Lagerfähigkeit von Öl?

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JollyRoger
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Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von JollyRoger » Di 30. Jun 2020, 08:43

Hallo,

bei einigen Maschinen aus den 60ern und 70ern stehen Ölwechsel an. Ich habe hier noch einige Fässer mit 15W40 und 80W90 herumstehen, diese sind aber wohl gut 10 Jahre alt. Die Fässer wurden in einer ungeheizten und unisolierten Garage gelagert und haben dem entsprechend einige Sommer und Winter mitbekommen.

Mir sagt mein Bauchgefühl, dass ich das Motoröl entsorgen sollte, und dafür frisches Öl kaufen. Beim Getriebeöl bin ich selbst nicht sicher.

Was sagt ihr?

Ich habe lieber ein paar Betriebsstunden und damit Jahre länger Freude an den Maschinen, als dass ich wegen ein paar hundert Euro an Materialkosten einen teuren Schaden riskiere.

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Stolle1989
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von Stolle1989 » Di 30. Jun 2020, 08:47

Je nach Füllstand würde ich es bei Blechfässern bedenklich sehen, dass ggf. durch Temperaturwechsel Wasser sich abgelagert hat.
Sind die Fässer voll würde ich sie verbrauchen.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Weiler Matador VS2 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Deckel FP2 + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115
Schleifen: Deckel S0E, Wedevag Bohrerschleif, Brierley ZB25

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JollyRoger
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von JollyRoger » Di 30. Jun 2020, 08:52

Hallo,

sie sind entweder angebrochen oder wurden stehend gelagert.

schnupfhuhn
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von schnupfhuhn » Di 30. Jun 2020, 10:29

Je nach Füllstand würde ich es bei Blechfässern bedenklich sehen, dass ggf. durch Temperaturwechsel Wasser sich abgelagert hat.
Das ist egal wenn die Fässer zu waren, dann haste nämlich nur das Kondenswasser welches im Luftvolumen im Fass war.

Üblicherweise haben legierte Öle nix an alten Werkzeugmaschinen zu suchen, dort werden Hydrauliköle wie HLP46 oder höhere Viskositäten verwendet. Hintergrund: Zusätze die den Dreck in der Schwebe halten und beim Autoöl zum Filter bringen sollen, den haben Maschinen aber üblicherweise nicht. Damit löst Du den Drck an und lässt ihn mit dem Öl im Getriebe kreisen.

Gruß,
dass Huhn

joergs1202
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von joergs1202 » Di 30. Jun 2020, 13:55

Hallo,

entsorgen ist evtl.erst die allerletzte Option. :o :cry:
Vielleicht braucht in deinem Dunstkreis noch jemand was für niedere Anwendungen,
Trecker,Rasenmäher,sonstige alte Motoren oder ähnliches.
10 Jahre halte ich für noch nicht zu alt.
Ich habe noch älteres Zeug in Kanistern aber auch in unserem Eisenbahnmuseumsverein
vielfältige Verwendung dafür.

Verschenken ist billiger als entsorgen. ;-)

Bis dann,Jörg
Altes Werkzeug hat bei mir auch eine Chance. :2up:

fortunesun
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von fortunesun » Di 30. Jun 2020, 14:25

Hallo, wegen dem Alter vom Öl würde ich mir da keine Sorgen machen, wenn die Fässer ordentlich verschlossen waren, passiert da nichts. Ich hatte bis vor einer Weile noch ein Fass GL100 aus LPG Zeiten stehen, dass über die Jahre für die Trecker aufgebraucht wurde.
Allerdings sind deine ölsorten für andere Zwecke bestimmt und nicht wirklich für deine Maschinen geeignet. Da hätte ich eher bedenken. Zweckbestimmt würde ich deine Öle weiter verwenden, für die Maschinen aber das passende Öl kaufen.
VG Mathias
Wer mit dem Strom schwimmt, wird die Quelle nie erreichen.

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JollyRoger
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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von JollyRoger » Di 30. Jun 2020, 14:42

schnupfhuhn hat geschrieben:
Di 30. Jun 2020, 10:29
Üblicherweise haben legierte Öle nix an alten Werkzeugmaschinen zu suchen
Weiß ich ;-) In die Colchester kommt auch nur frisches HLP 32. Die Geschichte mit dem schwebenden Dreck ist mir ein Begriff und ich möchte es nicht in Werkzeug- sondern Landmaschinen einfüllen. Ich habe mich da wohl falsch ausgedrückt, Entschuldigung!
joergs1202 hat geschrieben:
Di 30. Jun 2020, 13:55
Vielleicht braucht in deinem Dunstkreis noch jemand was für niedere Anwendungen,
Trecker,Rasenmäher,sonstige alte Motoren oder ähnliches.
Geht ja auch um die Traktoren und den Stapler.

Konkret:
-Steyr 40 Plus
-Deutz DX 3.50S
-Steinbock Stapler mit Mercedes OM 636

Es soll jeweils Motor- und Getriebeöl gewechselt werden, beim Deutz wurde das 15W40 ab Werk wohl auch für die Hydraulik vorgesehen. In den modernen Steyr Kompakt mit Turbodiesel fülle ich eh was anderes ein...

In dem Fall wäre das also egal und ich kann das Zeug ohne weitere Maßnahmen bedenkenlos in die alten Maschinen einfüllen? Für mich wäre natürlich super. Dafür habe ich vor vielleicht etwas öfter das Öl zu wechseln, aber dann eben nicht mit vollen 60L-Fässern zum Sperrmüll zu fahren.

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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von K-Mehl-Treiber » Di 30. Jun 2020, 14:47

Hi, wegen dem Alter hätt ich keine Gedanken.

Bei Traktoren aus den 60/70er Jahren denke ich immer an langhubige Dieselmaschinen. Da würde ich zu Sicherheit mal in eine Betriebsanleitung schauen, was die denn werksmäßig für eine Viskosität wollen.
Ich hab im Kopf 15W40 für Benzinmotoren ok. Bei Dieseln kenne ich mich nicht aus.
Beim Getriebeöl hätte ich keine Bedenken.

LG
Markus

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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von K-Mehl-Treiber » Di 30. Jun 2020, 15:02

Grad nachgesehen:

in Opas Trecker (Lindner mit Perkins D3152 Maschine) soll man unter 1°C SAE10-15 Öl verwenden, zwischen 1 und 27 °C ein 20er und darüber ein 30er Öl.
Damit kann der das 15W-40 das ganze Jahr über behalten.

Ergo, ich würd's reinkippen.

LG
Markus

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Re: Lagerfähigkeit von Öl?

Beitrag von 0815^ » Di 30. Jun 2020, 16:25

Würde ich auch reinkippen. Das sind uraltmaschinen, die haben noch keine hohen Anforderungen ans Öl, Hauptsache es ist welches drin.

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