Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

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HansD
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Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HansD » Do 7. Mär 2019, 16:26

Um Stefans thread Thread #38613 nicht übermässig zu belasten (s. post Post #460698) mache ich hier einen eigenen auf.


Wie die Überschrift zeigt soll es hier um Überlegungen gehen ob / wie man die Mantelfläche eines Kegelsenkers auf der SSM so exzentrisch schleifen kann dass sich an der Schneide ein vorgegebener Freiwinkel ergibt.

So sieht es m. E. für d20 und einem Freiwinkel von 5° (angenommen, ist aber evtl. bereits zu gross) aus.
Offensichtlich konnte ich die Skizze noch nicht so parametrieren dass sie auch für kleinere Durchmesser richtige Ergebnisse zeigt, deshalb zeige ich sie hier nicht.

Kegelsenker20.PNG
Kegelsenker20.PNG (71.97 KiB) 1299 mal betrachtet

Die Exzentrizität ergibt sich aus der Winkelfunktion des Freiwinkels freiw = 5°
exzX = dn/2(1-cos(5°)) = 0.038mm (vermutlich vernachlässigbar)
exzY = dn/2*sin(5°) = 0.872mm

Man sieht dass die Exzentrizität vom Nenndurchmesser und Freiwinkel abhängt.


Hans der hofft keinen Fehler gemacht zu haben
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von rafael » Do 7. Mär 2019, 16:51

Ich kann leider zum Thema nicht viel beitragen, lese aber gespannt mit.

Ist denn bekannt oder gegeben, in welche Richtung man die Drehachse verschiebt? Nach meinem Verständnis hat das auch einen Einfluss auf die nötige Exzentrizität.

Gruss Rafael

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HansD
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HansD » Do 7. Mär 2019, 16:59

rafael hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 16:51
Ist denn bekannt oder gegeben, in welche Richtung man die Drehachse verschiebt?
Ich habe oben den Radius der Kegelmantelfläche nicht explizit angegeben, ich habe ihn mit dn/2 angenommen, also R10

Wenn du die Position dieses Radius (Lage der Schwenkachse) meinst gilt die o. g. Winkelfunktion
exzX = dn/2(1-cos(5°)) = 0.038mm (vermutlich vernachlässigbar)
exzY = dn/2*sin(5°) = 0.872mm

Der Mittelpunkt liegt für die linke Schneide (9 Uhr) so wie oben gezeichnet, also "oberhalb" und "links" bezogen auf die Achse des Kegelsenkers (Schafts).

Hans
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HeinzHerbert » Do 7. Mär 2019, 17:03

Hallo Hans,

interessant sind Deine Betrachtungen ja, aber: schleift man Kegelsenker nicht in aller Regel an der Spanfläche nach und umgeht damit die Probleme bzgl. Freiwinkel?

Grüße
Georg
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HansD » Do 7. Mär 2019, 17:19

Der Profi schon aber ich mit ja ein Dilettant mit SSM und da wüsste ich nicht wie machen.
Wäre der Vorschub linear statt einer Kreisbahn wärs einfacher.

Hans
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HeinzHerbert » Do 7. Mär 2019, 17:29

Ok, hab' Dein Problem damit verstanden...

Grüße
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von rafael » Do 7. Mär 2019, 17:36

Hans, ich habe mir erlaubt in deine Skizze zu zeichnen:
skizze.jpg
Der Drehpunkt für die Mantelfläche muss irgendwo auf der gestrichelten schwarzen Linie liegen, damit der Freiwinkel an der Schneide stimmt. Ich habe in Rot deinen Vorschlag gezeichnet, bei dem der Durchmesser gleich bleibt. In Grün habe ich eine zweite Variante gezeichnet, bei der man nicht Gefahr läuft, eine andere Schneide zu ruinieren, wenn man zu weit dreht, da der Durchmesser der Mantelfläche grösser ist.

Ich meine, das ist ein Freiheitsgrad mehr, der sich auf die Exzentrizität auswirken kann. Natürlich ist nur ein begrenzter Bereich auf der gestrichelten Linie als Drehpunkt sinnvoll.

Oder gibt es Gründe, die diesen Freiheitsgrad einschränken?

