Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

schweißnoob
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Sa 5. Jan 2019, 14:57

Ahhhhhhrrrrrggg !

Ich glaub ich werd GAS*-Krank.
Ich fange an darüber zu sinnieren, wenn ich das geplante Edelstahl-Schlauchpaket weglasse, das ich dann schon einen Teil für ein einfaches WIG-Gerät habe (zusätzlich).


*GAS =

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_mg_
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von _mg_ » Sa 5. Jan 2019, 15:25

Hast du denn das WIG-Verfahren schon mal probiert?

schweißnoob
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Sa 5. Jan 2019, 16:05

Nö, aber Elektrode war und ist auch "learning by Doing".

Und ich glaube, verkauft kriegt man den Kram auch wieder, wenns einem nicht Liegt.
Oder ich steck die Kohle erstmal in Material für MAG-Projekte, so'n paar fallen mir ein.

_mg_
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von _mg_ » Sa 5. Jan 2019, 16:22

Elektrodenschweißen ist aber wesentlich einfacher in der Ausführung als WIG schweißen.
Mein Tip für dich: Such dir jemanden, bei dem du die verschiedenen Arten ausprobieren kannst. Und dabei nicht nur ein paar gerade Nähte auf ein flaches Blech! Sondern mit deinem Material (Rund, Vierkant, Profil, ...).
Ich würde dich ja gerne mal einladen, weiß aber leider nicht woher du kommst. Da könntest du jedes Verfahren mal testen.

schweißnoob
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Sa 5. Jan 2019, 19:02

Ich komme aus der Stadt die es nicht gibt, wenn Dein MG also nen regionalen Bezug ausdrückt, von der anderen Seite NRWs.

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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von _mg_ » Sa 5. Jan 2019, 19:48

Nein, kein regionaler Bezug. SO Bayern.
In deiner Stadt hab ich schon mal bei einer großen Drehmaschine Maschinenabnahme gemacht. War sehr interessant da!

Mein Angebot steht: Wenn du in Richtung Österreich od. Chiemsee fährst (z.B.in den Urlaub (egal ob Ski- oder Sommerurlaub)). Dann komm bei mir vorbei und du kannst das ausprobieren!
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von JollyRoger » Mo 7. Jan 2019, 08:19

So, nach dem Wochenende bin ich um eine Erfahrung reicher und das passt auch irgendwie hier dazu...

Ich musste einen Hydraulikzylinder adaptieren, also die alten Anschlüsse runter und 12L-Verschraubungen draufschweißen. Der Zylinder war völlig verdreckt und schmierig. Also mal schleifen und so halbarschig entfetten, wirklich fettfrei kriegt man sowas kaum.

Danach die Frage: Welches Verfahren? Ich war im Stress und habe mich für MAG entschieden, es sollte schnell gehen. Es war dann aber doch ein wenig zu schnell, ich konnte die doch recht feine Naht nicht kontrolliert schweißen und habe einige Fehler gemacht. Optisch sind die Nähte hui, aber leider undicht. Ich habe beide Anschlüsse dann nochmals abgeflext, alles sauber vorbereitet und im 2. Versuch mit WIG geschweißt - dicht.

Bei MAG geht alles so schnell, dass man Kleinteile schnell versaut, bei WIG kann man sich dagegen meist mehr Zeit lassen. Gerade bei Nähten, die man dann jeden Tag sieht, schadet das sicher nicht...

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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von techam » Mo 7. Jan 2019, 08:54

Seh ich ähnlich.
Ohne Frage, MMA ist ziemlich Dreckunempfindlich, aber bei Wig und MAG tut sich das nicht viel.
Der Unterschied resultiert mehr daraus, das man bei Wig jede verunreinigung im schmelzbad sieht, spitzer einen zwingen neu anzuschleifen und man den Prozess sowieso eher für saubere kritische nähte nimmt.

Bei MAG fällt das alles nicht so auf und die naht sieht trotzdem gut aus. Ist in wahrheit aber genauso beschissen, oder wie in jollyrogers fall sogar beschissener als eine unter gleichen bedingungen erstellte wignaht. Bei wig kann man probleme in der näht nämlich besser erkennen und gegensteuern.
Pore? Nochmal zurückziehen und aufschmelzen
Schmelzbad zu heiß? bisschen vom fußpedal gehen.
Schmelzbad sackt weg? Ein extra eintauchen des fillers.

