Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

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Alexander470815
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Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Alexander470815 » So 17. Jan 2021, 22:10

Nachdem ich hier ja schon ein paar Threads gesehen habe in denen jemand sowas hat wollte ich sowas jetzt auch haben.
Selbst gebraucht kostet sowas ja fast astronomische Beträge für was es an Material ist was man da bekommt :o

Also selber bauen.
Erstmal ein 6mm Rundstahl schräg abgefräst und dann ein Stück POM drauf gepresst.
Das ganze dann in der Mitte auf 8mm runtergedreht um den Draht aufzuwickeln.
Image00001.jpg
1mm Kupferlackdraht aufgewickelt, etwa 120 Windungen, DC Widerstand etwa 100mOhm.
Image00002.jpg
Feder sind einfach zwei Stücker Federstahl mit 2,5mm aus dem Modellbaubereich.
Gegenstück zum Rundstahl ist auch ein Stück Rundmaterial mit zwei Einkerbungen für den Federstahl.
Der Gegenhalter ist einfach aus einem Stück Aluminium.
Image00003.jpg
Funktioniert schon recht gut, Spannungsquelle war ein 12V Trafo mit einem Stelltrafo bis auf ein paar Volt herunter gedreht.
Weitere Versuche für eine einstellbare und günstige Stromversorgung folgen.
Image00004.jpg
Wenn jemand sowas auch basteln möchte(gerne hier posten!) hier noch ein paar Abmessungen:
Image00005.jpg
Das ganze bekommt natürlich noch ein Griffstück so ist das etwas unpraktisch, wenn auch bei diesen Spannungen völlig unbedenklich.

Grüße
Alex
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wolwai
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von wolwai » So 17. Jan 2021, 22:57

Servus Alex,

so ein Dings habe ich mir auch mal gebaut, Stromversorgung übernimmt ein Ringkerntrafo mit ein, zwei Zusatzwicklungen, das weiß ich jetzt nicht mehr genau. Funktioniert aber mutmaßlich genau wie beim Original. Die "Erfindungshöhe" ist da relativ gering, daher habe ich mich auch nicht lange mit Bildern und Doku aufgehalten, wenn von Interesse, kann ich aber mal nachsehen, ob ich nicht doch noch Unterlagen habe.

Grüße, Wolfgang

Dr. No
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Dr. No » Mo 18. Jan 2021, 01:35

Schöner Bauvorschlag. Gefällt mir.

Peter

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Markus_G
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Markus_G » Mo 18. Jan 2021, 02:26

Eine Verständnisfrage, dient das im Bild längere Ende der WIG-Nadel zum schreiben?
Gruß
Markus

Das muss jetzt nicht so genau werden, es kommt auf 5µ nicht an.

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Alexander470815
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Alexander470815 » Mo 18. Jan 2021, 03:07

Markus_G hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 02:26
Eine Verständnisfrage, dient das im Bild längere Ende der WIG-Nadel zum schreiben?
Ja kann man aber so hin schieben wie man möchte, nach oben ist ja beliebig Platz.
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Thor
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Thor » Mo 18. Jan 2021, 08:12

Hallo Alex,
:thx: für den Beitrag. Bin da sehr auf folgende Experimente mit der Stomversorgung gespannt. Vielleicht bekomm ich's mal hin es auf einen Nachbau ankommen zu lassen. Mir sind die Preise für die gekauften Geräte nämlich auch ein absoluter Dorn im Auge (vor allem, dass man bei dem Preis etwas bekommt was so ausschaut als hätte man es in der Praktikumswerkstatt gebastelt)

Kannst du noch was zu genaueren Funktionsweise von den Dingern erklären oder vielleicht ne kleine Skizze vom Schaltplan machen. Ich hab leider nur recht wenig Erfahrung im Elektrobereich und kenn auch die genaue Funktion dieser Schreiber nicht. Wird da das Netzteil immer nur kurzgeschlossen und die Spule zieht die Nadel zurück um den Strom zu unterbrechen? Wie verkraftet das Netzteil das?
Gruß
Philipp

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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von K-Mehl-Treiber » Mo 18. Jan 2021, 08:55

Hi,

wenn ich das richtig verstanden habe ist hier Wechselstrom im Einsatz. Die Spule wird vom Wechselstrom durchflossen, ändert also mit 50Hz der Netzfrequenz die Richtung (natürlich ist die Spannung über einen Trafo heruntergeregelt). Also schwingt der Schreibstift mit 50Hz, was das Schreiben ermöglicht.

LG
Markus

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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von nockenfräser » Mo 18. Jan 2021, 09:48

Ich hab mir unseren Arkografen mal von innen angeschaut. Das ist ein stinknormaler Trafo mit Anzapfungen, sodass man irgendwie in 2V-Schritten die Spannung abgreifen kann. Details müsste ich mir nochmal raussuchen, die standen hier im Forum aber auch mal irgendwo.

Gruß
Hans

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reha
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von reha » Mo 18. Jan 2021, 11:02

Hallo Alex,

clever gemacht!
Steht bei mir jetzt auf der Nachbau-Liste :thx:

Grüße
Reiner
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Alexander470815
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Re: Elektroschreiber (Arkograf) selber gebastelt

Beitrag von Alexander470815 » Mo 18. Jan 2021, 12:01

Thor hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 08:12
Kannst du noch was zu genaueren Funktionsweise von den Dingern erklären oder vielleicht ne kleine Skizze vom Schaltplan machen.
Schaltplan ist denkbar einfach:
AC1->Spule->Elektrodenhalter->Elektrode(WIG Nadel)->Werkstück->Masseklemme->AC2
Sprich die Spule ist in Reihe zum Netzteil und zwischen Werkstück und Nadel liegen dann die paar Volt an.
Berührt man jetzt mit der Nadel das Werkstück fließt ein Strom, der erzeugt ein Magnetfeld und das zieht den Halter mit der Nadel nach oben.
Das unterbricht den Stromkreis und es entsteht ein Lichtbogen der das Werkstück markiert, das ganze wiederholt sich dann da die Feder die Nadel ja wieder nach unten drückt.
Das Netzteil wird also nur bedingt kurzgeschlossen, die Spule mit ihrer Induktivität und der Lichtbogen als Last begrenzen den Strom schon einigermaßen.
Für sowas nimmt man wohl bevorzugt einen Transformator, dem macht das nicht so viel aus wie einem Schaltnetzteil das direkt mit Überstrom aussteigen könnte.
K-Mehl-Treiber hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 08:55
Die Spule wird vom Wechselstrom durchflossen, ändert also mit 50Hz der Netzfrequenz die Richtung (natürlich ist die Spannung über einen Trafo heruntergeregelt). Also schwingt der Schreibstift mit 50Hz, was das Schreiben ermöglicht.
Da das ganze als "Selbstunterbrecher" arbeitet funktioniert das auch mit Gleichstrom.
Jedoch habe ich dann etwas mehr Probleme mit dem ankleben der Elektrode am Werkstück, bei Wechselstrom rüttelt sich das dann oft von selber wieder frei.
Ich würde also sagen das Wechselstrom hier die bessere Wahl ist.

Der Trafo von sowas ist wahrlich kein Hexenwerk aber wenn man ein Selber Wickeln vermeiden will ist ein Dimmer doch eine attraktive Möglichkeit der Leistungseinstellung(wenn die Spannung des Trafos die richtige Größenordnung hat).
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