Gruss Rafael

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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HansD » Do 7. Mär 2019, 17:56

rafael hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 17:36
Der Drehpunkt für die Mantelfläche muss irgendwo auf der gestrichelten schwarzen Linie liegen, damit der Freiwinkel an der Schneide stimmt. Ich habe in Rot deinen Vorschlag gezeichnet, bei dem der Durchmesser gleich bleibt. In Grün habe ich eine zweite Variante gezeichnet, bei der man nicht Gefahr läuft, eine andere Schneide zu ruinieren, wenn man zu weit dreht, da der Durchmesser der Mantelfläche grösser ist.
Ich bin jetzt etwas verwirrt denn die gestrichelte schwarze Linie von mir ist der Kreis mit Nenndurchmesser, also zentrisch zum Schaft.

Der Mittelpunkt der (exzentrischen) Schwenkachse wird zum einen dadurch bestimmt dass er auf einer Geraden liegt die durch die Schneide verläuft und mit dem Freiwinkel ansteigt (weil sich nur so an der Schneide aussen dieser Freiwinkel einstellt.

Zum anderen mit dem Abstand der dem Mantelflächenradius entspricht (ich habe ihn mit dem halben Nenndurchmesser festgelegt weil damit auf jeden Fall die Mantelfläche innerhalb des Nennkreisdurchmessers liegt. Kleiner könnte man den Radius immer wählen, grösser nur ganz wenig).
Deshalb kann man auch nicht vermeiden dass der Kreis mit diesem Radius in die nächste Schneide schleifen würde- da hilft nur Aufpassen.
Man muss ja eh jede der drei Flächen separat schleifen.

Dein grüner Kreis soll das zwar verhindern aber ich glaube nicht dass er sich realisieren lässt und dabei den vorgesehenen Freiwinkel ergibt.
Das werde ich aber nochmal zeichnen.

Wenn der Kegelmantel nicht auf den vorgesehenen Freiwinkel auslaufen muss hat man natürlich mehr Freiheit, dann muss der Freiwinkel eben separat angeschliffen werden.

Hans
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von HansD » Do 7. Mär 2019, 18:15

M. E. ist ein grösserer Radius, der das Beschädigen der nächsten Schneide verhindert nicht möglich - zumindest habe ich da nichts gefunden das auch den Freiwinkel einhalten würde.

Was aber gehen würde wäre der Schliff einer ebenen Freifläche verbunden mit einem konzentrischen Zurückschleifen der Mantelfläche.

Nein, geht auch nicht, das ziehe ich zurück weil ich nochmal zeichnen muss!

Hans
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Re: Kegelsenker exzentrisch schleifen: Erste Überlegungen

Beitrag von rafael » Do 7. Mär 2019, 19:06

HansD hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 17:56
Der Mittelpunkt der (exzentrischen) Schwenkachse wird zum einen dadurch bestimmt dass er auf einer Geraden liegt die durch die Schneide verläuft und mit dem Freiwinkel ansteigt (weil sich nur so an der Schneide aussen dieser Freiwinkel einstellt.
Mit der gestrichelten Linie meinte ich nicht den Kreis sondern genau die Gerade, die ich durch die Schneide gezeichnet habe, wie du sie auch beschreibst. (Eine weitere Farbe wäre nützlich gewesen)

HansD hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 17:56
Zum anderen mit dem Abstand der dem Mantelflächenradius entspricht (ich habe ihn mit dem halben Nenndurchmesser festgelegt weil damit auf jeden Fall die Mantelfläche innerhalb des Nennkreisdurchmessers liegt. Kleiner könnte man den Radius immer wählen, grösser nur ganz wenig).
Auch hier bin ich mir dir einig. Bin aber der Meinung, dass ein bisschen grösser möglich und sinnvoll ist.

HansD hat geschrieben:
Do 7. Mär 2019, 18:15
M. E. ist ein grösserer Radius, der das Beschädigen der nächsten Schneide verhindert nicht möglich - zumindest habe ich da nichts gefunden das auch den Freiwinkel einhalten würde.
Warum kannst du meinen grünen Vorschlag ausschliessen? Ich meine, das wäre genau ein Beispiel dafür. Der Freiwinkel wird auch eingehalten.

Edit: Ich habe erst jetzt bemerkt, dass du bei der Schneide links bereits Winkel eingezeichnet hast. Ich beziehe mich aber bei meiner Zeichnung auf die Schneide unten rechts. Ich hätte die Kreise besser auch für die Schneide links gezeichnet.

Gruss Rafael

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