Ich hab mal auf ner werft gearbeitet, da gabs nähte mit 100% röntgenquote. Alles Mag.
Da hatten wir nen Schweißer der hatte ein jahr lang nicht einen fehler, das waren einige tausend meter naht.
Mit dem hab ich mal gesprochen wie er das macht. "Sauberkeit Sauberkeit Sauberkeit" der sagte im Röntgen sieht man jede kleinste Verunreinigung, die nähte sehen alle top aus aber selbst wenn die fuge bereits vor 2-3 tagen geschliffen wurde kann man nicht mehr röntgensicher schweißen.

Und so wirds auch mit den meisten "mag kann auch über Rost schweißen"-nähten sein. Äußerlich mögen die hüpsch sein, innerlich ne katastrophe
Während der Wig schweißer am ende aber weiß, dass die naht mist war, schaut der Mag schweißer auf die erkaltete naht und denkt.
Jody who?!

Der einzige Nachteil den ich bei Wig sehe ist die geschwindigkeit, will man nicht gerade fahrradrahmen schweißen geht das lernen recht fix.
Welding tips and tricks, etliche videos schauen damit man weiß wie es aussehen sollte und dann ein paar tage üben, schon ist man gut genug für die gemeinen hobbyprojekte.

MfG Christian
Drehmaschine: EBK 450 mit 550W FU Umbau
CNC-Fräsmaschine: Sorotec AL-Line 1105 mit 2,2kW
Fräsmaschine: Paulimot F207V
Bohrmaschine: AEG DTBM 10
Säge: FLEX SBG 4910
Schweißgerät: Stahlwerk WIG 200 Puls AC/DC + Plasma
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Flamberger » Mo 7. Jan 2019, 09:26

Ich bin ja auch Schweissanfänger. Schweisse von 1mm Blech bis zum 10mm Bratzen aber alles mögliche. Egal ob Edelstahl oder Schwarz. Nur von Alu lasse ich die Finger.

Meine ersten Schritte machte ich mit MAG auf einer fetten Kemppi Anlage. die Nähte sahen oft gut aus und haben auch gehalten. Sehr oft haben sie aber nicht gut ausgesehen und ich musste sie überschleifen. Dann habe ich über meinen Arbeitgeber die Möglichkeit bekommen mit einem WIG-Gerät zu arbeiten. Das hat mir zu beginn überhaupt nicht gefallen.

Dann habe ich versuche mit E-Hand gemacht. Für mich ein Graus. Also zurück zum WIG, da ich dieses Gerät problemlos auslehnen konnte. Ich habe dann viele Videos zum Thema gekuckt und mit Reststücken geübt. Dann mal ein erstes Projekt damit durchgezogen. Die Nähte sehen teils richtig übel aus, halten aber die 80kg Bohrmaschine bis jetzt. Dabei habe ich viel gelernt.

Nun steht ein WIG-Geräte in der Werkstatt und ich übe weiter und meine Nähte sehen nun meist so gut aus, dass ich sie nicht mehr überschleifen muss um die Schande zu verstecken.
Was bei mir der Schlüssel zu guten und schönen Nähten war, war die Erkentniss, dass WIG-Schweissen Ruhe braucht! Schnell mal was anschweissen ist nicht. Die Vorberitung ist wichtig und zu beginn schadet es auch nicht, wenn man sich alles so zurechtlegt, dass man bequem sitzen kann. Dann sollte man sich Zeit nehmen. Mit einer guten Brille kann man dann auch schön beobachten wie das Material anfängt zu schmelzen und mann kann schön den fluss steuern.

Für mich als Allrounder der nicht nur Schwarzstahl zusammenbratet ist WIG die beste Lösung.
Grüsse Ivo
__________________________________
Bohr-/Fräsmaschine: Aciera 22 Tischmodell mit Fehlmann KS380
Bohrmaschine: Aciera 10 und irgend ein altes Tischmodell aus Italien
Schleifmaschine: KMG-Clone 50x2000mm und Tellerschleifer Eigenbau 305mm

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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Mo 7. Jan 2019, 22:59

War heute mal bei der Schweißtechnik-Bude, aber nur der Wartungsmensch da, mal schauen das ich demnächst den Kollegen für Beratung etc in die Finger bekomme...

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