Zylinderkopfdichtung

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rawing
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Zylinderkopfdichtung

Beitrag von rawing » Mo 25. Mär 2019, 21:31

Am Auto meines Enkels, ein Corsa D, 3-Zylinder und 60 PS, ist die Kopfdichtung wohl hin. Er hat leichte Kühlwasserverluste. Bei einem Drucktest wurde festgestellt, das Kühlwasser an der Kopfdichtung nach außen gedrückt wird. Nach Innen, zum Öl hin, ist es dicht. Der Motor hat bereits 200 000 KM gelaufen. Frage: Kann man da die Kopfdichtung tauschen, oder gibt es dann Probleme mit den Pleuellagern, wegen des höheren Kompressionsdruckes? Wahrscheinlich muss der Kopf geplant werden und dadurch würde sich der Druck auf die Lager erhöhen. Oder gibt es dickere Kopfdichtungen um das Planen auszugleichen?
Gruß vom Niederr(h)ainer

Fast alles da was ich brauche, aber etwas fehlt immer.
Ich kann auch nett, bringt aber nix.

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FP91
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von FP91 » Mo 25. Mär 2019, 21:54

Hallo Rawing,

ich kann das nur für die Motorradecke darstellen, aber der Motor ist ja nicht größer:

Kleine Abnahmen bis 1/10 mm sind im Rahmen. Größere werden durch Übermaßkopfdichtungen oder zwei Fußdichtungen ausgeglichen. Ob der Kopf wirklich geplant werden muss sieht man erst hinterher, muss nicht unbedingt sein.

Grüße

dr.markus
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von dr.markus » Mo 25. Mär 2019, 22:13

Kopf runter und schauen ob der Kopf gerade ist.
Zur Not halt planen (lassen). Kopfdichtungen gibt es, wie schon gesagt in verschiedenen Stärken.


Es gibt vor Hersteller Werte, welcher Verzug etc. noch ok ist.
Auch das Anzugprocedere der Kopfschrauben, Drehmomente, Steuerzeiten einstellwerte braucht man.
Aber ansonsten ist das kein Hexenwerk.
Viele Grüße, Markus

Zeckke
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Zeckke » Mo 25. Mär 2019, 22:47

Wenn der Kopf geplant werden muss dann am besten 0,25 mm das ist die Reparaturstufe der meisten ZKD Hersteller

Kopfdichtung mit 0.25mm übermass
VICTOR REINZ
https://www.koberger-hamburg.de/motor/d ... ksQAvD_BwE

ELRING
https://www.koberger-hamburg.de/elring- ... 2-490.html
MFG

Sven

Spänefresser
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Spänefresser » Di 26. Mär 2019, 02:30

Hallo Rawing,

Einfach eine neue Kopfdichtung (Originalmaß) einbauen und gut ist es.

An Pleuel und Kolben passiert da gar nichts wenn nur der Zylinderkopf abgenommen wird.

Im Übrigen sind solche Undichtigkeiten bei der Kilometerleistung und Baujahr keine Seltenheit und beruhen in der Regel auf Altersschwäche und vor allem durch gealtertes Frostschutz im Kühlwasser,was wiederum zu Korrosion im Drahtgeflecht,oder Metalleinlage der Kopfdichtung sorgt.

Nicht umsonst sollte das Kühlwasser mit neuem Frostschutz mindestens alle 2 Jahre gewechselt werden.

Besonderes Augenmerk sollte vor allem darauf gerichtet sein, dass nicht ein X- beliebiges Frostschutzmittel verwendet,oder sogar vermischt wird, sondern genau das, was der Hersteller vorschreibt. Das hat vorrangig mit der Materialzusammensetzung des Zylinderkopfes und der Zylinderkopfdichtung zu tun.

Nach 40 Jahren Motoreninstandsetzung kennt man die Problematik nur zu gut.

In der Regel braucht, wenn es nur eine leichte Leckage ist, der Zylinderkopf nicht geplant werden.

Beim anziehen der Zylinderkopfschrauben die Reihenfolge und auf das korrekte Anzugsdrehmoment achten und die " Messe" ist gelesen.

Die Dichtung gibt mindestens um 0,1 bis 0,2 mm nach, dass auch leichte Unebenheiten im Bereich der Wasser führenden Löcher, abgedichtet wird.

Das ein Zylinderkopf generell bei leichten Undichtigkeiten geplant werden soll oder muss ist schlichtweg Quatsch und in den meisten Fällen vollkommen unnötig.

Meistens nur, wenn der Motor tatsächlich überhitzt wurde und dazu benötigt es mindestens 130° - 140°C Wassertemperatur über mehrere Minuten, dann reißt aber auch der Ölfilm an den Kolben vorher ab.

