Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

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JollyRoger
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von JollyRoger » Fr 4. Jan 2019, 20:01

Gegenfrage: Welche Gashändler hast du in deiner Umgebung? Informier dich mal über deren Angebot und denk auch drüber nach, was du schweißen willst. Dann kannst du besser entscheiden, was die günstigere Lösung ist, aber mit MIG/MAG kommst du um zwei Flaschen nicht herum.

Dein Gerät böte auch die Möglichkeit, mittels Elektrode zu schweißen und wenn es das kann, dann kannst du auch WIG Lift-Arc schweißen oder aber Edelstahl-Stabelektroden kaufen.

Doc Alex
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Doc Alex » Fr 4. Jan 2019, 22:20

Technische Gase Lüdenbach über Ebay ist günstig
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schweißnoob
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Fr 4. Jan 2019, 22:32

Das geht hier ja richtig ab, dafür nochmal ein dickes Danke !

Das einzige was ich bislang jetzt sicher weiß, ist das ich mit Argon bei MIG/MAG nicht viel anfangen kann, aber ansonsten raucht mir der Kopf.
Aktuell ist der geplante Einsatzbereich Haus/Garten/Auto. Al hatte ich bislang gar nicht auf dem Zettel, das würde ja bedeuten, das ich nicht unbedingt ein AC-Gerät brauchen würde, sollte ich mich zu WIG durchringen.
Zu WIG hatte ich bislang nur mitbekommen keine roten Elektroden zu nehmen, wenn ich nicht die Rentenkasse entlasten will. Ansonsten bräuchte ich vermutlich ein wenig um das WIG-Gerät drumrum, da ich die Elektrden ja wohl schlecht durch den Bleistiftanspitzer schieben kann Sonst kann und muß man ja wohl be iWIG einiges einstellen oder einfach haben, mir fallen grade so Dinge wie Vor und Nahströmen und ne Abschaltverzögerung ein, das kann man bei MAG ja scheinbar auf Strom und Draht runterbrechen und Elektrode brauch ich auch nicht anschleifen.
Bei Gas hab ich nen Hornbach in Reichweite, die haben nach meinem Wissen nur Argon, Mischgas und CO2 was das Schweißen angeht. Mein kleiner Höker im Ort hat leider rel. astronomische Preise, obwohl ich Ihn sonst gerne bemühe, weil man gut und auch preiswert bedient wird, aber der kann halt nicht alles machen(in meinen Augen), da fehlts dann halt an Platz.
Nen Direkten Schweißfachhändler hab ich noch nicht kontaktiert, da hab ich fasst den EIndruck, die verstecken sich vorm Privatkunden, weil das Gewerbe weiß wo man hin muß ;)
Bin durch euch ins grübeln gekommen, was WIG angeht, da ich das noch nie live gesehen hab.

Wie gesagt schn mal Danke bis hier, aber jetzt hoffe ich auf den zündenden Funken für oder gegen eines der beiden Verfahren, denn ich hab zwar grad nen bissel Taschengeld, aber da reicht nicht für beide verfahren auf einmal ...


Viele GRüße

Der Noob

P.S.: Lüdenbach hab ich auch schon gesehen, aber wie lläuft das da mit dem Flaschentausch ? Hab das bislang eher als Quelle fü neue Flaschen einsortiert...

Doc Alex
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Doc Alex » Fr 4. Jan 2019, 22:50

Genau, bei Lüdenbach kaufst Du ne Eigentumsflasche und tauscht sie dann munter ....
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schweißnoob
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von schweißnoob » Fr 4. Jan 2019, 22:54

Was ungefähr so weit ist wie Hornbach, ist nen Partner von GPG, Muß mal fragen fahren...

Bendajo
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Bendajo » Sa 5. Jan 2019, 09:44

