Bernardo Profi 700 BQV einstellen

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Metaller
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Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von Metaller » Fr 9. Jan 2015, 15:54

Hallo Forum! :hi:

Ich habe mich ja schon vorgestellt. Also komme ich mal direkt zum Thema :P

Ich habe seit einigen Tagen eine 700 BQV in meinem Keller stehen. Da ich nicht direkt vom Fach bin, sondern vor 27 Jahren mal Verfahrensmechaniker Eisen- und Stahlmetallurgie gelernt habe komm ich mit der Einstellerei der Drehe nicht so recht weiter. Ich habe durch meine Lehre damals viel und sehr präzise drehen müssen und auch geschafft. Das waren aber andere Kaliber an Drehen. Ich kann mich noch an Boehringer, Heidenreich und Co mit spitzenweiten um die 3 meter. Egal.

Was habe ich gemacht... Futter runter, Mk5 Hülse mit Mk3 Körner in die Spindel, auf dem Reitstock einen Mk3 Körner rein und die Spitzen gegeneinander gefahren. Ich sehe keinen signifikanten Versatz mit blossem Auge. Dann habe ich den Futterflansch und den Körner mit der Messuhr abgefahren. Auch soweit ok für eine Chinadrehe. Wobei das Ergebnis besser ist als es im Prüfbericht steht. Das kann daran liegen dass ich Dreck und Flugrost aus dem Spindelkonus geschliffen habe. Direkt den Konus in der Spindel habe ich noch nicht abgefahren da mit die Fühlhebel-Messuhr noch fehlt :cry: Mal so quer rein brachte keinen Ausschlag (kein Wunder).

Der Ist-Zustand ist nun folgender. Ich habe mir ein 20 x 500 mm Alurund geschnappt (AlCu4PbMgMn). und angefangen das ganze auf 19,5 mm auf 50 mm abzudrehen. 1500 u/min Vorschub 0,02 mit Schruppplatte wohlgemerkt. Ich habe den 9tlg. HM Wendeplatten-Meisselsatz da ist leider kein Schlichtmeissel dabei. So vorn am Futter bin ich beim Schlichtgang 0,05 mm Zustellung bei 19,474 rausgekommen am fliegenden Ende auf 19,497 gemessen mit Mikrometerschraube und Digi-Messchieber. Ergebnisse fast exakt :unknown: Ich muss dazu sagen dass ich nach dem ersten Schruppen von 0,2 mm nur aussen gemessen habe :wall:

Ich finde das Ergebnis jetzt nicht so berauschend. Also im Prüfprotokoll hat der Chinese mit seiner Sauklaue wohl bei dem gleichen verfahren 0,03mm eingetragen. Nun da bin ich auch leicht besser aber ich finds nicht ok. Es ist ja nur auf 50 mm. Was passiert dann erst bei 400 oder 600 mm ? :heul:

Naja das Ergebnis könnt ihr auf den Videos sehen. Ich habe versucht die Messuhr so gut es geht zu filmen.

Das Bett ist nicht verschränkt. Habe es mit dem iPhone 6+ und Clinometer gemessen. Die Drehe steht in der Längsachse exakt im Wasser. In der Querachse habe ich einen Abfall von 0,6º nach hinten. Das kanns wohl nicht sein.

Was kann ich noch tun um die Drehe besser zu testen und eventuell bessere Toleranzen zu bekommen? Im Prinzip reicht mir das, aber nur im Prinzip. Ich habe vor mit der Drehe mal Innen- und Aussengewinde zu drehen aussen auch mal über 300 mm M10. Auch Federzylinder, also Hülse und Kolben sind geplant. Länge je nach dem 100 -150 mm Hub. Da ist so eine Toleranz tödlich. Ja ich weiss eine bessere Drehe wäre auch eine Wahl aber ich habe diese günstig (nagelneu) bekommen und ich lass erstmal den Kopf nicht hängen. Da geht noch was mit eurer Hilfe da bin ich mit sicher, wenn ich hier so lese :2up:

Ich freue mich auf eure Vorschläge.