Gruß vom Spänefresser

Spänefresser
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Spänefresser » Di 26. Mär 2019, 02:49

Ansonsten hier mal nachfragen: www.bp-motorentechnik.de


Gruß vom Spänefresser

RennMarkus
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von RennMarkus » Di 26. Mär 2019, 05:39

Hallo,

ich kann Spänefresser weitgehend zustimmen, würde es aber noch entspannter sehen. Nicht verrückt machen, Enkel schnappen, Zylinderkopf runter und bei Bedarf planen was nötig ist. Nicht drüber nachdenken und Zylinderkopf wieder drauf - sollte er dann die Hufe hoch reißen wäre er sowieso gekommen!!!

Das mit dem "da gehen die Pleuellager kaputt" ist eine Horrorstory aus viel früheren Zeiten und in gut 20 Jahren VW 4-Zylinder (und andere) schrauben hat sich da nicht ein einziger verabschiedet, trotz dessen dass man da ganz andere Dinge gemacht hat als nur ne (sorry) lächerliche Zylinderkopfdichtung...

Man KANN in so einem Zusammenhang den Öldruck prüfen, wenn man will daraufhin die Ölpumpe prüfen und ggf. ersetzen oder auch die Pleuellager mit tauschen aber letzteres ist in der Regel allenfalls eine vorsorgliche Maßnahme. Einzig wenn der Motortyp für frühe Lagerschäden bekannt ist sollte man es mit machen aber dann wäre es eine Opel-untypische Fehlkonstruktion. Übrigens kündigen sich Lagerschäden in der Regel sowieso vorher über nachlassende Öldruck an und das bemerkt der Enkel dann an der Warnlampe (so fern noch vorhanden an der Karre).

Eine dickere Zylinderkopfdichtung ist in der Regel allenfalls für Dieselmotoren verfügbar, weil sie für Benziner meist nicht notwendig ist - Ausnahmen bestätigen die Regel.

Also wie gesagt, try & error! Das kostet fast nix, der Enkel lernt was und sollte es bei richtiger Ausführung nicht halten wäre der Motor sowieso bald hoch gegangen...

Gruß
Markus

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Stolle1989
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Stolle1989 » Di 26. Mär 2019, 06:31

Ich würde mir erst mal die Frage stellen wie lange soll so ein kleiner 200tkm 3Zylinder Corsa überhaupt bleiben und wie viel Verlust ist es?

Wenn sich der Verlust im Rahmen hält und tatsächlich nur leicht ist würde ich bei solch Auto Garnichts machen.

Sollte ich es unbedingt behoben haben wollen würde ich den Kopf runter nehmen, einmal glatt ziehen wenn er eh schon unten ist und mit neuer Dichtung montieren. An den Pleuellagern etc. wird da nichts passieren.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Weiler Matador VS2 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Deckel FP2 + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115

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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Stefan.w » Di 26. Mär 2019, 06:53

Nockenwellen Lagerböcke nachziehen werden als gerne locker bei den corsas. Ansonsten wie meine vorredner schon sagen. Aber mir als kfzler würde das bei 200000km zu viel sein um an der schüssel noch was zu machen. Zumal mam die ja hinterher geschmissen bekommt.


MfG
Mach es selbst, sonst macht es keiner........

Stefan Weber
SWP Handel
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77886 Lauf

RennMarkus
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Re: Zylinderkopfdichtung

Beitrag von RennMarkus » Di 26. Mär 2019, 07:56

Hallo,
Nockenwellen Lagerböcke nachziehen werden als gerne locker bei den corsas
Längen sich die Bolzen oder was???? Schraubensicherung mittelfest oder neue Sicherungsmuttern einsetzen?!!?
Aber mir als kfzler würde das bei 200000km zu viel sein um an der schüssel noch was zu machen. Zumal mam die ja hinterher geschmissen bekommt.
Sorry, ohne es wirklich böse zu meinen, das ist m. E. sinnloses Bla Bla deines Berufsstandes! Kannst gerne meinen Passat kaufen, der läuft auch mit 288Tkm absolut zuverlässig bei weiterer guter Pflege und wird sicher die 350Tkm ohne Ärger erreichen... Man muss ein Auto nicht wegwerfen weil es älter ist, richtig gepflegt gibt es nichts billigeres für den Besitzer und es muss auch kein neues produziert werden! Es gehört natürlich die Begeisterung dazu sparen und sowas erhalten zu wollen aber die ist in deinem Berufszweig naturgemäß selten. Ist aber immer so, wenn den Zimmermann fragst der flickt das Dach beim Umbau auch nicht sondern macht neu...

Gruß
Markus

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