Kegelzahnrad reparieren

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gerhard_56
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Re: Kegelzahnrad reparieren

Beitrag von gerhard_56 » Do 11. Okt 2018, 10:00

JanD hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 23:02

....Die haben mir sogar die Artikelnummer genannt damit das Teil bei einem örtlichem Landmaschinenhändler bestellt werden kann.......
Hallo Andreas,
es freut mich, dass ihr bzgl. Ersatzteil fündig geworden seit und bzgl. der Indstandsetzung möchte ich Dir noch zwei Tipps geben. Der 1. Tipp, such mit der Ersatzteilnummer im Netz nach dem Ersatzteil, es gibt einige Händler, die solche Teile anbieten, dann hast Du auch eine Hausnummer bzgl. des Preises und der LaMa-Händler zieht Euch nicht über den Tisch.

Der 2. Tipp: Auch wenn das andere Zahnrad noch gut aussieht und keinen Karies an den Zähnen hat, solltest Du es sorgfältig inspizieren. Es müßte ja auch auf einer Welle sitzen und die könnte sich beim durchmahlen der Kugeln verbogen haben. So etwas hatte ich einmal bei einem Autogetriebe. Da hatte es mir das Zahnrad auf der Getriebeeingangswelle verbogen, weil ein ca. Reiskorn großes Stückchen vom Zahn des 3. Gangs dort duchgekämmt worden ist. Meine Zahnräder sahen im Vergleich zu Deinem noch top aus, es war nur dieser kleine Abplatzer am 3.Gangrad zu sehen, das Teilchen habe ich im Getriebesumpf auch etwas platter gefunden und dass das die ca. 40 mm dicke Eingangswelle verbiegen könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten, siehe Bauteil 33311 im Bild, direkt neben dem Zahnrad sitzt das Lager 33311A mit einem AD von ca. 90 mm in der Stirnwand des Getriebes.
Getriebeeingang.png
Der Fehler machte sich mit einem lauter werdenden brrrr im Schiebebetrieb und bei Entlastung bemerkbar und weder Toyota noch ein versierter Autoschrauber konnte mir einen Tipp geben, was im Getriebe dafür verantworlich sein konnte. Erst nach nach zweimaliger Demontage des Getriebes und viel überlegen habe ich mehr oder weniger präventiv diese Welle gewechselt und damit den Fehler beseitigt. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich nichts, um den Rundlauf prüfen zu können.

Wenn es Dir möglich ist, baue das Gegenstück aus und prüfe es auf Rundlauf, sonst wechselst Du die Lager und diese Welle und das Ding macht immer noch einen Höllenlärm, weil das andere Zahnrad eiert.

Gruß
Gerhard

Rainer60
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Re: Kegelzahnrad reparieren

Beitrag von Rainer60 » Sa 20. Okt 2018, 14:23

styro hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 20:54
Hallo
Rainer60 hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 05:49
Scheint aus etwas höherwertigem Material und womöglich vergütet zu sein. Mit Spectralanalyse Material bestimmen, Härteprüfung und mit geeignetem Schweisszusatz laserschweissen wäre die unbezahlbare „Profilösung“.
1) Bestimmt hochvergütet, und eventuell auch noch oberflächenhart. PMI ist eine gängige/bezahlbare Methode "im Feld"..... :hi:
Rainer60 hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 05:49
Kannst die Schweissbarkeit prüfen in dem ein Stück Flachstahl stirnseitig mit MAG anheftest. Mit nem grossen Rollgabelschlüssel hin und her bewegen - dann merkst es schnell ;-)
2) Warum gerade MAG/136, und mit welchem SZW?
Rainer60 hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 05:49
WIG würde ich nicht empfehlen wegen dem erhöhten Wärmeeintrag.
3) Beim Prüfen der Schweißbarkeit, bei einer möglichen Reparatur? Warum man hier von dem Schweißverfahren 141/WIG abrät erschließt sich mir nicht - bei kaum einem anderen Verfahren kann man das Schweißbad/Schweißneigung (auch ohne SZW) so gut beobachten/einschätzen. Der gerne prognostizierte höhere Wärmeeintrag düfte hier mehr als sekundär sein, speziell wenn man von 1) ausgeht
Rainer60 hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 05:49
Wenn es schweissbar ist, mit den Hz eher etwas höher gehen und die angeschliffenen Stellen aufpunkten. Die Schweisspunkte immer wieder anschleifen vor dem nächsten auftragen. Restrisiko besteht, deshalb...
4) Was soll Pulsen "mit etwas mehr Hz" hier erreichen ? Oder soll hier eine mögliche homogenisierung schwieriger Werkstoffe (Verfeinerung des Primärgefüges infolge Rührwirkung durch die Badschwingungen) gemeint sein? Das Ganze bei einem Teil von dem nicht mehr gerade viel von der Ursprungskontur übrig ist, bestehend aus einem Werkstoff gemäß Überlegung 1)? Eine geeignete Wärmeführung und Schweißfolge birgt hier m.E. wesentlich mehr Chancen auf Erfolg......

