DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

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Alexander470815
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Alexander470815 » Do 30. Jan 2020, 13:36

Nachtschwärmer hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 12:02
https://www.springer.com/de/book/9783662469149
Habe meine Diplomarbeit über das Thema geschrieben.
Hängt mit dem Spannungsvektor zusammen; der Innenkreis ist auf cos (30°) = 0,866 der Zwischenkreisspannung beschränkt.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... mm.svg.png
Das ist der theoretische Idealwert; da aber noch Verluste durch die Transistoren, Gleichrichter usw. dazukommen, ist real noch weniger nutzbar.
Das ist schon alles richtig.
In der Praxis hört man einfach auf dauerhaft zu modulieren (und damit einen sauberen Sinus zu erzeugen) und verbleibt einfach bis zu 60° elektrisch in den Eckpunkten der Modulation.
Damit hat man wieder genug Spannungs-Zeit Fläche um eine Ausgangsspannung zu erzeugen die der Eingangsspannung entspricht.
Das ist eigentlich auch durchweg so angegeben bei FUs das die Ausgangsspannung bis zur Eingangsspannung anwachsen kann.
Wenn das nicht so wäre könnte man Umrichter gar nicht so einfach einsetzen wie es immer gemacht wird...
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Stern-300E24V
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Stern-300E24V » Do 30. Jan 2020, 13:47

Back to Topic:

Schalter:
Ich würde, wenn es die Haptik zu lässt, den Schalter wieder "Nutzbar" machen und damit einen Linkslauf realisieren. FU hast du ja schon. Ist beim Gewindeschneiden nur angenehm..... (mehr Sinn hat ein Linkslauf aber auch nicht, mMn)

Anzahl "Hebel":
Meine Flott hat nur einen Hebel mit ebenfalls verhältnissmäßig langme Pinolenhub -> Sehr Interessante Körperhaltung manchmal, da man von "nach unten Ziehen" über "von sich weg drücken" bis hin zu "hinten nach oben drücken" die, wenn auch wenig, Kraft aufbringen muss.
Meine Alzmetall hat vier Hebel, super bequem, da man immer nach unten "ziehen" kann. Meine Kunzmann wird, wenn ich mal dazukomme, mindestens drei Hebel für die Pinole bekommen...

Meine Empfehlung: Mach gleich vier Hebel dran....
Grüßle, Jörg :hi:

gearhead82
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Do 30. Jan 2020, 13:57

Moin,

@Jörg & Matthias, danke für die Infos und die Einschätzung!
Vielleicht bau ich die Maschine auch wieder auf in etwa orginal um, so das man den Hebel an verschiedenen Stellen rasten kann.
Gibts eigentlich auch Bohrmaschinen, wo man die Spindel mit einem Knopf am Pinolenhebel startet? Stell ich mir praktisch vor - man hätte aber ständigte Motorstarts und -stops.

Ich denke Markus seine Ausführung trifft zu.
Da dürfte garkein FI verbaut sein (oder er ist falsch angeschlossen/funktioniert nicht), denn fürn FU an 230V trifft dieses Thema mit dem FI-Typ garnicht zu, soweit ich weiss.

@Friedrich: Stimmt das, das du keinen FI verbaut hast?
Da kommt ja eine blaue Ader in der Maschine an. Die rote Leitung muss komplett getrennt sein von der Maschinenmasse. Die Blaue kommt dann an die Rote. Dabei muss natürlich muss sichergestellt werden, dass blau auch wirklich der N ist! Bitte jemanden vom Fach drüberschauen lassen, die jetzige Klemmung ist nicht mehr zulässig.
Der FU ist einphasig mit 230 V betrieben, er kann daraus statt 400 V nur ein 230-V-Drehstromnetz machen. Was hast Du für einen Motor (Typenschild)? 220/380 bzw. 230/400? Der muß für den normalen Betrieb ohne FU am 400-V-Drehstromnetz in Stern geschaltet sein, aber am einphasig gespeisten FU in Dreieck!
Der Sachverhalt ist mir bekannt: ist natürlich auf 230V Dreieck geklemmt (Typenschild ist 220/380).
Wie wird der Motor betrieben? U/f? Der Boost dient dazu, bei niedrigen Drehzahlen den Kupferwiderstand der Motorwicklungen zu kompensieren
Der FU kann nur U/f.

