Anfängerfrage Drehwerkzeuge

THE
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Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von THE » Do 26. Sep 2019, 23:43

Hallo zusammen,

ich möchte mir eine Drehmaschine kaufen (wahrscheinlich Paulimot Profi 750 LZ), habe aber leider noch keine Erfahrung. Zum Thema Werkzeuge habe ich natürlich schon viel gelesen, was mich aber eher noch mehr verwirrt hat. Daher würde ich gern ein paar Fragen stellen:

Was passiert, wenn der Drehmeißel zu dünn ist? Nur weniger Abtragsleistung wg. Vibrationen, oder kann da was kaputt gehen? Die Maschine kann wohl 12mm Drehmeißel spannen. Kann ich auch mit kleineren sinnvoll arbeiten oder sollte ich die größten kaufen, die rein gehen? Macht die Schaftgröße bei der Wärmeableitung einen Unterschied?
Was ist mit diesen großen Haltern, in die vorn kleinere Klingen eingesetzt werden? Sind die stabiler, oder ist das nur für filigrane Arbeiten zu gebrauchen?

Bei Hartmetall/WSP-Meißeln sollte ich wg. der höheren Schnittkräfte wohl in jedem Fall die größtmöglichen nehmen, richtig? Wozu gibt es dann die ganz kleinen Schaftgrößen? Für Uhrmacher-Drehbänke?

Wie ich verstanden habe, hängt die maximale Arbeitstiefe von Abstechstählen von der Breite der Klinge ab. Gibt es da Richtwerte? 2mm sollte die Maschine schaffen. Welche Abstechleistung in Stahl/Aluminium kann ich da erwarten? Und wieviel bei dünneren Klingen?

Für WSP-Bohrstangen habe ich von max. Arbeitstiefe 3xD gelesen. Ist das bei HSS mehr (da geringere Kräfte), oder geht es hier nur um die Schwingungseigenschaften des Schafts?

Vielen Dank,
Thoralf

vrgo20
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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von vrgo20 » Fr 27. Sep 2019, 06:30

Servus


Also ich würde auf jeden Fall immer den größtmöglichen Schaftdurchmesser wählen weil es gibt nichts nervigeres als wenn der Stahl ständig anfängt zu pfeiffen und zu vibrieren

Zum Abstechen wäre der 2mm Abstechstahl bei der leichten Maschine OK denke ich abstechen ist mit das für die Maschine am anspruchsvollste was man so machen kann da muss man gerade bei kleinen Maschinen vorsichtig sein das es den Stahl nicht reinzieht


Bei Bohrstangen ist meiner Meinung nach kein Unterschied vom vibrieren von Hss zu HM wenn man wirklich selbst beim Schruppen keine Vibrationen will kann man ja die Komet VHM Bohrstangen kaufen da ist der Komplette Schaft aus VHM aber die sind für den Hobby Bereich etwas teuer


Bei so einer kleinen/leichten Maschine ist es wichtig das man die Schnittkräfte klein hält also würde ich bei vorhandenen Schleifkenntnissen auf HSS Drehstähle und Bohrstangen zurückgreifen und wenn nicht Wendeschneidplatten für Alu verwenden die sind schön scharf
Bohrmaschine : Böhrer STB 2
Drehmaschine : Diedesheim C160
Bügelhubsäge : Behringer WB
Schnellhobler : Rile Ci 325
Bandschleifer : Knopp Silikant
Schweißgerät: Ess Mig/Mag 240

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fradi
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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von fradi » Fr 27. Sep 2019, 08:03

https://m.youtube.com/watch?v=oD-G35Viqxs

Bei diesem Video wird sehr gut dargestellt wo die Unterschiede bei den verschiedenen Drehmeiseln liegen.

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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von meifraseimann » Fr 27. Sep 2019, 08:19

Hallo Thoralf,
nach meiner Meinung bestimmt die Anwendung das Werkzeug.
Du wirst schnell merken, dass man mit nur einer Hand voll Drehmeißel nicht weit kommt.
Für kleine popeligge Teile braucht man halt auch kleine Werkzeuge.
Es sollte eine solide Grundausstattung sein.
Wendeplattenhalter 12x12.
Hss Rohlinge zum selbstschleifen.
Innendrehstähle aus Hss und evtl. Hartmetall.
Bei mir in der Werkstatt hat sich mittlerweile eine große Ansammlung von Drehstählen ergeben.
Für Sonderlösungen habe ich mir Grundhalter gebaut, die ich mit aus gehärteten Passtiften oder Lochstempeln geschliffenen Stählen bestücke. Pssstifte haben eine Härte von über 60 HRC.
Bei kleinen Maschinen wird der Einsatz von Hartmetall- Werkzeugen oft überbewertet.
Durch die hohen Schnittdrücke geraten dann die Maschinen an ihre Grenzen.
Mit HSS kommt man auch ganz schön weit.
HSS ist günstiger und man hat mehr Möglichkeiten, weil man sie selber schleifen kann.
Die Investition in Schnellwechselhalter macht sich sicherlich bezahlt. Die gibt es in den verschiedensten Variationen.
Der Appetit kommt ganz bestimmt beim Essen.
Viel Erfolg

