Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Schwarzfinger
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von Schwarzfinger » Di 25. Dez 2018, 21:42

Hallo
Schlauchpaket und Draht zu tauschen dauert doch keine 5 min, sollte beim Hobby kein Argument sein.
Wenn vorwiegend Stahl und auch mal VA geschweisst werden soll ist wenn man nicht mit Elektrode schweißen will oder kann MAG die erste Wahl. Unflexibel ist was anderes.Mit etwas rudimentärer Ahnung halten die Nähte auch. Die meisten Fehler sieht man doch.
Grüße
Schwarzfinger

DeckelMensch
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von DeckelMensch » Di 25. Dez 2018, 23:21

Harry Schrotter hat geschrieben:
Di 25. Dez 2018, 20:00
Hallo Deckelmensch, der letzte Fronius- Schweißapparat wo getauscht wurde war im eigentlichen Sinne nicht defekt. Da hatte sich das Massekabel am Schweißgerät angeschweißt und mußte am Stecker abgesägt werden damit man beides trennen konnte. Bemerkt wurde das weil der Stecker heiß geworden ist und schon Rauchzeichen gegeben hatte. Beim Tausch hat man festgestellt das der Stecker nicht mehr ab ging! :pfeif:

Viele Grüße
Frank
Das würde sich doch voll lohnen, wenn eine Firma wegen sowas neues Gerät kauft und man zu hause passenden Anschluss hat. Viel einfacher geht die Reparatur wahrscheinlich nicht, als wie neuen Stecker fürs Massekabel ranmachen. :-D
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC-135; Deckel FP4-NC/Dialog11; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; alte Durch-Ständerbohrmaschine; diverses Messgerät (Elektronik)

dr.markus
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von dr.markus » Di 25. Dez 2018, 23:44

Alu mit MIG ist schon gut -wenn man ne Pulsanlage hat.

Der n großen Vorteil beim Wig sehe ich darin, dass man auch optisch ansprechende Nähte und vor allem kleine Teile schweißen kann.
Viele Grüße, Markus

depitter
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von depitter » Mi 26. Dez 2018, 03:57

Schwarzfinger hat geschrieben:
Di 25. Dez 2018, 21:42
Hallo
Schlauchpaket und Draht zu tauschen dauert doch keine 5 min, sollte beim Hobby kein Argument sein.
Damit ist ja nicht getan, erstmal muss man mindestens 3 Schlauchpakete haben Stahl/Alu/Edelstahl, zwei Gasflaschen Argon und Co2, oft muss auch die Düse getauscht werden, wenn man das mehrmals am Tag macht ist das auch fürs Hobby mehr als nervend.
Beim Wig Schweissen nimmt man einfach nur den entsprechenden Schweissstab als Zusatz und fertig, wenn es denn ganz genau sein soll eventuell noch die Elektrode.
Halten tun Schweissnähte wenn sie vernünftig ausgeführt sind mit allen Schweissverfahren.
Wenn man universell Schweissen möchte und Zeit nicht so wichtig ist, führt kein Weg an einem AC/DC Wig Gerät vorbei, eventuell moch Autogen, aber das muss man wirklich können.
Ich habe das Glück beides zur Verfügung zu haben, wenn ich eine normale Stahlkonstruktion schweisse nehme ich meistens das Mig/Mag Gerät, weil es einfach schneller ist, bei Edelstahl und Alu nehme ich das nie.
Gruß
Dieter

depitter
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von depitter » Mi 26. Dez 2018, 04:35

Harry Schrotter hat geschrieben:
Di 25. Dez 2018, 16:56
Ich hab mir als MIG/MAG das EMW Picomig185 D3 Puls AC/DC und als WIG das EWM Tetrix 230 AC- DC ausgesucht. Das haben unsere Schlosser in der Werkstatt und die Finden die Geräte recht gut und zuverlässig.
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank,

ich glaube du verwechselst da etwas, das Picomig ist kein AC/DC sondern ein reines DC Gerät, Alu Wig schweissen ist damit nicht möglich, Mig Alu schweissen geht, sogar ziemlich gut durch das Pulsen.
Davon ab sind die EMW Geräte schon was feines und mit dem Picomig Puls bist Du schon gut beraten, trotzdem bleibt die Mühe des Umrüstens und die Tatsache das Du drei Schlauchpakete und zwei Gasflaschen brauchst.
Ich würde da eher ein Picomig AC/DC nehmen, aber das ist natürlich Deine Entscheidung und eine Schwerpunktfrage.
BTW 20mm mit 180A Luftgekühlt schweissen zu wollen ist schon recht Abenteuerlich, da sind dann eher 300-400A und Wasserkühlung angesagt.
Gruß
Dieter

