Opas Armbanduhr kaputt

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Retro
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Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Retro » Sa 1. Feb 2020, 22:11

Servus,

ich hab die Tage die Uhr von meinem Großvater bekommen. Eigentlich war der Plan, der örtliche Uhrmacher sollte die Uhr richten und ich bekäme die geschenkt. Leider hat der Uhrmacher andere Pläne und hat abgelehnt.
Im Groben: Sie läuft nicht, ist dreckig und das Glas ist Optisch keine Augenweide. Also hab ich selbst Hand angelegt.

Das Glas werde ich wohl nicht ersetzen, weil wenn ich Citizen Ersatzglas suche, kommt alles mögliche, nur nicht das was ich will. Ist ja egal, ich erkenn die Uhrzeit auch mit gebrochenem Glas und warscheinlich würde es eh nicht lang halten - ich kenn mich.
Der Dreck war in einer einstündigen Aktion entfernt. Ich habe das Armband abgenommen, mit Zahnbürste und Zahnpasta gründlichst gereinigt. Schaut schon sehr gut aus. Den Uhrkörper auch. Frisch und minzig.
Dann gings an den Grund, warum sie nicht mehr läuft. Ich hab einfach mal aufgezogen, mehr aufgezogen und immer weiter aufgezogen. Normalerweise sollte man einen Widerstand oder ähnliches merken (das ist ja eine Automatik-Uhr), aber da war nix. Also: Deckel runter und reingeschaut.
Schwunggewicht läuft butterweich, wie neu. Die Zahnräder bewegen sich daraufhin auch. Dann schau ich zu dem Teil, welches die Zeigerbewegung macht. Auch nichts auffälliges. Denk ich mir, verstellst mal die Feineinstellung und dann kommt mir die Feder entgegen!

Sie muss irgendwie gebrochen sein und jetzt ist sie überall, nur nicht dort, wo sie sein sollte. :popoklatsch:
Ich weiß allerdings nicht, ob ich es provoziert habe oder Altersschwäche der Grund war. Mein Opa hat sie von meiner Uroma als Andenken bekommen, Anfang der 70er Jahre. Mein Opa ist vor bald 14 Jahren gestorben und seitdem lag die Uhr unbeachtet herum bis die Oma beim Aufräumen über sie gestolpert ist. Jetzt kann es sicher sein, dass die Feder nach 50 Jahren halt nen Knacks gehabt hat (er hat die Uhr immerhin JEDEN Tag getragen, 16 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche, 35 Jahre lang als Schmied und Handwerker - so sieht sie allerdings auch aus).

Was wird das kosten zum reparieren oder kann das hier jemand? Wenn jemand das Glas tauschen könnte, wäre ich auch nicht undankbar. Der Uhrmacher hat gemeint, das lohnt sich nicht. Freilich nicht, aber da gehts um was persönliches.
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Ich kann sie warscheinlich nicht reparieren, dafür fehlt mir die Expertise. Hab halt lieber nen Hammer in der Hand und der ist hier fehl am Platze. Vom kaputten Glas hab ich kein Foto gemacht, jeder hier weiß wie sowas aussieht. Aber mir gehts ja vorrangig darum, dass sie wieder läuft.

Kann mir bitte wer helfen? Oder kann mir jemand sagen, was die Reparatur kosten würde?
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MLauterbach
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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von MLauterbach » Sa 1. Feb 2020, 22:48

Hallo,
wenn Du mal nach Bayreuth komst, geh zum Böhnlein, die haben noch eigene Uhrmacher - erzähle Deine Geschichte, die können das Glas sicherlich wechseln.
Beim Werk wäre ich nicht zimperlich ud würde ein neues / gebrauchtes kaufen, ebay ist da eine Quelle. Ich habe das so bei meiner Allerwelts-Seilo 7002 gemacht, Seiko hat nämlich keine Teile mehr.
Gruß,
MArtin

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Booze
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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Booze » Sa 1. Feb 2020, 22:58

Das dir der Uhrmacher die Uhr nicht repariert, liegt auch vielleicht daran, dass es nicht wirtschaftlich ist.
Auch wenn die Uhr aus den 70ern ist und für dich sentimentalen Wert hat.
Die Citizen Uhren haben im Gegensatz zu den 70er Jahre Seikos leider keinen Wert.

http://www.ranfft.de/cgi-bin/bidfun-db. ... 1148926657

Auf Ebay gehen die leider für sehr kleines weg. :-(
Gruß Viktor




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Ernest
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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Ernest » So 2. Feb 2020, 00:25

Möglichkeit 1: Deckel drauf und wieder weglegen.
Möglichkeit 2: Einen anderen Uhrmacher suchen. Wenn sich lokal keiner findet, dann da: https://www.uhrenwerkstattforum.de/

Aus der wirtschaftlichen Sicht würde ich das nicht betrachten. Entweder, man will die Uhr vom Opa tragen, dann darf das auch ein paar Eur kosten. Oder man will das nicht.