Gruß
Hubert
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CIMG7221.JPG
geht nicht -- gibt´s nicht

schubidu
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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von schubidu » Fr 27. Sep 2019, 08:32

bei der schaftgröße mußt du nicht unbedingt beachten, den größten zu nehmen, sondern den größtmöglichen.

der größtmögliche ergibt sich aus dem abstand des stahlhalters zur drehachse und des noch möglichen verstellwegs.
wenn du dir as bild (aus dem verlinkten yt) ansiehst, sitzt derstahlhalter schon auf dem schlitten auf. weiter nach unten kann er nicht mehr verstellt werden.
die schneide wiederum liegt fast exakt auf der drehachse.

ich würde eher etwas kleinere schäfte verwenden und mir somit einen gewissen einstellbereich offen halten.
bei den geringen zustelltiefen im hobbybereich wird das funktionieren.

und egal ob dicker oder dünner schaft. immer so kurz wie möglich spannen.
58599DB5-720A-4701-8158-FEC282D4D706.jpeg

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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von Rundstahl » Fr 27. Sep 2019, 09:02

Hallo!
Wenn man bei der Werkzeugbeschaffung ist sollte man auf die passende Werkzeuggrösse achten.Zum Beispiel Stahlhalter von Ao-B.
Der Grundkörper und die dazugehörigen Halter sollten immer vom selben Lieferant sein.
Was Drehstahl angeht habe mit aufgelöteten Hartmetallplatten gute Erfahrung gemacht,vorausgesetzt dass man Schleifen kann.Habe einen
Schleifbock umgebaut.Schleifscheibe runter und Diamantscheibe drauf.Kann den Drehstahl bei kleinen Bohrungen viel besser anpassen.
Zum Abstechen benutze ich HSS Abstechschwert zum Nachsetzen.Diese sind stabiler als das kurze Klemmschwert.
mfg
Norbert

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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von Booze » Fr 27. Sep 2019, 09:16

THE hat geschrieben:
Do 26. Sep 2019, 23:43
Hallo zusammen,

ich möchte mir eine Drehmaschine kaufen (wahrscheinlich Paulimot Profi 750 LZ), habe aber leider noch keine Erfahrung. Zum Thema Werkzeuge habe ich natürlich schon viel gelesen, was mich aber eher noch mehr verwirrt hat. Daher würde ich gern ein paar Fragen stellen:


Vielen Dank,
Thoralf
Halte dich doch auch bei den Drehmeiseln an Paulimot, die haben jetzt shr schöne und sinnvolle im Programm.
https://www.paulimot.de/drehmeissel-set ... ,-7-teilig

Dazu zur Alu Bearbeitung noch ein Paar scharfe Platten und schon geht es los.

Ich persönlich würde nie auf die Idee kommen mir diese aufgelöteten HM Meisel zu kaufen :popoklatsch:
Gruß Viktor




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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von Hobbyschmied » Fr 27. Sep 2019, 10:05

Warum nicht? Sie sind gebraucht für ein Apfel und ein Ei zu haben, können zig Mal nach geschliffen werden und liegen in der Schnittgeschwindigkeit zwischen HSS und WSP.
Wirst alt wie ne Kuh und lernst immernoch dazu.
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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von Booze » Fr 27. Sep 2019, 10:12

Wer soll die den schleifen und mit was?
Für mich ein no go.
Wirtschaftlichkeit im Hobbybereich ist doch sowieso hinfällig.
Ich kaufe mir für zig Tausend Euro Maschinen und dann hapert es an 40€ für eine Schachtel Wendeplatten?
Gruß Viktor




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Re: Anfängerfrage Drehwerkzeuge

Beitrag von Trutenpugel » Fr 27. Sep 2019, 10:31

Moin!
Booze hat geschrieben:
Fr 27. Sep 2019, 10:12
Wer soll die den schleifen und mit was?
Für mich ein no go. ...
Für diejenigen, für die es doch selbst schleifen möchten, ist hier viewtopic.php?t=288 sehr gut erklärt, wie und womit es geht.
Ich z.B. arbeite sehr gern mit HSS Co 10- Drehlingen. Ich schleife sie und bei mir geht es. Derjenige, für den es ein "no go" ist, soll sich für jeden Kleinkram und Anwendungszweck Wendeplatten kaufen und horten. :nixweiss:

Für mich haben all meine unterschiedlichen Drehwerkzeuge ihre Daseinsberechtigung. Von HSS bis zur Schneidplatte.

Grüße von Mario.
Unendlich steigt des Schlossers Kraft, wenn er sich seine Hebel schafft.

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