Gewindebohrer Qualitätsmangel?

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Derhobbist
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Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von Derhobbist » Sa 1. Feb 2020, 08:29

Moin, wollte gerade so eine Platte herstellen(Bilder folgen noch) , wo man im Raster Gewinde hat, um darauf Sachen festspannen zu können.

Also alle Löcher für M8 mit 6,8 gebohrt und Gewinde rein, aber schon beim 6 Loch bricht der Gewindebohrer einfach so
ab. Es war auch nicht schwergängig oder irgendwas, das zu stark gedreht wurde. Immer schön alle Vierteldrehung
zurück gedreht, damit die Späne raus fallen.

Und da das Teil von Gührung mit Goldring ist und noch neu, finde ich das mehr als seltsam. Denn auch wenn es nur ein
einteiliger Bohrer ist, sollte sowas doch nicht passieren.

Ist euch da irgendwas bekannt, ob die da aktuell qualitativ Probleme haben?

Und er Rest muss ja auch irgendwie aus dem Loch raus. :heul:
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Karsten
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von Karsten » Sa 1. Feb 2020, 08:51

Ebenfalls als Hobbyist würde ich ja eher auf Anwendermangel tippen.
"Alle Viertelumdrehung zurückgedreht" hab ich ja noch nie gehört/gemacht.
Gewindebohrer zu warm nach dem 6. Loch ?
Schneidöl verwendet ?
Schief gedrückt und abgebrochen ...
Ich benutze sowieso fast nur noch Maschinenbohrer, die zwirbeln die Späne so schön nach oben heraus.
M8 bohre ich einfach mit 6,5 mm vor.

Gruß Karsten
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ferze001
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von ferze001 » Sa 1. Feb 2020, 08:58

ich wart mal auf die bilder.

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Derhobbist
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von Derhobbist » Sa 1. Feb 2020, 09:08

Karsten hat geschrieben:
Sa 1. Feb 2020, 08:51
Ebenfalls als Hobbyist würde ich ja eher auf Anwendermangel tippen.
"Alle Viertelumdrehung zurückgedreht" hab ich ja noch nie gehört/gemacht.
Gewindebohrer zu warm nach dem 6. Loch ?
Schneidöl verwendet ?
Schief gedrückt und abgebrochen ...
Ich benutze sowieso fast nur noch Maschinenbohrer, die zwirbeln die Späne so schön nach oben heraus.
M8 bohre ich einfach mit 6,5 mm vor.

Gruß Karsten
Ich hab es so gemacht, wie wir es gelernt haben. Da soll man den immer etwas zurückdrehen, damit die Späne brechen und aus
dem Loch herausfallen. Und eigentlich ist es auch ein Maschinenbohrer gewesen.
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techam
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von techam » Sa 1. Feb 2020, 09:09

Was für ein Gewindescheinder war das denn genau?

Nach unten schneidend? (Form B)
Nach oben schneidend? (Form C)

In welches Material hast du geschnitten?

Oder hast du vielleicht einen Form E erwischt, mit sehr kurzem Anschliff?

Das wahrscheinlichste was passiert ist, wird sein, dass der Gewindebohrer nicht absolut Senkrecht angesetzt war und sich dann seitlich aus dem Kernloch geschnitten hat bis irgendwann die schneidenlose Mitte ins Material gepackt hat und somit der Gewindebohrer von jetzt auf Gleich nicht mehr schneiden konnte und abgeknackt ist. Passiert mit Maschinengewindebohrern sehr schnell aufgrund des viel kürzeren Anschliffs.

Oder natürlich beim drehen zuviel Biegemoment eingebracht und dadurch abgebrochen.

Man müsste die Bruchkante sehen, dann kann man manchmal erkennen was die Ursache war (Torsion oder Biegung)

Das regelmäßige Ruckwärtsdrehen ist ne gute Sache, wobei ich jede 1/4 Drehung sehr häufig finde. Sollte man aber nur bei Form A und B machen, Form C profitiert sogar davon wenn ein langer Fließspan abgeführt werden kann.

