Bau einer Einzylinderdampfmaschine

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Technikfreak L
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Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » So 7. Sep 2014, 13:59

Von mir gibt es auch wieder ein Lebenszeichen.
Ich bin aus dem Urlaub mit einer neuen Projektidee zurück. Eine Dampfmaschine, genauer gesagt, dieser Kollege hier soll es werden:
P1050651 (800x600).jpg
http://www.youtube.com/watch?v=O6hOriu3ubk
Die 10PS- Dampfmaschine im Zuiderzeemuseum in Enkhuizen.
Ich habe nicht vor, alles genau so wie beim Original zu bauen. Manches wird daher wegfallen, oder anders gelöst werden.

Ich habe mich also hingesetzt, die Proportionen anhand der gemachten Bilder abgeschätzt und eine Skizze erstellt:
P1060306 (800x600).jpg
Die Eckdaten: Zylinderbohrung: 15mm, Hub: 20mm , Schwungraddurchmesser: 80mm, Gleitlager, keine Stopfbuchse an der Kolbenstange, Schiebersteuerung.

Ich werde keine Stopfbuchse zwischen Zylinderdeckel und Kolbenstange einsetzen. Es muss dann nur die Passung recht Stramm sein und die Zylinderdeckel eine ziemlich hohe Wandstärke haben, damit trotzdem kaum bis wenig Dampf entweicht. Bei Der Danni von Bengs funktionierts.

Bei der Schiebersteuerung habe ich mich am Alt hergebrachten orientiert.
P1060308 (800x600).jpg
:-D
Das ist zwar ein Muschelschieber, das Prinzip ist aber ähnlich. auf Rundschieber übertragen sieht das ganze dann so aus:
P1060307 (800x600).jpg
Das sollte doch zu schaffen sein...
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Torte
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Torte » So 7. Sep 2014, 18:03

Hallo!

Ich wünsche dir viel Spaß beim Bau. Ich hoffe es wird daraus ein Baubericht.
Ich weiß wie das ist, solche Maschinen zu bauen und am Ende das Ergebnis zu sehen, wenn sie läuft kenne ich sehr gut, da ich selber Dampfmaschinen baue.

MfG Torsten
Wenn Du dir was vornimmst, versuche es zu machen, Jahre später ärgerst du dich, das du es nicht versucht hast, es zu machen!

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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » So 7. Sep 2014, 20:04

Torte hat geschrieben:Ich hoffe es wird daraus ein Baubericht.
Ja, das wird es, genauso, wie meine Anderen Bastelprojekte, die ich hier vorgestellt habe.

Es haben sich bei meinen weiteren Recherchen und Suchen im Keller ein Paar Fragen ergeben.
Was wäre als Kolbenmaterial für einen Messingzylinder geeignet? Zur Auswahl hätte ich Bronze, Messing, VA. Stahl und Alu eher nicht. Ich dachte so Spontan eigentlich an einen Bronzekolben.

Außerdem habe ich keine 6mm Silberstahlwellen mehr, würde da nicht auch VA gehen?

Drittens die Schwungräder. Manchmal sind ja die Gussungenauigkeiten jenseits von gut und Böse, was könnt ihr mir da empfehlen? Ich schwanke zwischen den 80mm Schwungrädern von Bengs und TS-Modelldampfmaschinen.

Was soll ich nehmen? :nixweiss:
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von titanic-jb » Mo 8. Sep 2014, 16:16

Hi,
Technikfreak L hat geschrieben: Die 10PS- Dampfmaschine im Zuiderzeemuseum in Enkhuizen.
Ich habe nicht vor, alles genau so wie beim Original zu bauen. Manches wird daher wegfallen, oder anders gelöst werden.
Ich nehme mal an, die angeschlossene Wäscherei wird auch entfallen? :-(

Ich freue mich schon auf den Baubericht.

Frohes Schaffen

Jan

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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Mo 8. Sep 2014, 19:07

titanic-jb hat geschrieben:Ich nehme mal an, die angeschlossene Wäscherei wird auch entfallen? :-(
Ha Ha. Ja die wird entfallen. Das würde sonst ein großes Puppenhaus werden. :-D
P1050650 (800x600).jpg
Heute gings los. Bei mir liegen nun der Kolben und der Halb fertige Zylinder.
P1060317 (800x600).jpg
Es müssen noch die Gewinde für die Deckel geschnitten werden und vielleicht Flächen für Schieberkasten und Standfuß angefräst werden. Vielleicht bastel ich mir aber auch einen Schlagzahnfräser und drehe an die besagten Teile eine Rundung an.

