Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

TheBlackOne
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Re: Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

Beitrag von TheBlackOne » Mi 17. Okt 2018, 12:24

Eisenmichel hat geschrieben:
Mi 17. Okt 2018, 07:24
ich habe dazu ein Pulverauftragsschweißgerät in der Garage stehen.
Das war der erste Vorschlag und wurde bereits als ungeeignet eingestuft bzw. "schon ausprobiert, hat nicht gehalten" (siehe 3. Post auf der ersten Seite).
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Heisti
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Re: Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

Beitrag von Heisti » Mi 17. Okt 2018, 14:00

Ein Bekannter von mir hat das vor Jahren mal bei einer 1.100er Susi gemacht. Meine der hat damals so etwas genommen: http://www.corodur.de/de/kobaltbasisleg ... framkarbid

nanno
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Re: Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

Beitrag von nanno » Mi 17. Okt 2018, 22:21

Bei einem JCB-Bagger haben wir die Kipphebel mit Stellite Elektroden vor einigen Jahren mal aufgeschweißt und dann wieder rundgeschliffen. Langzeit-Erfahrungen gibts kaum, weil der Bagger seither vielleicht 50h gelaufen ist. (Deswegen damals auch der Versuch...)

LG
Greg

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Re: Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

Beitrag von nockenfräser » Do 18. Okt 2018, 07:51

Moing Schraubaer,
mit welchem Flammspritzverfahren hast Du denn die schlechten Erfahrungen gemacht? Das HVOF ist dafür nicht geeignet, das Auftragen und Einschmelzen mit dem Autogenbrenner hingegen schon, das verwenden auch die einschlägigen amerikanischen Nockenwellenfirmen.
Die sog. "Selbstfließenden Pulver" die für Nocken und Kipphebel geeignet sind, gibts von vielen Herstellern. Sie basieren auf Nickel, enthalten zw. 10 und 35% Chrom, Si, Fe, Bor ist auch drin, u.A. als Flussmittel. NICHT drin sein dürfen Wolframcarbidbrösel. Wichtig ist auch die erzielbare Härte, die so um die 56HRC liegen sollte, und möglichst nicht allzuweit über 58HRC. Zu harte Pulversorten neigen zum Pitting.
Diese Nickelbasislegierungen gibts auch als Stäbe, diese allerdings recht dick. Castolin hatte das als "EutecBor9000" im Programm, gibts aber offenbar nichtmehr in D. im Handel. Müsste man mal vergleichbare Stäbe von anderen Herstellern suchen. Verarbeitet werden sie wie Hartlot, also nicht schwierig, aber anders als Schweißen. Überhitzen darf mans auch nicht.
Geheimnis bei der Nocken/Kipphebel-Tribologie ist offenbar nicht die Härte, sondern wirklich nur die Gleiteigenschaften, und die Fressneigung (adhäsivverschleiß)
Ich hab mal Schlepphebel mit Stellite 1 aufgeschweißt, das ist mit obigen Legierungen vergleichbar, ausser dass statt Nickel der Basiswerkstoff Cobalt ist. Ist mit bis zu 60HRC allerdings schon recht spröde.
Stellite 6 scheint mir wegen der Maximalhärte von nur 45HRC wenig geeignet zu sein, aber man könnte es mal probieren.
Ich hab aktuell ein Castolin-Pulver für den Zweck, die Nummer hab ich grad nicht im Kopf, das hat am Ende so um die 56HRC. Zum Schleifen braucht man schon CBN oder Diamant, eine Korundscheibe muss man dauernd abziehen.

Edit hat grad mal auf der Coroloy-Seite geschaut. Ich würd da zum Coroloy SE 1/58 greifen, und falls das zu hart ist, das Coroloy SE 12/50 versuchen. Wie gesagt: Ohne Wolframcarbidbrösel....
Gruß
Hans

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uai
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Re: Verschlissene Nockenwellen aufschweissen?

Beitrag von uai » Fr 19. Okt 2018, 22:11

Hi, ich habe mich gestern mit einem Freund unterhalten, der bei seinem BMW S85 den Versuch gemacht hat die Kurbelwelle mit Laserauftragsschweissen instandzusetzen. Sie wurde vor dem Schweißen auf 0,5 Untermaß geschliffen, damit entsprechend Auftrag möglich ist.
Fazit: 300km hat es gehalten bevor es geknallt hat.
Da mittlerweile die Kurbelwellen wieder lieferbar sind war rückwirkend betrachtet es ein teures Experiment.
Insofern würde ich, wenn Du nicht genug Versuchsträger (die Dich im Schadensfall günstig kommen) hast lieber aus dem vollen machen.
Grüße
Uli

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