Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Zeigt uns eure Maschinen!!
Oelkanne
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Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Oelkanne » Do 3. Jan 2019, 20:59

Hallo!
Wie schon im Weihnachsgeschenkethreat kurz geschrieben kam kurz vor Weihnachten eine Deckel Graviermaschine G1 zu mir. Bei der Besichtigung hat sich der Zustand der Maschine doch nicht so schlimm als erwartet dargestellt und so wurde das gute Stück reserviert.
Da die Maschine leider in einem Stadel mit undichtem Dach stand, war doch einiges an Rost vorhanden. Doooch an einigen Stellen schimmerten noch deutliche Schabespuren durch. :-D
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Im vorigen Leben war die Graviermaschine anscheinend bei Agfa im Einsatz. Der Verkäufer hat sie aus seinem Betrieb, dort wurden Türschilder und Namensschilder graviert.
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Den Pantographen habe ich schon zerlegt und geputzt. Dank der guten Beiträge zu G1 hier im Forum konnte ich die Kugellager vor dem Verschwinden im Universum retten. :thx: Auf den Führungen und Tischen ist viel Flugrost vorhanden. X und Y Achse konnten gut demontiert werden, Z ist leider fest. Nicht relevante Flächen habe ich gut mit Schleifflies und Öl reinigen können. Meine Befürchtung ist, dass das bei Funktionsflächen nicht zu empfehlen ist. Ich würde eher zu feiner Stahlwolle greifen. Was sagt ihr denn dazu?
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Die Schabespuren sind noch deutlich sichtbar, ebenso die Hobelspuren. Hier an der X-Achse.
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Als ich die Spindel in der Hand hatte, habe ich die Maschine innerlich bereits zum Schrott gefahren. Die Verbindung zum Pantographen war augenscheinlich verbogen. Zum Glück war dem nicht so. Die Aufnahme ist so gelagert, dass sie sich in alle Richtungen um ein paar Grad drehen kann. So hoffe ich zumindest. Ich konnte das Teil noch nicht demontieren und wollte nichts kaputt machen. Könnte mir bitte jemand verraten wie das funktioniert?

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Kleines Detail am Rande. Im "Achsschenkel" des Pantographen sind durchgehende Bohrungen vorhanden. In diesen war ein seilartiges Gewebe. Die Ölschmierung erfolgt vorn oben durch die Bolzen, welche den Schenkel in konischen Aufnahmen halten.
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In den nächsten Tagen gibts wieder Neuigkeiten :-D
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astoba
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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von astoba » Do 3. Jan 2019, 21:05

Hallo Georg

warum das oben eiert kann ich dir nicht sagen obwohl ich eine ähnliche Maschine habe, bei mir ist das fest, zum reinigen kann ich eine Klinge aus dem Teppichmesser empfehlen. (nicht die dünnen sondern die festen) Ich habe das die Tage bei Steve Sommers gesehen der hat die Führungen seiner Fräsmaschine gesäubert, was ich direkt auch ausprobiert habe. Ich habe den Rost vorher noch mit Rostlöser eingesprüht und dann mit der Klinge den groben Rost abgeschabt was prima klappt, danach dann mit Stahlwolle den Rest.

Gruß Mike

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Sepp9550
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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Sepp9550 » Fr 4. Jan 2019, 00:08

Und ich dachte schon da hat einer eine Baugleiche Maschine, aber sowas gibt es bei den G1 scheinbar nicht. Du hast irgendwie eine andere Spindel :nixweiss:

Bei mir eiert das Teil oben zwischen Arm und Pantograpfen auch, das sitz bei mit so einen balligen Drehteil in der Bohrung und lässt sich einfach verkippen und herausziehen, bin mir aber gerade nicht sicher ob die Bohrung bei meiner nicht geschlitzt ist. :imstupid:

Den Z Schlitten abzubauen ist etwas blöd, das ging bei mir nur nach unten und dafür musste die Spindelmutter demontiert werden.

Sauber gemacht habe ich zuert viel mit "Lösungsmitteln", also in meinen fall mit WD 40 und Bohremulsion, die funktioniert oft sehr gut.
Die Führungen habe ich zuerst grob gereinigt, mit WD40 eingesprüht und dann kurz mit einen Schleifflies drüber. Durch das Öl und da ich nur wenig gerieben habe nimmt man nicht wirklich Material weg sondern nur das was eh schon lose ist.(Rost und Schmutz)
Man darf aber nicht schleifen bis die Führungen wieder Blank sind.
Stahlwolle sollte aber auch gehen und schonender sein.

Den Rest vom Rost hab ich mit Zitronensäure behandelt, war auch ein Tipp hier aus dem Forum.

