Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Stephan L.
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Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Stephan L. » Mo 18. Mai 2020, 09:07

Moin,

ich nutze seit ca 10 Jahren einen damals neuen Schneider UNM 410-10-50 W.
Der Kompressor hat eine Ansaugleistung von 410L und eine Lieferleistung von 295L mit einem 2,2KW Motor. Also quasi das Maximum dessen, was an 220V möglich ist.

Ich nutze den Kompressor hauptsächlich für Lackierarbeiten und habe mir zwischenzeitlich auch einen Beistellkältetrockner gegönnt. Soweit so gut und es funktioniert auch alles recht gut. Natürlich hat man beim Lackieren einen gewissen Luftverbrauch, welcher bei mir bei rund 250L/min liegt. Das ist soweit alles kein Problem, als dass der Kompressor auch beim Dauerluftverbrauch wieder bis zum Abschaltpunkt (6,5-10bar) kommt und sich ausschaltet.
Die maximale Taktung liegt, ich meine bei ca 60%/h.

Ich hatte nun aber doch überlegt, ob es nicht vlt sinnig wäre, einen etwas größeren Lufttank beizustellen. Allerdings bin ich mir hier über eine sinnvolle größe noch unschlüssig. Daher dieser Beitrag.

Ich hatte überlegt, ob es vlt sinnig wäre, das Kesselvolumen zu verdreifachen. Dadurch würde der Kompressor ca 6min am Stück durchlaufen, es wäre danach aber auch genug Luft für eine 6min Abkühlphase vorhanden.

Nun wird ja Luft beim Komprimieren auch heißer. Vlt ergäbe es daher auch Sinn, bei deutlich mehr Kesselvolumen die Schaltdrücke etwas zu verändern. D.h. erst bei 6bar schon anlaufen lassen und bei 9bar abschalten. Aber das ist nur eine Überlegung.
Wie gesagt, der Kältetrockner leistet eigentlich gute Arbeit. Ich denke nur, dass die Luft im 2.Kessel(vlt auch 3.) schon einmal ganz gut herunter kühlen könnte, bzw auch auf dem Wege dorthin, so dass schon ein wenig mehr Kondensat ausfallen würde und die nachgeschalteten 2 Feuchtigkeitsabscheider und der am Ende befindliche Kältetrockner insgesamt nochmals für etwas sauberere Luft Sorgen könnten.

Alles nur eine Überlegung und noch nix fixes. Gleichwohl könnten so 2 weitere 50L Kessel oder ein 100L Kessel oder dergleichen Einzug halten.

Was meint ihr dazu?

Übrigens findet man, gerade bei älteren Kompressoren, deutlich andere Dimensionierungen in Bezug auf Liefermenge und Kesselvolumen. Sprich 50-100L Volumen und vlt ne Liefermenge von 150L. Daher Denke ich, dass meine Idee jetzt nicht soooo abwegig ist, zumal das hier auch schon manch einer so umgesetzt hat, wie ich es mir vorstelle. Ich denke, gerade wenn man doch einmal Geräte mit etwas höherem Luftbedarf (z.B: einen Schlagschrauber, der ne wirklich feste Mutter lösen soll) nutzen möchte, hat man dann für eine gewisse Zeit zumindest die Möglichkeit, genug Druck zur Verfügung zu haben, bevor wieder los gepumpt werden muß.

Wschraub
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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Wschraub » Mo 18. Mai 2020, 10:45

Ich würde eine oder mehrere lehre Propanflaschen nehmen . Diese haben eine Druckprüfung mit einer großen Sicherheitsreserve Ich habe gerade nachgesehen 30 Bar Prüfdruck. Sie sind Preiswert zu beschaffen und Verfügbar. Bei Ablauf der Prüffrist auch gut zu erneuern. An die Größe des Speichers kannst du dich gut und leicht heran tasten mit der Anzahl und grösse der Flaschen. Auch durch die verschiedenen Größen 6-33KG kann man sich dem Raum anpassen. Der Gasgeruch und die Feuergefahr wird auch kurzer Zeit verschwinden .
Drehbank SIEG SC4 Fräse SIEG SU1

Stephan L.
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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Stephan L. » Mo 18. Mai 2020, 19:43

Danke für den Vorschlag.

ich nutze eine 5kg Propangasflasche zum Reifenfüllen. Allerdings will ich mir keine Flaschenbatterie aufbauen. Idealerweise soll noch ein Tank einer sinnvollen Größe dazu und fertig. Daher dieser Thread. Vlt kann es ja jemand abschätzen, bis wohin die Tankgröße Sinn ergibt. Also wie gesagt, ich tippe auf 100L zusätzlich.

