Aluguss Auftragsschweißen

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schleibi
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von schleibi » Fr 30. Nov 2018, 07:27

Kommt wirklich darauf was du schweissen willst.

Ich hab ein 200A Stahlwerk AC/DC und bin zufrieden. Muss zwar noch viel lernen was Alu angeht, aber es geht. Alu schweiße ich hauptsächlich Motorad/Mopedgehäuse, sonst Stahl.

http://www.aspes-navaho.de/phpBB/viewto ... d171972dc7

Obwohl ich in der Lehre seinerzeit viel Autogen geschweisst hab, musste ich doch viel üben. Sind locker 30l Argon nur zum üben drauf gegangen.

Und ja ich schweisse im Keller bei offenen Kellerfenster. Solltest aber sehen, das die Kellertür recht dicht ist, sonst stinkt die Wohnung nach verbraten :pfeif:

Und ich hab mir lieber 2 x 10l Flaschen geholt. Wenn eine leer ist, kann ich umbauen und weiterschweissen. Sonst ist das Wochenende im Eimer, denn es passiert immer Sa. um 19:00 Uhr, garantiert!

Kalle

Kalle
Fräse: Sieg Super X3 mit SK30; Drehbank: RC-Maschine RC6125WLPx750; Stossmaschine: Gack HE20; Schweissgeräte: Stahlwerk WIG TIG AC/DC 200 PULS

ryven
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von ryven » Fr 30. Nov 2018, 09:43

Bei meinem Händler ist es so das die kleine Flaschen das gleiche zum Füllen kosten wie die großen. Die großen 50 l haben halt ein s Gewicht. Schwierig für den Keller.
Gerade für die kniffligen Arbeiten macht das Fusspedal in meinen Augen Sinn.
Ansonst ein billiges Stahlwerk/LCDVision mit 230 V reicht weit.
Für über 150 A ist aber der Wassergekühlte Brenner fast Pflicht, die Gasgekühlten zerlegen sich auf Dauer dabei.
Und Kupfer ist deutlich Schlimmer was Wärmetransport angeht.

Auftragsschweißen ist nicht so kritisch wie durchschweißen.

Tommel
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von Tommel » Fr 30. Nov 2018, 11:09

Moin,

WIG hatte ich das letzte Mal 1992/93 geschweißt und die Kiste war so groß wie eine Kommode mit extra Kommode Wasserkühlung, kein HF oder Kurven zum Naht ausklingen lassen.
War allerdings alles Edelstahl.
Wie gesagt, das hier soll ein erster Aufschlag sein und ich habe einfach keinen Plan von Alu.
Was mich nochmal zu der Frage bringt: Warum kein MIG?
Weil man mit MIG und Alu immer zu langsam ist? Weil die Geräte viiiiel zu teuer sind ?
Weil die vielleicht grundsätzlich Wasserkühlung haben ?

Flaschen wollte ich im Tausch machen damit ich keine Generve mit dem TÜV habe.
Ich habe 380V in der viel zu engen Werkstatt. 220V im Keller. Natürlich könnte ich auch ein 5-adriges 10m Kabel durch das Kellerfenster ziehen.
Kann ich machen.

Typische Anwendung
Ich habe mal ein Bildchen beigefügt das eine Schnittzeichnung eines Ventilsitzringes im Kopf darstellt.
[ externes Bild ]
Der Ventilsitzring (hier: grau) müssen ab und zu gewechselt werden. Oft genug stellt es sich heraus das diese "Gegenbohrung" des Ventilsitzes
nicht mehr rund sondern oval ist.
Ich für meinen Teil spindel` diese Gegenbohrung auf (Durchmesser je nach Fahrzeug 30-60mm), drehe dann einen neuen größeren Ventilsitzring und presse den ein.
Doch das aufspindeln dieser Gegenbohrung hat irgendwann ein Ende da das andere Ventil unmittelbar nebenan liegt und man Gefahr läuft
das ein Ventilsitz den anderen berührt. Vielen ist das wurscht, mir nicht.
Also wird diese Gegenbohrung aufgeschweißt (2-4 raupen) und dann komplett neu ausgespindelt um auf das Originalmaß eines Ventilsitzringes zu kommen.

