DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

gearhead82
Beiträge: 116
Registriert: Do 14. Mär 2019, 22:10
Wohnort: 17111
Germany

DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Do 16. Jan 2020, 11:38

Moinmoin,

Beim Umbau meiner Bohrmaschine auf Frequenzumrichter hab ich unter einer Abdeckung einen Schalter entdeckt.
Im Prinzip täte der schalten, wenn der Pinolenhebel Richtung Maschine verschoben wird.
Allahdings ist zu erkennen, dass dieser verschweisst wurde. Ausserdem laufen die Kabel ins Leere. Evtl. war mal im Maschinenfuss ein Schütz verbaut.

Die Maschine funktionierte zuletzt mit einem nicht orginalem L/R Schalter.

Maschine ist Gothaer Werkzeugmaschinenfakrik Looss & Hempel KG
Typ BS16B-BRG, BJ 1965
Hat 600W und MK2-WZ-Aufnahme
IMG_7810.JPG
IMG_7811.JPG
IMG_7813.JPG
Da die Maschine keinen automatischen Vorschub hat, tippe ich mal das der Schalter den Motor gestartet hat, oder zur Drehrichtungsumkehr beim Gewindeschneiden.
Weiss jemand, was dieser Schalter orginal mal gemacht hat?

Wenns Sinn ergibt, würde ich die Schweissnaht öffnen und den Schalter an den FU klemmen.

-------

Die Maschine hat soviel Hub, dass man den einen Hebel um mehr als 360° drehen kann, was bei tiefen Bohrungen zu unbequemen Haltungen führt. Glaube das ist orginal so.
Das wöllte ich mal nachbessern ... Meint ihr ein weiterer Hebel reicht? Oder besser zwei?

-------

Der FU ist der hier eBay #153786900171 und funktioniert soweit super. Mit 2.2kW überdimensioniert aber fast gleich teuer wie ein kleinerer. Dafür hab ich dann den nervigen Lüfter abgeklemmt, wird vermutlich trotzdem nicht überhitzen.
Kennt sich wer mit der Parametrierung der Boost-Funktion im niedrigen Drehzahlbereich aus? Ich hätte gern im Bereich von 10-20Hz etwas mehr Leistung.
Ich könnte natürlich auch den Riemen auf eine günstigere Untersetzung legen und mit mehr Frequenz fahren, aber dann erreiche ich keine 2000 rpm mehr (Motor läuft nur bis ca. 150Hz zuverlässig hoch)

https://drive.google.com/open?id=146iU0 ... IPqJwzF-6y

Mindestens folgende Parameter haben Einfluss auf die Leistung bei niedriger Frequenz:
P04 (Minimum Voltage)
P70 (Torque compensation options)
P71 (Torque compensation voltage)
P72 (Torque compensation setting)

Da ich nicht verstehe, was genau da passiert und der Motor vermutlich auch stärker belastet wird als auf Dauer gut ist, wollte ich nicht zuviel rumprobieren - zumal sich auch die Ausgangsspannung nicht sinnvoll messen lässt.

Ich hätte auch noch ein paar andere Fragen zu diesem FU - Lieber ein neues Thema dafür?

----------

Habe die Maschine übrigens vor vielen Jahren für vielleicht 100,- via ebay geschossen, war in Peenemünde abzuholen (da wo die V2 gebaut wurde). Später waren wohl auch die Luftstreitkräfte der NVA dort angesiedelt. Davon zeugt noch eine Plakette "VEB Lufttechnische Anlagen Berlin"


Viele Grüße
Stefan

Benutzeravatar
Friedrich
Beiträge: 18
Registriert: Do 16. Jan 2020, 15:59
Wohnort: Thüringen
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Friedrich » Do 16. Jan 2020, 16:26

Hallo Stefan.

Genau so eine Gotha-Bohrmaschine konnte ich auch mal erwerben. Leider ist die Herstellerfirma nicht mehr vorhanden. Unterlagen dazu sind bei mir auch keine vorhanden.
Über die Funktion des Schalters am Pinolenhebel kann ich auch nichts sagen. Auf dem Hebel befindet sich ein Knopf welcher die Schaltermechanik nochmals bewegt.
Ähnlich wie die Handbremse am Auto. Die Elektrik ist auch nicht weiter angeschlossen.
An meiner Maschine ist gegenüber des Pinolenhebels noch ein zweiter angebracht. Mit einer Kunststoffkugel als Abschluss.

Es grüßt noch ein Stefan.
Diese Ausgabe des FRIEDRICH darf weder direkt noch indirekt in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) geliefert oder verbracht werden.

gearhead82
Beiträge: 116
Registriert: Do 14. Mär 2019, 22:10
Wohnort: 17111
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Fr 17. Jan 2020, 13:46

Moin Stefan,

Willkommen im Forum -Glückwunsch zum ersten Beitrag!

