Notaus/Wiedereinschaltsicherung

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Weidenhof1
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Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Weidenhof1 » Di 12. Jun 2018, 17:17

Hallo, liebe Zerspaner :P
Ich möchte meine Drehmaschine etwas sicherer gestalten.
Dazu möchte ich in die Schaltleitung der Motorschütze eine Sicherheitsschaltung integrieren. (Ein /Aus sowie Links- Rechtslauf ist über den geschalteten Antriebsmotor realisiert)
Ein Notaus (Öffner) soll in Reihe mit einem (Öffner) Kontakt bei geöffneter Futterschutzhaube ein Anlaufen des Spindelmotors verhindern.
Das Problem ist nun, wenn der Spindelmotor über den Schalthebel am Bettschlitten eingeschaltet ist, und der Notaus betätigt und/oder die Futterschutzhaube geöffnet wird.
Der Motor startet dann sofort bei schließen der Futterschutzhaube bzw. entriegeln des Notauses.
Dies birgt ja eine erhebliche Unfallgefahr.
Deshalb sollte nach schließen der Futterschutzhaube bzw. entriegeln des Notauses das Motorschütz erst wieder geschaltet werden, wenn der Schalthebel für den Spindelmotor kurz auf "aus" und dann auf "Rechtslauf" bzw. "Linkslauf" geschaltet wird.
Der Motoranlauf wird über 2 mechanich betätigte Schließerkontakte am Ende des Bettes realisiert.
Hat jemand eine Idee wie ich dies realisieren könnte. (elektrotechnisches Grundwissen ist Vorhanden :-) )

Gruß, Martin
Wer Fehler findet darf sie behalten ;-)

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Monostre
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Monostre » Di 12. Jun 2018, 17:28

Hast du mal ein Bild von deinen vorhandenen Bedienelementen?
Spontan würde mir als Lösung ein zusätzlicher Magnetschalter einfallen, der mit dem Not-Aus und dem Futterschutz gekoppelt ist. Erst wenn beides geschlossen ist hat der Magnet im Schalter saft und hält den Schalter nach dem Drücken in geschlossener Stellung. Ohne nähere Infos ist es aber schwierig zu beurteilen, ob das an deiner Maschine ohne weiteres machbar ist.

Grüße,
Robert

Schrauberling
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Schrauberling » Di 12. Jun 2018, 17:38

Mir würde spontan eine Selbshaltung mittels Schütz (Relais) einfallen.

In Etwa so: Bedienschalter in aus , Notaus nicht betätigt Abdeckung geschlossen, Schütz in Selbsthaltung,

Wenn Notaus betätigt oder Abdeckung offen Schütz abgefallen

Selbsthaltung erst wider möglich wenn Bedienhebel in aus, und Notaus nicht betätigt und Abdeckung geschlossen.
Wer nur die Spitze des Eisberges sieht, kennt noch nicht den vollen Umfang des Problems

Gruß Schrauberling

Maschinen:
Deckel FP3 NC Fräsmaschine, Böhringer VDF Drehmaschine S355

elmech
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von elmech » Di 12. Jun 2018, 17:49

Hallo Robert, habe ich einen Schütz in Selbsthaltung gebracht und unterbreche die Haltekette irgendwo, fällt der Schütz aus der Selbsthaltung ab und es braucht dann, einen neuen Startbefehl, da auch bei wieder anstehender Steuerspannung, der Halteschütz nicht mehr zieht, ohne einen neuen, Startbefehl! Deine Steuerung braucht diesen Schütz! Somit hast Du dann auch einen Wiederanlaufschutz, gegen Spannungsausfall! Freundliche Grüsse Andi

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Weidenhof1
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Weidenhof1 » Di 12. Jun 2018, 18:09

Bedienungselemente sind eben nur der mechanische Einschalthebel der über eine Schaltwelle in einem engen Gehäuse jeweils einen Schließer betätigt, eben für die jeweilige Drehrichtung des Spindelmotors.
Auf meinem Profilbild leicht zu erkennen das Blitzsymbol im Vordergrund. Da sind die Schalter versteckt.
Über einen Schließerkontakt in Nullstellung des Schalthebels wäre alles leicht realisierbar. (z.b. Aktivierung der Selbsthaltung eines Hilfsrelais/Schützes, für die Schaltspannung der Motorschütze) ist aber nicht vorhanden.
Und nur umständlich extern, z.B. Endschalter und Nocken an der Schaltwelle, zu realisieren.
Wie sieht das aus :wall:
Im Schaltkasten hätte es eben noch etwas Platz und die Optik der Maschine wird nicht verschandelt. :-)
Wer Fehler findet darf sie behalten ;-)

