Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Martinn
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Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Martinn » So 23. Dez 2018, 16:49

Hallo zusammen,

das Repertoire meiner Verbindungstechniken ist eher mager und ich frage mich, ob ich im Bastelkeller sinnvollerweise auch schweissen könnte. Damit bin ich ziemlicher Anfänger, von daher wäre ich froh um Eure Einschätzung.
Ein einschränkender Faktor dürfte der Bastelkeller sein: UG, mässige Belüftung, Steckdose 1 Phase vermutlich 10 A. Zur Not könnte ich in die Garage gehen (bessere Belüftung, auch nicht mehr Strom).
Mittlerweile sind ja handliche Inverterschweissgeräte sehr günstig geworden. Und WIG-Schweissen scheint eine sehr saubere Sache zu sein. Gefällt mir gut...
Also: WIG DC ist wohl vor allem für Edelstahl zu gebrauchen. Ich hätte gern auch Alu verarbeitet - das braucht dann WIG AC (teurer, schwierig). In beiden Fällen braucht man eine Flasche IG (Argon).
Stahl (z.B. Untergestell für meine neue Fräse schweissen) wäre wohl eher nichts für WIG? Da bräuchte man dann MAG (anderes Gerät, anderes Gas).
Oder Hartlöten? Kenne ich auch nicht wirklich, da gäbe es kleine Geräte mit Einwegflaschen (sehr teuer auf Dauer) wie dieses https://www.bauundhobby.ch/maschinen-we ... xt_4:sem_5. Ansonsten wie Autogenschweissen mit grossen Miet- oder Kaufflaschen.

Zunächst fand ich WIG richtig sexy, aber für Alu wird das teuer und (da ich nicht Hofmechaniker einer Kolchose bin) für kleinere Teile/dünnes Blech auch nicht einfach. Vielleicht sollte ich mir doch erstmal Hartlöten anschauen?

Grüsse - Martin
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astoba
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von astoba » So 23. Dez 2018, 17:11

Hallo Martin

Wig geht für alles solange du Zeit hast, nicht nur zum schweißen sondern auch beim vorbereiten. Das mit Alu ist reine Übung (mach ich auch immer noch) ansonsten reichen die 10A nicht wirklich, ich habe ein Chinadesign Gerät mit 220A das braucht eine 16A Steckdose sonst fliegt der Automat, Schmelzsicherung geht bestimmt ist aber nicht so nett zu den Leitungen.(Wärme ist für Isolation nicht gut)

Zum hartlöten kannst du das Set nehmen, aber kauf dir eine Sauerstoffflasche zum tauschen 2Liter mit Druckminderer das reicht dicke, sowas habe ich auch.

ps: gerade deine Fahne noch gesehen, keine Ahnung wie die O2 Flaschen in der Schweiz zu tauschen sind, bei mit hat der Baumarkt die sogar seit einiger Zeit

Gruß Mike

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Niskie
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Niskie » So 23. Dez 2018, 17:15

WIG ist für den Bastelkeller schon recht genial. Die Anschaffungskosten sind nicht ganz ohne. Zum Schweißgerät kommen noch Flaschen, Durchflussregler, Automatikhelm, Elektroden, Zusatzmaterial, ggfls. ein besseres Schlauchpaket. Da sind schnell 1000 EUR zusammen (bzw. bei EU Markenware deutlich mehr). Da spielt dann der 300 EUR Aufpreis für AC auch nicht mehr so die Rolle.

20 L Argonflasche, nicht kleiner.
Die Weld-Cap finde ich auch recht gut. Leider können dort keine optischen Gläser rein und ich muss eine Lesebrille aufsetzen (die aber gut drunter passt).


Ein Stahl-Untergestell lässt sich damit sehr gut herstellen. Das ist dann auch schon das erste Übungsobjekt. Der Gasverbrauch ist im Vergleich zu MAG deutlich höher (und es dauert länger), daher wird WIG für solche Sachen im kommerziellen Bereich normalerweise nicht eingesetzt.

Deine 10 A werden zum Problem bei ab ca. 130 A Schweißstrom. Und gezielter Luftaustausch ist (insbesondere bei VA und Alu) auch nicht ganz verkehrt.

Gruß Peter
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obsidian
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von obsidian » So 23. Dez 2018, 18:00

Das Thema (WIG) würde mich jetzt auch interessieren.
Hätte auch wenn, dann nur den Keller zur Verfügung.
Ne Steckdose ist vorhanden, wo, neben Licht und laufendem Staubsauger, eine 2kW Kappsäge (ohne Sanftanlauf) über ne 3x Steckdose (an-)läuft, ohne
dass die Sicherung fliegt.