Hallo, ich schweisse alles mögliche, was mir im Hobbybereich in die Finger kommt. Hatte lamge Zeit ein mig-mag ess schweissgerät, dass ich dann vor einigen Jahren meinem Bruder gegeben habe. Dort habe ich meistens mit co2 mit geringem Argonanteil geschweisst, Also Mag-Schweissen. Irgendwann bin ich dann auf Argon mit 20 % co2 gewechselt. Nachteil: geringerer Einbrand und Schweissleistung für dickere Bleche. Aber ich konnte auch Alu Schweissen, was ich teilweise gemacht habe. War für mich akzeptabler Kompromiss.
Dann habe ich mir, als das mig-mag weg war, ein Wig gerät gekauft. Das läuft mit fast 100 % Argon. Genial, für saubere Arbeiten.ABER: nix für Baustähle, die nicht sauber vorbereitet sind, Zunderschicht haben usw. das Wig-Schweissen verzeiht nix. Da ich noch dazu zittrige Finger habe, wass bei der Schweissgutzugabe sich noch potenziert, waren meine Schweissergebnisse nicht wirklich dolle. Deshalb habe ich mir wieder ein Mag-gerät zugelegt ohne Gasflasche. Das wig habe ich behalten.
Jetzt was zur Gaswahl aus eigener Rrfahrung: ich habe das Argon-Gas meines Wig Gerätes an das Mig-Mag-Gerät angeschlossen und Probeschweissungen auf Baustahl gemacht. Ich dachte zuerst das Mig-Mag-Gerät ist kaputt, das ging überhaupt nicht. Extrem seltsamer Abbrand. Haben sich Tropfen gebildet und sind sozusagen auf den Stahl getropft.... Dann Co2 mit 18% Argon Flasche drangemacht und jetzt schweisst das sehr gut. Reines Argon auf Mig-Mag-gerät und Baustahl schweissen - so meine Erfahrung - geht nicht. Edelstahl habe ich nicht pobiert, kann sein, dass sich das anders verhalten hätte.
Ich nutze für Schweissarbeiten aktuell meistens das Mag-gerät. Das Wig brauch ich fast kaum noch, das liegt aber auch daran, dass wig aus meiner Sicht recht anspruchsvoll ist zu schweissen.
Fazit: Wenn ich das Wig nicht hätte , hätte ich wieder ein Mig-Mag mit 80% Argon und 20% Co2. War für meine vielseitigen Anwendungen guter Kompromiss. Jetzt habe ich Mag mit 80% co2 und 20 % Argon sowie Wig mit 99% Argon.

Spänefresser
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Spänefresser » Sa 5. Jan 2019, 11:16

Ich beziehe mich mal auf Deiner Frage, welches Gas für Edelstahl/ MIG?

Am besten eignet sich zum MIG schweißen ein Gasgemisch aus 98% Argon und 2% CO², verursacht einen nicht zu tiefen Einbrand und Flächentemperatur und erzeugt sehr wenig Spritzer.
Bei Verwendung von 82% Argon und 18% CO² verhält es sich genau anders herum, tiefer Einbrand,großflächige Temperatur und damit große Gefahr von Verzug bei Blechen,viele unkontrollierte Spritzer die sich tief ins Material einbrennen.

Gruß vom Spänefresser

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Trutenpugel
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Trutenpugel » Sa 5. Jan 2019, 11:47

Moin!
Das Gespräch kommt inzwischen weit vom eigentlichen Thema ab.

Einige Leute sind ja auf die Kernfrage eingegangen. :2up:
Beim Schweißen von Edelstahl mit höherem Verunreinigungsgrad des Argons als 2 bis 2,5% wird die Naht „aufgekohlt“.
Diese Verunreinigungen des reaktionsunfreudigen Schutzgas Argon bestehen zum größten Teil aus Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlendioxid.
Der Chromanteil wandelt sich bei der Verwendung von höherem als 2,5% CO2- Anteil beim Schweißvorgang zu Chromkarbid um. Damit ist der gewünschte Effekt des Selbstschutzes des Materials nicht mehr gegeben. Solche „zusammengeferkelten“ Verbindungen haben dann auch ein anderes Gefüge, als das zu verbindende Material. Vom Begriff „Materialschluss“ ist dann in metallurgischem Sinn keine Rede mehr.
schweißnoob hat geschrieben:
Fr 4. Jan 2019, 22:32
Auto ... WIG
WIG und z.B. Karosseriearbeiten vertragen einander nicht. Hohlraumschutz, heutzutage viele verzinkte Teile und Rost… das ist für das WIG- Verfahren nichts.

Wenn man Alu MIG schweißen will, sind dem Einsteiger mindestens 1mm Draht Ø und Power angesagt. Alles andere ist Quatsch. Das ME 200 von Weldinger ist mit einem 1- Rollenantrieb ausgestattet. Um Alu- Draht mit dem Vorschub nicht zu verformen, wäre ein 4- Rollen- Antrieb sinnvoll.
Versucht man es trotzdem mit dünnem Draht und dem 1- Rollenantrieb, verformt sich der Draht, hängt sich an der Drahtdüse auf, schiebt sich in der Teflonseele zusammen und nach ein paar ärgerlichen Minuten und Seele freipokeln geht gar nichts mehr.