Das mit dem Schalter am Pinolenhebel klingt interessant ... Kannst du davon ein Foto einstellen?

Mittlerweile habe ich eine ähnliche Maschine im Netz gefunden, die mit Gewindeschneideinrichtung angeboten wurde. Da ist auch dieser Kasten an der Pinolenbetätigungswelle zu sehen wo der besagte Schalter drunter ist .
Dann habe ich im Forum noch eine Version ohne Schalter gesehen: Post #406135

Ich denke also das ist zum Gewindeschneiden für Drehrichtungsumkehr.

Hat noch wer nen Tip zum Frequenzumrichter?

Gruss, Stefan

Benutzeravatar
Friedrich
Beiträge: 18
Registriert: Do 16. Jan 2020, 15:59
Wohnort: Thüringen
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Friedrich » Fr 17. Jan 2020, 16:57

Hallo Stefan.

Habe mal ein paar Bilder gemacht. Hoffe, es klappt mit dem Anhängen, Einfügen.

download/file.php?mode=view&id=232656

Der Pinolengriff lässt sich durch ziehen nach rechts von der Welle auskuppeln. Ähnlich den Handrädern von alten Fräsmaschinen. Das macht es möglich den Griff in eine angenehmere Arbeitsposition zu drehen.

download/file.php?mode=view&id=232657

Zur Betätigung der Schaltklaue ist wie schon erwähnt der Knopf am Griff.
Leider sind die "Innereien" im Griff bei meiner Maschine nicht mehr vorhanden. Durch Drücken mit einem Rundstab lässt sich die Mechanik dann bewegen.

download/file.php?mode=view&id=232659

download/file.php?mode=view&id=232659

download/file.php?mode=view&id=232660

Wo das Kabel dann hinführt?
Schraube mal den Griff ab. Ob noch was vorhanden ist. Würde mich interessieren zwecks Nachbau.

Grüße vom Stefan
Dateianhänge
IMG_20200116_163251.jpg
IMG_20200116_164245.jpg
IMG_20200117_162209.jpg
IMG_20200117_162133.jpg
IMG_20200117_163042.jpg
Diese Ausgabe des FRIEDRICH darf weder direkt noch indirekt in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) geliefert oder verbracht werden.

Benutzeravatar
Friedrich
Beiträge: 18
Registriert: Do 16. Jan 2020, 15:59
Wohnort: Thüringen
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Friedrich » Fr 17. Jan 2020, 17:34

Ich denke, das mit den Bildern muss ich noch einmal üben.

Stefan
Diese Ausgabe des FRIEDRICH darf weder direkt noch indirekt in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) geliefert oder verbracht werden.

gearhead82
Beiträge: 116
Registriert: Do 14. Mär 2019, 22:10
Wohnort: 17111
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von gearhead82 » Sa 18. Jan 2020, 13:30

Moinmoin & Danke für die Bilder

Hat denn deine Maschine auch nen Linkslauf?
Der Pinolengriff lässt sich durch ziehen nach rechts von der Welle auskuppeln. Ähnlich den Handrädern von alten Fräsmaschinen. Das macht es möglich den Griff in eine angenehmere Arbeitsposition zu drehen.
Aja, das ist bei mir nicht mehr dran. Das erklärt, warum serienmäßig nur ein Hebel verbaut ist. Bei sehr tiefen Bohrungen natürlich auch nicht grad optimal, aber wann hat man die schon.
Der Pinolengriff lässt sich durch ziehen nach rechts von der Welle auskuppeln
Also du meinst das Teil, in den der Handgriff eingeschraubt ist, lässt sich nach rechts verschieben? Und das geht einfach so, ohne dass man den Knopf am Hebel drücken muss?
Drückt man da gegen eine Feder?
Wo das Kabel dann hinführt?
Schraube mal den Griff ab. Ob noch was vorhanden ist. Würde mich interessieren zwecks Nachbau.
Das Kabel vom Schalter geht in den Maschinenfuss, wo es aber nirgends mehr angeschlossen war. Sehr wahrscheinlich war dort mal ein Wendeschütz zur Drehrichtungsumkehr.
Das ist bei dir also auch lahmgelegt? Hast du mal in den Fuss geschaut?
Zur Betätigung der Schaltklaue ist wie schon erwähnt der Knopf am Griff.
Leider sind die "Innereien" im Griff bei meiner Maschine nicht mehr vorhanden. Durch Drücken mit einem Rundstab lässt sich die Mechanik dann bewegen.
Würde mich interessieren, wie die Mechanik aufgebaut ist. Ich schau heut mal bei mir nach.
Kann mir nämlich grad nicht erklären, wie durch drücken den Knopfes die Nabe von der Welle entriegelt werden soll.