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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Kalle-Ralle » Mi 27. Mai 2020, 17:25

Stephan L. hat geschrieben:
Mo 18. Mai 2020, 09:07
D.h. erst bei 6bar schon anlaufen lassen und bei 9bar abschalten.
Heute wegen eines anderen Themas erst wieder gelesen: Druckdifferenz sollte nicht mehr als 20 % betragen, da es sonst zu Brüchen am Behälter kommen kann. Man bräuchte einen Behälter für schwellende Lasten. 9.1.4

Achso: Was sagt denn die Einschaltdauer des Motors, bzw. wie warm wird das Ding, wenn du den mal wie geplant laufen lässt? Daran würde ich orientieren. Ich habe hier einen 50 Liter BauMarkt-Kompi, dem würde ich niemals mehr zumuten, dann einen Gieb mit 850 Liter Ansaugleistung, der ist mit dem 90 Liter-Kessel deutlich unterfordert. dem hab ich 80 Liter zusätzlich spendiert, das ist ok, aber es würde mehr gehen.
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Stephan L.
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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Stephan L. » Mi 27. Mai 2020, 22:21

Moin,

Ab Werk schaltet der Kompressor bei 6bar ein und bei rund 10,5 bar ab. Wie gesagt, Lieferleistung liegt bei 295L, Ansaugleistung bei 410L.

Laut Anleitung soll das Verhältnis von Betriebszeit zu Pause 60/40 betragen und maximal 10 Schaltzyklen pro Stunde. Der Kompressor wird bei 1h Lackierbetrieb schon ganz gut warm. Aber nicht kochend heiss.

Schaltzyklen hab ich dabei ein paar mehr, als laut Betriebsanleitung vorgesehen, denk ich. Habs aber noch nicht mitgezählt. Da ich ja aber nicht durchgehend arbeite, relativiert sich das ja auch iwie.

Ich meine, das ist kein No Name Baumarkt Kompressor, sondern ein Schneider. Also qualitativ schon was besseres. Kostet ja auch ne ganze Stange Geld. Ein deutlich grösserer ist aus Platzgründen einfach nicht drin. Damals beim Kauf war auch kein Starkstrom verfügbar. Sonst hätte ich schon den mit 600L Ansaugleistung gewählt.

Die tatsächliche Laufzeit für das Füllen während des Lackierbetriebes liegt bei vlt 2min bei durchgehendem Betrieb. Nach weiteren 2min springt er dann halt wieder an. Also für mein Dafürhalten wären auch grössere Behälter nicht sooo das Problem. Der Kompressor springt dann halt weniger oft an, läuft aber etwas länger. Bislang hab ich so damit gearbeitet und es geht ja auch. Wie gesagt, ein Kältetrockner hängt ja auch mit dran.

Das Ganze ist ja auch erstmal nur ne Überlegung. Der Kompressor ist mit dem 50L Tank für mein Dafürhalten nicht wirklich ausgelastet. Deinem Post entnehme ich, dass also nochmal ca die Grösse des Serienbehälters vlt möglich wäre als sinnvolle Wahl.

Ich würde wenn, dann auch einen Druckluftbehälter kaufen, der für die entsprechenden Drücke ausgelegt ist. Also quasi einen Beistellkessel mit vlt 12-15 bar zulässigem Betriebsdruck. Die gibts ja auch für kleines Geld.

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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von dr.markus » Do 28. Mai 2020, 01:41

Die ED ändert sich ja nicht durch einen größeren Tank. Nur die Intervalle.
Und den Stromverbrauch, wenn man nur mal eben etwas Druckluft braucht.

Evt wäre ein elektrischer Zusatzlüfter eine Möglichkeit die Kühlung in den Pausenzeiten zu verbessern?

Noch eine Überlegung zu den Drücken:
Mit steigendem Druck sinkt die Fördermenge, bzw der Wirkungsgrad massiv. Und damit steigt natürlich die thermische Belastung.
Wenn du den Abschaltdruck auf z. B. 8 bar senken würdest, wäre das sicher von Vorteil.
Viele Grüße, Markus

Stephan L.
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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Stephan L. » Do 28. Mai 2020, 05:49

Moin Markus

Ja, das ist mir durchaus alles so bewusst. Ich hatte es eingangs auch erwähnt.

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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Faulenzer64 » Do 28. Mai 2020, 07:32

Hallo,

wäre es nicht sinniger nur bis z.B. 7,5 bar zu gehen und dafür den zweiten Behälter entsprechend größer zu wählen?
Wie schon geschrieben sinkt der Wirkungsgrad extrem mit den höheren Drücken. Und die thermische Belastung steigt.

Wir haben unsere Anlage von 9,5 auf 7,3 Bar gesenkt, dafür einen zweiten Behälter installiert.
Gruß Frank

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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Stephan L. » Do 28. Mai 2020, 08:50

Im Eingangspost hatte ich genau dies schon thematisiert.

Bitte alles lesen und dann antworten.

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Re: Beistelltank zum Kompressor, sinnvolle Größe?

Beitrag von Kalle-Ralle » Do 28. Mai 2020, 09:46

Moin, hätte ich nicht gedacht, dass der bis 6 runtergeht :nixweiss:

Sei es drum, hier mal eine Kesselempfehlung: eBay #282377961929 Kann man Räder drunterschrauben, an die Wand hängen, viele Anschlussmöglichkeiten. Nachteil ist das metrische Gewinde, müssen halt Adapter her. Gibt es in allen möglichen Größen.

Meinen Gieb gibt es bis 500 L Kesselgröße, von daher ... Das der Kompi dabei länger läuft, sehe ich nicht als Nachteil. Kommt das Öl wenigstens in Wallung und wird mal ordentlich warm.
:22: Kalle-Ralle

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