Black & Decker Bandschleifer

Dilettant
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Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Dilettant » Do 13. Feb 2020, 12:57

Liebe Forenmitstreiter,

nach ca.35 Jahren lässt mich jetzt mein Black & Decker Bandschleifer im Stich. :(

Der Zapfen der gummierten Antriebswelle hat sich ins Lagergehäuse eingearbeitet. :wall:

Die Maschine rappelt fürchterlich und das Schleifband lässt sich nicht mehr ordentlich spannen, bzw. wandert ständig nach aussen aus.

Nach Zerlegen sieht die Situation so aus:
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Zustand bereits zerlegt
K800_20200213_110941.JPG (79.61 KiB) 927 mal betrachtet
K800_20200213_111006.JPG
eingelaufenen Stahlbuchse
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Jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt, die Maschine zu reparieren.

Es müssen also neue Buchsen hergestellt werden!

Ich bin verwundert über die originale B & D Lagerung des Antriebszapfens! :???:

Da läuft Stahl auf Stahl, ohne Schmierung, allenfalls bei Werksmontage war da ein bisschen Fett dran.

Die Original-Buchsen liessen sich nach Erhitzen des Gehäuses heraustreiben.

Ich könnte natürlich wieder 2 Stahlbuchsen herstellen, aber vielleicht gibt es Raum für Optimierung?

Was denkt Ihr? Besser Messingbuchsen? Bronzebuchhsen?

Ein Einbau von Kugellagern scheitert an der dünnen Wandung des Druckgussgehäusses.
K800_20200213_112345.JPG
Antriebswalze
K800_20200213_112345.JPG (65.24 KiB) 927 mal betrachtet
Ich bin jetzt nicht so der Feinmechanikerpapst und an Werkzeug stehen mir diverse Bohrer in 0,5 mm Stufen und Ausdrehmeisel für die Drehmaschine zur Verfügung.

Was würdet Ihr mir raten, damit ich eine einigermassen vernünftige Passung hinbekomme und welche Werkstoffpaarung sollte ich verwenden?

Reibahlen etc. habe ich nicht und ich möchte auch keine anzuschaffen für diesen einmaligen Bedarf.

Ich weiss, Werkzeug kann man nie genug haben, aber in meinem Alter plant man nicht mehr für die nächsten 25 Jahre.

Danke schon mal für Eure Ratschläge und beste Grüsse aus Ulm
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blondy
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von blondy » Do 13. Feb 2020, 13:00

Moin,
sicher, daß die Buchsen aus Stahl und nicht aus Guss oder Sinterzeugs sind?
Gruß
blondy

Tut mir leid, aber das ist so eine Macke von mir, immer zu glauben, daß die Antwort etwas mit der Frage zu tun haben müsste.

Christian89
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Christian89 » Do 13. Feb 2020, 13:04

Ein ähnliches Problem hatte ich mit unserem Wäschetrockner. Die Kunststoff spannrolle des Keilriemens war auf einem 8mm stahlbolzen gelagert mittels stahlgussbuchse...
nach 5 Jahren war die Buchse weg und der 8er Bolzen eingelaufen. Ich dachte mir dass eine rotgussbuchse funktionieren müsste.
Hat es auch! Genau 5 trocknerdurchgänge. Dann war die Buchse in Staub aufgelöst. Ich habe dann mehrere Nadellager in die Spannrolle eingepasst und eingeklebt, und den 8er Bolzen mittels 12mm Hülse verstärkt. Läuft nun seid einigen Wochen! Ich hoffe es bleibt so.
Gruß Christian

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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von elmech » Do 13. Feb 2020, 19:23

Da wurde eben viel Sinterlager mit Öltränkung verbaut und das ist nicht für 10 Jahre Nutzung! Schlecht waren die Maschinen nicht, aber zwei Jahre Garantie, hätte ich da nie gegeben! Ein halbes Jahr und nur bei gutem Wetter... Die Ami und Engländer hatten Jahrelang für 230V und 110V die gleichen Kollektoren verwendet! Somit hatten sie dann in Europa eine sehr hohe Lamellenspannung was diese Kollektormotoren nicht gerade langlebig machte! Bei so billig Fabrikaten , aus älteren Baujahren, wäre ich mit nacharbeiten und Verbesserungen sehr zurückhaltend und eher für Entsorgung! Freundliche Grüsse Andi

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Rainer4x4
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Rainer4x4 » Fr 14. Feb 2020, 12:04

elmech hat geschrieben:
Do 13. Feb 2020, 19:23
Bei so billig Fabrikaten , aus älteren Baujahren, wäre ich mit nacharbeiten und Verbesserungen sehr zurückhaltend und eher für Entsorgung!
Widerspruch! Gerade die alten B&D in der Farbe waren recht gute und langlebige Produkte! Ich habe heute noch eine B&D D214RSchlagbohrmaschine mit 500W Leistung. Mit der haben ich, aufgrund einiger Umzüge, etliche 125mm Kernbohrungen durchgefüht da wir immer wieder Abluftöffnungen für Dunstabzugshaube und Wäschetrockner benötigten.
Die Maschine wurde dabei so heiss, sodass man sie kaum noch mit Handschuhen anfassen konnte.
Ich hatte aus der Zeit auch noch von B&D neHandkreissäge, eine Stichsäge und den gezeigten Bandschleifer. Alle Geräte arbeiten immer noch einwandfrei bei meinem Sohn.
Die aktuellen B&D sind imho bei weitem nicht mehr mit der alten Qualität vergleichbar.
Gruß Rainer
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thomas56
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von thomas56 » Fr 14. Feb 2020, 12:29

Dilettant hat geschrieben:
Do 13. Feb 2020, 12:57
Da läuft Stahl auf Stahl, ohne Schmierung, allenfalls bei Werksmontage war da ein bisschen Fett dran.
Das sind mit Sicherheit Buchsen aus Sintermaterial.