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Harry Schrotter
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von Harry Schrotter » Mi 26. Dez 2018, 10:29

Hallo Dieter, ist ein Fehler von mir! Das Picomig hat nur DC, kann laut Hersteller aber auch Alu und Edelstahl (Puls). Das Picomig kann neben MIG/MAG-Impuls auch E-Hand und WIG(Lift ARC); das dürfte fürs erste in der Bastelstube doch ausreichen. AC/DC ist das Tetrix! Zum normalen schweißen ist für mich erst mal das mit Drahtzufuhr wichtig. Wie ich aus den Kommentaren entnehme liege ich da nicht ganz falsch.
Hallo Deckelmensch, der verschweißte Stecker wurde am Schweißgerät abgeschnitten und das Kabel mit einem neuen Stecker versehen. Das Schweißgerät wurde dann mit einem Reservegerät getauscht; in der Produktion darf es keine langen Stillstände geben, da muß es schnellgehen und man hat nicht die Zeit zum rumprobieren wie man einen Stecker ab bekommt. Die defekten Geräte gehen an der Hersteller zurück und werden dort repariert oder überholt; falls Totalschaden gibt's ein neues Gerät. Mit den Vakuumpumpen wird genauso verfahren.

Viele Grüße
Frank
Weiss WMD25
Weiss WM280x700V-F
Einhell BT-ML300
Einhell BT-BD801E
Namenlose Kaltkreissäge
Baileigh AP-3R

depitter
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von depitter » Mi 26. Dez 2018, 12:38

Hallo Frank,

das reicht auf jeden Fall in der Bastelstube! Da hast Du sogar schon was richtig gutes.
Der wesentliche Unterschied bei Mig Geräten (automatische Drahtzufuhr) und Wig Geräten (manuelle Drahtzufuhr) ist das beim Mig der Schweissdraht selber die Elektrode ist durch den automatischen Vorschub wird halt das genommen was kommt Vorteil, Du kannst mit einer Hand Schweissen, ist oft hilfreich in kritischen Schweisslagen und wenn Du was festhalten musst (wobei ich persönlich bei feineren Nähten wenn möglich auch die zweite Hand zum führen nehme).

Beim Wig schweissen übernimmt eine meist aus einer Woframlegierung bestehende Elektrode den Part des Lichtbogens und Du musst den Schweisszusatz mit der anderen Hand zuführen, Vorteil hier ist das Du eine wesentlich bessere Kontrolle über das Schweissbad hast (deshalb hat man beim Wigschweissen meist die besseren Nähte wenn man es kann) und bei anderen Metallen einfach nur einen anderen Zusatz nehmen musst.

Beide Verfahren habe Ihre Vor und Nachteile!
Für mich persönlich ist der Hauptvorteil des Mig Mag Schweissens die Geschwindigkeit und die oft freie Hand, Hauptnachteil ist das fürchterliche spritzen (das soll bei Pulsbetrieb nicht mehr so schlimm sein) Du musst also alles in der unmittelbaren Umgebung abdecken und der hohe Rüstaufwand wenn andere Metalle geschweisst werden (anderes Schlauchpaket, Drahtrolle wechseln, Gas wechseln.).
Das Mig schweissen schätze ich weil ich ratz fatz fast jedes Metall schweissen kann ohne Umrüsten zu müssen, generell eine bessere Kontrolle habe (es erfordert aber auch ein wenig mehr Übung.) und kein spritzen habe.
Gruß
Dieter

martinha
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von martinha » Mi 26. Dez 2018, 15:19

depitter hat geschrieben:
Mi 26. Dez 2018, 03:57
Ich habe das Glück beides zur Verfügung zu haben, wenn ich eine normale Stahlkonstruktion schweisse nehme ich meistens das Mig/Mag Gerät, weil es einfach schneller ist, bei Edelstahl und Alu nehme ich das nie.
Hallo Dieter,
das Teil ist aus Edelstahl, würdest du das mit Wig schweißen?
IMG_0131.JPG
Ich habs mit Elektrode geschweißt und das hat schon gedauert. Wenn man gut Wig-schweißen kann, schafft man natürlich auch Meter aber da braucht man, denke ich, schon viel Übung.
Ich hab hier 3 Mig/Mag-Geräte stehen, die in der Fa ausgemustert wurden, schweiße aber das meiste mit Elektrode. Das man bei Mag "nur ansetzen und den Abstand halten muß", wie Helix schrieb, kann ich nicht bestätigen, auch nicht, daß es bei Mag nicht hundertprozentig sauber sein muß im Vergleich zu Elektrode. Klar kriegt man als Neuling mit etwas Übung passable Nähte mit Mag hin, wohl eher als mit Elektrode, halten werden die auch, aber von einem Berufsschweißer geforderte Schweißnähte sind wohl noch was anderes. Bei Mag kann man mM nach nicht vom Aussehen der Naht auf ihre Güte schließen, bei Elektrode schon eher.
Fazit ist wohl, daß jeder das Verfahren favorisiert, welches er am meisten anwendet. Ich schweiße Teile ab 5mm und kein Alu, da stell ich mir kein Wig-Gerät hin, andere schweißen Teile bis 5mm, die brauchen andere Schweißverfahren als Wig nicht.