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Markus K
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Markus K » Di 12. Jun 2018, 18:12

Hallo Martin,

sicherlich kann man für den Hausgebrauch unter Zuhilfenahme von Öffnerkontakten in der Selbsthaltung den Sicherheitslevel erhöhen.
Allerdings fachlich richtig wäre der Einbau eines Sicherheitsrelais mit Eingangsüberwachung, zwangsgeführten Kontakten und Rückführkreis.
z.B eines von Pilz aus der PNOZ Serie.
Es kommt eben darauf an was einem selbst die Sicherheit wert ist.

Gruß Markus :hi:

Doc Alex
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Doc Alex » Di 12. Jun 2018, 19:10

Markus K hat geschrieben:
Di 12. Jun 2018, 18:12
Allerdings fachlich richtig wäre der Einbau eines Sicherheitsrelais mit Eingangsüberwachung, zwangsgeführten Kontakten und Rückführkreis.
z.B eines von Pilz aus der PNOZ Serie.
Es kommt eben darauf an was einem selbst die Sicherheit wert ist.
Sehr richtig!

Ich hab das hier mal zusammengefasst.

viewtopic.php?f=36&t=15975

Viele Grüße

Alexander
Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl!

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Weidenhof1
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von Weidenhof1 » Di 12. Jun 2018, 22:54

Wow, super! :goodpost:
Danke!
Da lässt sich was mit anfangen. :respekt:
Wer Fehler findet darf sie behalten ;-)

micha5667
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von micha5667 » Di 12. Jun 2018, 23:20

Hallo,

PNOZ oder ähnliches und zweikanalig wäre definitiv der bessere Ansatz und in gewerblichem Bereich ein Muss.
Aber die Aufgabenstellung lässt sich Schaltung technisch auch ohne realisieren, ist dann aber nicht konform mit den Maschinenrichtlinien.
Und sorry ist nur schnell mal hingeschmiert.
Unbenannt.jpg
Unbenannt.jpg (18.38 KiB) 356 mal betrachtet
In den Leistungsteil käme das Schütz K1 vor deine Wendeschützschaltung hinzu.


Unbenannt.jpg
Unbenannt.jpg (23.08 KiB) 356 mal betrachtet
Im Steuerungsteil würde der bestehende Schalter für Links Rechts bei mir im Plan S4 S5 genannt auch so bleiben wie es jetzt wahrscheinlich ist.

In den neuen Teil würde eine Selbsthaltung von K1 verdrahtet werden, die sich durch den Notaus oder Haubenschalter löscht.
Dadurch fällt K1 ab und im Laststromkreis wird die Wendeschützschaltung von der Spannungsversorgung getrennt.
Die Selbsthaltung Lässt sich durch den Taster S1 wieder aktivieren aber nur wenn K2 und K3 abgefallen sind. Das ist nur der Fall wenn dein Hebel auf 0-Stellung steht.

Achso Schützverriegelung hab ich vergessen. Also noch nen Öffner von K3 vor K2 und umgekehrt!

Für die Sicherheitsapostel weise ich nochmal ausdrücklich darauf hin, dass diese Schaltungsweise nicht im geringsten den Normen für Maschinensicherheit und der gleichen entspricht.
Allerdings bin ich der Meinung, dass dies hier Hobby ist und jeder die Verantwortung in seinem Bastelkeller für sich trägt.

Grüße Michael

sepp
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Re: Notaus/Wiedereinschaltsicherung

Beitrag von sepp » Mi 13. Jun 2018, 09:38

Mal Quer gedacht:
Du könntest die meisten Funktionen von einem guten FU erledigen lassen. Die etwas besseren FU´s haben Ein und Ausgänge für solche Zwecke und Enable Eingänge die man nutzen kann.
ZB mit einem Reset Taster den man drücken muss nach Not-Aus etc.
Dazu kommt noch, dass der FU bremsen kann bei Notaus, was sicher von Vorteil ist.

Die zusätzlich gebotenen Annehmlichkeiten brauche ich ja nicht extra zu beschreiben.


:hi: Sepp

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