Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Toenne
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Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Toenne » Do 8. Aug 2019, 15:55

Ich habe mir für meine Kellerwerkstatt ein kleines Inverterschweißgerät angelacht: http://www.badek.pl/pl/product/3864,tec ... nergic-vrd (gekauft allerdings in der Bucht bei einem anderen Shop). 'Ideal' scheint in Polen recht verbreitet zu sein, man findet dort Massenhaft Shops mit den Geräten, ist dort also wohl nicht ganz so exotisch. Grund des Kaufs waren die extrem kompakten Abmessungen, die Verwendung eines recht weit verbreiteten Rollenvorschubs und selbstverständlich auch der Preis (gerade mal knapp 285EUR inkl. Versand).
Das Problem nun: Als Absicherung wird 25A träge empfohlen, die Stromaufnahme soll 20A betragen. Bei 200A Schweißstrom nachvollziehbar. Da ich das Ding aber ohnehin nur mit deutlich geringeren Schweißströmen zu nutzen gedenke habe ich es trotzdem gekauft und an 16A angeschlossen - und nun fällt die Sicherung selbst beim geringst einstellbaren Schweißstrom sofort! Für einen Schweißpunkt reicht es und dann ist Schluss.
Hat jemand ein Gerät mit ähnlichen Daten (speziell der empfohlenen Absicherung) und kann mir etwas zu dessen Verhalten sagen?
Mir erscheint das schon sehr merkwürdig dass die Leistungsaufnahme in keinem Verhältnis zur Leistungsabgabe stehen soll? Mein Stahlwerk 200A AC/DC WIG macht da Null Probleme.
Die Frage ist nämlich ob ich das Gerät als Defekt zurück geben kann oder ob ich nur vom Widerrufsrecht Gebrauch machen kann, dann bleiben die Rückversandkosten an mir kleben.
Danke!

SparkyFX
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von SparkyFX » Do 8. Aug 2019, 16:49

Der Einschaltstrom erzeugt eine ziemliche Stromspitze, selbst wenn man mit weniger Leistung schweißen möchte, der Primärteil der Spule wird erst mal Strom ziehen.
Du könntest es mit einem automatischen Einschaltstrombegrenzer probieren, Tipp: Block ESG3.

Toenne
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Toenne » Do 8. Aug 2019, 17:18

Leider gerade nicht zur Hand ;).
OK, werde mal die übliche Kabeltrommel testen, wenn es damit funzt kaufe ich evtl. noch eine Einschaltstrombegrenzung. So mir das Gerät zusagt, konnte ich ja bislang nicht testen.
Aber da ist anscheinend schon der erste Pferdefuss bei extrem billigen Geräten, keine Einschaltstrombegrenzung integriert.

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Tobi p.
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Tobi p. » Do 8. Aug 2019, 17:50

Moin,

den technischen Daten nach hat das Gerät bei 230V Nennspannung wahrscheinlich einen Schukostecker, das würde bedeuten dass bei 16A Absicherung so oder so Schluss ist da weder Steckdose noch Zuleitung mehr abkönnen.
Für eine höhere Absicherung wäre dann ein 32A CEE-Stecker in blau, eine passende Steckdose und eine entsprechend dimensionierte Zuleitung zur Unterverteilung notwendig.
Recht unpraktibel wenn man das Gerät dann eventuell auch noch an unterschiedlichen "Einsatzstellen" betreiben will :pfeif: Ich würde es daher auch erst mal mit einer wie auch immer gearteten Einschaltstrombegrenzung versuchen.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung eines C - o. K-Leitungsschutzschalters wenn die Kurzschlussströme das hergeben, das wäre dann aber auch wieder ein Fall von stationärem Betrieb.


Gruß Tobi
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Ruhla Fanboy » Do 8. Aug 2019, 18:28

das würde bedeuten dass bei 16A Absicherung so oder so Schluss ist da weder Steckdose noch Zuleitung mehr abkönnen.
Bei Schweißgeräten gelten offensichtlich andere Gesetze.
Meine Metallklebemaschine (aus Oranienburg) hat natürlich auch einen Schukostecker, in der Anleitung wird dennoch eine Absicherung mit 20A "bei intensiver Nutzung" empfohlen.
Auf meine Nachfrage, wie solch eine Empfehung abgedruckt werden kann, wurde mir mitgeteilt, dass sie noch von keinen Problemen gehört hätten, und damit die ganze Sache offensichtlich nicht so schlimm ist.