Das wäre, als würde ein Autodidakt das Sägen erlernen wollen und als Sägewerkzeug einen Geigenbogen wählen. Der Misserfolg wäre vorprogrammiert.
Mit dem Gerät bekommt man sicherlich vieles zusammengekokelt. Auf Dauer möchte so eine leistungsschwache Notlösung jedoch niemand haben.

Hat ein Heimwerker den Ehrgeiz, ein Zauntor aus dünnwandigem Stahlrohr mal so richtig selbst zu bauen, ist das Gerät sicher das Geld wert.

Über die Wahl eines Schweißverfahrens wirst Du im z.B. im Schweißerforum gut beraten.
http://www.schweisserforum.de/index.php ... i%C3%9Fen/

Wenn in Deiner Nähe ein Bildungszentrum ist, wo Schweißen zur Debatte steht, rate ich Dir, da mal aufzuschlagen. Die sind meist recht auskunftsfreudig und können Dir an verschiedenen Geräten zeigen, was womit geht.

Grüße von Mario. :hi:
Unendlich steigt des Schlossers Kraft, wenn er sich seine Hebel schafft.

Bollwerk
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von Bollwerk » Sa 5. Jan 2019, 13:12

Trutenpugel hat geschrieben:
Sa 5. Jan 2019, 11:47
Moin!
Das Gespräch kommt inzwischen weit vom eigentlichen Thema ab.

Einige Leute sind ja auf die Kernfrage eingegangen. :2up:
Beim Schweißen von Edelstahl mit höherem Verunreinigungsgrad des Argons als 2 bis 2,5% wird die Naht „aufgekohlt“.
Diese Verunreinigungen des reaktionsunfreudigen Schutzgas Argon bestehen zum größten Teil aus Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlendioxid.
Der Chromanteil wandelt sich bei der Verwendung von höherem als 2,5% CO2- Anteil beim Schweißvorgang zu Chromkarbid um. Damit ist der gewünschte Effekt des Selbstschutzes des Materials nicht mehr gegeben. Solche „zusammengeferkelten“ Verbindungen haben dann auch ein anderes Gefüge, als das zu verbindende Material. Vom Begriff „Materialschluss“ ist dann in metallurgischem Sinn keine Rede mehr.

Grüße von Mario. :hi:
:thx: :thx: :thx:

Hallo Mario,
freue mich immer, wenn Leute, die vom Fach sind, ihr Wissen teilen :2up:

Ergänzend sei gesagt, dass eine, mit zuviel CO2-Anteil "gebrannte" Naht
auf Edelstahl, durch Schleifen nur dann "rostfrei" wird, wenn man sie voll-
ständig wieder entfernt. :pfeif:

Für Stahl, dicker als Karosserieblech, braucht es dann schon ein 82-18 Gas.
(18 für CO wohlgemerkt)

Reines Argon benutze ich nur für WIG.

Gruß
Bollwerk

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S4B5
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Re: Welches Gas für Edelstahl/MIG ?

Beitrag von S4B5 » Sa 5. Jan 2019, 13:40

Hi

Edelstahl und Alu würde ich nur mit WIG schweißen wollen.

Baustahl und Autobleche mit MAG.

Wenn man jedoch kaum/keine Grundkenntnisse hat sollte man sich jemanden suchen der einem das zeigen kann. Dazu schaut man dann mit einem zweiten Schweißspiegel zu und lässt sich erklären worauf man gerade zu achten hat. Dann schweißt man selber und der andere schaut zu.

Beim WIG schweißen muss, wie hier schon oft gesagt, alles penibel sauber sein. Ein wenig Öl, Fett, Rost, Farbe oder anderes Material in der Schweißstelle und man darf die Elektrode neu anschleifen.

Und "Schwarzstahl" sollte wenn möglich sogar einmal blankgeschliffen werden, der ist auch oft noch eingeölt.

Unerfahrene Schweißer neigen beim MAG-Schweißen oft dazu zu dicke Bleche mit einer zu dicken Naht in einem Durchgang zu schweißen. Das sieht oft auch gut aus, Fakt ist aber das bei einem großen Schmelzbad der Lichtbogen kaum noch Grundmaterial aufschmelzen kann, man lässt eigentlich nur noch flüssigen Stahl über das Blech laufen.

Es macht Sinn seine ersten Probeschweißungen mal im Schraubstock oder unter einer Presse zu brechen, da sieht man schnell wo Bindefehler entstanden sind. Bei einer guten Naht bricht auch das Grundmaterial mit heraus.

lg Marco

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