Kegelrollenlager Abdichtung

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lumpazi
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Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von lumpazi » Mo 8. Jun 2020, 07:36

Über den Bauplan einer Spindel bin ich auf folgendes Problem gestoßen:
Ich wollte beide Kegelrollenlager mit Nilos-Ringen außen und innen abdichten. Zur Sicherung des Fettnachschubs solle je ein Schmiernippel auf der Außenseite
der Lagerschale angebracht werden.
Damit ergab sich das Problem: Ist eine Fettzufuhr überhaupt noch möglich, wenn ich das Lager außen und innen weitestgehend verschließe? Ein Blick in die
Maschinenunterlagen meiner Weiler-Drehbank ergab, dass hier die Kegelrollenlager weder mit Nilos-Ringen, noch mit Simmeringen abgedichtet sind. Bei einer
Reihe von anderen Drehbänke sah ich ebenfalls keine derartigen Abdichtungsmaßnahmen. Vereinzelt wurden bei Ölschmierung Simmeringe verwendet.
Wer kann bei diesem Problem weiterhelfen?
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Davidw
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von Davidw » Mo 8. Jun 2020, 08:24

Ich würde nur die Innenseiten abdichten. Außen würde ich eine Scheibe anfertigen, welche im innerem einen Filzring zur Abdichtung aufweist. Und da die innere Lagerschale meistens eh hervor steht, ist auch genügend Platz für frisches Fett. Zum besseren Verständnis eine kleine, mit künstlerischer Freiheit, gemalte Skizze.

Es gibt bestimmt bessere Methoden, diese hier ist von meinem Fräskopf abgeschaut. Und funktioniert schon seit 1957 so.
1591597076036124492854217532071.jpg
Der Filz sitzt übrigens in einer Nut.

motor64.1
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von motor64.1 » Mo 8. Jun 2020, 08:30

Welche Drehzahlen sind für die Spindel geplant?
Grüße
Franz

WK03
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von WK03 » Mo 8. Jun 2020, 09:27

Hallo.
Ich würde nur die Innenseite abdichten, so daß das alte Fett nach außen kann. Frage ? warum beläßt Du es nicht im Originalen Zustand ?

Gruß Werner

Rapidshape
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von Rapidshape » Mo 8. Jun 2020, 09:44

Damit ergab sich das Problem: Ist eine Fettzufuhr überhaupt noch möglich, wenn ich das Lager außen und innen weitestgehend verschließe?
Nein, ich kenne diesen Konstruktionsfehler. Ich habe einige Aufsitzmäher gewerblich am laufen. Die Spindeln für die Mähmesser haben einen Schmiernippel, die Lager sind aber ab Werk beidseitig abgedichtet. Die innere Dichtung verhindert, das Fett in die Lager kommt. Wir entfernen die inneren Dichtungen und lassen die außen wie sie sind. Jetzt kommt neues Fett in die Lager und altes wird durch die äußere Dichtung rausgedrückt.
Bei meiner Drehbank habe ich das auch so umgebaut, in der Mitte wird die Spindel mit Schmiernippel gefettet und drückt das alte Fett aus den Lagern.
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WK03
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von WK03 » Mo 8. Jun 2020, 10:04

Hallo.
Ich war 44 Jahre als Werkstattleiter in einem Wellpappeherstellenden Betrieb.Ich kenne es so daß das alte oder verbrauchte Fett nach außen gedrückt werden soll.Auch früher war es bei Autos so.Altes Fett hat im Inneren nichts verloren.
Gruß Werner

lumpazi
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von lumpazi » Mo 8. Jun 2020, 13:22

Vielen Dank für die Stellungnahmen.
zur Frage von Motor64.1: ich denke die Drehzahlen gehen bis 2000/min.
Meine Tendenz geht nun auch dahin, nur eine Nilosring für die Innenseiten anzubringen. Da die Kegelrollenlager in X-Anordnung geplant sind ist dieses Vorgehen,
wenn die Fettzufuhr vor dem äußeren Lagerring erfolgt, besser geeignet.
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von Kette 98 » Mo 8. Jun 2020, 14:24