Rainer60 hat geschrieben:
Mi 10. Okt 2018, 05:49
...würde ich es wie von Manfred vorgeschlagen - defekte Zähne entgraten und das Zahnflankenspiel möglichst gering halten. Mittels Distanzringen wie für Fräsdorne oder häufig in Elektromotoren verwendet (die meisten Kugellagerlieferanten haben solche Distanzscheiben an Lager), könntest so das Zahnflankenspiel einstellen.
5) Für die Übertragung der Leerlaufbelastung dürfte das "Restgetriebe" ggf. noch funktionieren - für mehr auch nicht.

Abhängig davon, ob das Gegenrad auch Treffer dieser Güte abbekommen hat bleibt m.E ein einzelner/paarweiser Austausch.
Eine fachgerechte Schweißreparatur der betroffenen Komponente (oder das, was davon übrig ist) inkl. Wärmebehandlung, aufpuffern, schweißen, Konturbearbeitung, Wärmebehandlung, ggf. Konturfertigbearbeitung dürfte den Aufwand/Kosten einer Einzelfertigung um einiges übersteigen.

Gruß

Georg
Hoi Georg

Die Angelegenheit hat sich mittlerweile erledigt - möcht Dir aber dennoch die Beweggründe für meinen Beitrag beantworten.

1.) Gemeint hatte ich die Gesamtkosten für Spektralanalyse, Härteprüfung und Laserschweissen

2.) MAG mit SG2 (bei unbekanntem Material nehme ich INOX) deshalb, weil durch kurze Punkte der Wärmeeintrag geringer ist. Gerade weil das Teil vermutlich wärmebehandelt ist, sollte möglichst wenig Wärme eingebracht werden. Ich gebe Dir recht, dass zur Schweissbarkeitsprüfung das Schmelzverhalten besser zu beobachten ist, aber in diesem speziellen Fall würde ich es nicht empfehlen.
Im Stanzwerkzeugbau wird bei kurzfristig nötigen Reparaturen gerne gehärteter 1.2379 mittels WIG „geflickt“. Habe mich dann mal dazu hinreissen lassen es damit zu versuchen. Der Erfolg war aus meiner Sicht „bescheiden“.

Anders bei Reparaturen mittels Laserschweissen. Durch die kurzen Impulse wurde das Gefüge nur wenig beeinträchtigt und das Resultat entsprach meinen Ansprüchen an die Standzeit :2up:
Diese Erfahrung hatte mich dazu bewogen von WIG Abstand zu nehmen.

3.) Ist in 2 erwähnt

4.) Bei meinem MAG ist ein Drehknopf, welcher mit Hz beschriftet ist ohne Skala. Wenn ich den Regler tiefer einstelle, dann gibt es mehr Einbrand und die Schweissnaht wird breiter und bei dünnen Schweissteilen brennt es schnell durch. Wenn ich den Regler höher einstelle wird die Schweissnaht schmaler und höher, was für mich beim Auftragsschweissen besser ist.

5.) Hatte ich im nachhinein revidiert und bin Deiner Meinung

Grundsätzlich sind solche Reparaturschweissungen immer mit Vorsicht zu geniessen. Es kann über längere Zeit halten oder auch nicht...

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende! :hi:

Sorry für das Vollzitat, aber das mit den Teilzitaten beherrsche ich mit dem iPad noch nicht :|
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
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Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

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styro
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Re: Kegelzahnrad reparieren

Beitrag von styro » Sa 20. Okt 2018, 14:55

Servus Rainer

:trink2:

Gruß

Georg
Wir leben in einer Welt, in welcher jeder den Preis der Dinge kennt, aber niemand ihren Wert.
(Oscar Wilde)

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