Heist das nun, das man diese Funktion für Leistungserhöhung im niedrigen Drehzahlbereich einsetzt? Gibt es Nachteile, wie z.B. unzulässige Erwärmung? Wie weit kann man das treiben?
Was ich bemerkte ist, das sich der Motor im Boost bei wenig rpm irgendwie rauer anhört.

Hast du ne Ahnung, was die Parameter 70-72 genau tun? Also was zum Bsp. Torque compensation auf 50 oder 100% macht?
Was die 1 bei P70 tut erschließt sich mir auch nicht - sowas wie eine dynamische Anpassung des Boost je nach Belastung?
slide-13.jpg
Schönen Tag!
Stefan

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Stern-300E24V
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Stern-300E24V » Do 30. Jan 2020, 23:36

Jetzt bin ich verwirrt.....
Meine augen möchten meinem Hirn weiß machen, das da ein 5 Adriges Kabel IN die Maschine geführt ist -> DREHSTROM.
Das die Funzel, eh Lampe, nur eine Phase davon benötigt, ist klar. Aber ein 2,2kW FU mit nur einer Phase bräuchte dann was für eine Vorsicherung ? Bestimmt größer, als der Bemessungsstrom einer ollen Schuko-Steckdose..... :nixweiss:
Grüßle, Jörg :hi:

gearhead82
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Fr 31. Jan 2020, 00:11

Jetzt bin ich verwirrt.....
Ich auch...

Das Bild mit dem 5adrigen Kabel ist von Friedrichs baugleicher Maschine. Der hat keinen FU, nur nen Abzweig vom PE für die Lampe

Ich habe einen 2,2kW Fu, einphasig. mit vernünftiger PE/N-Installation und FI.
Da gibt es kein Problem mit meiner 16A Vorsicherung sein. Die geht theoretisch bis 3,6kW

Gruss, Stefan

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Ruhla Fanboy
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Ruhla Fanboy » Fr 31. Jan 2020, 07:40

Die geht theoretisch bis 3,6kW
Nur bei Widerstandslasten.
Einen 2,2kW Motor an dem FU zu betreiben, wenn er einphasig mit 16A versorgt wird, dürfte aber nichts werden (zumindest nicht, wenn er seine Nennleistung bringen soll). Das 600W Motörchen ist natürlich kein Problem.
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Fr 31. Jan 2020, 11:16

okay, kann sein, habs nie ausprobiert.
Ich vermute ma das eine 16er Sicherung mit C, D oder K-Charakteristik oder Schmelzsicherung gehen könnte.
Oder hast du da andere Erfahrungen?
Ich möchte evtl. noch andere (stärkere) Maschinen auf FU umrüsten. Wäre gut zu wissen, wo bei einphasig mit 16A Schluss ist.
Es gibt FUs mit 4kw an 230V. Wäre interessant ob ich da z.B. 3kW Motoren an 16A betreiben kann.

Kommt kommt ja sicher auch auf den FU an.

Aber man ist ja nicht unbedingt auf 16A Schuko festgelegt. Entweder Festanschluss mit höherer Absicherung oder wers steckbar will mit 32A CEE. Sieht sicher schwer übertrieben aus fürn kleines Maschinchen.

Gruss, Stefan

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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Ruhla Fanboy » Fr 31. Jan 2020, 11:46

Wäre gut zu wissen, wo bei einphasig mit 16A Schluss ist.
Bei 1,1kW kann es schon grenzwertig werden, je nach dem, welchen FU du hast.
Es gibt FUs mit 4kw an 230V. Wäre interessant ob ich da z.B. 3kW Motoren an 16A betreiben kann.
Das wird nichts.
Kommt kommt ja sicher auch auf den FU an.
Vielmehr auf die Physik. Ein 3kW Motor nimmt etwa 4,5kVA elektrische Leistung auf. Das sind bei 230V schon allein 20A.
Siemens gibt für ihren G110 Umrichter einen Eingangsstrom von 32A an und empfiehlt eine 50A Vorsicherung.
Entweder Festanschluss mit höherer Absicherung oder wers steckbar will mit 32A CEE.
Richtig.
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Alexander470815 » Fr 31. Jan 2020, 14:55

Das Problem ist nicht die hohe Scheinleistung die der Motor braucht.
Die wird vom Wechselrichter bereitgestellt, im Gleichstrom Zwischenkreis kann ja nur ein realer Strom fließen.

