da fiel mir keine bessere Lösung ein.
Fliegend spannen, bohren und aussen überdrehen ging nicht?

Hans, der so schon Buchsen mit 0.5er Wandstärke drehte
Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!

Antworten