Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

martinha
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Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von martinha » Mo 9. Mär 2020, 20:24

Hallo,
ich hab von einem Arbeitskollegen einen Demag-Kettenzug Pk1 bekommen. Den muss man nach längerer Nichtnutzung immer überreden, das zu tun wofür er gebaut wurde. Nach wiederholtem längeren Drücken der Auf-und Abtaste im Wechsel fängt er an zu laufen.
Ich wollte ihn schon auseinander schrauben und nachsehen, ob irgendwo zu viel Fett oder Öl ist. Das Teil hat ja, glaube ich, einen Konusanker, der sich bei Betätigung der Taste axial verschiebt und so die Bremse löst.
Hab dann zufällig noch aufs Typenschild geguckt: Sternschaltung 500V, Dreieck 290V :o
Meine Überlegung ist nun, nach einem Drehstromtrafo Ausschau zu halten, der primär 500 Volt braucht und 400 Volt ausgibt und den andersrum zu betreiben. Wahrscheinlich hat die Sekundärseite einige Windungen mehr als rechnerisch für 400 Volt gebraucht werden, um Verluste auszugleichen. Wenn ich da nun 400 Volt reinschicke, werden die 500 Volt eventuell nicht ganz erreicht, was ich nicht so tragisch fände.
Drehstromtrafos mit prim. 500V und sek. 380 oder 400V sind wohl eher günstig zu kriegen als welche, die prim. 380-400V brauchen und 500V ausgeben, deswegen diese eigenwillige Idee.
Bei Ebää hatte ich vor einiger Zeit einen für knapp 50,- EUR gesehen, leider aber das Bieten verpennt :wall:
Jetzt mal die Frage an die Elektroexperten: wäre das ein gangbarer Weg oder ist das völlig daneben?
Vielleicht gibts ja auch noch ne andere kostengünstige Lösung, bin für jeden Tipp dankbar.

Wenn ich einen Trafo mit sek. 290V finden würde, könnte ich den Motor natürlich auch im Dreieck betreiben, hmm.

Schöne Grüße
Martin

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Ruhla Fanboy
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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von Ruhla Fanboy » Mo 9. Mär 2020, 20:36

Sternschaltung 500V, Dreieck 290V
Welche Leistung?
Wahrscheinlich hat die Sekundärseite einige Windungen mehr als rechnerisch für 400 Volt gebraucht werden, um Verluste auszugleichen.
Genau so ist das.
wäre das ein gangbarer Weg oder ist das völlig daneben?
Grundsätzlich interessiert es den Trafo nicht, "wie herum" er betrieben wird.
Vielleicht gibts ja auch noch ne andere kostengünstige Lösung,
Spartrafo. Die brauchen weniger Kupfer und sind daher günstiger. Zudem müssen sie nur für einen Bruchteil der Lastseitigen Nennleistung ausgelegt sein, wodurch sie nochmal günstiger werden.
Zuletzt geändert von Ruhla Fanboy am Mo 9. Mär 2020, 20:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Alexander470815
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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von Alexander470815 » Mo 9. Mär 2020, 20:37

Ja geht.
Das macht dem Trafo nichts aus.

Ich würde mal ausprobieren ob der Kran nicht auch mit 400V zufriedenstellend läuft.
Youtube

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martinha
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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von martinha » Mo 9. Mär 2020, 20:54

Danke für die Einschätzung
Ruhla Fanboy hat geschrieben:
Mo 9. Mär 2020, 20:36
Sternschaltung 500V, Dreieck 290V
Welche Leistung?
Die Leistung ist ca 0,2KW, nichts weltbewegendes.

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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von harty » Mo 9. Mär 2020, 21:04

Also wir haben das mal mit nem 220/380V Trafo versucht.
Also umgedreht auf 380/220V. Das hat genau nicht funktioniert.
:hi: harty

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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von Ruhla Fanboy » Mo 9. Mär 2020, 21:06

Das hat genau nicht funktioniert.
Hat was nicht funktioniert?
Leistung ist ca 0,2KW
Is ja putzig :-D

Miss beim Testen an 400V (vorzugsweise unter Last) die Stromaufnahme des Motors.
Wenn die in etwa dem Nennstrom entspricht, kannst du es so lassen.
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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von martinha » Mo 9. Mär 2020, 21:10

Danke für die Antwort
Alexander470815 hat geschrieben:
Mo 9. Mär 2020, 20:37
Ja geht.
Das macht dem Trafo nichts aus.

Ich würde mal ausprobieren ob der Kran nicht auch mit 400V zufriedenstellend läuft.
Ja, der läuft auch mit 400V, nerven tut nur, dass er nach längerem Stillstand immer erst "überredet" werden muss. Der hängt jetzt bei meinem Sohn und muss das Material für den Dachausbau hochhieven.
Wenn er erstmal gelaufen ist, dann tut ers auch den ganzen Tag, deswegen hab ich es auch nicht so eilig mit dem Trafo. Wenn mal einer günstig angeboten wird, werd ich da dann zuschlagen.

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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von Bob » Mo 9. Mär 2020, 21:25

Kann es sein, dass da Teile magnetisch geworden sind und das Ding deshalb klemmt? Vielleicht müsste man die entsprechenden Komponenten nur entmagnetisieren.

martinha
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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von martinha » Mo 9. Mär 2020, 21:28

Ruhla Fanboy hat geschrieben:
Mo 9. Mär 2020, 21:06
Das hat genau nicht funktioniert.
Hat was nicht funktioniert?
Leistung ist ca 0,2KW
Is ja putzig :-D

Miss beim Testen an 400V (vorzugsweise unter Last) die Stromaufnahme des Motors.
Wenn die in etwa dem Nennstrom entspricht, kannst du es so lassen.
Ja, werd ich mal messen.
Allerdings haben wir schon so viel damit gearbeitet, bis ich überhaupt gemerkt habe, dass der Spannung wie ein "Großer" will -- der hätte wohl schon die Grätsche gemacht, wenn der Strom zu hoch wäre.
Ich danke euch.
Martin

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Re: Beim Trafo Primär- und Sekundäranschluß tauschen, darf man das?

Beitrag von martinha » Mo 9. Mär 2020, 21:40

Bob hat geschrieben:
Mo 9. Mär 2020, 21:25
Kann es sein, dass da Teile magnetisch geworden sind und das Ding deshalb klemmt? Vielleicht müsste man die entsprechenden Komponenten nur entmagnetisieren.
Hallo Bob,
ich denke, der Bremsbelag, der am Anker sitzt, klebt mit der Zeit etwas am Gegenpart fest. Der Anker muss sich beim Einschalten etwas axial verschieben, so löst dann die Bremse und erst dann kann sich der Anker drehen. Die 400V reichen dann wohl nicht zuverlässig aus, um dieses "Kleben" zu überwinden und den Anker zu verschieben, so meine Vorstellung.

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