Das Problem ist viel mehr der schlechte Leistungsfaktor von dem FU Gegenüber dem Netz.
Darin sind große Kondensatoren die nur am Scheitelwert geladen werden, das bedeutet einen hohen Effektivstrom.
Wenn man das ganze mit einer aktiv PFC(Leistungsfaktorkorrektur) versieht ist ein 2,2kW Motor ohne Probleme möglich.
Sowas gibts aber idr. Nicht fertig, Bastelei, nur für Leute die wissen was sie tun.

Ein 3kW Motor nimmt ja schon fast 3,6kW Wirkleistung auf bei 85% Effizienz, das funktioniert also nicht.

Mit normalen FUs würde ich empfehlen wenn geht immer 400V Umrichter verwenden(mit Drehstrom Versorgung!).
Bis 1,5kW Motorleistung kann man 1ph 230V Umrichter noch sinnvoll einsetzen.
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Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Nachtschwärmer » So 2. Feb 2020, 22:52

gearhead82 hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 13:57
Heist das nun, das man diese Funktion für Leistungserhöhung im niedrigen Drehzahlbereich einsetzt? Gibt es Nachteile, wie z.B. unzulässige Erwärmung? Wie weit kann man das treiben?
Was ich bemerkte ist, das sich der Motor im Boost bei wenig rpm irgendwie rauer anhört.
Hallo Stefan!
Dieser "Boost" dient nicht der Leistungserhöhung im eigentlichen Sinne, sondern soll die Abweichung der U/f-Kennlinie bei niedrigen Drehzahlen kompensieren. Für eine ideale Spule (oder einen idealen Drehstrommotor) ohne Wicklungswiderstand bedarf es bei einer Verdoppelung der Frequenz auch einer Verdoppelung der angelegten Spannung, damit der Strom gleichgroß bleibt -> linearer Zusammenhang zwischen induktivem Widerstand und Frequenz. Nun ist es aber so, daß die reale Spule bzw. der reale Motor noch einen ohmschen Wicklungswiderstand hat. Bei mittleren/hohen Frequenzen spielt der keine wesentliche Rolle, aber bei niedrigen Frequenzen ist der induktive Widerstand der Spule derart gering, daß der Wicklungswiderstand nicht mehr zu vernachlässigen ist. Extrembeispiel: Motor steht. U/f-Kennlinie sagt: 0 V (induktiver Widerstand ist ja auch 0), damit kann aber kein Strom fließen. Damit trotzdem Strom fließen kann, muß der Wicklungswiderstand überwunden werden. Das macht dieser "Boost".
gearhead82 hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 13:57
Hast du ne Ahnung, was die Parameter 70-72 genau tun? Also was zum Bsp. Torque compensation auf 50 oder 100% macht?
Was die 1 bei P70 tut erschließt sich mir auch nicht - sowas wie eine dynamische Anpassung des Boost je nach Belastung?
slide-13.jpg
Das kann ich nicht sagen. Die abstrakten Begrifflichkeiten sind oft herstellerspezifisch, ein einfacher numerischer Parameter läßt auch allen Spielraum für Spekulationen.

Problematischer ist die Kühlung im Umrichterbetrieb, das sollte man im Auge behalten. So praktisch wie ein FU auch ist: Der Motor wird generell durch ihn stärker belastet; außerdem ist bei selbstgekühlten Motoren die Kühlleistung (der Lufstrom durch den Ventilator) bei niedrigen Drehzahlen natürlich entsprechend reduziert. Fährt man also mit maximaler Last den Motor längere Zeit bei niedrigen Drehzahlen, kann es zu einer Überhitzung kommen. Ältere Maschinen, die nicht explizit für Umrichterbetrieb freigegeben sind, sollte man möglichst nicht mit einem FU quälen: Neben der Beanspruchung der Wicklungsisolation durch die Spannungsspitzen und sehr steil ansteigenden Spannungen kommt es noch zu Durchströmungen der Motorlager mit entsprechenden Schädigungen (Erosion).
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