PS. WD 40 hab ich nicht verwendet weil es so gut ist, sondern weil es vorhanden ist und im 5L Kanister recht günstig ist, auf welchen Namen das zeug hört ist ziemlich egal, man kann auch z.B das von Sonax oder Terroson verwenden
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Sepp9550 » So 6. Jan 2019, 16:04

Mir ist gerade aufgefallen dass bei deiner Maschine der Arm für den Rundriemen andersrum montiert ist wie bei meiner, obwohl der ansonsten gleich zu sein scheint.
Ich hab aber unten auf der Welle auch nur auf einer Seite Riemenscheiben.
Nun vermute ich dass aus irgendwelchen gründen die schieben auf einer Seite beschädigt waren und man die Maschine umgebaut hat damit man sie trotzdem nutzen kann.
Oder man hat bei deiner mehr Übersetzungen hinzugefügt :nixweiss:

Könntest du mir bitte die Durchmesser der Riemenscheiben ausmessen?


Bei meiner sieht das so aus:
Riemenumlenkung.jpg
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Oelkanne » Mo 7. Jan 2019, 14:11

Hallo!
Sepp9550 hat geschrieben:
So 6. Jan 2019, 16:04

Könntest du mir bitte die Durchmesser der Riemenscheiben ausmessen?
Aber sehr gerne! Ich habe auch die Übersetzungen schnell berechnet, die die Maschine haben müsste. Der Motor macht 2800 rpm. Im Foto sieht man das Ganze nochmal besser. In deiner Aufarbeitungsstory zur G1 hat Teralu/Thomas ein Foto seiner G1 gepostet. Da sieht der Antrieb nochmal anders aus. Es scheint in der Tat keine G1 die selbe zu sein :-D
20190107_113524 - Kopie.jpg
Die Riemenscheiben haben alle V-Profil, nur jene der Spindel haben Rundprofil. Die Durchmesser der Riemenscheiben sind folgende, jeweils am Grund gemessen:

A=64mm,
B=76mm,
A'=70mm
B'=61mm
C=138mm
D=114mm
E=69mm
Spindel Position 1=24mm
Spindel Position 2=40mm

Von den Riemenscheiben C,D und E geht der Riemen direkt auf die Spindel. Durch die zwei Stufen des Vorgeleges und den sechs Stufen der Spindelübersetzung ergeben sich 12 verschiedene Drehzahlstufen. A und B sind die zwei Stufen des Vorgeleges. BC1 ist beispielsweise jene Übersetzung, welche sich folgenderweise ergibt. Vorgelege auf Stufe B, Antriebsriemen Riemenscheibe C und Spindelposition 1. Ich hoffe es ist verständlich. Daraus ergeben sich diese gerundeten Drehzahlen.
drehzahlen.jpg
drehzahlen.jpg (12.84 KiB) 549 mal betrachtet
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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von motor64.1 » Mo 7. Jan 2019, 14:17

15468669408115376888904791352297.jpg
Druckdatum 1.9.39......der Tag des Ausbruches des 2. Weltkrieges :?
Grüße
Franz

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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Oelkanne » Mo 7. Jan 2019, 14:28

In den letzten Tagen ging es auch mit der Demontage und der Putzorgie weiter. Danke für die Tipps hierfür!
Der Z-Schlitten lies sich nachdem er gut von Öl durchweicht war doch demontieren. Dementsprechend böse sah der auch aus. Die Schabespuren hat der Rost gefressen.
20190105_112708.jpg
Hier noch ein paar Fotos der demontierten G1 Spindel. Das Teil, welches zwischen Arm und Pantographen eiert, konnte ich nach oben abziehen. Spindel muss dann teilweise auch durch obige Öffnung demontiert werden.
20190105_170831.jpg
20190105_170838.jpg
20190105_170845.jpg
Die Spindel selbst habe ich noch nicht zerlegt, würde dies aber gerne machen da sicher voller Schmodder wie alles an der Maschine. Kann mir jemand sagen was mich erwartet? Ich möchte vermeiden, dass mir das Teil um die Ohren fliegt da eine Feder drin zu sein scheint.
20190105_170921.jpg
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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von astoba » Mo 7. Jan 2019, 19:16

Hallo Georg

anbei eine Zeichnung, ich finde den Beitrag von Stefan nicht wo er eine zerlegte Spindel zeigt.
Frässpindel_Deckel_G1L.png
Frässpindel_Deckel_G1L
Frässpindel_Deckel_G1L.png (296.72 KiB) 450 mal betrachtet
Gruß Mike

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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von Oelkanne » Mo 7. Jan 2019, 19:23

:thx: Mike!
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Re: Aufarbeitung Graviermaschine Deckel G1

Beitrag von zebbel » Mo 7. Jan 2019, 20:21

Spindel ist gefahrlos zu zerlegen, nur auf die Kugeln von Lager aufpassen die purzeln dann rum.

Grüße David

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