Selber - trage ich auch ein Citizen, etwas weniger als 10 Jahre alt. Was soll ich sagen: Unglaublich robust und durchaus bezahlbar. Nicht hochgenau, aber genau genug. Die können schon was. Was das Ding wert ist, ist mir egal - es ist eine gute Uhr.
Hobby bedeutet, mit maximalem Aufwand überschaubare Ergebnisse zu realisieren.
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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von sYcore » So 2. Feb 2020, 10:12

Finde es aber vom Uhrmacher affig, sowas abzulehnen, weils angeblich nicht wirtschaftlich ist. Gerade, wenn hier der ideelle Wert zählt, wollte ich so einen Quatsch nicht vom Uhrmacher hören, sondern einfach mal eine Zahl und wann ich sie wieder abholen kann.
Gibt es denn keine anderen Uhrmacher in Deiner Region? Vielleicht ist dieser ja eher an Verkauf von Neuware und max. einem Batteriewechsel interessiert und hat keine Lust auf "Arbeit" in seinem Handwerk.
Grüße aus Nordhessen,
Micha

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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Booze » So 2. Feb 2020, 10:30

Ist leider so, erinnert mich entfernt an die Zeit, als ich im Fahrradladen gejobbt hatte.
Das Samstags Phänomen, da kamen die ganzen Langzeitstudenten mit ihren Flohmarktkäufen und wollten dann ihre 25€ Räder repariert haben.
Als dann erstmal ein grobe Kalkulation der Reparatur 100€ Plus über den Tresen schallerte, kamen die langen Gesichter ja aber ich habe doch nur 25€ bezahlt für :muahaha: :popoklatsch:
Gruß Viktor




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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Retro » So 2. Feb 2020, 10:34

Ich hab diesem Balko Weissenhorn Uhrenmacher mal ne Mail geschrieben, vielleicht hat er Interesse dran. Wenns nen 100er kostet, wegen mir.
Generell bin ich geheilt davon, irgendwas von irgendjemand in der Nähe zu machen. Die Zocken einen wirklich bloß ab. Aber Grafenwöhr ist einfach schlimm. Egal ob Auto, Uhrmacher oder Fahrschule. Alle verlangen viel und machen nix. Von mir aus stirben diese Fachgeschäfte aus - ich hab mit denen abgeschlossen! :hi:
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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von eXact Modellbau » So 2. Feb 2020, 10:43

Wir haben einen echten Uhrmachermeister im Forum: philclock
Frag den mal. Der macht das bestimmt.

EDIT: Das stimmt nicht. Das war in der CNC-Ecke. https://uhrmachermeister-nitzsche.de/
Zuletzt geändert von eXact Modellbau am So 2. Feb 2020, 10:45, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

www.die-minilok.de

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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Harald F. » So 2. Feb 2020, 10:45

Hallo

das Du die Uhr reparieren lassen möchtest, obwohl es "unwirtschaftlich" ist, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich habe selbst vor einigen Jahren die Taschenuhr meines Großvaters und eine Armbanduhr meines Vaters geerbt.
Keine der Uhren war sonderlich "wertvoll". Dennoch habe ich sie bei dem Uhrmacher Lauscher hier in Aachen reparieren lassen.
Er hat mir ehrlich gesagt, daß sich das wirtschaftlich nicht lohnt und ich selbst entscheiden müsse, ob es sich für mich lohnt.
Für die Generalüberholung habe ich jeweils zwischen 150 und 200 Euro bezahlt. Ich kann diesen Uhrmacher empfehlen,
da er genau erklärt, was er gemacht hat und sein Handwerk versteht.

An Deiner Uhr ist die Feder der Unruh kaputt, nicht die Aufzugfeder, wenn ich das richtig sehe.

Ich kann mir zwar nicht vortsellen, daß es in Deiner Gegend keinen "echten Uhrmacher", also einen, der noch weiss, wie eine Uhr funktioniert, gibt,
würde mich aber bereit erklären, Deine Uhr dem Herrn Lauscher zur Begutachtung vorzulegen. Eventuell kann er ja auch anhand von Fotos etwas dazu sagen.

Viele Grüße
Harald

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Re: Opas Armbanduhr kaputt

Beitrag von Ahnungsloser 1 » So 2. Feb 2020, 11:03

Hallo
Hast du niemand der in der Türkei Urlaub macht? Da gibt es zuhauf uhrenhändler die " rolex" usw verkaufen uns da in der Nähe gibt es auch gute Uhrmacher. Ich habe da mal eine alte Taschenuhr reparieren lassen. Hat 50 Euro für ein total Restauration gekostet. Neues Uhrwerk wäre für mich keine Option.

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