Gruß,
Udo

Hier nun einige Bilder und Videos:

YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=rNmlNo4f4AY
YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=d_2F70uOlUc
YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=MnCVhVwPVlU
YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=UNshgcLZB0g
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von unsersepp » Fr 9. Jan 2015, 17:12

auch mal über 300 mm M10.
Das ist eine Herausforderung - davon wäre ein Video nett :thx:

Wenn ich deinen Text richtig verstanden habe, dann steht der Spindelstock nicht in einer Linie mit dem Bett.
Das Thema wurde hier schon öfter behandelt und ist bei jeder Maschine individuell bis gar nicht lösbar - je nach Bauart.
Also musst du mal schaun, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen gerade zu Richten.

:hi: Josef
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von yoda » Fr 9. Jan 2015, 20:20

Metaller hat geschrieben:Ich sehe keinen signifikanten Versatz mit blossem Auge.
Der Reitstock ist bei meiner 700 BQV am Schlechtesten eingestellt gewesen, ein paar 1/100 sieht man mit freiem Auge auch nicht, der Rest hat aber 100% gepasst.
Metaller hat geschrieben: Der Ist-Zustand ist nun folgender. Ich habe mir ein 20 x 500 mm Alurund geschnappt (AlCu4PbMgMn). und angefangen das ganze auf 19,5 mm auf 50 mm abzudrehen. 1500 u/min Vorschub 0,02 mit Schruppplatte wohlgemerkt. Ich habe den 9tlg. HM Wendeplatten-Meisselsatz da ist leider kein Schlichtmeissel dabei. So vorn am Futter bin ich beim Schlichtgang 0,05 mm Zustellung bei 19,474 rausgekommen am fliegenden Ende auf 19,497 gemessen mit Mikrometerschraube und Digi-Messchieber. Ergebnisse fast exakt :unknown: Ich muss dazu sagen dass ich nach dem ersten Schruppen von 0,2 mm nur aussen gemessen habe :wall:
Ich halte es durchaus für möglich, dass es dir das 20mm Alu auf 50mm hinten einfach 1/100 weggedrückt hat, würde an deiner Stelle mal etwas Stärkeres abdrehen.
Metaller hat geschrieben: Es ist ja nur auf 50 mm. Was passiert dann erst bei 400 oder 600 mm ? :heul:
So ein langes Teil musst du sowieso zwischen den Spitzen drehen und stellst den Reitstock dann so ein, dass es passt.

Die Werte im Prüfprotokoll hat meine Maschine alle unterschritten, wirklich bescheiden ist nur der Reitstock, es fehlen auch die Einstellmöglichkeiten, aber da sind die chinesischen Maschinen eh alle gleich. Den muss ich bei Gelegenheit noch etwas tunen :-D

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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von Metaller » Fr 9. Jan 2015, 23:49

Hallo Sepp.

Naja M10 auf 300 mm ist schon machbar über einen Rollkörner und geeignetem Material. Ich bin nur nicht sicher ob sich der Aufwand lohnt. Eine Gewindestange isnt günstiger. Es wäre halt eine Herausforderung an Mensch und Maschine :-D

Du hast das richtig gelesen, aber ich "vermute" es nur. Ich bin kein Drehbankspezialist. Wenn ich mit einem Messer keine Kokusnuss knacken kann ist ja auch nicht das Messer schuld. Ich habe, denke ich, noch ein wenig an diversen Tests zu machen um das endgültig sagen zu können.

Ich muss die Drehe auch erst kennen lernen.

Yoda. Macht dein Motor auch beim vorwärtslauf so ein Tickergeräusch? Beim Rückwärtsgang macht der das nicht. Das ist aber Nebensache. Ich habe noch so einige Fragen aber das kommt später.

Gibt es eine Möglichkeit mit der Messuhr das Bett abzufahren ob es eine Welle oder einen anderen geometrischen Schaden/Anomalie hat? Das Bett kann eigentlich so massiv wie das beschaffen ist, nicht verdreht sein. Ich habe die Maschine auf das Bernardo Untergestell geschraubt und es auf Hartgummifliesen gestellt wegen der Vibrationsentkopplung.

Ich werde noch ein wenig weiter fummeln. Im prinzip muss ich als erstes irgendwie rausfinden ob der Spindelstock 100% prarallel zum Bett ist. Ich komme um einen Prüfdorn wohl nicht rum :heul: so ein mist!

Danke aber schonmal für die Tipps.