Diese hier wird mit Gewindeschneideinrichtung angeboten und scheint noch ganz unverbastelt:
http://www.schlammer-maschinen.de/html/_bs_16_b.html

Interessant, dass der Schalter da auf der linken Seite ist. Ist ja ein ganz anderes Gussteil dann.

Beste Grüße
Stefan

Benutzeravatar
Friedrich
Beiträge: 18
Registriert: Do 16. Jan 2020, 15:59
Wohnort: Thüringen
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Friedrich » So 19. Jan 2020, 16:34

Hallo.

Den Griff nach rechts gegen eine Feder ziehen. Kuppelt aus. Die Feder ist ziemlich stark.
Der zweite Griff ist bei meiner Maschine nicht genau gegenüber (180°) und warscheinlich mal selbst angebaut.
Habe bei Inbetriebnahme am Schalter direkt neu angeschlossen. Die alten Kabel sahen nicht mehr Vertrauenserweckend aus.
Werde bei Gelegenheit mal den Deckel vom Maschinenfuß abschrauben. Da ist glaube ich noch eine Klemmleiste drin.

Gruß Stefan
Diese Ausgabe des FRIEDRICH darf weder direkt noch indirekt in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) geliefert oder verbracht werden.

Benutzeravatar
Friedrich
Beiträge: 18
Registriert: Do 16. Jan 2020, 15:59
Wohnort: Thüringen
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Friedrich » Mi 29. Jan 2020, 20:19

Habe nochmal nachgeschaut.

Das Original Kabel mit Stecker war beschädigt. Das neue ist so angeschlossen wie das alte war.
IMG_20200127_164340.jpg
Der zweite Abgang an der roten Klemme geht zum Maschinenlicht. Das rote Kabel ist die Erde. War halt früher so.
Der "Lichtstrom" wird zwischen einer Phase und der Erde abgenommen.
Funktioniert bei mir auch heute noch.

Ansicht von oben:
IMG_20200127_163413.jpg
Ist nicht viel zu sehen. Ein Wendeschütz ist da nicht.

Stefan
Diese Ausgabe des FRIEDRICH darf weder direkt noch indirekt in die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) geliefert oder verbracht werden.

Benutzeravatar
Stern-300E24V
Beiträge: 863
Registriert: Sa 8. Apr 2017, 11:37
Wohnort: DLG
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von Stern-300E24V » Mi 29. Jan 2020, 20:37

Friedrich hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 20:19
....
Der "Lichtstrom" wird zwischen einer Phase und der Erde abgenommen.
Funktioniert bei mir auch heute noch.
.....
:popoklatsch: :popoklatsch: :popoklatsch: :popoklatsch:
Bitte nicht !!!

Erde (PE) ist kein Neutralleiter ! 230V~ wird zwischen Phase (L1, L2 o. L3) und N abgenommen. NIE zwischen Phase und PE !!
Auserdem sollte die Maschine gute geerdet werden, alleine schon wegen dem FU und der geschirmten Motorkabel, irgendwo muss der Schirm ja angeschlossen werden....
Von den offenen Schlitzen am FU (machen sich immer gut mit Späne und staub), dessen EMV etc. fange ich erst gar nicht an......
Grüßle, Jörg :hi:

Benutzeravatar
schwarzfuss
Beiträge: 1235
Registriert: Fr 20. Mai 2011, 20:20
Wohnort: Nähe Cuxhaven
Germany

Re: DDR-Säulenbohrmaschine, Pinolenbetätigung & Frequenzumrichter

Beitrag von schwarzfuss » Mi 29. Jan 2020, 23:14

Friedrich hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 20:19

Der zweite Abgang an der roten Klemme geht zum Maschinenlicht. Das rote Kabel ist die Erde. War halt früher so.
Der "Lichtstrom" wird zwischen einer Phase und der Erde abgenommen.
Funktioniert bei mir auch heute noch.
Nur weil es funktioniert ist es noch lange nicht richtig !
Genau dafür haben mal schlaue Leute ein 5 Ader Kabel mit einer blauen Ader erfunden.
Wäre bei dir ein FI in der 400V Speisung geschaltet hätte er diesen Pfusch eh schon unterbunden.

Gruß Schwarzfuss
Kole Feut un norden Wind gift ’n krusen Büdel unn’n lütten Pint.
Rundmache: Knuth SH150/610S (FU-Betrieb)
Flachmache: TITAN TM45FG

Antworten