Schöne Grüße
Martin

Helix
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von Helix » Mi 26. Dez 2018, 17:49

Das war natürlich etwas überspitzt geschrieben. ;-)

Aber schon vom Zündverhalten, vom Nachführen der Elektrode etc ist es schon anspruchsvoller als MIG/MAG.
Aber gerade bei "meinen" Alltagsarbeiten: mal eben was anheften, mal schnell eine Mutter auf eine rundgedreht Schraube schweißen oder zwei 10er Flacheisen aneinander zu braten, möchte ich nicht mehr zurück zu MMA. Präzise zu heften steht da recht weit oben, und Muttern aufschweißen hält mit Schlacke drinnen auch nicht so dolle - ich find das sind einfach Dinge, die MAG besser kann als MMA.

Man kann die Verfahren halt einfach nicht wirklich vergleichen. Aber Stahlbauer, Schlosser und Autoleute benutzen MAG nicht ohne Grund, während Feinbastler eher zu WIG greifen, und auf der Baustelle oder im Felde die MMA Fackel brennt.

depitter
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Re: Welche Schweissart ist zu empfehlen?

Beitrag von depitter » Mi 26. Dez 2018, 22:07

martinha hat geschrieben:
Mi 26. Dez 2018, 15:19
depitter hat geschrieben:
Mi 26. Dez 2018, 03:57
Ich habe das Glück beides zur Verfügung zu haben, wenn ich eine normale Stahlkonstruktion schweisse nehme ich meistens das Mig/Mag Gerät, weil es einfach schneller ist, bei Edelstahl und Alu nehme ich das nie.
Hallo Dieter,
das Teil ist aus Edelstahl, würdest du das mit Wig schweißen?IMG_0131.JPG
Ich habs mit Elektrode geschweißt und das hat schon gedauert. Wenn man gut Wig-schweißen kann, schafft man natürlich auch Meter aber da braucht man, denke ich, schon viel Übung.
Ich hab hier 3 Mig/Mag-Geräte stehen, die in der Fa ausgemustert wurden, schweiße aber das meiste mit Elektrode. Das man bei Mag "nur ansetzen und den Abstand halten muß", wie Helix schrieb, kann ich nicht bestätigen, auch nicht, daß es bei Mag nicht hundertprozentig sauber sein muß im Vergleich zu Elektrode. Klar kriegt man als Neuling mit etwas Übung passable Nähte mit Mag hin, wohl eher als mit Elektrode, halten werden die auch, aber von einem Berufsschweißer geforderte Schweißnähte sind wohl noch was anderes. Bei Mag kann man mM nach nicht vom Aussehen der Naht auf ihre Güte schließen, bei Elektrode schon eher.
Fazit ist wohl, daß jeder das Verfahren favorisiert, welches er am meisten anwendet. Ich schweiße Teile ab 5mm und kein Alu, da stell ich mir kein Wig-Gerät hin, andere schweißen Teile bis 5mm, die brauchen andere Schweißverfahren als Wig nicht.

Schöne Grüße
Martin
Ich würde das Teil nach Möglichkeit gar nicht schweissen :-D wenn ich mich irgendwie darum drücken kann.
Mit Elektrode würde ich auf keinen Fall schweissen, ganz einfach weil ich es 30 Jahre nicht mehr gemacht habe und mir das nicht zutrauen würde.
Das es geht, hast Du ja bewiesen und das habe ich auch gar nicht angezweifelt, ich habe damit früher sogar Guss geschweisst und das hat auch gehalten.
Wenn ich wie Du ab 5mm aufwärts schweissen würde wäre ich vielleicht jetzt noch dabei mit Elektroden zu schweissen.
Ich schweisse mittlerweile die meisten Sachen mit Wig, seltener mit Mig. weil es einfach für mich besser passt.

Ansonsten unterschreibe ich das meiste as Du da schreibst voll und ganz, was das schweissen von Berufsschweissern angeht, sieht man aber immer weniger Elektrode und immer mehr Mig/Mag, selbst die Schweisser im Schiffsbau die die dicken Klamotten schweissen (früher eine Paradedisziplin der Elektrode) machen das heute vorwiegend mit Mig/Mag.
Gruß
Dieter

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