Ansonsten würde ich im vorliegen Fall auch auf einen C16 Automat setzen.
Fräsmaschine: Ruhla VRB 2243
Drehmaschine: TOS SUI 32; Paulimot PM 2700
Sägemaschine: Paulimot BS-712GR

Doc Alex
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Doc Alex » Do 8. Aug 2019, 19:28

Das ist überhaupt kein Problem : Einfach auf den Nulldurchgang bei 230V warten und dann einschalten :imstupid:

Duck und weg...
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von gerhard_56 » Do 8. Aug 2019, 19:47

Also ich weiss jetzt nicht warum das Gerät defekt sein soll. Du schreibst doch von 25 A empfohlener Absicherung bei 20 A Stromaufnahme. Warum versuchst Du dann das Gerät an einer 16 A Sicherung zu betreiben, die ggf. noch andere Verbraucher mit versorgt?
Und am Einschaltstrom liegt es meiner Meinung nach auch nicht, denn dann würde die Sicherung ja schon beim einschalten fliegen und nicht erst beim schweissen.
Im Vergleich zu Deinem neuen Gerät wird beim Stahlwerk eine 16A träge Sicherung empfohlen und deshalb läuft es daran dann in aller Regel auch.
Viele Grüße, Gerhard

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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Alexander470815 » Do 8. Aug 2019, 21:04

Das ist auf jeden Fall seltsam, die Kondensatoren auf der Eingangsseite werden sicher schon vorgeladen sobald man das Gerät einschaltet.
Sobald man anfängt zu schweißen fängt nur das Schaltnetzteil darin an zu arbeiten, das dürfte keine allzu große Stromspitze verursachen.
Eine externe Einschaltstrombegrenzung in Form von Elektronik kann man wohl vergessen, da die nur beim einschalten wirksam ist.
Kabeltrommel kannst du auf jeden Fall probieren(abgewickelt oder einfache Verlängerung, induktiv passiert da eh nichts).

Was für eine Sicherung hast du denn verbaut? Also 16A ist klar aber welche Auslösecharakteristik B,C,H,K,was anderes?
Doc Alex hat geschrieben:
Do 8. Aug 2019, 19:28
Einfach auf den Nulldurchgang bei 230V warten und dann einschalten
Das geht aber auch nur bei Invertern, beim Trafo ist das eher kontraproduktiv ;-)
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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von reloader » Do 8. Aug 2019, 21:17

Hallo Toenne,

wo ist denn jetzt eigentlich das Problem?

Der Hersteller empfiehlt eine Absicherung 25A TypC. Du kaufst das Gerät und willst es mit einer 16A Sicherung betreiben
Was willst Du denn da reklamieren?
Oder fliegen die 25A Sicherungen auch raus?

Die technischen Daten muss man sich bei Schweißgeräten ganz genau anschauen! Viele Geräte kommen nämlich mit 16A träge nicht aus.
Die Invertergeräte haben alle einen Gleichrichter und einen dicken Kondensator dahinter. Wenn das Teil beim Einschalten nicht begrenzt wird, dann fließen kurzfristig 80A und mehr. Wenn sich dein Gerät einschalten lässt, dann hat es wahrscheinlich bereits eine Einschaltstrombegrenzung und einen schlechten Wirkungsgrad im unteren Strombereich.

Ich habe ein Dreiphasen Wig Schweischgerät von LCD Vision. Das hat keine Einschaltstrombegrenzung und haut selbst 25A Sicherungen sofort raus.
Wenn es aber erst läuft, halten die 16 A Sicherungen. Das ist nach meiner Meinung ein Reklamationsgrund, da eine 16 A Absicherung zugesagt wurde.
Ich habe das Gerät aber behalten und begrenze den Einschaltstrom mit dicken Thermistoren.

Heute würde ich das Gerät ohne jede Diskussion zurückgeben.


viele Grüße
Edgar

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Re: Absicherung Inverter MIG/TIG/MMA?

Beitrag von Doc Alex » Do 8. Aug 2019, 21:52

suchst Du einen Rücktrittsgrund oder willste es behalten?

Rücktrittsgrund geht einfach:

In Deutschland darf eine Schukoteckdose nurmit 16A abgesichert werden. Deshalb ist es nicht einsetzbar ohne die technischen Regeln zu verletzen.

Daher Wegfall einer zugesicherten Eigenschaft: der sichere Betrieb.

Zurück an Händler.

Paypal? Fernabsatzgesetz?

Viele Grüße

Alexander
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