Aber ... bei alten Moppeds zB ist der Brennraum im Zylinderkopf nicht flach sonder oft kugelförmig (hemi)
siehe 2.Bild [ externes Bild ]
Das heißt daß die Ventile und Ventilsitzringe zB im 45 Grad Winkel stehen. Das wird sprichwörtlich eng mit WIG.

Über die generelle Vorgehensweise (säubern, vorwärmen, Drehteller) bin ich mir einigermaßen im Klaren. Das eigentliche Doing muss natürlich gelernt werden.

Nicht zu sehr hauen
Danke
Tommel

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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von ryven » Fr 30. Nov 2018, 12:55

Nun gerade bei so geschlossenen Räumen kannst du auch Argon von hinten einströmen lassen und dafür dann die Wignadel weit rausziehen und kommst so rein.
Dafür dann eine ehr 3,5er nehmen damit trotz AC nicht schmilzt.
AC Offset ist da auch notwendig um die Elektrodenbelastung runterzubekommen.
Bei Mig ist in meinen Augen der Brenner viel zu groß.

Ich würde in deinem Fall zu 230V greifen, das sollte für dich reichen.
Nadeln halbieren um die ganz kurzen Kappen nehmen zu können, aber dass ist was du austesten musst.

Die Mig Alunähte die ich bis jetzt gesehen hab kommen nicht an Wig ran. Und du hast bei Wig Wärme und Material sauber getrennt. Wenn es aufgeschmolzen ist kannst du Material zugeben und bis dahin kannst du aufheizen.

Mig zum Aufpanzern auf eben oder erhöhten Flächen gerne aber für das was du vorhast würde ich zum Wig greifen.

Ich habe auch Tauschflaschen da kümmert sich der Händler um den Tüv nicht ich. Pro Jahr geht meist ein 20er Argon durch und ne 20er Mischgas, sowie ein paar Kg E-Hand Elektroden.

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Niskie
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von Niskie » Fr 30. Nov 2018, 14:36

Argon im Keller ist recht unkritisch. Erstens mischt es sich gut mit Luft und wird mit dieser ausgetauscht (sammelt sich also nicht am Boden). Zweitens ist es deutlich ungefährlicher als CO2, da es die CO2-Abgabe über die Lunge nicht stört. Ein paar Vol% Argon in der Raumluft dürfte man nicht merken und die muss man erst mal zusammenbekommen.

Ich rate zu 20 Liter Flaschen (im Tauschsystem, z.B. bei Hornbach) und zu einem Lüfter im Kellerfenster. TÜV-Probleme gibt es dort nicht und Alu-Dämpfe sind nicht ungefährlich.

Gruß Peter
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von reloader » Fr 30. Nov 2018, 14:37

Hallo,

wo gibt es 3,5 mm Wig Elektroden?

viele Grüße

Edgar

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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von Niskie » Fr 30. Nov 2018, 14:41

Wo du 3.5 mm bekommst, weiß ich auch nicht. Aber 3.2 mm sollte im Schweißfachhandel und bei den anderen üblichen Verdächtigen zu bekommen sein.
Gruß Peter
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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von Tommel » Mo 3. Dez 2018, 09:00

Danke Euch!

Dann also WIG.

Natürlich habe ich versucht weitere Infos beizubekommen und offenbar wird empfohlen , wie auch hier erwähnt, ab 150A eine externe Wasserkühlung anzuschließen
Ab welcher Einschaltdauer sollte/muss man eine Kühlung nutzen ? Gibt es dafür eine Pi mal Daumen Regel ?

Danke
Tommel

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Re: Aluguss Auftragsschweißen

Beitrag von ryven » Mo 3. Dez 2018, 10:01

Musst du ausprobieren.
Mal kurz überlasten halten die Brenner schon aus.
Du merkst dass wenn Rauch aufsteigt oder dir die Finger vor Hitze weh tun.
Macht aber auf Dauer den Brenner kaputt.

Wobei es schon eine Zeit lang dauert bis die Hitze durch die Kunststoffumantelung durchsteigt.

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