Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

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FP91
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Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von FP91 » Fr 8. Mär 2019, 23:12

Tja Folks - ich bin in einer unangenehmen Lage.

In meiner Werkstatt liegt mein Alltagsmotorrad - zerlegt in ein 1000 Teile Puzzle. Eigentlich eine gute Ausgangslage, das Problem ist: Der Pulverbeschichter braucht MINDESTENS 5 Wochen, bis da irgendwas passiert. 5 Wochen ohne die Kiste geht nicht - außerdem habe ich bis dahin vergessen wie das zusammen kommt und es liegt tierisch im Weg. Die Maschine ist eine 4V BMW und nicht so ganz trivial in der Montagereihenfolge -> Zusammenbauen und nie wieder anfassen.

Lackiert/gepulvert werden müssten nur die Rahmenteile in sympathischem seidenglanz schwarz. Wichtig ist vor allem ein guter Korrosionsschutz, da Ganzjahresmoped. Meine Idee war einen hochwertigen Epoxyprimer und 2K PUR Decksystem zu kaufen und im Hof zu spritzen. Kompressor ist etwa er:

https://www.crowdfox.com/prebena-profi- ... gJjGPD_BwE

Eine Pistole müsste ich kaufen, Wasser & Ölabscheider sind da.
Was denkt ihr? Reines Ärgernis? Oder kann man das riskieren? Hat sowas schonmal jemand mit gutem Ergebnis gemacht? An meine ersten Dosenlackiererlebnisse denke ich mit schaudern.

Grüße

Flo

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hometown
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von hometown » Fr 8. Mär 2019, 23:18

mein Patenkind hat seinen
BMW lackiert - 1A ...
BMW.jpg
BMW.jpg (35.8 KiB) 1724 mal betrachtet
Kompressor war mein alter von Elektra :
Kompresso.jpg
tut mit leid - ich kann einfach nicht immer das antworten, was Ihr hören wollt

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udowet
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von udowet » Sa 9. Mär 2019, 00:56

Moins.

Das kann schon gehen. Wenn Du das im Freien machen willst:

Mach es schnell, je mehr Insekten in der Luft sind, desto mehr Fliegenbeine bleiben im Lack
Mach es an einem windstillen Tag
Naess den Boden vorher grossflaechig an, aufgewirbelter Staub macht keinen Spass
Nimm einen Druckluftschlauch, durch den noch keine oelhaltige Luft fuer Druckluftwerkzeuge o.ae. gegangen ist
Kauf Dir zu der Pistole einen kleinen Wasserabscheider, der direkt vor die Pistole montiert wird, der Wasserabscheider am Anfang eines langen Schlauchs reicht nicht. Das ersetzt immer noch keinen Kaeltetrockner, ist aber besser, als nix
Kauf Dir nicht die allerbilligste Pistole. Eine Sata oder deVilbiss wirst Du nicht bezahlen wollen, aber eine fuer 5,95 sollte es auch nicht sein
Schlechte Vorarbeiten gleicht die beste Lackierung nicht aus
Kauf Dir Staubbindetuecher, ein Lappen mit Verduennung geht nicht so gut
Versuch nicht Farbe zu sparen, indem Du am Teil die Pistole startest oder beendest. Fang vor dem Teil an zu spruehen, und hoer dahinter auf. Nur so hast Du einen homogenen Spruehstrahl. Alles andere fuehrt gern zu Laeufern
Ueb vorher auf einem Blech oder einer glatten Pappe
Beschreibe keine Kreisbahn indem Du den Oberkoerper drehst, das fuehrt zu ungleichmaessigen Spruehabstaenden
Nimm alle Produkte zusammengehoerig. Ooch, Verduennung (oder was anderes) hab ich ja noch, die geht auch...das geht oft schief
Die erste Schicht muss sich mit dem schon vorhandenen Altmaterial vertragen, das wuerde ich vorher testen. Die Laune faellt, wenn Dir flaechig der Mist hochkommt / Blasen wirft
Trag eine vernuenftige Schutzmaske, sonst schmecken die ersten Zigaretten danach merkwuerdig
Stell sicher, dass Du kontinuierlich ausreichend Luft hast, will sagen, der Kompressor muss ausreichende Luftleistung haben. Wenn nicht, leih Dir halt einen groesseren, fuer die Aktion. Zwei zusammenschalten geht zur Not auch

Mach alles, was ich jetzt vergessen hab, und was die Anderen Beitraege noch bringen
Lass weg, was ich (hoffentlich nicht) an Bloedsinn geschrieben habe

Viel Spass und guten Erfolg.

Gruss,

Udo
Udo

Metallspiisä
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Metallspiisä » Sa 9. Mär 2019, 01:09

Rahmen sind nicht so einfach zu spritzen ohne Nasen, willst ja in jeder Ecke gut Lack drauf...
Und wenn de schon mit Spraydose schlechte Erfahrungen gemacht hast.... :pfeif:
Schwager hatte seinen Rahmen beim Autolackierer spritzen lassen... auch der schaffte es nicht ohne Nasen... :pfeif:
Machbar aber nicht ohne, wiess auch nicht wie kompliziert Dein Rahmenaufbau ist...
Gutes Gelingen...

