Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschinen?

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Der Sterni
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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von Der Sterni » So 15. Apr 2018, 21:59

MuWe66 hat geschrieben:Hallo Max,
wie schon vorher geschrieben ist natürlich eine ordenentliche Vorbereitung der zu lackierenden Flächen eine Grundvoraussetzung für ein gutes und haltbares Lackierergebnis.
Es steht eigentlich auf allen Farbgebinden, dass der Untergrund staub-, öl-und fettfrei sein muß, um eine optimale Haftung zu erzielen.
Ich habe bisher eine ganz normale Rostschutzgrundierung in grau oder rotbraun aufgepinselt. Danach mit 1K-Nitrospachtel, oder bei größeren Vertiefungen mit 2K-Polyesterspachtel aus dem Autozubehör, den abgeplatzten Originalspachtel ausgebessert.
Als nächsten Schritt das Ganze nochmals mit ca. 320-er Schleifpapier, am besten nass, überschliffen, um anschliessend den Decklack aus 1K-Kunstharzlack mit der Lackierpistole aufzubringen.
Den letzten Schritt will ich eben in Zukunft mit dem Acryllack auf Wasserbasis machen. Es geht mir nur um die einfache Verarbeitung dieser Lacke, weil man mit Velourrollen gute Ergebnisse erzielt, keinen Sprühnebel hat und somit die Abklebearbeiten auf ein Minimum reduzieren kann. Auch die Rollen kann man dadurch ziemlich lange nutzen. Ich wollte eigentlich nur mal wissen, ob jemand hier im Forum schon mal mit solchen Wasserlacken gearbeitet hat, und wenn ja, wie sich diese bewährt haben.
Lösungsmittelresistent sind Wasserlacke natürlich nicht, 1K-Kunstharzlacke aber auch nicht und das müssen sie bei Werkzeugmaschinen auch nicht sein. Außerdem kenne ich keinen Lack der wirklich gegen mechanische Einflüsse (kratzfest) resistent ist, man denke nur mal an den hochempfindlichen Lack unserer Autos.
Nabend.
Wo fang ich an, wo hör ich auf?

Fühl dich nicht auf den Schlips getreten, aber so ganz schmeckt mir deine (bisherige) Vorgehensweise nicht.
Erstes Problem: "normale Rostschutzgrundierung in grau oder rotbraun"
Von welcher Bindemittelbasis reden wir hier? Wenns das übliche Dosengepansche ist kann man sich das auch getrost sparen - so doof es klingt.
Das hat mit einer Anständigen Grundierung leider nichts zu tun.
Säureprimer + PE-Füller/Acrylfüller oder einen Epoxidprimer (EP) wäre mein fachlicher Vorschlag. Darauf kann man getrost aufbauen und es schützt auch nachweislich vor Korrosion.

Wo wir schon beim weiteren Aufbau wären.
1K Nitrospachtel nimmt (aus gutem Grund) niemand mehr. Dauert ewig bis er wirklich trocken ist, sackt durch die vielen Lösemittel stark nach und ist recht aggressiv zum Untergrund. Würde ich also in Zukunft weglassen.
Dann doch eher den 2K PE-Spachtel nehmen. Sofern die Härterdosierung stimmt auf jeden Fall die bessere Wahl.
Problem an deinem Aufbau: 2K-Spachtel auf 1K Grundierung kann ratzfatz in die Hose gehen, da der Spachtel die Grundierung mit anlöst.
Kann mit Glück ewig halten oder aber schon nach geringer Zeit voll in die Hose gehen.
Mir wäre es der Ritt auf der Kanonenkugel nicht wert.

Nun gut. Grundierung ist drauf, gespachtelt wurde auch schon - nun fehlt ja nur noch das Schleifen.
Nächter grober Fehler: PE-Spachtel niemals nass schleifen.
Das Zeug saugt sich voll und braucht ewig bis das Wasser wieder raus ist. Kann zu massiven Oberflächenfehlern führen wenn das Wasser wieder "nach oben" raus will. Will es "nach unten" raus wanderts durch deine 1K Grundierung und richtet da Schaden an - auch nicht viel besser.

