Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Benutzeravatar
Torte
Beiträge: 1077
Registriert: So 16. Jan 2011, 10:23
Wohnort: Hamburg
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Torte » Sa 20. Aug 2016, 20:21

Hallo

Deine Maschine beginnt langsam Gestalt anzunehmen. Das was ich auf dem letzten Bild sehe gefällt mir sehr gut. Mach weiter so!

MfG Torten
Wenn Du dir was vornimmst, versuche es zu machen, Jahre später ärgerst du dich, das du es nicht versucht hast, es zu machen!

Drehe: Interkrenn IKD 400 /400V mit FU
Fräse: Bernardo KF25 Vario MK3
Bohrmaschine: Einhell mit Drehstrommotor 370W/400V und FU

Meistertruck
Beiträge: 860
Registriert: Mi 19. Jun 2013, 16:13
Wohnort: Düsseldorf

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Meistertruck » So 21. Aug 2016, 11:27

Kann mich Torte nur anschließen,
das wird :super:
LG. Andreas

Versuch und Irrtum hat den höchsten Lernerfolg!!!
Leider ist diese Methode nicht immer die kostengünstigste.

Benutzeravatar
harzdampf
Beiträge: 609
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 21:58
Wohnort: D- 16827
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von harzdampf » So 21. Aug 2016, 11:57

Moin,

ich verfolge mit großem Interesse deinen Baubericht.
Es ist immer wieder eine Überraschung wie du auf der Drehmaschine die prismatische Bearbeitung dieser Teile ausführst.
Technikfreak L hat geschrieben:Die Stopfbuchsenbrille und der Anschlussflansch wurden aus dem elliptischen Messingprofil hergestellt:
Ist das elliptische Messingprofil für die Flansche Bestandteil des Bausatzes oder fertigst du diese selber an?
Wenn ja, wie? ;-)

Gruß Harald
Gruß Harald

Du kannst nur das nicht was du nicht versucht hast

graueDachplatte
Beiträge: 190
Registriert: Di 9. Aug 2016, 11:12

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von graueDachplatte » So 21. Aug 2016, 12:01

solche eliptische Bauteile "Stopfbuchsenbrille" lassen sich auf einer provisorischen Planscheibe mit aussermittig angeordneten Befestigungsbohrungen (Gewinde passend zur vorhandenen Bohrung) leicht überdrehen

oder natürlich mit dem Rundtisch auf der Fräsmaschine

Benutzeravatar
Technikfreak L
Beiträge: 396
Registriert: Mi 14. Mai 2014, 17:27
Wohnort: bei Hannover
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Mi 24. Aug 2016, 20:58

:thx:
harzdampf hat geschrieben:Ist das elliptische Messingprofil für die Flansche Bestandteil des Bausatzes oder fertigst du diese selber an?
Das Profil habe ich nicht selbst angefertigt, es lag ein ca. 50mm langer Abschnitt dem Materialsatz bei. Man sieht das Stückchen auf dem Übersichtsbild im ersten Beitrag oben rechts auf Höhe des Zylinders.
Man kann sich wenn man unbedingt wollte wahrscheinlich auch ein Stück von Stuart ablängen und zuschicken lassen.

Es geht nun am unteren Teil der Maschine weiter. Es ist die Lagerstütze entstanden. Das Gussteil muss im wesentlichen an der Ober- und Unterseite plangedreht werden.
Zuerst die Unterseite: Dafür wurde die Stütze mit einem Winkel an die Aufspannscheibe gespannt und am Winkel mit einem Flachstahl befestigt.
P1090187.JPG
Anschließend wurden die Füßchen Durchbohrt, um das Teil auf die Unterseite spannen zu können. Die Mutternstapel sind nur dort gewesen, da ich keine Schrauben in passender Länge hatte...
P1090190.JPG
Sieht zwar abenteuerlich aus, hat aber ohne Rattern und Bruch funktioniert.
P1090758.JPG
Als nächstes sollen die beiden Lager folgen. (auf dem Übersichtsbild die beiden Messingstücke, schräg über dem Schwungrad)
Die Bohrungen müssen später exakt fluchten. Wären die beiden Stücke noch zusammen, könnte man sie gemeinsam im 4B-Futter bohren, doch wie könnte man es am besten einzeln machen?
Wäre es nicht möglich, die beiden Lager zusammen im Schraubstock am Frässupport zu spannen, die Standflächen zueinander auszurichten und gemeinsam auszureiben?
Hier ist mal wieder euer Rat gefragt. :flehan:
Drehbank: Emco Compact 8
Bohrmaschine: Interkrenn TB13 Klon

mein Gebastel in bewegten Bildern

Benutzeravatar
Technikfreak L
Beiträge: 396
Registriert: Mi 14. Mai 2014, 17:27
Wohnort: bei Hannover
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Do 1. Sep 2016, 19:36

Es gibt wieder etwas zu berichten.