Ich denke mal, man könnte so auch mittlere (haupts.) Alu-Profile damit zusammenbraten - weniger Quantität, mehr Qualität.
Also haupts. bei Sachen, bei denen das Drehen/Fräsen aus dem Vollen keinen Sinn haben würde oder nicht möglich wäre,
mit nicht allzugroßen Abmessungen (s. Signatur).
(-Meinungen?)

Ein weiterer Punkt wäre Luft..

Der Keller wäre recht klein, aber der Tatort wäre direkt an einem Fenster, wo man noch für die Zeit einen größeren Lüfter oder ne entspr. zu konstruirende Absaugung dranhängen könnte,
die, über einen Schlauch, die entstehenden Gase idealerweise schon am Ort des Geschehens wegführen würde.
Zu den übrigen Kellerabteils würde der Luftaustausch evtl. auch stattfinden können - ist, im Prinzip, alles nur nur nem deckenhohen
"Holzzaun" voneinander getrennt (habe z.B. schon aufpassen müssen, als ich ne Vergaserbank reinigen musste, und zu viel Bremsenreiniger
versprühe ich da auch nicht, wenn das Fenster nicht offen ist.)

Wie ist es eig. geruchsmäßig, wenn man z.B. Alu mit Wig geschweißt hat?
- Spätestens in ner halben Stunde würde ich die eventuellen Gerüche sowieso gelüftet kriegen,
(selbst ohne die geplante Absaugvorrichtung)
würde nur vermeiden wollen, dass jmd. was ins falsche Nasenloch bekommt und denkt,

Hat jmd. vllt. sogar schon so etwas in einem ähnlichem Umfeld betrieben?
Drehe: 210x400 450W
Fräse: SX3L 1kW

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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Doc Alex » So 23. Dez 2018, 18:32

Wer Kunststoff kennt nimmt Stahl!

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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Doc Alex » So 23. Dez 2018, 18:36

Zum Hartlöten würde ich zu Greggersen greifen.

https://www.greggersenshop.de

Die haben oft Messevorführer. Einfach Herrn Greggersen anrufen. Der kann oft helfen.

Dann sind die Finanzen nicht gar so strapaziert.

Viele Grüße

Alexander
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Niskie » So 23. Dez 2018, 18:54

Doc Alex hat geschrieben:
So 23. Dez 2018, 18:32
Ich hab sowas https://www.plymovent.de/schweiss-und-s ... eraete/phv
Dort steht dann:
Der PHV ist eine mit Hochvakuum betriebene tragbare Anlage ...
:muahaha: :muahaha: :muahaha:
Das glaubt doch niemand (der etwas Ahnung hat)! Wie glaubwürdig ist dann der Rest dieser Werbung?
https://www.spektrum.de/lexikon/physik/hochvakuum/6806

Achso: WIG ist fast geruchlos (da sowieso alles klinisch rein sein muss). Es entsteht trotzdem (etwas) Schweißrauch, der je nach Material durchaus gesundheitsschädlich ist.

Gruß Peter
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von Doc Alex » So 23. Dez 2018, 20:08

Ach Niskie ......

Seufzt.

Es gibt 2 verschiedene Absauganlagen für Schweißrauch:

Hochvakuum Anlagen mit relativ kleinem Volumenstrom.

Die PHV gehört dazu. Diese Anlagen arbeiten ähnlich Staubsaugern und sind gemacht durch einen Rauchabsaugbrenner, der einen kleinen Querschnitt hat. Der Rauch wird direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt.

Niedrigvakuumanlagen mit relativ hohem Volumenstrom.

Hier ist eine solche: https://www.plymovent.de/schweiss-und-s ... ter/monogo

Diese Geräte sind am ehestem mit Holzstaubabsauganlagen zu vergleichen. Man hält einen Erfassungstrichter über die Schweißstelle. Der schon mit Luft gemischte Rauch wird abgesaugt und gefiltert.

Das von Dir erwähnte Hochvakuum hat damit nichts zu tun.

Speziell Edelstahl ist durch seinen Vhromanteil gefährlich und krebserregend.

https://www.dguv.de/medien/fb-holzundme ... rauche.pdf

Viele Grüße

Alexander
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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von dr.markus » So 23. Dez 2018, 22:39

Einfach einen Rohrlüfter und 2 Schläuche dran. Einen zur Schweißstelle, einen nach draußen und gut.

Und zur Steckdose/Sicherung würde ich erstmal den Elektriker des Vertrauens fragen, was da geht oder machbar ist.
Alles andere ist Kaffesatzleserei.
Viele Grüße, Markus

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Re: Schweissen (oder Hartlöten) im Bastelkeller?

Beitrag von tillmann221 » So 23. Dez 2018, 22:59

Bei Ebay gibts gute Ventilatoren von EBM Papst
48v 600m³/h Axial
der Bewegt echt unnormal viel Luft.

Sonst geht so ein 24v Radialventilator auch gut
Gruß Tillmann

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