Gruß,
Udo
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von Metaller » Sa 10. Jan 2015, 00:30

So ein "Prüfdorn" ist es nicht aber schon eine gesunde "Messwelle". Inkl. Versand 35 EUR in 30 x 750 mm und f7 Passung aus 20MnV6. Gekauft hier: Kolbenstangenshop

Gruß,
Udo
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von unsersepp » Sa 10. Jan 2015, 09:15

Hi,
gegen den Shop ist nichts zu sagen, aber eine Kolbenstange als Prüfwelle stelle ich mal in Frage.....
Die werden als 6m Stücke gefertigt und wenn die 30er vom Lehrling in der Mitte getragen und durch die Halle geworfen wird, sind da 100stel kein
Maß mehr.
Eine mit Liebe gefertigte Prüfwelle ist nicht umsonst so teuer

:hi: Josef
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von yoda » Sa 10. Jan 2015, 10:29

Metaller hat geschrieben:Yoda. Macht dein Motor auch beim vorwärtslauf so ein Tickergeräusch? Beim Rückwärtsgang macht der das nicht. Das ist aber Nebensache. Ich habe noch so einige Fragen aber das kommt später
Alles ganz ruhig, kein tickern.
Metaller hat geschrieben:Ich habe die Maschine auf das Bernardo Untergestell geschraubt und es auf Hartgummifliesen gestellt wegen der Vibrationsentkopplung.
Hast du die Maschine mit der Maschinenwasserwaage ausgerichtet ? Das Bernardo Blechgestell ist nicht wirklich ultrastabil, ich hab meine Maschine exakt ausgerichtet mit 8 Maschinenfüßen und werd das Gestell noch rundherum an der Wand befestigen. Ein befreundeter Werkzeugmacher hat gemeint man sollte die Maschine mal ordentlich ausrichten bevor man die Werte überprüft damit sie sich nicht irgendwie verwinden kann. Nach dem Ausrichten hat auch alles perfekt gepasst, vorher hab ich aber nicht geschaut.

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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von uli12us » Sa 10. Jan 2015, 11:16

Macht dein Motor auch beim vorwärtslauf so ein Tickergeräusch?
Hast du Feinde?

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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von unsersepp » Sa 10. Jan 2015, 12:03

Die Wörter Hartgummifliese und Maschinenwaage müssen seit der letzten Rechtschreibreform mindestens 35cm auseinanderstehen und dürfen in inhaltlich zusammenhängenden Texten gar nicht verwendet werden! :-D

:hi: Josef
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Re: Bernardo Profi 700 BQV einstellen

Beitrag von Metaller » Sa 10. Jan 2015, 16:48

Hi Josef, da gebe ich dir Recht. :pfeif:
Die Maschine wackelt wenn ich daran rüttelt. Aber bei der Arbeit steht sie ruhig. Ich sehe im Moment keine Nachteile. Die Vorteile sind im Moment die dass die Maschine im Nachbarhaus nicht zu hören ist, auch bei 4 mm Zustellung. Auch ein verwinden ist nicht möglich. Der Boden gibt nach (3-4 mm) so dass keine Kraft versucht die Maschine in eine Richtung zu Spannen in die sie nicht möchte.

Yoda, Wenn Vibrationen oder Schwingungen auftauchen sollten werde ich mir was einfallen lassen. Im Moment ist es aber so optimal. Also ich weiss ja nicht ob wir die gleiche Maschine haben aber das Gussbett auf dem die MAschine steht ist so elend massiv ich habs beim in den Keller wuchten mit 4 Kumples gehasst. Ich habe mal gelernt dass grosse Masse auch immer den Drang verspührt der Schwerkraft nachzugeben aber hier ist die Masse zwar hoch, aber das dazugehörige Volumen reicht in meinen Augen nicht umd die Maschine zu verwinden. Ich kann mich aber auch täuschen.

Uli eigentlich nicht. Also das Tickern hört sich an wie ein kaputtes lager. Aber es tickert nur in eine Richtung. So wie ein Rennrad mit der Freilaufnabe. Nur vieeeel leiser. Mit der Hand ist auch in Normalrichtung (Linkslauf) das Drehfutter mindestens doppelt so leicht mit der hand drehbar als in die Gegenrichtung. Das ist irgendwie merkwürdig. Ich fürchte ich muss den Motor abbauen um su sehen was das ist. Es war am Anfang nicht. Da bin ich mir relativ sicher :heul:

Gruß,
Udo
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