Also tunlichst nicht nass schleifen das Zeug.
Da durch Decklacke auch Wasser hindurchdiffudieren kann ist es ebenso wichtig den Spachtel "nach oben" mit einem Füller oder einer Grundierung zum Decklack hin abzusperren - erst recht wenn wasserbasierte Produkte zum Einsatz kommen sollen.



Warum sollten wasserbasierende Decklacke eigentlich nicht Lösemittelresistent sein?
Das können die meißten Wasserlacke genauso gut (oder schlecht) wie ihre vergleichbaren Kollegen welche auf org. Lösemittel basieren.

Es gibt eine vielzahl an (Deck-)Lacken welche mechanisch ganz gut was wegstecken. Das mit den Lacken im Automobilbereich zu vergleichen hinkt ein wenig, da dort ganz andere Ansprüche ans Material gestellt werden als bei Industriebeschichtungen.
Die Aussage, dass Lacke nur eine geringe mechanische Belastbarkeit aufweisen ist also falsch.


So, das solls erstmal gewesen sein zum Sonntag Abend - mein Bett ruft.
Bei Fragen zum Thema kann ich, sofern gewünscht, gerne nochmal genauer auf einzelne Sachen eingehen.
Gruß, Max.

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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von tillmann221 » Mo 16. Apr 2018, 12:24

Also PET nimmt nicht viel Wasser auf glaube ich.
Bei PE müssten man ma Wikipedia fragen.

Ich find 2K Lacke chemisch gesehen schon besser
Vor allem EP Lacke.

Bei wichtigen Sachen bin ich kein Fan von Acryl Polymeren.

Zur Reinigung der Pistolen:Hat schon mal jemand was mit Ultraschall und
Verdünnung versucht?
Gruß Tillmann

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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von TheBlackOne » Mo 16. Apr 2018, 14:13

tillmann221 hat geschrieben:Zur Reinigung der Pistolen:Hat schon mal jemand was mit Ultraschall und
Verdünnung versucht?
https://www.hielscher.com/de/glossary.h ... e_solvents
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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von dr.markus » Mo 16. Apr 2018, 23:23

Das dauert doch keine 5 Minuten die sauber zu machen.
Ich weiß gar nicht, wo da das Problem ist?
Viele Grüße, Markus

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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von Der Sterni » Di 17. Apr 2018, 10:10

tillmann221 hat geschrieben:Also PET nimmt nicht viel Wasser auf glaube ich.
Bei PE müssten man ma Wikipedia fragen.
Wärst du so frei und würdest mal einen PET-Spachtel verlinken? ;-)

Vorab: PET beschichten ist nicht unkritisch :pfeif:
tillmann221 hat geschrieben:Zur Reinigung der Pistolen:Hat schon mal jemand was mit Ultraschall und
Verdünnung versucht?
Sata z.b. rät explizit von der Ultraschallreinigung ab. Nicht nur bei den Digitalen, sondern auch bei den klassischen. Die haben Angst um ihre Luftkanäle.
Gruß, Max.

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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von tillmann221 » Di 17. Apr 2018, 23:15

Trinkflaschen sind aus PET und deswegen ist die Wasseraufnahme bei PET
wahrscheinlich sogar geringer als bei PE

achso PE= Polyethylen
PET=Polyethylenterephthalat(Polyester)
Gruß Tillmann

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Re: Womit grundiert, spachtelt und lackiert ihr eure Maschin

Beitrag von dr.markus » Di 17. Apr 2018, 23:21

Nächter grober Fehler: PE-Spachtel niemals nass schleifen.
Das Zeug saugt sich voll und braucht ewig bis das Wasser wieder raus ist. Kann zu massiven Oberflächenfehlern führen wenn das Wasser wieder "nach oben" raus will. Will es "nach unten" raus wanderts durch deine 1K Grundierung und richtet da Schaden an - auch nicht viel besser.

Also tunlichst nicht nass schleifen das Zeug.
Da durch Decklacke auch Wasser hindurchdiffudieren kann ist es ebenso wichtig den Spachtel "nach oben" mit einem Füller oder einer Grundierung zum Decklack hin abzusperren - erst recht wenn wasserbasierte Produkte zum Einsatz kommen sollen.
Das gilt natürlich auch für das Schleifen des Füllers. Falls der naß geschliffen werden soll, sollte der Spachtel auch (mit EP) isoliert werden.
Viele Grüße, Markus

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