Hallo,
was sich mir nicht erschließt ist warum willst du unbedingt innen Nilosringe einsetzen. Ich würde die Nilosringe da hin setzen wo die gegen Schmutz schützen also Außen. Oder hab ich da was übersehen. Bei meiner Sumore Drehe hab ich die Lager beidseitig abgedichtet. Da die Laufzeiten meiner Drehe nicht übermäßig waren. Ein Grund weswegen ich das nicht zum nachschmieren gemacht habe ist das Lager mir ZZ oder 2RS Abdichtung auch Lebensdauer geschmiert sind. Und bei einer China Drehe der Aufwand gering ist die Spindel aus zu bauen. Vernünftiges Fett vorausgesetzt. Als Tipp: Fett menge beachten um die Lager vor zu viel Hitze zu bewahren.

Gruß
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von Rapidshape » Mo 8. Jun 2020, 17:46

Hallo,
was sich mir nicht erschließt ist warum willst du unbedingt innen Nilosringe einsetzen.
Das verstehe ich auch nicht.
WP_20200603_14_05_53_Pro.jpg
So habe ich das bei meiner Drehbank gemacht. Schmiernippel rechts neben den Masseanschlüssen. Links und rechts im gußeisen sind die Spindellager, beim fetten füllt sich der Zwischenraum zwischen Spindel und keine Ahnung wie man das nennt "Trägerrohr" und drückt das alte Fett vorne und hinten aus den Spindellagern.
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Re: Kegelrollenlager Abdichtung

Beitrag von Sepp9550 » Mo 8. Jun 2020, 20:13

Ich verstehe nicht warum man du da unbedingt etwas "Verbessern" willst.
Gibt es einen grund dafür? Gab es Probleme?

Normalerweise sind solche Lagerungen so aufgebaut dass es am ende einen kleinen Spalt gibt durch den das alte Fett austreten kann, dieses Fett dichtet den Spalt und damit das Lager ausreichend ab.

Nilosringe sind eine tolle sache, kenne ich aber nur bei langsamen Antrieben in schmutziger umgebung und bei Viel Fett im Lager. Auch würde ich die spontan wegen der Funktionsweise nicht bei einer Spindel einbauen. Die Dichtwirkung entsteht bei den Nilosringen daduch dass sie sich und den Lagerring einschleifen, dadurch entsteht Reibung und Abrieb. Auch schleift er eine kleine Nut im die Gegenfläche. Dadurch entsteht eine art Labirintdichtung. Beim Nachschmieren drückt es Fett in die Nut bzw. das alte aus dem Lager.

Prinzipiell füllt man das Lager komplett mit Fett. Das ist gut für Lager mit hoher Belastung und wenig Drehzahl, hat man aber bei einen Lager eine Hohe Drehzahl sieht das anders aus.
Es darf nicht zu Viel Fett im Lager sein, denn das verursacht Reibung und wärme, und die ist ganz schlecht gerade bei Spindellager. Man hat zwar viel Fett im Lager, aber die Schmierwirkung ist nicht gut.

Wenn es keinen sehr guten Grund gibt würde ich daher nichts an der Abdichtung ändern. Die wahrscheinlichkeit etwas zu verbessern ist kleiner als die etwas zu verschlechtern


Ps.

Wenn man bei einen Lager auf Beiden Seiten Radialwellendichtringe einbaut, dann Drückt es beim Nachschmieren einen von beiden raus.

Wenn man unbedingt beidseitig ein Dichtelemet will kann man einen Dichtring (ohne Staublippe) Flaschrum einbauen, dann kommt kein dreck rein und das überschüsige Fett raus.

Man sollte immer darauf achten wo das alte Verbrauchte Fett rauskommt, bei uns gab es mal einen fall, da hat es durch eine Montagefehler das Fett an der falschen seite aus dem Lager und in den Servomotor gedrückt. Zuerst wurde der Motor und dann der Drehgeber komplett mit Fett gefüllt, und der fand das nicht so toll :pfeif:
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

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