Thomas#
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Thomas# » Sa 9. Mär 2019, 01:26

Ich würde mal sagen:

gar nicht gut, wenn man die erste Spritzlackierung seines Lebens gleich am Meisterstück machen will.

Und warum nicht zum Auto-Lackierer damit, wenn nun doch nicht Pulver-beschichtet werden soll?

Das Aufwändigste sind die Vorarbeiten und die kann man gut selbst machen:
wie z.B. Dampfstrahlen, entfetten, sorgsam anschleifen, eventuelle Spachelarbeiten, die glatt schleifen, evtl. Abklebe-arbeiten.

Da kann das reine Lackieren beim Auto-Lackierer nicht mehr viel kosten.
Und es wird mit Sicherheit 10x besser, wie selbst geübt.

Grüße von
Thomas

Dr.Frank
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Dr.Frank » Sa 9. Mär 2019, 06:52

Hallo Flo!

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ein Rahmen aus Rundrohr nicht grad einfach zu lackieren ist....aber darum geht es mir nicht.

Eher darum, dass der erwähnte Pulverbeschichter doch sicherlich auch Mitbewerber hat!? Da wird es doch sicherlich auch noch einen anderen in der Nähe geben?!

Ich würde an einem Rahmen immer eine Beschichtung gegenüber einer Lackierung vorziehen, da unempfindlicher. Daher würde ich einfach einen anderen Beschichter aufsuchen.
Aus welchem Raum kommst Du denn?

Gruß, Frank

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Der Sterni
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Der Sterni » Sa 9. Mär 2019, 07:42

Moin Flo,
liegt das Zeug in deiner brandenburgischen Residenz?

Sofern ja kannst du mir mal bitte ein paar Fotos schicken auf denen man den Arbeitsumfang abschätzen kann?

Denke da sollte sich was machen lassen.
Gruß, Max.

Thomas_F
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Thomas_F » Sa 9. Mär 2019, 09:01

Ich habe diese Woche die Hinterradschwinge und den Kettenschutz meiner alten Yamaha schwarz lackiert. Grundierung war ein 1k-Acryl-Rostschutzgrund für Stahlbau aus dem Farbenhandel, kein Baumarkt-Zeugs. Decklack dann 2k-Acryl-Autolack.
Lackiert habe ich im Freien mit einer 30€ Pistole weil die gute verstopft war :wall:

Im Moment kann man sowas wie Rahmenteile noch im Freien Lackieren. Die Luft ist sauber genug. Einen Tank welcher direkt im Sichtbereich liegt würde ich aber nicht machen.
Dein Kompressor reicht völlig aus: Da du ja keine großen Flächen hast braucht man auch nicht viel Luft. Dein größtes Problem wird die mangelnde Erfahrung werden: Lackviskosität einstellen, Pistole einstellen, Dicke des Auftrags, Zwischenablüften, zweite Schicht. Das muss halt passen sonst siehts am Ende Blöd aus. Muss man aber selber lernen.

Noch ein Tipp der mir bei meiner Aktion diese Woche geholfen hat: Der Lacknebel aus der Pistole erreicht beim Lackieren nur sehr schlecht enge Spalten, Innenrundungen an angeschweißten Haltern und Hinterschneidungen. Damit dort am Ende nicht das blanke Material rausguckt habe ich dieseStellen vorher mit einem feinen Pinsel sowohl mit der Grundierung und dann auch mit Decklack vorgepinselt.

depitter
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von depitter » Sa 9. Mär 2019, 09:23

Hallo,

wenn Du lackieren kannst geht das schon, ich mache das schon mein Leben lang.
Man kann ganz gut aus Abdeckfolie und ein paar Stangen einen temporäre Lackierraum bauen, dann wären die Insekten kein Problem.
Zuerst die schwer zugänglichen Ecken und Kanten mit ganz wenig Farbauftrag mehrmal lackieren, dann den ganzen Rahmen in mehreren dünnen Schichten, lieber eine Schicht mehr als zu dick, da zwischen immer ablüften lassen.
Bei der letzten Schicht sollte dann ein so gerade ein durchgängiger Glanz da sein.

Eventuelle Nasen nachher mit Schleifpapier, Schleifpaste und Politur wegmachen.

Wenn Du noch nie richtig lackiert hast, lass es lieber.
Gruß
Dieter

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Der Sterni
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Re: Hinterhoflackieren - eure Erfahrungen?

Beitrag von Der Sterni » Sa 9. Mär 2019, 09:38

Finish bei schwarz Seidenglanz?

Beim Folienzelt sollte man stets so Sachen wie elektrostatische Aufladung im Hinterkopf behalten. Nicht ganz ungefährlich...

Wenig Luft bei Rahmenteilen?
Rahmengedönse ist sowohl was Luft-, als auch Materialverbrauch angeht eine reine Materialschlacht.
Wer anfängt bei Rahmenteilen jede einzelne Strebe einzeln allseitig zu lackieren wird sich dabei schnell ''die Karten legen''.
Gruß, Max.

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