Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

HansD
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von HansD » Fr 14. Jun 2013, 16:28

Bastard hat geschrieben: Damit ich die Toleranzen einhalten kann ist es erforderlich nicht zu viel Spanndruck auf die Bearbeitung beim Drehen zu geben, sonst wirds nicht mit der Maßhaltigkeit ;)
Und um den erforderlichen Spanndruck zu errechnen braucht man zwangsweise die auftretenden Schnittkräfte.
Christian, wie gehst Du dabei praktisch vor?

Hans

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JollyRoger
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von JollyRoger » Fr 14. Jun 2013, 18:14

Dazu gibts was im Zerspanungshandbuch von Garant, so ab Seite 83
!externer Link entfernt wg. Copyrightverletzung
hat der JollyRoger selbst verbrochen
Die Korrekturfaktoren für die Schneidengeometrie wirken sich sehr stark aus, allerdings braucht man für die genaue Bestimmung (per Abschätzung) viel Erfahrung.

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Hauptverfahren
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von Hauptverfahren » Mi 7. Okt 2015, 14:39

Wendeplattenhersteller empfehlen, bis höchstens halbe Schneidenlänge zu spanen. Bei 10 mm Seitenlänge soll man also höchstens 5 mm am Material haben.

Warum?

Ganz einfach: Falls die Schneide Schaden nimmt, kann die andere Hälfte noch verwendet werden. Dies gilt für Platten ohne Freiwinkel (ein N an zweiter Stelle des Codes), die man mit beiden Seiten verwenden kann.

Es gibt da ein Video, https://www.youtube.com/watch?v=dsSo5qOGk6c, wo man den ersten (schwersten) Schnitt tut. Ich persönlich mache das anders, und zwar mit weniger Zustellung, dafür größerem Vorschub. Ich würde auch einen anderen Halter nehmen, einen für negativen Spanwinkel. Man sieht noch Wendelspäne. Optimal wäre nur Bröckelspäne. S-Platte, warum nicht.

Sam_Wien
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von Sam_Wien » Mo 31. Dez 2018, 10:29

@ Bastard

Bin nur neugierig. Gehe ich recht in der Annahme, dass du am CAD die Programme erstellst aber selber eher weniger an der Maschine stehst? Meiner Meinung sind die Zerspanungskräfte doch nicht so wichtig. Es hängt doch alles sehr von der Stabilität der Maschine, der Geometrie des Werkstücks, also wo was bearbeite wird und von den verwendeten Werkzeugen. Ich habe auf konventionellenMaschinen angefangen und am Ende dann am CAD für bis teilweise 5-achsige Fräsmaschinen (Fehlmann PICOMAX 75) Programme erstellt. Bin dann aber auch sehr oft selber an der Maschine gestanden. Mir und meinen Kollegen ist dabei aber niemals eine Berechnung der Zerspanungskräfte abgegangen. Da ich gerne dazulerne, wann und wo genau braucht man diese Berechnungen?

Jens14
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von Jens14 » Do 10. Okt 2019, 11:50

Moin sehr interessantes Thema
ich frage mich aber auch wieso berechnen. Klar ist es ab und zu mal interessant was da für Kräfte wirken. Aber in der Praxis ist es ja doch meist anders als in der Theorie. Das meiste geht doch über Erfahrung und probieren was wie am besten funktioniert. Da gibt es so viele Einflüsse was auf der einen Maschine geht geht auf der anderen nicht.
Gruß Jens

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gerhard_56
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Re: Eingriffsfläche/-Laenge der Schneide bei WSP ( Drehen )

Beitrag von gerhard_56 » Mo 16. Dez 2019, 12:09

Da muss man auch nicht rechnen, in aller Regel geben die WSP Hersteller vor, mit welcher Schnitttiefe WSP belastet werden dürfen/sollten. Das variiert sicherlich etwas zwischen den Herstellern und den verwendeten HM-Sorten bzw. Beschichtungen bzw. Schneidkantenbearbeitung, eine gute Orientierung habe ich in einem technischen Dokument von Sandvik gefunden.

Schnitttiefe.png
Schnitttiefe.png (323.06 KiB) 2660 mal betrachtet

Ansonsten geben die Hersteller meistens auf der Verpackung die Schnittiefe, den Vorschub und die Schnittgeschwindigkeit an, z.B.:


WSP Verpackung.png
WSP Verpackung.png (567.6 KiB) 2660 mal betrachtet
Viele Grüße, Gerhard


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