Ich habe auch schon mal eine B&D-Bohrmaschine repariert, da war als vorderes Lager auch so eine Buchse drin, die total ausgeschlagen war.
Die habe ich dann durch eine neue Buchse aus so einem Rohling ersetzt: https://www.maedler.de/product/1643/162 ... erstellung
Läuft seit Jahren wieder einwandfrei.

Gruß
Thomas

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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Bob » Fr 14. Feb 2020, 12:40

Black & Decker wurde ja vor über 100 Jahren als Hersteller von Elektrowerkzeugen für gewerbliche Benutzung gegründet. In den 30ern entstand dann in den USA ein Markt für immer noch gute, aber etwas abgespeckte Maschinen für intensive Privatnutzung. Ich habe viele alte Black&Decker Elektrowerkzeuge aus den hochwertigen Modellreihen, und kann fast nur gutes darüber sagen.

Bei den einfachen Heimwerkermaschinen war es wohl die besondere Leistung von Black&Decker, diese gleichzeitig billig und doch so haltbar hinzubekommen, dass sie mindestens die Garantiezeit zuverlässig überlebten. Aber das waren oft schon wirklich einfachste und mickrige Maschinen, die den etwas erfahreneren Anwender nicht begeistern können. Der Rockwell-Konzern, der gerade Porter Cable übernommen hatte, versuchte ab 1960 mit einer Reihe von Heimanwender-Maschinen B&D Konkurrenz zu machen. Das waren so Maschinen mit lindgrünem Gehäuse. Am Ende habe sie viel Geld dabei verloren, weil sie es eben nicht geschafft haben, die nötige Haltbarkeit zu erreichen. Damals hatten die Leute ja nur wenige Maschinen, die zudem oft wenig performant waren. Das resultierte teilweise in abartigen Laufzeiten und Überbelastungen der Maschinen, besondes bei Bohrmaschinen, die als Antrieb für alles herhalten mussten.

Dilettant
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Dilettant » Fr 14. Feb 2020, 16:14

Danke für die zahlreichen Kommentare,
Entsorgung kommt für mich derzeit noch nicht in Frage, das kann ich immer noch machen,
wenn der Reparaturversuch scheitert.

Heute ging's weiter:
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Märklin Uhrwerkmotor mit Messigbuchsenlagerung der Abtriebswelle
K800_20200214_104130.JPG (28.71 KiB) 410 mal betrachtet
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Märklin elektromotor mit Messingbuchsenlagerung der Abtriebswelle
K800_20200214_104251.JPG (35.23 KiB) 410 mal betrachtet
Inspiriert von meinen beiden Märklin Motoren, entschied ich mich, Messingbuchsen herzustellen:
K800_20200214_105110.JPG
Bearbeiten Rohling
K800_20200214_105110.JPG (65.46 KiB) 410 mal betrachtet
K800_20200214_111133.JPG
Vorarbeiten Innendurchmesser
K800_20200214_111133.JPG (72.82 KiB) 410 mal betrachtet
K800_20200214_113231.JPG
Abstechen Buchsen
K800_20200214_113231.JPG (56.22 KiB) 410 mal betrachtet
K800_20200214_120422.JPG
Schmiertaschen
K800_20200214_120422.JPG (45.99 KiB) 410 mal betrachtet
Für meine Verhältnisse bin ich mit dem Ergebnis zufrieden,
am Schluss habe ich mit einem kleinen Kugelfräser und der Dremel kleine Schmiertäschchen eingearbeitet.

Als Schmierfett werde ich hitzebeständiges Boschfett verwenden, eigentlich zum Schmieren des Unterbrechernockens gedacht.

Morgen hole ich mir meinen neuen, gebrauchten Schlegel Schraubstock ab, mit dessen grosser Öffnungsweite kann ich die Buchsen einpressen.

Fortsetzung folgt, wenn die Buchsen eingebaut sind und ein Probelauf durchgeführt wurde.

Schönes Wochenende und Grüße

Friedemann
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Christian89
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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von Christian89 » Fr 14. Feb 2020, 18:05

Bin ja mal gespannt ob und wie lange die Messing Buchsen halten. Ansonsten sauber gearbeitet.
Gruß Christian

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Re: Black & Decker Bandschleifer

Beitrag von blondy » Fr 14. Feb 2020, 18:10

Moin,
das ist vermutlich kein Messing sondern Sinterbronze in der Uhr.
Gruß
blondy

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