MfG Christian
Drehmaschine: EBK 450 mit 550W FU Umbau
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Fräsmaschine: Paulimot F207V
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Old-Papa
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von Old-Papa » Sa 1. Feb 2020, 09:10

Karsten hat geschrieben:
Sa 1. Feb 2020, 08:51
Ebenfalls als Hobbyist würde ich ja eher auf Anwendermangel tippen.
"Alle Viertelumdrehung zurückgedreht" hab ich ja noch nie gehört/gemacht
Das sieht man immer wieder in diversen Videos und manchmal, wirklich nur manchmal mach ich das auch.
Du hast das aber falsch verstanden, er dreht immer mal wieder eine viertel Umdrehung zurück, nicht nach einer viertel...
Karsten hat geschrieben:
Sa 1. Feb 2020, 08:51

Ich benutze sowieso fast nur noch Maschinenbohrer, die zwirbeln die Späne so schön nach oben heraus.
M8 bohre ich einfach mit 6,5 mm vor.
Gruß Karsten
Maschinengewindebohrer rödeln die Späne auch nach unten raus. Du meinst spezielle Gewindebohrer für Sackbohrungen, da haben diese Sinn. Bei Durchgangsbohrungen ist nach unten besser, weil die nach oben gehenden leichter verhaken.
Ich habe in meinen Beständen fast nur uralte Gewindebohrer (DDR und noch davor) und die tun was ich will. Abgebrochen habe ich auch irgendwann mal einen, ist ewig her. Raus bekommt man die Reste bei Durchgangsbohrungen noch relativ leicht, einfach mit viel Geduld und spitzer Zange wackeln, oder auch mal von hinten gefühlvoll gegenkloppen. Das ist bei Sackbohrungen aber fast aussichtslos, da hilft fast nur Erodieren.

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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von Derhobbist » Sa 1. Feb 2020, 09:21

Ok, hab mich gestern verguckt, es ist das zehnte Loch, aber trotzdem darf sowas eigentlich nicht so schnell passieren.

So sieht es aus:
IMG_8774.JPG
IMG_8775.JPG
Ich hoffe mal, die Bilder helfen etwas.

Ich habe tatsächlich so nen Mini Haarwinkel dran gestellt un danach ausgerichtet.

Dürfte also nicht so extrem verkippt sein.

Nur wie bringe ich den Pimmelberger da wieder raus?
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von gerhard_56 » Sa 1. Feb 2020, 09:33

Das zurück drehen habe ich auch so gelernt, allerdings hatten wir 3-teilige Handgewindebohrer. Die hatten eine gerade Nut und da ist es wichtig, dass nach 1/4 bis 1/2 Umdrehung durch zurück drehen der Span gebrochen wird und heraus fallen kann.

Maschinegewindebohrer haben hingegen eine spiralförmige Nut, über die der Span automatisch nach hinten heraus geführt wird. Mit diesen Werkzeugen sollte man das Gewinde in einem Zug fertig schneiden und nicht zwischendurch zurück drehen. Ich habe einen solchen Gewindebohrer durch zurück drehen auch schon gekillt und mache das seither nicht mehr. Vermutlich verstopfen die runter fallenden Späne die Bohrung, der Gewindebohrer klemmt etwas, wird überlastet und bricht.

Als bei mir der Bohrer gebrochen ist, wurde mir das auch sofort klar, denn die Teile heißen Maschinenbohrer, weil sie in einer Maschine eingespannt Gewinde schneiden sollen und ich kenne keine Maschine, die das so macht, wie ich das mit Handgewindebohrern gelernt habe.

Zu Deinem Werkstück:
- Ich senke die Bohrungen vor dem Gewindeschneiden an, das sehe ich bei Deinen Bohrungen nicht.
- Das abgebrochene Stück bekommt man u.U. mit einer Spitzzange und vorsichtiges zurück drehen heraus.
- zweite Alternative wäre der Versuch, das abgebrochene Stück mit einem HM Bohrer heraus zu bohren. Da diese Bohrer sehr teuer sind und die Gefahr besteht, dass der dann dabei auch abbricht, würde ich es nicht machen.
- die Luxuslösung wäre noch das heraus erodieren, nur wenn Du mit diesem Bauteil zu jemanden gehst der das machen soll, könnte es sein, dass der Dich für verrückt hält und Hilfe ruft.
- das einfachste ist, das Beuteil neu zu machen und das wäre mein Weg.
Viele Grüße, Gerhard


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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von MKIII » Sa 1. Feb 2020, 09:34

Die Bohrungen gehören vor dem gewindeschneiden gesenkt
Gruß
Norbert

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tommydsa
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Re: Gewindebohrer Qualitätsmangel?

Beitrag von tommydsa » Sa 1. Feb 2020, 09:35

Gerhard

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Tommy

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