Für die Zylinderaußenkontur musste etwas improvisiert werden. Ich wollte mir nicht extra einen Dorn zum Aufstecken drehen, um den Zylinder draufzustecken. Stattdessen habe ich in 120° Abstand kleine Pertinaxplättchen aufgeklebt und damit das Teil Eingespannt.
P1060314 (800x600).jpg
Vorher wurde die Zylinderbohrung gebohrt, ausgedreht und geschliffen.
Wenn man das Teil Senkrecht hält und die untere Öffnung zu hält, gleitet der Kolben langsam, ohne zu klemmen in der Zylinderbohrung hinab. :-)
Für eine Dampfmaschine sollte das doch ausreichend dicht sein.
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Di 9. Sep 2014, 20:12

Ich habe mich mal mit den Verbindungsmöglichkeiten von Standfuß und Schieberkasten zum Zylinder beschäftigt. Ich werde in die Beiden Teile den Radius des Zylinders einfräsen. Dafür habe ich mir einen Schlagzahnfräser aus einem VA Reststück und einem abgebrochenen Zentrierbohrer gebastelt. Der wurde natürlich wieder passend angeschliffen.
P1060319 (800x610).jpg
Dafür, dass der Zahn frei Schnauze angeschliffen ist, klappt das recht gut. Ich bin jedenfalls zufrieden.
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Torte » Mi 10. Sep 2014, 18:09

Hallo

Ich würde das Schwungrad selber bauen, aus einer einzelnen Narbe, ein paar selbst gedrehten Speichen und das Außenrad.
So kannst du die Größe des Rades selber bestimmen.

Ich habe auch schon VA als Kurbelwelle genutzt, weil nichts anderes da war. Eine hohe Umdrehung wird die Maschine wenn sie fertig ist sowieso nicht machen( 2000U/min)

MfG Torsten
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Do 11. Sep 2014, 19:27

Torte hat geschrieben:Ich würde das Schwungrad selber bauen, aus einer einzelnen Narbe, ein paar selbst gedrehten Speichen und das Außenrad.So kannst du die Größe des Rades selber bestimmen.Ich habe auch schon VA als Kurbelwelle genutzt, weil nichts anderes da war. Eine hohe Umdrehung wird die Maschine wenn sie fertig ist sowieso nicht machen( 2000U/min)
Ein Schwungrad selbst zu bauen wäre natürlich auch möglich. Aber ohne Fräse, geschweige denn Teilapparat wird das wahrscheinlich kein zufriedenstellendes Ergebnis bringen. Als Material für Wellen und Schieber hab ich doch Silberstahl bestellt, der Edelstahl-Rest hätte sowieso nicht mehr gereicht.
Aber trotzdem danke für die Hinweise.

Heute wurde die Schieberkasteneinheit so gut wie fertiggestellt. Es fehlt am zweiten Dampfanschluss noch so eine Schraubmuffe oder Fitting. Wie man es nennen mag.
P1060324 (800x600).jpg
Und zusammen:
P1060326 (800x600).jpg
An das längere Ende des Schiebers kommt noch ein Gewinde mit dem Gelenkstück drauf.
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Torte » Sa 13. Sep 2014, 09:29

Hallo

Das erste Bild zeigt ein selbst gebautes Schwungrad.

Das zweite Bild zeigt, wie ich die Rundung für ein Schiebekasten auf der Drehe gefäst habe. Dazu habe ich eine Gewindeschneider in der passenden Größe (hier 22mm) mistbraucht. Das hat hervorragend geklappt, ohne das der Gewindebohrer Schaden genommen hat.

Ich habe mal ein paar Bilder herrausgesucht, wie mein Teilapparat an der Drehe aussieht. Vielleicht ist es für dich eine Anregung, diese nachzubauen.

Im dritten Bild sieht man, das ich mir einen Halter für eine Proxxon Bohrmaschine für den Meißelhalter gebaut habe und damit dann die Löcher für den Zylinder bohre.

Im vierten Bild sieht man eine selbst angefertigte Teilscheibe, die in der Welle des Backenfutters geklemmt ist, mit einer Halterung für den Zentierstift.
Damit habe ich die Teilungen gemacht.

Mfg Torsten
Dateianhänge
Teilapparat für arme.JPG
Teilapparat für arme 1.JPG
2. Fräsen der Steuerschiebe........mit der Drehe.JPG
Schwungrad.JPG
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Re: Bau einer Einzylinderdampfmaschine

Beitrag von Technikfreak L » Sa 13. Sep 2014, 10:11

Danke für die Tipps.
Allerdings bedarf es dazu natürlich eines großen Gewindeschneiders (den ich nicht habe).

Ich bestell mir lieber irgendwo Rohgussteile für Schwungräder. Die Gussoptik gefällt mir irgendwie besser.
Und wie hast du die Teilscheibe eingeteilt (ohne Teilapparat und Fräsmaschine)?

Ich bin mit meinen Möglichkeiten leider recht eingeschränkt. :-(

Da kommt auch schon die nächste Frage: Wie drehe ich die Zylinderdeckel? Es wäre denkbar von einer Messing Rundstange ein Stück mit 30mm bis 40mm Zugabe ins Futter zu spannen, dann drehen und abstechen. Da hat man aber einiges an Material verschwendet.

Könnte man nicht auch die ganze 20cm lange Stange einspannen und mit der Körnerspitze abstützen?

Ein Stück ohne große Zugabe Abzusägen und einzuspannen geht mangels weicher Backen auch nicht.

Was fällt euch noch ein?
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