Die Lager wurden zuerst auf den Stirnseiten plan gedreht und haben ihre runden "Zapfen" erhalten. Dabei wurde auch die Bohrung auf 6H7 gerieben, um die beiden Lager anschließend besser ausrichten zu können.
P1090766.JPG
Damit die Bohrungen fluchten habe ich die beiden Teile auf ein Stück Flachmessing geschraubt und mit einem 6mm Stift in den eben geriebenen Bohrungen die Lager ausgerichtet.
So wurde das Fertigmaß von 10H7 ausgedreht und gerieben.
P1090767.JPG
Außerdem habe ich eine Sockelplatte aus Alu gebaut, auf der die Maschine aufgebaut werden soll. Die Aluplatte hält ihre Geometrie auch bei Luftfeuchtigkeitsschwankungen und verzieht sich nicht im Gegensatz zu einem Holzsockel.
P1090770.JPG
Die Lager haben zusätzlich noch eine Ölbohrung erhalten, in die kleine Ölbecher eingeschraubt werden sollen.
P1090782.JPG
Und weil es so schön ist wurden auch gleich die benötigten Stehbolzen und Schrauben aus Sechskantstangen gefertigt... :-D
P1090791.JPG
Als nächstes steht das 7" (178mm) große Schwungrad an. Aufgrund dieser Größe kann es natürlich nicht wie sonst üblich in einem meiner Futter gespannt werden. Sollte es stattdessen mit Spannpratzen durch die Speichen an der Aufspannscheibe gespannt werden? Wie sind da eure Methoden?
Drehbank: Emco Compact 8
Bohrmaschine: Interkrenn TB13 Klon

mein Gebastel in bewegten Bildern

Günni58
Beiträge: 322
Registriert: Mo 1. Aug 2016, 15:36
Wohnort: Schwobaländle
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Günni58 » Do 1. Sep 2016, 20:21

Ich nehme an, du hast an deiner Emco C8 auch ein 110mm 3-Backenfutter?
Falls ja, ist es doch überhaupt kein Problem, diese Stuart-Schwungräder damit zu spannen.
Einfach die Außenbacken ins Futter und das Schwungrad von innen spannen. Fertig!
Beim spannen muss man natürlich gefühlvoll vorgehen, damit einerseits das Schwungrad nicht gesprengt wird und andererseits nicht die letzten Zähne der Spannbacken überfordert werden.
Ich geb ja zu, dass es absolut grenzwertig ist. Kein einziger Millimeter Reserve, aber es funktioniert. Ich hab mit dieser Methode schon 5 dieser Schwungräder problemlos bearbeitet (1x für Beam, 2x für Twin-Victoria, 1x für James Coombes und 1x für die Victoria eines Kumpels). Und die laufen alle sauber rund.

Gruß
Günther

Günni58
Beiträge: 322
Registriert: Mo 1. Aug 2016, 15:36
Wohnort: Schwobaländle
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Günni58 » Do 1. Sep 2016, 20:29

Hier noch ein Bild von der Aufspannung:
c8schwung.JPG
Gruß
Günther

Benutzeravatar
harzdampf
Beiträge: 609
Registriert: Fr 9. Jan 2015, 21:58
Wohnort: D- 16827
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von harzdampf » Fr 2. Sep 2016, 08:28

Hallo,

bei einem 6-Speichenrad in dieser Größe kann man aber auch auf die Radnabe aufspannen. In dieser Aufspannung die Bohrung für die Welle herstellen, anschließend die Stirnfläche und den Umfang (Felge) drehen, anschließend das Schwungrad auf einen Dorn spannen und die gegenüberliegende Stirnfläche bearbeiten. Anschließend das Schwungrad mit einer Konusaufspannung befestigen, läuft garantiert schlagfrei und rund.
Gruß Harald

Du kannst nur das nicht was du nicht versucht hast

Günni58
Beiträge: 322
Registriert: Mo 1. Aug 2016, 15:36
Wohnort: Schwobaländle
Germany

Re: Bau der Stuart James Coombes Dampfmaschine

Beitrag von Günni58 » Fr 2. Sep 2016, 11:53

Die Radnabe spannen geht natürlich auch, aber da gibt es leider oft das Problem, dass die im Gußteil nicht exakt in der Mitte sitzt. Dann kann man zwar außen rum alles wunderbar rund drehen, aber die Innenseite der Felge (also das, wo bei meiner Methode die Spannbacken anliegen) eiert dann sichtbar auf und ab und das finde ich persönlich recht störend, auch wenn das restliche Schwungrad sonst sauber läuft.
Man kann das natürlich durch entsprechende Beilagen oder durch Spannen im 4-Backenfutter mit einzeln verstellbaren Backen in den Griff bekommen, aber da finde ich meine Methode einfacher.

Gruß
Günther

Antworten